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Ar. 46 Sonntag, 13. November 1932

Dank an unsere Wähler!

Die fünfte Wahlschlacht in diesem Jahre ist am . November geschlagen worden. Wir haben sie ichl gewollt, sie ist uns aufgezwungen worden. >urch sie sollte gegen das Zentrum als Ganzes zu inem vernichtenden Schlage ausgeholt werden, der ber, wie das Wahlergebnis zeigt und nicht anders u erwarten war, völlig daneben gegangen ist. Die Viderstandskraft des Zentrums hat sich erneut als unbesiegbar erwiesen. Das ist auch wieder deutlich m Bezirk Kassel in die Erscheinung getreten. Da­ler herzlichsten Dank unseren Parteifreundinnen und Parteifreunden, die, wie früher so auch dies- nal, glänzend standgehalten haben. Nicht min- »er herzlichen Dank allen Mitarbeitern und Hel- ern in der Wahlarbeit, insbesondere unserer

Presse und unserer Jugend, die unter der bewähr­

en Leitung ihrer Führer begeistert und mitaus-

ichlaqgebend sich in den Dienst der guten Sache gestellt hat.

Fester nach jedem Sturm, Steht der Zentrumsturm!

)liefen wir sagen und das wird auch in Zukunft o sein, weil unser Kampf bestimmt wird durch die ulte erprobte Parole:

Für Wahrheit, Freiheit und Recht!

Im Namen des Vorstandes der Deutschen Zentrumspartei im Bezirk Kassel:

R h i e l, Vorsitzender.

Geschlossene Skandes-ExerzMen

im Marienheim zu Bad Soden-Salmünster.

1. Für Jungfrauen: Sonntag, den 4. Dezember bis Donnerstag, den 8. Dezember 1932.

2. Für Herz-Jesu-Derehrerinnen, Frauen und ältere Jungfrauen: Mittwoch, den 16. November bis Sonntag, den 20. November 1932.

3. Für Tertiarinnen: Samstag, den 4. März bis Mittwoch, den 8. März 1933.

4. Für Haushälterinnen: Montag, den 13. März bis Freitag, den 17. März 1933.

5. Für Jungfrauen: Samstag, den 25. März, bis Mittwoch, den 29 März 1933.

6. Für Männer: Mittwoch, den 5. April, bis Sonntag, den 9. April 1933.

7. Für Jungmänner: Mittwoch, den 12. April, bis Sonntag, den 16. April 1933.

Sakraler CH matter k rchlicher Kanslwerke.

Erinnerung der Fuldaer Bischofs­konferenz vom 19. August 1 932.

Die Bischofskonferenz erinnert die Pfarrämter und Kirchenvorstände wiederholt an die Vorschrif­ten des kirchlichen Gesetzbuches über die sakrale Gestaltung von Werken der kirchlichen Kunst, die für Neubauten und Restaurationen, für innere und äußere Gestaltung und Ausstattung gelten: daß nämlich:

1. die durch die christliche Tradition überkom­menen Formen berücksichtigt werden und die Normen sakralen Charakters der kirch­lichen Kunstwerke treu gewahrt werden, auch 3. nicht ohne Mitwirkung tüchtiger Sachver­ständiger, soweit deren Zuziehung erforder­lich ist, vorgegangen werden soll (can. 1164). Damit ist nicht jedweder Fortschritt in fünfte enschem Schaffen abgelehnt; auch nicht verlangt, daß mustergültige Werke der Vorzeit einfach imi­

tiert werden sollen, wohl aber die Notwendigkeit eingeschärft, daß

a) nicht die für profane Bauwerke (Bahnhofs­hallen, Konzertsäle, Markthallen u. dergl.', sich eignende Gestaltung auf kirchliche Bau­ten ohne weiteres übertragen wird;

b) daß nicht die Einfügung eines Kirchen- baues in das Stadtbild das Entscheidende für die Gestalt-ina sein kann;

c) daß nie vergessen werde: es handelt sich bei kirchlichen Bauten und sonstigen kirchlichen " Kunstwerken um Schöpfungen, die durchweg für Jahrhunderte tiefsten Einfluß auf das religiöse Innenleben der Gemeinde haben, daß daher einerseits wertlose, fabrikmäßig hergestellte Erzeugnisse abgelehnt werden müssen, andererseits aber auf das gewissen­hafteste Rücksicht zu nehmen ist auf die li­turgische Bestimmung und die Gesetze sa­kralen Charakters sowie auf das seelische Empfinden des Volkes.

Dem gesunden religiösen Empfinden der ka­tholischen Volksseele werden durchweg nur solche Künstler entsprechen können, die mit Geist und Uebung des katholischen Gottesdienstes verlraut sind. Kirchliche Kunst verlangt katholische Künst­ler, die seelenverwandt sind mit katholischem reli­giösem Empfinden und anerkennen, daß über den sakralen Charakter der Entwürfe die kirchliche Obrigkeit unter Zuziehung bewährter Sachverstän­diger zu befinden hat.

An diesen Grundsätzen ist, weil sie der Natur und Zweckbestimmung kirchlicher Schöpfungen ent­springen. auch dann festzuhalten, wenn nichtkatho­lische Stellen zur Kostendeckung beizutragen ha­ben.

(Aus dem Kirchl. Amtsblatt: 1932,153.)

ans bet Diözese fnlba

Sein goldenes Priesterjubiläum begeht in die­sen Tagen Geistl. Rat Joseph Eduard Kramer, lange Jahre Oberlehrer bzw. Prorektor und Re­ligionslehrer am Fuldaer Lehrerseminar. Der Hochw. Jubilar wurde in dem niederhessischen Städt­chen Naumburg am 5. Jan. 1858 geboren. Am 11. November 1882 empfing er aus der Hand des Bischofs Georg Kopp die heilige Priesterweihe. In Marburg legte er das philosophische Staats­examen ab. Nachdem er als Kaplan in Amöne­burg und als Lehrer an der dortigen Latein­schule mehrere Jahre tätig gewesen war, wirkte er seit 1. April 1888 am Lehrerseminar zu Fulda als ordentlicher Seminarlehrer, später als Ober­lehrer und Prorektor bis zu seiner Pensionierung am 1. April 1923. Vielen Generationen von Lehramtskandidaten war er ein gewissenhafter, stets liebenswürdiger und milder Religionslehrer und Seelsorger und treuer Berater in ihren Be­rufsangelegenheiten. Durch seine freundliche, ge­winnende Art hat er sich einen großen Freundes­kreis erworben. Mit besonderer Liebe hängt er an seiner Heimatstadt Namburg, in der er jahr­zehntelang seine Ferien verbrachte. Gerne er­zählte er dort in Vereinsversammlungen von den Ergebnissen seiner umfassenden Studien über die Geschichte Naumburgs. Gern betreute er wie ein väterlicher Freund in Fulda die aus Naumburg hierher kommenden Gymnasiasten und sonstige junge Landsleute. Seinen Wohnsitz behielt er nach seinem Eintritt in den Ruhestand in Fulda, wo er in der Abteikirche der Benediktinerinnen meh­rere Jahre den Konventsgottesdienst hielt. Hier wird er auch feine Jubelmesse feiern. Der Brnisa- tiusbote, deren gelegentlicher Mitarbeiter Herr Prorektor Kramer war, entbietet ihm zu seinem Feste herzlichste Segenwünsche. Ad multos annos!

Vom Volksverein. Am 28. November findet in Fulda in der Harmonie eine besondere soziale

Tagung des Volksvereins für das katholische Deutschland statt. Vor allem sollen die Fragen um die berufsständische Ordnung in Vortrag und Aussprache behandelt werden. Nähere Miiteilun- gen erfolgen noch.

Kirchensammlung für den Bonifatiusverein. Dis hergebrachte Herbstkollekte für den Bonifatius- vsrein findet in diesem Jahre am Sonntag, dem 13. November, statt, an dem Tage, an dem wir Gott für den Ernieseqen des verflossenen Jahres öffentlich und feierlich unseren Dank abstatten. Die Kollekte wird wärmstens empfohlen. Unsere Diözese ist zum größten Teil Diasporagebiet. Darum bedeutet der Bonifatiusverein für die Diözese Fulda eine Lebensno wendiqkeit. Die Be­dürfnisse in der Diaspora werden immer größer und dringender. Es ist deshalb notwendig, daß auch der Bonifatiusverein immer eifriger und sorgfältiger in den einzelnen Gemeinden gepflegt wird. Es sollten möglichst alle Pfarrkinder Mit­glieder des Bonifatiusvereins werden.

Fulda-Land. Im Landkreis Fulda war es bei dieser Wahl wieder die kleine Gemeinde Z i l l b o ch. die allen anderen Dörfern als Mu­ster und Vorbild hingestellt zu werden verdient. Bereits am Sonntag Nachmittag 3 Uhr traf bei derFuldaer Zeitung" die telephonische Mittei­lung ein, daß alle 52 Wahlberechtigten von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht und daß sie alle ohne Ausnahme Zentrum gewählt hatten. Möchte es doch noch recht viele Gemeinden geben, in denen solch gesunder Bürqersinn und solche Treue zur katholischen Sache Allgemeingut aller Bewohner ist! Auch im Geisaer Lande sind noch einige kleine Dörfer, die nur Zentrumsstimmen abge­geben haben. So haben in Apfelbach ebenfalls alle 31 Wahlberechtigten der Zentrumsliste ihre Stimme gegeben. Auch in den Orten Gersten­grund, Mieswarts und Geblar wurden nur Zen­trumsstimmen abgegeben, in Gerstengrund 38 (39 Wahlberechtigte), in Mieswarts 30 (31 Wahlbe­rechtigte), in Geblar 26 (30 Wahlberechtigte).

Fulda. Daß die Anhänger der radikalen Par­teien bei ihren Heldentaten auch die Heiligkeit des Gotteshauses nicht schonen, zeigt ein trauriges Vorkommnis in dem südlichen Außenviertel Ful­das. Dort haben sie in der Nackt zum Samstag in freventlicher Weise dieSt. Stur- miuskirche mit roterFarbe besudelt. Auf dem Dache, an dem Schornstein und an der Außenmauer des C h o r r a u m e s sind mit ro­ter Farbe in metergroßen Buchstaben Haken­kreuze und Aufforderungen, die L i st e 1 (Na­tionalsozialisten) zu wählen, angeschmiert worden. Auch ein Fen st er des Altarraumes wurde mit roter Oelfarbe beklext. Diese Schandtat hat unter der katholischen Bevöl­kerung die hellste Entrüstung ausgelöst. Wo sind die Täter zu suchen? Fest steht, daß National­sozialisten in der dortigen Gegend auf verbotenen Wegen ertappt wurden Wer denkt bei dieser Ge- elgenheit nicht auch daran, daß vor nicht allzulan­ger Zeit in der St. Sturmiuskirche der aus Fulda unter schimpflichen Verdacht so plötzlich entfernte nationalsozialistische Bezirksleiter Tilbert Etzel bei der sogenanntenersten nationalsozialstischen Taufe in Fulda" als Taufpate fungierte, die Na­tionalsozialisten also besonderes Interesse für die Eroberung gerade dieser Kirche zeigten. Um der Wahrheit die Ehre zu geben, möchten wir aber auch darauf Hinweisen, daß in derselben Nacht offenbar auch die Kommunisten mit einem roten Farbtopf ünterwegs waren, und es ist der Ver­dacht nicht ohne weiteres von der Hand zu weilen, daß sie versucht haben könnten, durch das 7?> schmieren einer katholischen Kirche die Fuldaer Na­tionalsozialisten in einen noch schlechteren Ruf zu bringen. Auffällig ist jedenfalls, daß ein kommu­nistisches Schmutzblatt, das von einer sehr frag-