Einzelbild herunterladen
 

Seite 8 / Nummer 46.

die das Unrecht von 1922 zu beseitigen hat. Die Wie­derkehr des Tages der Abtretung muß für das gesamte Deutschtum erneut Anlaß sein, den Achpruch auf Eupen- Malmedy zu betonen. Wir dürfen nicht ruhen, bis die­ses Unrecht am deutschen Volk wieder gutgemacht und die Rückgabe an das deutsche Mutterland erfolgt ist.

Störung des Gottesdienstes durch Jtaps. In Riemke bei Bochum marschierte am Sonntag ein Trupp Natio­nalsozialisten in Parteiuniform mit festem Schritt in die St. Franziskus-Kirche ein und nahm vor der Kanzel ostentativ Aufstellung. Der amtierende Geistliche machte sic auf die Heiligkeit des Ortes aufmerksam und ersuchte sie, da bekanntlich die Teilnahme am Gottesdienst in Par- temniform nicht gestattet ist, die Kirche zu verlassen. Die Antwort war zunächst eine freche Bemerkung. Der zwei­ten Aufforderung kamen fünf Mann nach. Nach Ver­lesung des Evangeliums forderte der Geistliche die übri­gen zum dritten und letzten Male auf, den Gottesdienst nicht zu stören und die Kirche zu verlassen. Erst auf die dritte Aufforderung verließen auch die übrigen unifor­mierten Nazis die Kirche. Die Empörung der Kirchenbe­sucher war groß.

^katholische Jungmänner von Razis überfallen. Am Abend des Allerseelentages wurden in Berlin nach einer Chorprobe des katholischen Kirchenchores zu Königs­wusterhausen drei katholische Jungmänner auf dem Heim­weg nach Niederlehme von Nationalsozialisten überfallen. Eine Anzahl von Nationalsozialisten, etwa acht SS- Leute, boten den drei Jungmännern den GrußHeil Hitler" an. Die drei Iungmänner gingen ruhig weiter, ohne eine Gegenäußerung. Darauf wurde ihnen noch­mals der Gruß geboten. Die Antwort eines Jungmannes war:Laßt uns ruhig gehen!" Darauf setzten die ersten Schläge ein. Ein Jungmann, der sein Rad führte, mußte sein Rad im Stich lassen, um sich gegen die Kopfschläge zu schützen. Ein zweiter Jungmann wurde derart zuge­richtet, daß er sich in ärztliche Behandlung geben muhte; der dritte konnte sich durch Flucht entziehen.

MskE KMMZ. HAsrjMKZs»

Rom. Das Kollegium Angelicum, die Philosoph. und theologische Hochschule des Dominikanerordens in Rom, ist jetzt in das alte geräumige Kloster des hl. Dominikus und Sixtus übertragen worden. Es konnte vom Staat zurückerworben werden, der es f. Z. natürlich ohne jede Entschädigung ihren rechtmäßigen Besitzern geraubt hatte. Es liegt an der Via Nazionale und bietet über das tief unten liegende Trajansforum hinweg einen weiten Aus­blick über das römische Forum bis zu den Ruinen der palatinischen Kaiserpaläste; die dazwischen liegenden Bau­ten sind in den letzten Jahren niedergelegt worden.

Paderborn. Zum Weihbischof von Pader­born wurde ernannt der Pfarrer August Baumann in Dortmund (St. Anna-Pfarrei). Der neue Weihbischof ist geboren zu Niedermarsberg (Kreis Brilon) am 9. 12. 1881. Die hl. Priesterweihe empfing er am 6. 4. 1906 durch Bischof Wilhelm Schneider von Paderborn. In Dortmund wirkt er als erfolgreicher Seelsorger seit 1910.

Bautzen. Nachdem der neue Bischof von Meißen, Peter Legge, am Samstag aus Magdeburg in Bautzen eingetroffen war, fan am Sonntag früh eine Sitzung des Domkapitels St. Peter statt, in der der neue Oberhirt von seiner Diözese Besitz ergriff. Im Anschluß daran ging die feierliche Inthronisation in der Domkirche von- statten. Der Dom war würdig geschmückt und von einer großen Menge von Gläubigen, darunter u. a. Prinzessin Mathilde aus dem Hause Wettin und der Oberbürgermei­ster von Bautzen, Niedner, dicht besetzt. Vor dem Altar hatten Abordnungen der katholischen Vereine und Stu­dentenverbindungen mit ihren Fahnen Aufstellung ge­nommen, die den Bischof mit dem Klerus zur Kirche ge­leitet hatten. Nachdem die päpstliche Ernennungsbulle verlesen worden und die Einkleidung des Bischofs mit den Abzeichen der geistlichen Würde erfolgt war, hielt Bischof Legge ein feierliches Pontifikalamt. In seiner Ansprache richtete sich der Bischof an seine neuen Diö­zesanen und forderte von ihnen, daß sie alle, Klerus, Lehrer, Väter und Mütter, Lichtträger sein müßten.

Rottenburg. Das Gebiet des heutigen Bistums Rot­tenburg (Württemberg) ist aus Bestandteilen von 5 ver­schiedenen Diözesen und einigen Abteien und Propsteien im Jahre 1821 gebildet worden. In den verschiedenen Teilen wurden seither bei der Spendung der Sakramente und Sakramentalien die verschiedensten Ritualbücher ge­braucht. Jetzt hat der Bischof von Rottenburg mit Wir­kung vom 1. Adventssonntag 1932 ein neues ein­heitliches Rituale für die ganze Diözese einge­

führt, das die Bestätigung des Apostolischen Stuhle« ge­funden hat.

Wiedererrichtung des Bistums Konstanz? Im Zu­sammenhang mit Meldungen über die Konkordatsver­handlungen zwischen Baden und dem Hl. Stuhl war wiederholt auch von Plänen zur Wiedererrichtung des 1803 untergegangenen Bistums Konstanz die Rede. DieKonstanzer Zeitung" erfährt dazu von unterrich­teter Seite aus Rom, daß die Frage eines Bistums Konstanz wahrscheinlich auch erörtert wurde und die Wiederaufrichtung durchaus im Bereiche des Möglichen liege. Das Erzbistum Freiburg ist bekanntlich unge­wöhnlich groß, so daß eine Teilung aus innerkirchlichen Bedürfnissen vollkommen gerechtfertigt wäre. Das Bis­tum Konstanz war eine der ältesten deutschen Diözesen. Selbstverständlich kommt eine Angliederung schweizeri­scher Gebietsteile, wie dies beim alten Bistum Konstanz der Fall war, keineswegs in Frage. Dem steht nicht nur die schweizerische Bundesverfassung, sondern auch die in allen Konkordaten der Nachkriegszeit ständig ge­übte kirchliche Praxis entgegen, nach welcher die Diö­zesangrenzen sich mit den politischen Grenzen decken sollen.

Ungarn. In Budapest hält der bekannte Jesuit, Pater Adalbert Bangha, seit längerer Zeit jede Woche an bestimmten Tagen Missionsvorträge für Juden, die sich zahlreich dazu einfinden; nach jedem Vortrag melden sich Juden zum Unterricht im Christentum. Auch in Rumänien zeigt sich eine starke und sehr tiefe Bewegung unter den älteren Juden hin zu Christus. Ein bemer­kenswertes Zeichen unserer Zeit.

Polen. Am 30. Oktober wurde zu Posen feierlich das dem heiligsten Herzen Jesu zum Dank für die Rettung vor den Bolschewiken im Jahre 1920 errichtete öffentliche Denkmal eingeweiht.

Christus der Friedensfürst auf dem Montblanc. Demnächst soll in Hochlavoycn und zwar in der Nähe des Dorfes Hauches eine Kolchfalstatue Christi, des Friedensfürsten, der, vor dem Alpenriesen stehend, die Welt segnet, errichtet werden. Aus Anlaß dieses Er­eignisses erläßt die Academie des Jeux florimontains in Chambery, die im Zeichen des hl. Franz von Sales und Friedrich Mistrals arbeitet, einen Aufruf an fran­zösische, deutsche, provenzalische, italienische, katalani­sche und keltische Dichter und Schriftsteller, in gebunde­ner oder ungebundener Rede (etwa 100 Zeilen) Idee und Ereignis zu feiern. Deutsche Einsendungen bis zum 15. November erbeten an den Korrespondenten der Akademie Hermann Platz, Bonn, Goethestr. 38. Preise in Form von Diplomen und künstlerischen Gedenkmün­zen werden an die zwei besten Leistungen verteilt.

Paris. In einer Vorstadt von Paris wird eine Notkirche aus Aluminium gebaut. Sie wird 27 Meter hoch, 18 Meter breit und 33 Meter lang werden. Trotz dieser großen Ausmaße soll die fertiggestellte Kirche im ganzen nur 65 Tonnen wiegen. In der Form erinnert sie an das Bundesladenzelt der Juden.

Frankreich. Zwei Ordensberufungen haben großes Aufsehen erregt: Professor für Verwaltungsrecht an der Universität Nancy Georg Renard trat in das Novi­ziat der Dominikaner ein. Der beliebte Pariser Schau­spieler Henry Vermeil ist Kartäuser geworden.

Spanien. In Madrid allein werden offiziell über 95 000 Kinder angegeben, welche keinerlei Religions­unterricht erhalten. NachEl Debate" sollen es bedeu­tend mehr sein. Unter diesen Umständen sind die spa­nischen Katholiken gezwungen, aufs energischeste eine katholische Schulbewegung selbst einzuleiten.

Spanien. Die Logenregierung Spaniens, der mit dem Essen, nämlich der Beraubung der Jesuiten, der Appetit gewachsen ist, geht jetzt in der Durchführung des längst nicht mehr originellen Rezeptes gegen die Kirche einen Schritt weiter. Der Staatgarantiert Gewissens­und Kultusfreiheit", will aber der Kirche ihr gesamtes rechtmäßiges Eigentum rauben; die Formel für diesen Raub lautet: Es wird zumEigentum der Nation" er­klärt, wozu natürlich die Leute, die das tun und die sich letzten Endes selbst für die Natton halten, keinerlei Recht besitzen. Freilich stellt man das Geraubte einstweilen nochder Kirche für ihre religiösen Zwecke zur Ver­fügung", dann aber wird man, wie in Mexiko, finden, daß für 100 000 Seelen ein Priester und eine Kirche ge­nügt usw. Immer die alte Komödie!

London. Zur neuen Katholikenverfolgung in Mexiko schreibt derDaily Expreß", der wahrlich kein katho­lisches Blatt, aber immerhin ein nüchterner Beobachter ist:So geht also das alte Spiel weiter (daß der Papst in der englischen Presse als der Angreifer hingestellt wird). Trotz allem, was die Roten heute unmittelbar unter unseren Augen tun, fährt man fort, beim Papst vom Angriff und bei Mexiko von der Abwehr zu spre­

chen, obwoM jedermann weiß, was die Bolschewiken - selbst zugeben, daß die katholische Kirche das stärkste > Bollwerk gegen den sich immer weiter ausbreitenden i Kommunismus ist. Trotzdem aber geben unsere prote­stantischen Mitbürger jährlich zehntausende von Guineen - aus, um jene Kirche möglichst zu schwächen, die auch für ; ihren christlichen Glauben Schwert und Schild gegen die : gewaltigsten Feinde ist, die das Christentum je gekannt i

Rundfunkapostolal eines amerikanischen Priesters. Im Staat Detroit hat ein katholischer Priester, Pater Charles E. Coughlin, mit den verschiedenen Sendelei­tungen ein Abkommen getroffen, durch das ermächtigt wird, 27 Vorträge an aufeinanderfolgenden Sonntagen zu halten. Er bezahlt dafür 172 800 Dollar. Diese Summe wird durch Stiftungen aufgebracht. 25 un- abhängige Sendestationen werden diesen Vorträgen an« geschlossen sein. Pater Coughlin, der in ganz Amerika bekannt ist, wird sie auf der Kanzel seiner eigenen Kirche in der Nähe von Detroit-Stadt halten. Ein gleiches Unternehmen hat er bereits im vorigen Jahr ins Werk gesetzt. Er erhielt daraufhin 2 500 0Ö0 Nach- h fragen nach einem Druckerlaubnis feiner Vorträge. Er beschäftigte 118 Stenotypistinnen, um die Aufträge aus­zu führen.

Amerika. Zum Präsidenten der amerikanifchen-kassi- nensischen Benediktiner-Kongregation, die 16 Abteien > und Priorate umfaßt, wurde Abt Alkuin Deutsch von der St. John's-Abtei zu Collegeville gewählt. Der Bild­hauer Vernon Cuningham, der vor kurzem aus dem Protestantismus in die katholische Kirche ausgenommen wurde, trat zu Lacey im Staate Washington in den Bene- dikttnerorden ein.

Argentinien. In dem bisher ruhigen Argentinien zei­gen sich auch schon die ersten Vorboten künftiger Stürme. Die Abgeordneten-Kammer stimmte trotz des Wider­spruchs der katholischen Organisationen dem Eheschei- dungs-Gesetzentwurf zu; die Katholiken haben noch die schwache Hoffnung, der Senat werde seine Zustimmung verweigern.

Japan. Die katholische Jugend von Nagasaki hielt eine öffentliche Versammlung ab, an der mehr als 14000 Personen teilnahmen. Ueber die Hälfte davon waren Heiden. Zwei junge Konvertiten gaben einen U eber­blick über die Geschichte der katholischen Kirche in Ja­pan und betonten chre starke Lebensfähigkeit bei vielen und schweren Verfolgungen. Ueber die Verfassung und die Lehre der Kirche sprach der katholische Bischof von Nagasaki, selbst ein geborener Japaner.

Ein neuer Attas.

Es gibt viele Atlanten. Jetzt, das uns Herders Welt- und Wrrtfchaftsatlas als Teil und Ergänzung desGro­ßen Herder"*) gegeben wird, fragt man begreiflicher­weise: Was gibt ihm die Berechtigung, wo liegt die Notwendigkeit seines Erscheinens, was zeichnet ihn wirk­lich aus? Nun, die Merkmale des neuen Werkes sind:

Dieser Atlas ist im Zeitalter der hochentwickelten Zi­vilisation, im Zeitalter der Weltpolitik das praktische Handbuch zur Weltpolitik und Weltwirt­schaft politische und ökonomische Zusammenhänge zwischen Staaten und Kontinenten zeigt er einfach, klar und genau.

Er vermeidet die Unhandlichkeit der ganz großen und die Unzulänglichkeit zu kleiner Atlanten: mit seinem Format von 18.5 mal 26.5 Zentimeter.

Seine Karten sind auf Stein gezeichnet und minutiös gedruckt Präzisionsarbeit, die jedem gründlichen Le­ser und Betrachter wichtig ist.

Sein Ortsverzeichnis ist dadurch ausgezeichnet, daß es alle Schreibweisen angibt und verweisend erklärt.

Was Wirtschaftskarten, geopolitische und politische Karten vielfarbig und figürlich zeigen, wird ergänzt und erweitert durch das bis ins Einzelne durchdachte und geordnete statistische Niesenmaterial des herausnehm­baren BeibandesDie Welt in Maß und Zahl".

Auch diese Zusammenstellung über schlechthin alle Wert- und Vergleichszahlen der Erde hat kaum ihres­gleichen wo sind wie hier (nach jahrelanger Arbeit vie­ler Fachleute) in Kärtchen, Zahlengruppen, Kurzberichten so deutlich-eindeutige und erschöpfende Auskünfte ge­geben?

Mit dieser Aufzählung ist auch schon das Werturteil gefällt als ein Nachschlagebuch zum praktischen Be­kenntnis, zur lebensnützlichen Geographie ist dieser Atlas andern unvergleichbar, wird er jedem nützlich sein, gleich­viel ob man nun im praktischen Beruf schasst oder studiert oder wissenschaftlich arbeitet.

*) Der Große Herder. Nachschlagewerk für Wissen und Leben. 12 Bände und 1 Welt- und Wirtschaftsatlas. In Halbleder je 34.50 Mk., in Halbfranz je 38 Mk.

Herders Welt- und Wirtschaftsatlas. 106 Hauptkar­ten, 65 Wirtschaftskarten, 1 Kartenweiser; viele Neben- karten; auswechselbarer StatistikbandDie Welt in Maß und Zahl". Verlag Herder, Freiburg i. Br.