auch im 2. Wahlgang die Parole Hindenburg ablehnte und damit Millionen ins Lager Hitlers 1 führte.
Auch der heutige Reichskanzler v. Papen hat, wie bekannt geworden ist, damals nicht Hindenburg gewählt, sondern Duesterberg.
Und dieselben Leute, die damals Hindenburg ablehnten und seine Wiederwahl zu verhindern suchten, dieselben Leute. die lieber den Demagogen Hitler als Paul von Hindenburg zum Reichspräsidenten haben wollten, d i e wollen heute die Parole ausgeben: „Mit Hindenburg für Deutschland"?
Der Name eines Hindenburg ist ihnen gerade gut genug, um damit Stimmen zu fangen und der Deutschnationalen Partei wieder auf die Beine zu helfen. Wir glauben, der deutsche Wähler wird doch von einem Hugenberg, einem Papen, und wie die Stahlhelmleute alle heißen mögen, zu dumm eingeschätzt. So vergeßlich ist der deutsche Michel nicht!
MnM und $e Mchl-Kelholileu.
Eine protestantische Frau in der Provinz Sachsen, die Brünings Kölner Wahlrede in der Zeitung gelesen hatte, schrieb dieser Tage an die „Kölnische Volkszeitung":
„Ein wahres Labsal, diese klugen, staatsmännischen Ausführungen zu lesen! Haben wir doch stets die Politik Brünings und seine maßvollen und weitschauenden Pläne für die einzig richtigen gehalten. Obgleich mir evangelisch sind, werden wir wieder, wie am 31. Juli, jeßt am 6. November. Zentrum wählen. Wir leben hier in einer Stadt, deren Zeitung gänzlich auf die Deutschnationalen eingestellt ist. Herrn Hugenberg lehnen wir aber gänzlich ab, da wir auf dem Standpunkt stehen, daß der Sturz Dr. Brünings ein nicht gut zu machender Fehler mit bedenklichen Folgen für unser Vaterland war. Der Wirrwarr, der jetzt herrscht, bestätigt alles. So werden wir die Zentrumspolitik, die sich in vorbildlicher Treue zu Brüning bekennt, soweit es in unserer Macht steht, unterstützen. Das freimütige Bekenntnis, das Ihre Zeitung Anfang Juli für ihn ablegte, bat uns überaus wohl getan. Intrigen, Cliquen und Herrenklubs können uns nicht vorwärts bringen. Die Haltung des Zentrums ist durchaus be- rechtigt."
Diese Stimme aus einem Bezirke, der dem Zentrum im allgemeinen fern steht, ist sehr charakteristisch und beachtenswert. Man darf ruhig annehmen, daß Brüning, wenn er in den östlichen Provinzen wie im Westen und Süden als Redner aufzutreten die Möglichkeit hätte, auch dort viel Verständnis und Anhängerschaft finden würde.
Hiller wolle den KronMM M» Reichs- prSsiMM machen.
In der Nummer 4 des „Fridericus" macht F. C. Holtz Mitteilung, daß Herr von Ostau im März 1932 anläßlich der Reichspräsidentenkandidaturen zum 2. Wahlgang im Flugzeug nach München geschickt wurde, um mit Hitler über eine Kandidatur des Deutschen Kronprinzen zu sprechen, F. C. Holtz schreibt:
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„Es soll Adolf Hitler unvergessen bleiben, daß er am 30. März 1932, als ihm die Bitte vorgekxa- gen wurde, die Ausrufung des Deutschen Kronprin. zen als Reichspräsidenlschaftskandidat zu unterstützen, sich sofort bereit erklärte, den Kronprinzen auf den Schild zu heben. Daß aus der in letzter Minute versuchten Kandidatur — die Einreichungsfrist der Wahlvorschlage lief am nächsten Tage, 12 Uhr nachts, ab — nichts wurde, ist einzig und allein darauf zurückzuführen, daß der Kaiser seinem Sohne die Kandidatur in bestimmter Weise oer- bot. Der Kronprinz aber stattete Hitler seinen Dank dadurch ab, daß er am 1. April 1932 eine Kundgebung für Hitler erlieh.-
Jnteressant ist, daß Hitler kürzlich das Gottes- «nadentum lächerlich machte. Bald so, bald so, wie es gerade paßt!
Sie soziaidemokralische Wahlparole.
„Sie Verstaatlichung der Banken und der Schlüsselindustrien sowie planmäßige Leitung der Wirtschaft durch einen sozialistischen Staatswillen", das ist die wirtschaftliche Wahlparole, mit der die Sozialdemokratie für den 6. November wirbt. Ausgangsbasis für die erstrebte Umformung der Wirtschaft soll die bisher schon vorhandene öffentliche Wirtschaft sein. Hierbei beruft sich die Sozialdemokratie vor allem auch auf eine unlängst erschienene Schrift eines ihrer Parteigenossen, des ehemaligen Staatssekretärs im preußischen Ministerium für Handel und Gewerbe. Dr. H. Staudinger: „Der Staat als Unternehmer".
Man sieht daraus, daß die Verdrängung der Sozialdemokraten aus der Verantwortung sofort den alten Radikalismus wieder hervorbrechen läßt. Solange die Partei durch die Mitverantwortung gebunden war, mußte sie alle derartigen Pläne zurückstellen.
Wie wird gewähtt?
Besonders für Erstlingswähler!
Der Wahlberechtigte erhält im Wahllokal einen amtlichen Stimmzettel und einen gestempelten Briefumschlag. Damit geht er in die Wahlzelle oder hinter die Schutzwand. Hier macht er mit einem Bleistift ein Kreuzchen auf dem Stimmzettel rechts in den kleinen Kreis neben dem Namen der Zentrumspartei. Dann faltet er den Stimmzettel und steckt ihn in den Umschlag (nicht zukleben!) Nun geht er an den Wahltisch und nennt dem Wahlvorsteher seinen Namen oder zeigt seinen Ausweis, soweit dies nötig ist. Sobald der Name des Wählers in der Liste der Wahlberechtigten gefunden ist, erhält der Wahlvorsteher den Umschlag mit dem Stimmschein und wirft ihn in die Wahlurne. Damit ist der Wahlakt zu Ende.
Für Neulinge sei noch ausdrücklich betont: Aus dem amtlichen Stimmzettel stehen alle Wahlvorschläge, die man in unserem Wahlkreis wählen kann. Der Vorschlag des Zentrums steht unter der Nummer 4. Wer Zentrum wählen will, macht dies dadurch kenntlich, daß er in den kleinen Kreis neben dem Namen der Zentrumspartei ein Zeichen anbringt; am besten macht er ein Kreuzchen in den Kreis neben der Nummer 4 (auf der rechten Seite des Stimmzettels). Sonstige besondere Kennzeichen dürfen auf dem Stimmzettel nicht angebracht werden. Man hüte sich auch, irgend etwas auf den Stimmzettel zu schreiben.
Kleine polst. Haditithten
Ohne Sicherheiten kein Zusammengehen des Zentrums mit den Nazi. Der nationalsozialistische Abgeordnete Dr. Goebbels hatte in einer Berliner Versammlung behauptet, das Zentrum habe mit den Nationalsozialisten verhandelt, ohne daß von der Einhaltung der Verfassung geredet worden wäre. Der Zentrumsabgeordnete Dr. G r a ß, der an diesen Verhandlungen führend beteiligt war, erklärte demgegenüber in einer Versammlung zu Frankfurt: „3d> nehme die erste Gelegenheit wahr, um vor aller Oeffentlichkeit zu sagen, daß diese Behauptung nicht stimmt. Am ersten Tage der Verhandlungen habe ich Herrn Kerrl, dem Beauftragten des obersten Führers Hitler, die Frage gestellt: „Werden Sie, wenn Sie in irgendeiner Form an der Regierung beteiligt sein werden, nach den Bestimmungen der Verfassung regieren?" Herr Kerrl antwortete: „Selbstverständlich. Solange es nicht möglich ist, die Verfassung legal zu ändern, werden wir mit der Verfassung regieren." Wir hätten uns auf das Wort nicht verlassen. Wir hätten die Regierung so gebildet, daß auch nach der Verfassung regiert worden wäre, denn wir hatten die Machtpositionen entsprechend verteilt. Wrr hätten keine Hasardeurpolitik getrieben, sondern Garantien verlangt. Auch in Zukunft gibt es ohne diese Sicherheiten kein Zusammenarbeiten."
Der Westfälische Bauernverein beging als ältester der deutschen Bauernvereine seinen 70. Geburtstag. Oberpräsident Granowski sprach bei dieser Feier namens der Behörden und erkannte dankbar an, daß der Bauernkönig Schorlemer der geistige Vater und Urh^er der vom Grafen von Galen 1877 im Reichstag begründeten sozialpolitischen Anträge gewesen ist. Der darin zum Ausdruck gobrachte Geist gegenseitiger Hilfelei-
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stung möge im Westfälischen Bauernverein weiter gepflegt und gefördert werden. — Reichsminister a. D. Dr. Hermes betonte in feiner Festrede: „Den ständigen Erklärungen der Reichsregierung über ihre Entschloß seiheit zur Kontingentierung sind leider bisher keine praktischen Taten gefolgt. Es ist mir völlig unverständlich, daß der Herr Reichskanzler sich zu einer solchen unmöglichen Methode hergegeben hat. Es wird gut sein, wenn er feine persönliche Aufmerksamkeit stärker dem Schutz der bäuerlichen Wirtschaft zuwendet und hier auf den einzelnen Gebieten einmal nach dem Rechten sieht." — Der Westfälische Bauernverein hatte in einer Gesamtvorstandssitzung ebenfalls zur Frage der Kontingentierung Stellung genommen und mit Nachdruck seiner Enttäuschung Ausdruck gegeben über die gegenwärtige Entwicklung, die er als eine zu den Versprechungen des Reichskanzlers von Papen gegensätzliche ansieht.
Anstanl
England.
Gegenüber dem Reichtum irr Methodisten, der mit einer halben Milliarde englischen Pfundes angegeben wird, stellt das Organ der englischen Katholiken „Tablet" folgende Erwägungen an: „Nehmen wir z. B. die „berühmte Milliarde der Kongregationen", die den französischen Katholiken vor einem Vierteljahrhundert geraubt worden ist und die beinahe völlig von den Liquidatoren und ihren Freunden eingesackt wurde. Der größte Teil dieser Milliarde bestand in Gebäuden, die im 19. Jahrhundert aus den sauer verdienten Ersparnissen frommer Leute bezahlt worden waren. Würden es unsere protestantischen Freunde nicht als etwas Verruchtes betrachten, wenn die Kapellen der Wesleyaner und die Missionssäle der Baptisten beschlagnahmt und verkauft oder zu weltlichen Zwecken verwandt würden? Und doch erheben sie nicht den geringsten Protest, wenn moderne Kirchengebäude, z. B. in Spanien und Mexiko, kon- sisziert werden."
Müßte nicht die ganze gesittete Welt Protest erheben, wenn immer wieder unter dem Einflüsse des Kirchenhasses die staatliche Hand sich am Kir- chengute vergreift?
Rußlgnd.
Welch furchtbares Blutregiment in Rußland herrscht, sagt uns folgende grauenhafte Statistik. Eine russische statistische Untersuchung — wohlgemerkt: eine russische! — berechnet, daß unter Lenins Diktatur folgende Personen ermordet wurden: 28 Bischöfe, 1219 Geistliche, 6000 Professoren und Lehrer, 9000 Doktoren, 12 950 Grundbesitzer, 54 000 Offiziere. 70 000 Polizisten, 193 290 Arbeiter, 260 000 Soldaten, weit mehr Intellektuelle, Gewerbetreibende und Bauern. Dazu sind zehn Millionen Menschen aller Stände buchstäblich den Hungertod gestorben. Im ganzen wurden zwölf Millionen Opfer bis Ende 1923 ver, zeichnet! — In Rußland kriselt es an allen Ecken und Enden. Die Verstaatlichung der Landwirtschaft hat sich als kolossaler Fehlschlag erwiesen; die Erträgnisse sind bis zu dreißig Prozent gesunken, und das bedeutet auch für die Arbeiter Hunger und Not. Der riesige Beamtenapparat, der notwendig war. nm die verstaatlichten Betriebe zu leiten, hemmt die wirtschaftliche Entwicklung. Stalin hat kürzlich durch Zulassung des freien Handels und einer Privatindustrie in beschränktem Maße wieder vor dem privatkapitalistischen System eine Verbeugung gemacht; es wird aber kaum helfen, ebensowenig wie neue Hinrichtungen wegen angeblicher Wirtschaftssabotage. Sollte doch einmal wieder ein
Jnjede Küche gehören:
MAGST Erzeugnisse
•WürzeSuppen Fleischbrühe• sie helfen sparsam wirtschaften