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Seite 20 / Nummer 43.

für das religiös-sittliche Leben der werktätigen Bevöl­kerung mit weiten Volkskreisen eins fühlen, an einen Lt tholifchen Staatsmann gerichtet, nicht überhört werde, sind wir

in vorzüglicher Hochachtung

Monsignore Dr. O. Mülle r, Verbandspräses bvr katholischen Arbeitervereine Westdeutschlands,

die Diözesanpräsides: Dechant Monsignore Eich- Bingen, Johannes Gickler - Köln / Aachen, D» Gronerad-Trier, Dr. August Konnerman u- Münster, Pfarrer Lamp-Frankfurt a. M, Dr Lange-- Osnabrück, Propst L e u p k e - Hannover Domvikar Heinrich Marx- Paderborn, Pfarrer R u e z (Fulda)

meine poM. natbMten

Ueber den Regierungspräsidenten Dr. v. Chamier, der jetzt nach Erfurt versetzt wurde, bringt die „Köln. Volkszeitung" folgende Würdigung: An der Spitze des Grenzkreises Monschau hat der initiativreiche Beamte in dem ersten Jahrfünft der Nachkriegszeit auf dem Gebiete der Elektrisierung, des Schul- und Talsperrwesens bahn­brechende Vorarbeit geleistet. Er wurde 1926 an die Spitze des Landkreises Düsseldorf berufen als Nachfolger des Landrates Geheimrat von Beckerath. Von Chamier war der erste katholische Landrat dieses rheinischen Krei­ses. Es waren kritische Jahre, in denen Dr. von Chamier hier die Zügel der Regierung in Händen hielt, denn schon bald trat die Frage der Umgliederung des rheinisch-west­fälischen Regierungsbezirks aus dem Stadium der theore­tischen Erörterungen heraus. Das große Umgemein- dungsgesetz vom Jahre 1929 mit seiner umfassenden Auf­teilung des großen, dichtbesiedelten Gebietes brachte sie zum Abschluß. Der damalige Landkreis Düsseldorf ver­schwand durch Zusammenlegung mit dem benachbarten Kreise Mettmann. Bei aller Anhänglichkeit an den zur Auflösung gelangenden Landkreis Düsseldorf würdigte Landrat von Chamier doch stets voll die staatspolitische Notwendigkeit der großen Umgliederungen des Bezirkes. Bei dieser gesetzlichen Neuregelung wurde ihm der neu­gebildete Großkreis Grevenbroich-Neuß zur Verwaltung unterstellt. — In seinen zahlreichen leitenden Posten hier im Westen war Landrat von Chamiers Wirken stets ge­richtet auf Milderung der Gegensätze der Bevölkerung und Hervorkehrung des Gemeinsamen und Verbindenden. Gelegentlich trat er auch freimütig und verbindlich zu­gleich den die Volksgemeinschaft untergrabenden Radikali­sierungsbestrebungen entgegen. Er war als ideenreicher Kommunal- und aufgeschlossener Staatspolitiker stets be­müht, in klarer Erfassung der dem Kreisleiter unserer Tage erwachsenden mannigfaltigen Aufgaben in vollem Umfange gerecht zu werden. Auch hatte er im Großkreise Grevenbroich-Neuß zum Teil unter begreiflichen Wider­ständen aus dem Historisch-Erwachsenen, zur Minderung der öffentlichen Lasten eine durchgreifende Verwaltungs- resorm durch umfassende Aemterzusammenlegung in An­griff genommen. — Dr. von Chamier entstammt einer alten, angesehenen katholischen Familie, welche bis Ende des Krieges in Straßburg ansässig war. Sein Onkel, der General von Chamier-Gliszinski, hat lange Jahre der Zentrumsfraktion des Preußischen Landtages angehört. Der im besten Mannesalter stehende neue Regierungs­vizepräsident, dem aus seiner vielfältigen Tätigkeit hier im Westen eine reiche Erfahrung in der Lösung verwickel­ter Verwaltungsausgaben zur Seite steht, wird in seinem Amte in der Regierung in Erfurt sicher ein seiner be­währten Beamtenfähigkeiten lockendes neues Arbeitsfeld finden.

General Litzmann wird Alterspräsident des neuen Reichstages? Der Alterspräsident des preußischen Landtages, General Litzmann, ist von den Nationalso­zialisten im Wahlkreis Frankfurt (Oder)—Grenzmark als Spitzenkandidat zur Reichstagswahl aufgestellt worden. Die Aufstellung hat den Zweck, zu verhindern, daß Klara Zetkin neuerdings als Alterspräsidentin den Reichstag eröffnet. General Litzmann ist 80 Jahre alt. 500 000 deutsche Handwerksburschen. Ein Bild der Krise! Auf einer Tagung des Herbergsverbandes ist festgestellt, daß nach den Berechnungen in Deutschland jährlich etwa 500 000 Männer und 12 000 Frauen aus allen Berufen, Ständen und Schichten wandern. Für diese Wanderer stehen etwa 2000 Betten in 34 Herber­gen zur Heimat zur Verfügung. Im Jahre 1931 wur­den diese benutzt von zusammen 283 039 Gästen in 464 215 Schlafnächten. Unter diesen Gästen waren 209 Jugendliche unter 16 Jahren und 6700 Jugendliche von 16 bis 18 Jahren.

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Irland.

In allen Bistümern Irlands ist die frühe Kin­derkommunion seit mehr als zwanzig Jahren einge- führt. Man sieht auch große Gruppen von Schul­kindern vor dem Unterrichte zur heiligen Kommu­nion gehen. Von den dreihundertzwanzigtausend katholischen Bewohnern Dublins besuchen mehr als fünfzigkausend täglich die heilige Messe.

Die Berufungen zum Priester- und Ordens­stande sind in Irland überaus zahlreich. Irland selbst hat zur Zeit 3 900 Priester, und 2 580 junge Leute studieren Theologie. Viele hundert irischer Priester wirken dazu in den Missionen fremder Länder, abgesehen von der großen Zahl irischer Priester in den Vereinigten Staaten Nordameri­kas.

Argentinien.

Eins Heuschreckenplage in Argentinien hat ge­radezu riesigen Umfang angenommen. Seit drei Tagen kommen dichte Schwärme aus den Nord­provinzen, die die Hauptstadt bereits erreicht ha­ben. Die Landwirtschaft ist schwer betroffen. Nach amtlicher Schätzung sind 700 000 Hektar Lein­saat und Weizen vernichtet.

Die Kirchenverfolgung in Mexiko.

Der amerikanische Nachrichtendienst veröffent­licht gelegentlich des Wiederaufflammens der reli­giösen Verfolgungen in Mexiko eine Statistik, aus der hervorgeht, in welcher Weise die Verfügung über die Einschränkung der Priester befolgt wor­den war. Die Verfügung war von 13 Staaten an­genommen worden. Insgesamt war eine Bevöl­kerung von etwa 8 093 667 betroffen, die von 314 Priestern betreut wurden. Aus der Statistik geht weiterhin hervor, wie willkürlich die einzelnen Staaten vorgingen. Im Staat Tabasco z. B. war es verboten, daß ein unverheirateter Priester zele­brierte. In diesem Staat befindet sich augenblick­lich ein einziger Priester, der in einem Gebiet von 10 000 Ouadratmeilen 224 168 Gläubige zu be­treuen hat. In Nieder-Californien teilen sich zwei Priester in die Amtspflichten einer 60 000 Köpfe zählenden Bevölkerung. Der Staat Chiapas hat für seine 360 000 Bewohner gleichfalls nur einen Priester; der Staat Vera Cruz für 1 300 000 See­len 13 Priester; in Pucatan und Chihuahua kommt auf je 40 000 Einwohner ein Priester: Pucatan zählt 360 000 Einwohner und 9 Priester, Chihua­hua 440 000 Einwohner und 11 Priester. In Mi­choacan und im Staat Mexiko kommt auf 33 000 Einwohner ein Priester; in Tamaulipas auf 28 446 Einwohner ein Priester; in Nuevo Leon auf 15 000 Einwohner ein Priester; in Hidalgo auf 9 013 ein Priester; in Queretaro auf 8 000 ein Priester; in Aguascalientes auf 5 000 ein Priester. — Wäh­rend die Religionsfeindlichkeit neu aufflammt, nimmt die Erwerbsloseimot erschreckend zu. Auf einem „Hungerkongreß" in Tampico wurde ein Marsch der Erwerbslosen nach Mexiko beschlossen, sobald die Abgeordnetenkammer zusammengetreten sein würde.

Die Leiden der ipaniicheu Katholiken.

Aus Spanien gehen uns dauernd Mitteilungen zu, die zeigen, wie beklagenswert nach wie vor die Lage der katholischen Kirche in Spanien und wie mühe- und opferreich der Kampf der spanischen Katholiken ist. Nachstehend seien einige Beispiele aus dem Material der jüngsten Vergangenheit gegeben.

Ein Brand, der anscheinend angelegt wurde, hat die Kirche in Dona-Mencia zerstört. Der Brand griff auf das unmittelbar daneben liegende Domim- kanerkloster über. Auch dieses wurde ein Raub der Flammen. Beide Gebäude waren außer­ordentlich wertvoll. Der Schaden wird auf vier Millionen Pesetas geschätzt. — Ein Ordensgeist­licher wurde festgenommen und auf die Polizei­wache von Las Palmas geführt, weil er gegen die Auswüchse des Badebetriebes gepredigt hatte. Das gleiche Schicksal erlitt der Ortspfarrer. — Eine Bruderschaft feierte die Novene ihrer Schutz­patronin, der heiligen Jungfrau. Der zuständige Bürgermeister erließ gegen den Prediger einen Haftbefehl mit der Begründung, er habe abfällige

Aeußerungen über das derzeitige Regime gemacht. Da er nicht gefaßt werden konnte, wurden die Mitglieder der Bruderschaft festgenommen. — Der Bürgermeister von Argelita (Alicante) verfügte die sofortige Verweltlichung des Friedhofs. Als sich der Pfarrer widersetzte, wurde ihm eine Geld­strafe auserlegt. — Zwei Individuen machten den Versuch, das Bischöfliche Palais in Almeria in Brand zu stecken, indem sie die rückwärts gelegene Tür mit Benzin tränkten und dieses dann anzün­deten. Ortseinwohnern gelang es, den Brand zu löschen, ehe größerer Schaden angerichtet worden war. Die Brandstifter sind nicht festgenommen worden. — Nach einer Verfügung des Kriegs­ministers bleiben für die Rekruten des laufenden wie der späteren Jahre diejenigen Vergünstigungen und Ausnahmen außer Kraft, welche diejenigen besaßen, welche beim Eintritt in den Militärdienst bereits die Priesterweihe oder die niedrigen Weihen empfangen oder den Ordensprofeß abgelegt hatten.

Die Katholische Elternvereinigung ist dabei, eine große Zahl katholischer Schulen, vor allem in Madrid, Bilbao und Santander zu gründen. Sie will dadurch dem Laienunterricht entgegenwirken, der in den staatlichen Schulen erteilt wird, und zweitens veranlaßt sie dazu der Mangel an katho­lischem Unterricht, da die früher von Jesuiten ge­leiteten Schulen und Anstalten sämtlich geschlossen bleiben, und das nicht unbegründete Gerücht um­geht, daß in Kürze auch die Anstalten anderer Religionsgesellschaften geschlossen werden.

In allen Pfarrkirchen werden an allen Sonn­tagen Kollekten zur Aufbringung der Mittel für Kultus und Klerus abgehalten, da diese sich in einer 'sehr beklagenswerten Lage befinden. Vieler­orts beweisen die Katholiken eine solche Opfer­freudigkeit, daß sich die Priester in der gleichen oder sogar besseren Lage befinden, als zu der Zeit, wo sie ihre Bezüge noch aus dem staatlichen Haushalt für Kultus und Religion bezogen. In anderen armen Provinzen dagegen ist ihre wirt­schaftliche Lage so schlimm, daß stch manche Prie­ster gezwungen sehen werden, nach Amerika aus­zuwandern, um leben zu könnM. Ferner werden wöchentlich Kollekten für die Finanzierung des katholischen Unterrichts abgehalten. Mit den so gewonnenen Mitteln werden Schulen gegründet, in denen den Kindern armer Eltern eine christ­liche Erziehung gegeben werden kann.

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3m Dienst des Schöpfers. Ein Buch über die Ehe für katholische Braut- und Eheleute von Hardy Schilgen S. J. Neue, mit Berücksichtigung des päpstlichen Rund­schreibens über die christliche Ehe umgearbeitete und bedeutend erweiterte Auflage. 171.—200. Tausend, 128 Seiten, 20% mal 12% Zentimeter. Kartoniert Rm. 1.80, Ganzleinen Rm. 2.80. Verlag Joseph Bercker. Kevelaer. Das Ehebuch von P. Schilgen hat sich, trotz­dem eine Reihe ähnlicher Schriften erschienen sind, im ganzen katholischen Volke durchgesetzt. Es gilt heute noch unbestritten als das beste katholische Buchchber die Ehe. Mit seinen fünf Uebersetzungen ist es in weit über 20 000 Exemplaren auf der ganzen Erde verbreitet. In der neuen Auflage sind alle für das katholische Volk wichti­gen Stellen des Rundschreibens Papst Pius XI. über die Ehe verwertet und erklärt. Die Frauen besonders werden es freudig begrüßen, daß der Begriff „eheliche Pflicht" in einer ganz neuartigen und ihre Würde voll wahrenden Weise erklärt wird. Die von allen Seiten anerkannten Vorzüge des Buches: Offenheit und Klar­heit bei vornehmer Zurückhaltung und zartem Taktge­fühl, Wärme und Herzlichkeit der Sprache finden sich auch in der neuen Auflage. Mit den neuen Ausführun­gen steht es voll auf der Höhe der Zeit.

Straub, Wilhelm, Die Geschichte vom Jesuskind. Den Kleinen erzählt. Mit Bildern von Johannes Thiel, gr. 8°. (8 u. 54 S., 8 mehrfarbige Tafeln.) Freiburg im Breisgrau 1932, Herder. 2.40 Mark; in Leinwand 3.60 Mark. Es ist sicher: die religiöse Jugenderziehung ist heute immer noch unvollkommen. Auch und gerade dort, wo das Kind am stärksten beeinflußt werden kann — daheim. Der Familie, der Mutter fehlen oft die Hilfsmittel und Anreger. Hier setzt Straub sein Bilder­und Lesebuch ein. Es ist mit der Absicht geschrieben, den Müttern bei der religiösen Kinderunterweisung zu helfen. Eine um so schwierigere Aufgabe, als sie ein­fach gelöst werden muff! Das geschieht so: Es wird ausschließlich Jesu Jugendgeschichte berichtet; dabei hält sich das Buch ganz an die Evangelien (vermeidet die Hereinnahme von Legenden); das macht alles schlicht, übersichtlich, klar. Für die gefühlsmäßige Erfassung der Einzelgeschehnisse sorgen klug eingestreute Gebete und schönste Weihnachtslieder. Maler Johannes Thiel gab dem Buch einprägsame und auch schöne Zeichnun­gen und Bilder mit.