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grunblegegenber Umsturz kommen? — Wer ver sucht ist, am 6. November den Kommunisten seine Stimme zu geben, möge an diese russischen Zu­stände denken!

Spanien.

In einem längeren Aufsast beschäftigt sich der Spanier Manuel Graha in El Debate vom 26. Oktober mit der stbändigen „Geschichte der Zen- trumspartei" von Geheimrat Bachem, die er ein monumentales Werk nennt. Sie bilde ein gewal­tiges Ganzes von Lehren für alle diejenigen Ka­tholiken. die in der Politik ihrer Länder tätig sein mühten. Die Geschichte des deutschen Zentrums fei so reich an Lehren und Orientierungen, an Geschehnissen und Persönlichkeiten, ihr Wirken sei so schwierig und ruhmvoll so dramatisch und so national gewesen, daß, wo immer von Katholiken eine politische Partei gebildet werde, sie immer mit Nusten gelesen werden könne, nicht nur wegen der Musterhaftigkeit ihrer Männer, sondern auch we­gen ihrer gedanklichen Grundlegung und ihrer positiven Erfolge.

Es ist nicht das erste ausländische Urteil, das die deutsche Zentrumspartei als Lehrmeisterin für die politische Betätigung der Katholiken rühmt. Aber dieses Loblied in der führenden katholischen Zeitung Spaniens ist deshalb besonders wertvoll, weil der spanische Katholizismus zur Zeit religiös und politisch in einem schweren Existenzkampf steht, in dem er sich nach einem richtungweisenden Vorbild umsteht. Dieses hat er religiös im deut­schen Katholizismus und politisch in der Deutschen Zentrumspartei gefunden. So spielt diese nicht nur im deutschen politischen Lebensbereich, sondern auch als internationales Muster eine wahrhaft histo­rische Rolle. Für dieses Zentrum gilt es am 6. No­vember erneut Zeugnis abzulegen, um es zu be­fähigen, auch in Zukunft den ihm gebührenden führenden Plast einzunehmen.

China.

Seit dem 17. Dezember 1931 befindet sich der spanische Missionar Pater Esteban S. I. in der Hand der chinesischen Räuber, die ihn auf einem Dienstgang im Distrikt Wuyuan, im Apostolischen Vikariat Wuhu gefangen nahmen. Auf ihre For­derung von 10 000 Piastern wollte er nicht ein­gehen. Mittlerweile schnappten die Banditen un­gefähr 30 angesehene, reiche Bürger der Stadt weg und flohen mit ihrer ganzen Beute in die Berge. Die Seelenruhe und Heiterkeit des katho­lischen Missionars stand im starken Gegensast zu dem Verhalten der übrigen Gefangenen. Die Stadt erfuhr davon, und besonders die Heiden hielten mit ihrer Bewunderung nicht zurück. Erst März 1932 konnten die Missionsoberen die Verbindung mit dem Gefangenen aufnehmen und Befreiungsver- suche anstellen. In einem Briefe spricht Pater Este­ban von den Leiden und Entbehrungen der Ge­sangenschaft, um dann zu schließen: „Ich will al­les für Christus leiden ... mit Freuden die Ent­behrungen der Gefangenschaft auf mich nehmen. Ich bete viel für die Unsern in Spanien." — In einem weiteren Brief sendet er den Patres von Wuhu, die wohl jestt in die Erholung gingen, einen Gruß. Für mich kommen wohl bald die letzten Ferien, sie werden die besten sein, weil sie ewig dauern, wie die Kirche betet." Er bittet um das Gebet, damit er Stärke, Standhaftigkeit und Ge­duld im Leiden bis zum Tod für Christus zeige. '— In einer andern Nachricht beklagt sich Pater Esteban über die schimpfliche Behandlung von fei­ten der Banditen, die ihre Freude daran hätten, ihn lächerlich zu machen. Aber er bleibt unge­brochen: „Entweder leben, um für Christus zu ar= beiten und zu leiden, oder sterben, um mit ihm zu herrschen."

Noch ein Sohn des hl. Ignatius schmachtet seit zwei und einem halben Jahr in der Gefangen-

DIAI2N1 Puder bewahrt Ihren Liebling vorWundsein

schaft. Es ist ein Landsmann Pater Estebans, der spanische Missionar Pater Avito aus dem Apo­stol. Vikariat Anking, der am 28. April 1930 von den Räubern aufgegriffen wurde.

Silbernes PriesSerjubttäum des Vischofs von Danzig.

Die Diözese Danzig verband ihren diesjähri­gen Katholikentag am Sonntag, 30. Oktober, mit der Feier des filb. Priesierjubliäums ihres Diözesan­bischofs Grafen O' Rourke. Sein Leben und Wir­ken sind mit reichen Mühen und Sorgen verbun­den, und der Kirchenfürst hat in seiner Jugend sicher nicht geahnt, wohin ihn einst die stürmischen Wogen der Zeit führen sollten.

Als Sohn des russischen Marineoffiziers und späteren Gutsbesisters Grafen O'Rourke am 26. Oktober 1876 in Basin, Diözese Minsk, geboren, be­stand er nach dem erfolgreichen Besuche des Alxan- dergymnasiums in Riga das Staatsexamen für Nationalökonomie und Handelswissenschaften. Dann begab er sich zum Studium der Theologie nach Freiburg in der Schweiz und nach Innsbruck und erhielt 1907 in Kowno die Priesterweihe.

Schon im folgenden Jahre erfolgte seine Beru­fung als Professor der Kirchengeschichte an das Priesterseminar in St. Petersburg, wo er 1911 noch mit der Verwaltung der 15 000 Seelen um­fassenden St. Stanislauspfarrei betraut wurde. In dieser Gemeinde mußte polnisch, litauisch, lettisch, deutsch unb englisch gepredigt werden. Graf O' Rourke beherrschte nicht nur diese, sondern noch drei andere Sprachen: russisch, italienisch und la­teinisch. Das Jahr 1912 erhob ihn zum Ehren­domherrn, und in dem Revolutionsjahr 1917 wurde der Generalvikar und Offizial der Diözese Minsk von den Bolschewisten verhaftet. Im Ein­vernehmen mit den deutschen Behörden (das Ge­biet war damals von deutschen Truppen besetzt) wurde Graf O'Rourke durch die Bulle vom 29. September 1918 zum Bischof der wiedererrichteten Diözese Riga ernannt; doch erklärte er schon bei feinem Einzuge in Riga, daß er bald einem ein­heimischen Letten Plast machen werde. Er richtete aber die Diözese mit aller Kraft ein, und seine Rigaer Tätigkeit brachte ihn auch zu dem dama­ligen Nuntius Ratti in Warschau, dem heutigen Papst Pius XI., ja nabe Beziehungen. Im Jahre 1920 zog sich der Bischof von Riga von seinem Amte zurück und wurde zum Titularbischof von Pergamon ernannt.

Nach Errichtung der Apostolischen Administra- tur Danzig im Jahre 1922 wurde Bischof Graf O'Rourke zu ihrem Apostolischen Administrator und nach Erhebung zur Diözese Danzig am 2. Januar 1926 zum Bischof von Danzig ernannt, worauf am 1. Juni 1926 die feierliche Inthronisation als erster Bischof von Danzig in dem alten Klosterorte Oliva erfolgte.

Seitdem sind zehn Jahre vergangen. Die junge Diözese schätzt und liebt ihren Oberhirten und ist glücklich, die Wirren der vergangenen Zeit glück­lich überstanden zu haben. H. M.

Büttat________________

Karitas-Kalender 1933. Herausgegeben vom Deut­schen Karitasverband. Karitasverlag, Freiburg i. Br. Preis 55 Pfg. Inhalt und Ausstattung sind wertvoll.

Schulbrüder-Kalender 1933. 28. Jahrg. Schulbrü­der-Verlag, Kirnach-Villingen (Baden). Preis 60 Pfg. Ausgezeichnete Bebilderung.

Der Sohn zweier Väter. Roman von Helene Ha- luschka. 246 Seiten. Ganzleinen 4.80 Mk. Verlag Jos. Kösel u. Friedrich Pustet, München. Die Verfasserin des menschlich so reichen Buches „Der Pfarrer von La­motte", das nun schon in der 2. Auflage vorliegt, hat sich in ihrem neuen Roman einem Problem von höchster Aktualität zugewandt: der mit Glaube und Unglaube ringenden Jugend unserer Zeit. Wolf Wilde erlebt die entscheidenden Jahre seiner Reife im Hause des Stief­vaters. Dieser zieht den jungen Menschen schon im Kin­desalter in den Bereich seiner Theorien. Er soll das Leben kennen lernen, wie es ist, mit all seinen Kämpfen, seiner Schönheit, seinem Elend. Wolf verfällt mit gleichgesinnten Freunden der Glaubenslosigkeit. In der aufkeimenden Liebe zu einem amerikanischen Mädchen wird er durch die rationalistische Gesinnung Pvonnes enttäuscht. Der Haltlose vereinsamt innerlich. Ein län­gerer Aufenthalt bei Schweizer Verwandten öffnet ihm

den Sinn für die Werte des auf christlicher Sitte auf) gebauten Familienlebens. Rosemarie führt ihn am seinen Zweifeln auf den sicheren Weg zu Gott zurücke Nach absolviertem, medizinischem Studium tritt er, al»' Persönlichkeit gefestigt, ins Leben hinaus, gemeinsam mit Rosemarie, seiner Gattin. Es steckt viel Leid und viel Ringen in diesem Buch, das kein Wort enthält, das nicht, aus tiefstem Gewissen gesprochen wurde. Die Darstel­lung des Milieus verläuft in ganz modernen Linien, der «til ist geschliffen bis zur Scharfkantigkeit, wirkt plastisch!, und scheinbar realistisch. Aber gerade hierin liegt biet Originalität des Werkes, das mit realistischen Mitteln ein fubnes Bekenntnis zum Idealismus abzulegen sucht. „Ich und mein Haus werden dem Ewigen dienen."

Das Singerlein. Die Geschichte einer jungen Seele s non Solares Viesèr. 33.-52. Tausend. 347 Seiten.. Verbilligte Sonderausgabe Ganzleinenband 3.20 Mark.

Josef Kösel u. Friedrich Pustet, München. Dem Wunsch weitester Leserkreise entsprechend, hat der Ver- ° lag soeben eine verbilligte Sonderausgabe dieser so über- ■ aus beifällig aufgenommenen Geschichte vom Sängerbüb- lein aus St. Veith herausgebracht. Vor vier Jahren - wußte die Oeffentlichkeit noch nichts von Dolores Viesèr; heute ist ihr Name durch den zweiten Roman „Der Gurnister" überall bekannt. Bei seinem Erscheinen wurde ■ das Buch der Zweiundzwanzigjährigen von der gesam­ten Kritik und dem Publikum begeistert begrüßt, un­verhältnismäßig kurzer Zeit müßte eine Neuauflage in i Angriff genommen werden, der weitere folgten, bis die ‘ Höhe von 33 000 Exemplaren erreicht wurde. Die ver­billigte Sonderausgabe des Romans dürfte auch in die­sem Jahre eines der meistbegehrten Geschenkbücher sein.

Die Soldaten der Kaiserin. Roman von Juliana von Stockhausen. 39.—58. Tausend. 351 Seiten. Verbil­ligte Sonderausgabe. Ganzleinenband 3.20 RM. Ver­lag I. Kösel u Fr. Pustet, München. Der vielbegehrte Roman Maria Theresias von Oesterreich, eines der besten Werke der Dichterin Juliana von Stockhausen, ist soeben in verbilligter Sonderausgabe zum Preise von 3.20 RM. in Ganzleinenband erschienen. Damit hat der Verlag den Wunsch weitester Leserkreise erfüllt, die immer wie­der nach einer den Zeitverhältnissen angepahten Aus­gabe verlangt haben. Die erste Auflage kam 1924 heraus und erregte sogleich das größte Aufsehen auf dem Bü­chermarkt. Zwar hatte die damals erst Fünfundzwan­zigjährige schon einige Werke veröffentlicht, darunter als Neunzehnjährige den Roman „Das große Leuchten" aus der Zeit des schwäbischen Bauernkrieges; dieser Maria Theresia-Roman überragte jedoch die vorausge­gangenen an Weite des Blickes, Beherrschung der Hi­storie und Echtheit der Charaktere. Als Kunstwerk, das vor die Zeitwende vom Absolutismus zur Aufklärung die bedeutendste österreichische Frauengestalt stellt, die große Herrscherin, Gattin und Mutter, umschließt der Roman zwei Zeiträume, die für das Leben der jungen j Königin und das der alternden Kaiserin entscheidend find. Der Roman wird sich in der bedeutend verbillig­ten Ausgabe zu den schon vorhandenen Freunden zahl­reiche neue erwerben.

Taschenkalender und kirchlich-Statistisches Jahrbuch für den katholischen Klerus deutscher Zunge. 1933. — Redaktion Dr. K. A. G è i g e r, o. Hochschulprofessor. 55. Jahrg. RM. 1.85. Regensburg, Verlagsanstalt norm. G. I. Manz. Der Kalender bringt in seiner 1. Abteilung das kirchliche Kalendarium, welches durch die neuesten Feste erweitert wurde. Die 2. Abteilung enthält eine Darstellung der römischen Kurie und der obersten Kir­chenämter, ferner eine spezielle Statistik der Diözesen deutscher Zunge (Deutschland, Deutsch-Oesterreich, Schweiz, Luxemburg ufro.). Die 3. Abteilung enthält wichtige Neu- Erscheinungen des Büchermarktes für die Bibliothek des Priesters. Das für diesen Jahrgang gewählte Thema über die Konkordate im Allgemeinen und das bayerische Konkordat im Besonderen wird großes Interesse und viele Leser nicht bloß bei den Theologen, sondern auch bei den Juristen finden. Druck und Ausstattung des Ka- i lenders sind bei dem geringen Preise als vorzüglich an­zuerkennen.

Die schwierige Wirtschaftslage erfordert stärkste Nerven- und uneingeschränkte Arbeitskraft. Wenn Sie nach des Tages Last und Mühe müde ins Bett sinken, so haben Sie nur den einen Wunsch, sich gut auszuschlafen, um für den kommenden Tag gestärkt zu sein. Wehe dann, wenn schlechtes Bettzeug Sie des Nachts noch martert und Sie unausgeschlafen, mißvergnügt und unlustig morgens an Ihre Tätigkeit gehen müssen. Der ganze Tag ist Ihnen vermiest. Es fehlt dann nur noch die Frage von Bekannten, ob Sie gut geruht hätten, und Ihre Stimmung ist richtig. Warum sollen Sie sich noch weiterhin jeden Morgen über Ihre Betten ärgern? Wissen Sie denn nicht, daß die bekannte Firma Rudolf Blahut, Deschenist Nr. 15/1 im Böhmerwald, die wundervollsten echten böhmischen Bett- federn zu außerordentlich günstigen Preisen liefert? Geben Sie dieser Firma doch einmal ihre Wünsche auf. Rudolf Blahut wird Sie bestimmt gut beraten und als Abonnent des Bonifatiusboten bevorzugt bedienen. In fast jeder Ausgabe des Bonifatiusboten finden Sie ja das bekannte und vertraute Inserat, welches ausführliche Angaben über die Preise und Qualität der Federn macht. Verzichten Sie lieber auf eine andere Ausgabe und schaffen Sie sich gutes und frisches Bettzeug mit den herrlichen böhmischen Bett- federn an. Wenn Sie in Blahut-Bettsedern schlafen, so werden Sie auf die Frage, ob Sie wohl geruht haben, mit leichtem und fröhlichem Herzen jeden Morgen ant- worten: „Jawohl, sehr gut!"