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Sonntag. 11 November 1932.

42. Zahrg.

Religiöses Wochenblatt

für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Sonntag and tostet monatlich Ausgabe A 40 ZL-Pfennig 3 45 ZL-Pfennig OufteHqebühr extra) Redaktinnsschlutz Montag, Anzeigen-Pretle LolonelzeNi tm ün, eigenreu 0.15 Goldmart. LoloneizeU» «w Reklameteil 0.60 Goldmark Bei lötedervolunp 'Rabatt Auetunfi and Oft.-Ged 0.10 Goldmark. Porte «xtr» Anzeigen müssen spätesten» bis Monrap morgens im Besitz der Fuldaer ÄetiendruSere« te Fulda sein.

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Evangelist legt ja dem Heiland folgende Worte in den Mund:

Wochenkalender.

Sonntag, 13. November. 26. Sonntag nach Pfingsten. Bibatus, Bek. Erntedankfe st.

Montag, 14. Nov. Josaphat, Bischof, Mart.

Dienstag, 15. Nov. Albertus Magnus, Bek.

(Neues Fest.)

Mittwoch, 16. Nov. Gertrud, Jgfr.

Donnerstag, 17. Nov. Gregor der Wundertäter, Bischof, Bekenner.

Freitag, 18. Nov. Kirchweih der Basilika von St. Peter und St. Paul (Rom).

Samstag, 19. Nov. Elisabeth von Thüringen, Witwe. Pontianus, Papst, Mart.

NB! Heute, am Erntedankfest, 13. November, findet die Herbstkollekte für den Bonifatigsver- e i n statt; sie wird dringlichst empfohlen.

26. Sonntag nach Pfingsten.

Epistel. 1. Thessalonicher 1, 210.

IJ Evangelium. Matthäus 13, 3135. Das Gleichnis vom Senfkorn und Sauerteig.

In jener Zeit trug Jesus dem Volke folgendes Gleich­nis vor:Das Himmelreich ist einem Senfkorn gleich, das ein Mann nahm und auf seinen Acker säte. Es ist zwar das kleinste von allen Samenkörnern. Ist es aber au gewachsen, so ist es größer als alle anderen Garten­gewächse und wird ein Baum, so daß die Vögel des Himmels kommen und in feinen Zweigen wohnen." Er trug ihnen noch ein anderes Gleichnis vor:Das Him­melreich ist einem Sauerteige gleich, den eine Frau nahm und unter drei Maß Mehl mengte, bis das Ganze durch­säuert war." All das redete Jesus Christus in Gleich­nissen zum Volke, und ohne Gleichnisse redete er nicht zu ihm. So sollte sich das Wort des Propheten erfüllen: Ich will meinen Mund auftun zu Gleichnissen, will offenbaren, was verborgen war seit Grundlegung der Welt."

daß ich den Vater liebe und so tue, wie der Vater mir aufgetragen. Steht auf, laßt uns gehen!"

Blicken wir auf Grund dieser Worte etwas hin­ein in das heiligste Herz des Erlösers. Die Zeit seines Leidens war nahe. Der Tag seines bluti­gen Todes stand vor der Tür. Das entsetzliche Ende seiner Laufbahn war gekommen. Der Ring der Feinde war geschlossen. Alle Widerstände, die seinem Entschluß entgegenstanden, hat er bis da­hin tapfer überwunden. Haben nicht die Apostel selbst in menschlich begreiflicher Verblendung den Herrn oft genug abhalten wollen, sich zu opfern? Haben sie ihn nich-t auf den Tyron Davids heben

heute, l 3. November

^irchensammlung

für den Bonifatiusoerein.

E n unwiderruflicher Entschluß.

(ein und unscheinbar ist das Senf- körnlein; wird aber zu einem Strauch, in dessen Zweigen die Vögel des Himmels wohnen.

So war es auch mit dem Rat­

schluß der Erlösung. Kein Mensch wußte davon. Still und verborgen ruhte dieser Ratschluß im Schoße der heiligsten Dreifaltigkeit. Ein Geheim­nis, erst späten Jahrhunderten zur Offenbarung vorbehalten. Doch der Entschluß war einmal ge­faßt. Und unwiderruflich war dieser Entschluß. Da gab es kein Zurück. Der Sohn Gottes kommt in der Fülle der Zeit auf diese Welt und bringt seinen ewigen Entschl ß mit heldenmütiger Kraft zur Ausführung. D.ste mutige Entschlossenheit deutet er an mit der Worten des Johannesevan­geliums:

Es kommt der £ ärst dieser Welt. Aber nn mir hat er kein Recht. Aber die Welt soll erkennen,

wollen? Haben sie ihm nicht das Szepter der Weltregierung in die Hand legen wollen? Hat nicht gerade das Haupt und der Fels der Apostel die allergrößten Schwierigkeiten gemacht? Siehe, hatte der Meister gesagt, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und der Menschensohn wird den Hei­den überliefert werden. Diese werden ihn an­spucken, geißeln und kreuzigen. Das ist dem Petrus gegen den Strich gegangen, und er hat energisch protestiert. Er nahm den Heiland auf die Seite und sprach:Auf keinen Fall darf dir so et­was widerfahren." Doch der Heiland setzt alle Menschenrücksicht auf die Seite und läßt seinen Liebling grell abblitzen mit den Worten:Weiche zurück, Catan; du denkst an das, was den Men­schen gut scheint; doch Gottes Gedanken sind an­dere." Bemerke, daß an dieser Stelle der liebe Heiland seinen treuesten Freund einenSatan" nennt. Petrus hatte eben, ohne es zu wollen, das Geschäft des Teufels übernommen, den Heiland aus der Bahn des Gehorsams herauszuschleudern. Doch hat auch der Teufel in eigener Person all seine Künste svielen lassen. Warum meinst du denn, hat ihn der Teufel dazu bringen wollen, aus Ster­nen Brot zu machen und sich im Angesicht von ganz Jerusalem vom Tempeldach herabzustürzen? Nur aus dem einen Grunde, daß der Heiland die vom Vater ihm .zugedachte Rolle der Erniedrigung und des Gehorsams zurückgebe. Doch es ist ihm nicht gelungen.Weiche, Satan", waren die Worte, die der Heiland ihm entgsgenschleuderte. Es scheint, als hätte nun zu guter Letzt der Teufe? noch einen letzten Trumpf ausspielen wollen. Der

Es kommt der Fürst dieser Welt".

Gemeint ist der Teufel, der Feind von Anbeginn, der Feind ohne Ende. Vielleicht will er durch Vorspiegelung der bevorstehenden Leiden, durch Vorspiegelung des schrecklichen Kreuzestodes uns des schmachvollen Todes noch ein letztes Geschütz auffahren, vor dem der Heiland zurückweichen soll. Doch vergebens.An nvr hat dieser Fürst kein Recht", erklärt majestätisch der Heiland. Bei mir kommt er nicht an. Bei mir hat er keine Macht. In meinen Entschließungen gibt nur der Vater den Ausschlag. Die Liebe zum Vater und die Liebe zu den Menschen, die ich durch meinen Tod erlösen will Darum die herrlichen Worte:Die Welt soll erkennen, daß ich den Vater liebe." Und nun faßt der Heiland die ganze Kraft seines un­widerruflichen Entschlusses in die Worte zusam­men, mit denen er auch den Jüngern Mut einflößt:

Steht auf, laßt uns gehen."---

Diese Festigkeit des W-llens, diese unabänder­liche Grundsatztreue, diese Beharrlichkeit bis ans Ziel möge auch unser Anteil sein auf dem Wege des Guten. Das erste, gleichsam das Senfkörnlein, der Keim, die Wurzel ist ein guter Entschluß, eine gute Willensrichtung, ein würdiges Ziel. Das zweite ist die Verfolgung des Zieles ohne je vom Wege abzuirren. Die Welt und der Teufel legen uns da oft genug die unglaublichsten Hindernisse in den Weg. Ein guter Wille aber, unterstützt von der Gnade, ist mächtig, b efe alle wie Kinderspiel- zeug wegzuräumen. Eine lehrreiche Anekdote m dieser Hinsicht bietet uns das Leben des hl. Albert des Großen, den am 15. dieses Monats die ganze Welt feiern wird. Während seines Aufenthaltes auf der Universität zu Padua faßte Albert den hochherzigen Entschluß, der Welt zu entsagen und in den Bettelorden der Dominikaner einzutreten. Während er nun mit diesem Gedanken umging, hatte er einen Traum. Es mar ihm, als wäre er tatsächlich in den Orden eingetreten, hätte ihn aber wegen der unerträglichen Strenge der Regel wie­der verlassen Dieser Traum machte einen der­artigen Eindruck auf den jungen Mann, daß er seinen Entschluß widerrief. Doch siehe, am selben Tag hörte er eine Predigt des Ordensmeisters Jordan, der auch auf die Versuchungen durch den Teufel zu sprechen kam. Es gibt Leute, sprach er, die sich vornehmen, die Welt zu verlassen und in einen Orden einzutreten. Der Teufel aber spiegelt ihnen im Traume vor, sie würden es nicht aus­halten. Ihr könnt euch denken, wie Albert über diese Worte bestürzt war. Sogleich eilte er zu Jordan, der nun alle seine Bedenken zerstreute mit den entschiedenen Worten:Wenn du in unsern