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für das religiös-sittliche Leben der werktätigen Bevölkerung mit weiten Volkskreisen eins fühlen, an einen Lt tholifchen Staatsmann gerichtet, nicht überhört werde, sind wir
in vorzüglicher Hochachtung
Monsignore Dr. O. Mülle r, Verbandspräses bvr katholischen Arbeitervereine Westdeutschlands,
die Diözesanpräsides: Dechant Monsignore Eich- Bingen, Johannes Gickler - Köln / Aachen, D» Gronerad-Trier, Dr. August Konnerman u- Münster, Pfarrer Lamp-Frankfurt a. M, Dr Lange-- Osnabrück, Propst L e u p k e - Hannover Domvikar Heinrich Marx- Paderborn, Pfarrer R u e z (Fulda)
meine poM. natbMten
Ueber den Regierungspräsidenten Dr. v. Chamier, der jetzt nach Erfurt versetzt wurde, bringt die „Köln. Volkszeitung" folgende Würdigung: An der Spitze des Grenzkreises Monschau hat der initiativreiche Beamte in dem ersten Jahrfünft der Nachkriegszeit auf dem Gebiete der Elektrisierung, des Schul- und Talsperrwesens bahnbrechende Vorarbeit geleistet. Er wurde 1926 an die Spitze des Landkreises Düsseldorf berufen als Nachfolger des Landrates Geheimrat von Beckerath. Von Chamier war der erste katholische Landrat dieses rheinischen Kreises. Es waren kritische Jahre, in denen Dr. von Chamier hier die Zügel der Regierung in Händen hielt, denn schon bald trat die Frage der Umgliederung des rheinisch-westfälischen Regierungsbezirks aus dem Stadium der theoretischen Erörterungen heraus. Das große Umgemein- dungsgesetz vom Jahre 1929 mit seiner umfassenden Aufteilung des großen, dichtbesiedelten Gebietes brachte sie zum Abschluß. Der damalige Landkreis Düsseldorf verschwand durch Zusammenlegung mit dem benachbarten Kreise Mettmann. Bei aller Anhänglichkeit an den zur Auflösung gelangenden Landkreis Düsseldorf würdigte Landrat von Chamier doch stets voll die staatspolitische Notwendigkeit der großen Umgliederungen des Bezirkes. Bei dieser gesetzlichen Neuregelung wurde ihm der neugebildete Großkreis Grevenbroich-Neuß zur Verwaltung unterstellt. — In seinen zahlreichen leitenden Posten hier im Westen war Landrat von Chamiers Wirken stets gerichtet auf Milderung der Gegensätze der Bevölkerung und Hervorkehrung des Gemeinsamen und Verbindenden. Gelegentlich trat er auch freimütig und verbindlich zugleich den die Volksgemeinschaft untergrabenden Radikalisierungsbestrebungen entgegen. Er war als ideenreicher Kommunal- und aufgeschlossener Staatspolitiker stets bemüht, in klarer Erfassung der dem Kreisleiter unserer Tage erwachsenden mannigfaltigen Aufgaben in vollem Umfange gerecht zu werden. Auch hatte er im Großkreise Grevenbroich-Neuß zum Teil unter begreiflichen Widerständen aus dem Historisch-Erwachsenen, zur Minderung der öffentlichen Lasten eine durchgreifende Verwaltungs- resorm durch umfassende Aemterzusammenlegung in Angriff genommen. — Dr. von Chamier entstammt einer alten, angesehenen katholischen Familie, welche bis Ende des Krieges in Straßburg ansässig war. Sein Onkel, der General von Chamier-Gliszinski, hat lange Jahre der Zentrumsfraktion des Preußischen Landtages angehört. Der im besten Mannesalter stehende neue Regierungsvizepräsident, dem aus seiner vielfältigen Tätigkeit hier im Westen eine reiche Erfahrung in der Lösung verwickelter Verwaltungsausgaben zur Seite steht, wird in seinem Amte in der Regierung in Erfurt sicher ein seiner bewährten Beamtenfähigkeiten lockendes neues Arbeitsfeld finden.
General Litzmann wird Alterspräsident des neuen Reichstages? Der Alterspräsident des preußischen Landtages, General Litzmann, ist von den Nationalsozialisten im Wahlkreis Frankfurt (Oder)—Grenzmark als Spitzenkandidat zur Reichstagswahl aufgestellt worden. Die Aufstellung hat den Zweck, zu verhindern, daß Klara Zetkin neuerdings als Alterspräsidentin den Reichstag eröffnet. General Litzmann ist 80 Jahre alt. 500 000 deutsche Handwerksburschen. Ein Bild der Krise! Auf einer Tagung des Herbergsverbandes ist festgestellt, daß nach den Berechnungen in Deutschland jährlich etwa 500 000 Männer und 12 000 Frauen aus allen Berufen, Ständen und Schichten wandern. Für diese Wanderer stehen etwa 2000 Betten in 34 Herbergen zur Heimat zur Verfügung. Im Jahre 1931 wurden diese benutzt von zusammen 283 039 Gästen in 464 215 Schlafnächten. Unter diesen Gästen waren 209 Jugendliche unter 16 Jahren und 6700 Jugendliche von 16 bis 18 Jahren.
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Irland.
In allen Bistümern Irlands ist die frühe Kinderkommunion seit mehr als zwanzig Jahren einge- führt. Man sieht auch große Gruppen von Schulkindern vor dem Unterrichte zur heiligen Kommunion gehen. Von den dreihundertzwanzigtausend katholischen Bewohnern Dublins besuchen mehr als fünfzigkausend täglich die heilige Messe.
Die Berufungen zum Priester- und Ordensstande sind in Irland überaus zahlreich. Irland selbst hat zur Zeit 3 900 Priester, und 2 580 junge Leute studieren Theologie. Viele hundert irischer Priester wirken dazu in den Missionen fremder Länder, abgesehen von der großen Zahl irischer Priester in den Vereinigten Staaten Nordamerikas.
Argentinien.
Eins Heuschreckenplage in Argentinien hat geradezu riesigen Umfang angenommen. Seit drei Tagen kommen dichte Schwärme aus den Nordprovinzen, die die Hauptstadt bereits erreicht haben. Die Landwirtschaft ist schwer betroffen. Nach amtlicher Schätzung sind 700 000 Hektar Leinsaat und Weizen vernichtet.
Die Kirchenverfolgung in Mexiko.
Der amerikanische Nachrichtendienst veröffentlicht gelegentlich des Wiederaufflammens der religiösen Verfolgungen in Mexiko eine Statistik, aus der hervorgeht, in welcher Weise die Verfügung über die Einschränkung der Priester befolgt worden war. Die Verfügung war von 13 Staaten angenommen worden. Insgesamt war eine Bevölkerung von etwa 8 093 667 betroffen, die von 314 Priestern betreut wurden. Aus der Statistik geht weiterhin hervor, wie willkürlich die einzelnen Staaten vorgingen. Im Staat Tabasco z. B. war es verboten, daß ein unverheirateter Priester zelebrierte. In diesem Staat befindet sich augenblicklich ein einziger Priester, der in einem Gebiet von 10 000 Ouadratmeilen 224 168 Gläubige zu betreuen hat. In Nieder-Californien teilen sich zwei Priester in die Amtspflichten einer 60 000 Köpfe zählenden Bevölkerung. Der Staat Chiapas hat für seine 360 000 Bewohner gleichfalls nur einen Priester; der Staat Vera Cruz für 1 300 000 Seelen 13 Priester; in Pucatan und Chihuahua kommt auf je 40 000 Einwohner ein Priester: Pucatan zählt 360 000 Einwohner und 9 Priester, Chihuahua 440 000 Einwohner und 11 Priester. In Michoacan und im Staat Mexiko kommt auf 33 000 Einwohner ein Priester; in Tamaulipas auf 28 446 Einwohner ein Priester; in Nuevo Leon auf 15 000 Einwohner ein Priester; in Hidalgo auf 9 013 ein Priester; in Queretaro auf 8 000 ein Priester; in Aguascalientes auf 5 000 ein Priester. — Während die Religionsfeindlichkeit neu aufflammt, nimmt die Erwerbsloseimot erschreckend zu. Auf einem „Hungerkongreß" in Tampico wurde ein Marsch der Erwerbslosen nach Mexiko beschlossen, sobald die Abgeordnetenkammer zusammengetreten sein würde.
Die Leiden der ipaniicheu Katholiken.
Aus Spanien gehen uns dauernd Mitteilungen zu, die zeigen, wie beklagenswert nach wie vor die Lage der katholischen Kirche in Spanien und wie mühe- und opferreich der Kampf der spanischen Katholiken ist. Nachstehend seien einige Beispiele aus dem Material der jüngsten Vergangenheit gegeben.
Ein Brand, der anscheinend angelegt wurde, hat die Kirche in Dona-Mencia zerstört. Der Brand griff auf das unmittelbar daneben liegende Domim- kanerkloster über. Auch dieses wurde ein Raub der Flammen. Beide Gebäude waren außerordentlich wertvoll. Der Schaden wird auf vier Millionen Pesetas geschätzt. — Ein Ordensgeistlicher wurde festgenommen und auf die Polizeiwache von Las Palmas geführt, weil er gegen die Auswüchse des Badebetriebes gepredigt hatte. Das gleiche Schicksal erlitt der Ortspfarrer. — Eine Bruderschaft feierte die Novene ihrer Schutzpatronin, der heiligen Jungfrau. Der zuständige Bürgermeister erließ gegen den Prediger einen Haftbefehl mit der Begründung, er habe abfällige
Aeußerungen über das derzeitige Regime gemacht. Da er nicht gefaßt werden konnte, wurden die Mitglieder der Bruderschaft festgenommen. — Der Bürgermeister von Argelita (Alicante) verfügte die sofortige Verweltlichung des Friedhofs. Als sich der Pfarrer widersetzte, wurde ihm eine Geldstrafe auserlegt. — Zwei Individuen machten den Versuch, das Bischöfliche Palais in Almeria in Brand zu stecken, indem sie die rückwärts gelegene Tür mit Benzin tränkten und dieses dann anzündeten. Ortseinwohnern gelang es, den Brand zu löschen, ehe größerer Schaden angerichtet worden war. Die Brandstifter sind nicht festgenommen worden. — Nach einer Verfügung des Kriegsministers bleiben für die Rekruten des laufenden wie der späteren Jahre diejenigen Vergünstigungen und Ausnahmen außer Kraft, welche diejenigen besaßen, welche beim Eintritt in den Militärdienst bereits die Priesterweihe oder die niedrigen Weihen empfangen oder den Ordensprofeß abgelegt hatten.
Die Katholische Elternvereinigung ist dabei, eine große Zahl katholischer Schulen, vor allem in Madrid, Bilbao und Santander zu gründen. Sie will dadurch dem Laienunterricht entgegenwirken, der in den staatlichen Schulen erteilt wird, und zweitens veranlaßt sie dazu der Mangel an katholischem Unterricht, da die früher von Jesuiten geleiteten Schulen und Anstalten sämtlich geschlossen bleiben, und das nicht unbegründete Gerücht umgeht, daß in Kürze auch die Anstalten anderer Religionsgesellschaften geschlossen werden.
In allen Pfarrkirchen werden an allen Sonntagen Kollekten zur Aufbringung der Mittel für Kultus und Klerus abgehalten, da diese sich in einer 'sehr beklagenswerten Lage befinden. Vielerorts beweisen die Katholiken eine solche Opferfreudigkeit, daß sich die Priester in der gleichen oder sogar besseren Lage befinden, als zu der Zeit, wo sie ihre Bezüge noch aus dem staatlichen Haushalt für Kultus und Religion bezogen. In anderen armen Provinzen dagegen ist ihre wirtschaftliche Lage so schlimm, daß stch manche Priester gezwungen sehen werden, nach Amerika auszuwandern, um leben zu könnM. Ferner werden wöchentlich Kollekten für die Finanzierung des katholischen Unterrichts abgehalten. Mit den so gewonnenen Mitteln werden Schulen gegründet, in denen den Kindern armer Eltern eine christliche Erziehung gegeben werden kann.
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3m Dienst des Schöpfers. Ein Buch über die Ehe für katholische Braut- und Eheleute von Hardy Schilgen S. J. Neue, mit Berücksichtigung des päpstlichen Rundschreibens über die christliche Ehe umgearbeitete und bedeutend erweiterte Auflage. 171.—200. Tausend, 128 Seiten, 20% mal 12% Zentimeter. Kartoniert Rm. 1.80, Ganzleinen Rm. 2.80. Verlag Joseph Bercker. Kevelaer. Das Ehebuch von P. Schilgen hat sich, trotzdem eine Reihe ähnlicher Schriften erschienen sind, im ganzen katholischen Volke durchgesetzt. Es gilt heute noch unbestritten als das beste katholische Buchchber die Ehe. Mit seinen fünf Uebersetzungen ist es in weit über 20 000 Exemplaren auf der ganzen Erde verbreitet. In der neuen Auflage sind alle für das katholische Volk wichtigen Stellen des Rundschreibens Papst Pius XI. über die Ehe verwertet und erklärt. Die Frauen besonders werden es freudig begrüßen, daß der Begriff „eheliche Pflicht" in einer ganz neuartigen und ihre Würde voll wahrenden Weise erklärt wird. Die von allen Seiten anerkannten Vorzüge des Buches: Offenheit und Klarheit bei vornehmer Zurückhaltung und zartem Taktgefühl, Wärme und Herzlichkeit der Sprache finden sich auch in der neuen Auflage. Mit den neuen Ausführungen steht es voll auf der Höhe der Zeit.
Straub, Wilhelm, Die Geschichte vom Jesuskind. Den Kleinen erzählt. Mit Bildern von Johannes Thiel, gr. 8°. (8 u. 54 S., 8 mehrfarbige Tafeln.) Freiburg im Breisgrau 1932, Herder. 2.40 Mark; in Leinwand 3.60 Mark. Es ist sicher: die religiöse Jugenderziehung ist heute immer noch unvollkommen. Auch und gerade dort, wo das Kind am stärksten beeinflußt werden kann — daheim. Der Familie, der Mutter fehlen oft die Hilfsmittel und Anreger. Hier setzt Straub sein Bilderund Lesebuch ein. Es ist mit der Absicht geschrieben, den Müttern bei der religiösen Kinderunterweisung zu helfen. Eine um so schwierigere Aufgabe, als sie einfach gelöst werden muff! Das geschieht so: Es wird ausschließlich Jesu Jugendgeschichte berichtet; dabei hält sich das Buch ganz an die Evangelien (vermeidet die Hereinnahme von Legenden); das macht alles schlicht, übersichtlich, klar. Für die gefühlsmäßige Erfassung der Einzelgeschehnisse sorgen klug eingestreute Gebete und schönste Weihnachtslieder. Maler Johannes Thiel gab dem Buch einprägsame und auch schöne Zeichnungen und Bilder mit.