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Droben stehet die Kapelle .....

Aummer 43 / Seite 11

Die feierliche Einweihung der neuen Vergkapelle auf der Milseburg.

Trauer herrschte in der ganzen Rhon, als sich 9or zwei Jahren die Kunde verbreitete, ein Blitz- trahl habe das kleine Heiligtum auf der viel- resuchten Milseburg zerstört. Viele Monate lana tarrten dem Besucher rauchgeschwärzte Ruinen ent­gegen. Der Berg hatte gleichsam eine offene Wunde Uber die Landleute der Umgebung zogen nach wie ror an den traditionellen Festtagen der Milseburg apelle auf den Berg, und es war ein erschüttern )es Bild, wenn auf dem zerstörten Altar und rings n dem kleinen Chorraum Hunderte von kleinen Opferkerzen flackerten, während der Sturm um die Mauern fegte und sich in den fensterlosen Gebäude- resten finq.

Man hatte die Gewißheit, die Kapelle wird wieder aufgebaut, schöner und größer als k Der Milseburgpsarrer würde schon Mittel und Wege finden, um seinen Plan zu verwirklichen. Und rascher als man in einer Seit wirtschaftlichen Un­terganges hoffen durfte, konnte das Werk begon­nen werden. Operfreudige Freunde der Rhön hal­fen. Kunstverständige Männer entwarfen den Plan. In d esem Sommer wurde er ausgeführt. Es war eine mühsame Arbeit, das neue Kirchlein fest in den harten Basaltfelsen zu verankern. Aus ihrem Rücken schleppten die Männer die zum Bau notwendigen Steine, soweit sie nicht an Ort und Stelle gewonnen werden konnten die steile Fels turne hinan

Am letzten Sonntag konnte nun die fest­liche Weihe des kleinen Gotteshauses stattfinden Alles ist fertig: nur der Innenraum soll noth von Ferdinand Lammey^r ausgemalt werden. Un­serem jungen Fuldaer Künstler ist damit eine Auf­

gabe gestellt, der er sich mit Eingabe widmen wird. Der Kapellenbau ist architektonisch einfach und darum gut. So muß eine Berakapelle fein Wie ein breiter Sockel ist sie vor die Kreuzigungs­gruppe gestellt. Das flache Kupferdach und das breite Glocksntürmchen ragen nicht über die Ber­gesspitze. An der wettergeschützten Seite öffnet das Kirchlein seine Pforten so breit als möglich, so daß die vielen, die auch in der neuen Kapelle an Festtagen keinen Platz finden. von der Teil­nahme an der heiligen Handlung nicht ausgeschlos­sen sind. Durch die Aufführung einer Mauer hat man vor der Kapellenpforte einen geräumigen Rundplatz geschaffen, der Hunderte fassen kann An der Stützmauer steht auch die Kanzel, von einem mächtigen Schalldeckel überwölbt. Der Milse burgpsarrer wird von hier aus, mit dem Blick nach der Kapelle, seine packenden Predigten halten so daß ihn alle hören können, selbst diejenigen, die sich an den Felsabhang zu Füßen der Kreuzigunqs ! gruppe gelagert haben.

Zur Einweihungsfeier strömten viele Hunderte zusammen. Auf allen Wegen sah man Männer

de n b ach vom Oblaten-Kloster auf dem St. Rochusberg bei Bingen, in einem dreitägigen Predigtkreise den In­sassen des Frauenhauses der Strafanstalt die ewigen Wahrheiten verkündet. In dem Gefühl der Dankbarkeit für den Erfolg dieser Misston konnte er am Sonntagmor­gen im feierlichen Hochamt die Gnadenwoche eröffnen. Jeder neue Tag dieser Woche forderte von der weiten Gemeinde — deren größter Durchmesser 60 Klm. ist — Opfer über Opfer. In der Morgenfrühe stieg der liebliche Wohlgeruch des unblutigen Kreuzesopfers zum ersten Male zum Himmel-, in der dritten Morgenstunde war die erste Missionspredigt mit der zweiten hl. Messe. Zu Be­ginn der Woche waren nachmittags eigene Kinderpredig­ten, und in den Abendstunden schlossen die Tage. wie sie weihevoller das Kapellchen der Gemeinde selten gesehen hat, mit der zweiten Missionspredigt. Die Sakraments­und die Mutter-Gottes-Feier erhielten durch die Jugend einen besonders ergreifenden Rahmen. Am Sonntag wurde mit der feierlichen Präfation vom hl. Kreuz und dem Sanktus unter den eindringlich flehenden Gebeten der Kirche das Missionskreuz aus dem Jahre 1922 wie­der konseknert und nach der Missionspredigt und dem Hochamt vollzog Pater Kadenbach die Weihe der An­dachtsgegenstände. In der Schlußpredigt bereitete er auf die Erneuerung her Taufgelübde vor, der die Erteilung des Segens de? Hl Vaters folgte. In feiner Abschieds­ansprache betonte der Missionsleiter, wie ihn der Opfer­mut und die Glaubensstärke der Katholiken in der weiten Gemeinde ergriffen habe, und daß es fein sehnlicher Wunsch sei, es möchten aus ihnen recht viele Laienapostel für Gottes Reich wirken und wertvolle Helfer ihres Hir­ten werden.

und Frauen, besonders auch viele alte Leute zum Berge eilen, der schon in der Vorgeschichte unserer Heimat als Ringwallburg eine ungewöhnliche Rolle gespielt hat und noch heute eine geheimnis­volle Anziehungskraft besitzt. Auch Fulda hatte eine kleine Gemeinde unentwegter Rhönfreunde entsandt. Was schadete es, wenn der Herbstwind kalt um die Ohren blies, und die Nebelfetzen sich 'chon im Tal in den Wipfeln der herbstlich-festlichen Wälder festhakten. Als wir am Fuße des Berges waren, mahnte aus dem Nebel bereits das Glöck- lein. Im Sturmschritt ging es den Berg hinan 600—800 Menschen hatten sich vor dem festlich ge­schmückten Kirchlein versammelt. Umgeben von der Geistlichkeit der Umgebung trat Msgr. Gene­ralvikar Günther vor die Menge, um in einer formvollendeten Ansprache die Bedeutung der Feier zu unterstreichen. Anschließend nahm er die kirchliche Weihe der Kapelle vor. Feierlich tonte der lateinische Gelang der Priester ans dem Dun­kel der Kapelle. In andachtsvollem Schweigen folg­ten die Gläubigen dem hl. Weiheakt und dem fest­lichen Levitenamt. Die Kleinfassener Musikkapelle spielte Choräle, und machtvoll tönte der Gesang der Männer und Frauen. Mochten die Füße auch kalt, die Gesichter bleich und die Nasen rot werden, alle hielten aus, bis der Priester das Jte miffa est ge- ungen hatte.

Nach einer kurzen Besichtigung der Kapelle zer­streuten sich die Scharen, froh, daß endlich die Mil­seburg-Kapelle ihrer Bestimmung übergeben wer­den konnte. Möge von ihr aus Gottes Segen auf Land und Leute der Rhön ausgehen, und möge der Milseburgpfarrer noch recht oft durch sein aufmun- terndes, herzerfrischendes Wort die Blicke und Her­zen der ihm anvertrauten Gläubigen aus den Nie­derungen des Alltags empor zu der Höhe und der Freiheit der Kinder Gottes lenken. T.

Die alte Kapelle auf der milfebueg, die vor einigen Jahren Lu U, BMQelnfchlag jerftSrt und letzt durch den neubau er etzt wurde.

Allendorf. Die Kirchweihe in Allendorf ist nun wie­der vorüber. Wie freut man sich über die Heimat- kirche, die zu den schönsten des kath. Oberhessens gehört und die die lieben Gäste schon von weitem mit ihren wehenden Fahnen vom stolzen Turm gegrüßt hat! Schon wegen ihres herrlichen reinen Barockbaues ver­dient sie voll und ganz diese Freude. Diesmal aber hat sie sich für den Kirchweihtag eigens ein neues Gewand umgelegt Eifrig wurde in den letzten Tagen noch von jung und alt geschafft, um fertig zu werden. Stolz und mächtig zeigt sich das alte Gotteshaus in keinem passenden Gewände. Man sollte nicht glauben, daß es noch das alte Gotteshaus ist. Viel mächtiger scheint sich der mächtige Turm zum Himmel emporzurecken. Viel froher leuchten die roten Gesimssteine in die Weite. Der bewährten Leitung der Restaurationsarbei­ten, dem Regierungsbaurat Lüttke-Marburg und feinem Mitarbeiter, Regierungsbaumeister Wächter, gebührt der einhellige Dank der Gemeinde für das, was sie hier geschaffen haben. Dank und Anerkennung auch den braven Arbeitsleuten Allendorfs, die mit Hammer, Kelle und Pinsel unserm Gotteshaus ein würdiges Aus­sehen gegeben haben. Desgleichen sei herzlich gedankt der Gemeinde und ihrem Vorsitzenden, Bürgermeister Martin, die so gern und freudig die notwendigen Mittel bewilligten. Jedoch der größte Dank der ganzen Ge­meinde gilt vor allem ihrem hochverehrten Seelsorger Pfarrer Hahn. Wenn wir heute unser Gotteshaus io wunderschön dastehen sehen, wenn Begeisterung und Liebe zum trauten Dorskirchlein und damit auch zur großen Mutterkirche gewachsen oder vielmehr wieder

neu aufgeflammt sind, so ist dies nächst dem Herrgott sein Werk. Was er schon längst ersehnt und gehofft, ist nun durch sein unermüdliches Schaffen Wirklichkeit geworden. Im festlich geschmückten Gotteshaus, ait keinem mächtigen Hochaltar (das Innere soll dem Der- nehmen nach im nächsten Jahre stilecht restauriert wer. den), fand ein feierliches Levitenamt statt, das von einem Sohne der Gemeinde, Pfarrer Gnau-Großcnta^t, gehalten wurde unter Assistenz zweier Alumnen aus der Pfarrgemeinde. Die Festpredigt hielt in seiner frischen begeisternden Art Pfarrer Hahn. Nach dem Hochamt, während die Klänge des „Tedeum" mächtig die Hallen des Gotteshauses durchbrausten. entfaltete sich eine machtvolle Prozession um das Gotteshaus. Jetzt erst konnte man sehen, wie außerordentlich stark der Be'uch des Gotteshauses gewesen, namentlich die starke Betei» ligung der Iungmänner- und Männerwelt. Froher Leben entwickelte sich dann am Nachmittag in den einzel­nen Festsälen und noch mehr in den Familien Kei» Mißton störte die äußere Feier des Kirchweihtages. Montag fand wie alljährlich das Amt für die Verstor­benen statt, nachdem die ganze Gemeinde auf den sauber hergerichteten Friedhof zog, den Toten und Gefallenen zum Gedächtnis. Hunderte und Aberhunderte umstan« den das mächtige Friedhofskreuz und dann das Krie- qergedächtnismal. Dann zogen sie alle wieder heim. Die Glocken aber riefen es in mächtigen Akkorden noch einmal allen zu: Vergiß die Heimat nickst! Vergiß nickst Heimaterde und Heimatkirche! Vergiß nicht die Toten der Heimat! Ja, vergiß nicht die lebendige Heimatver- bundenheit, den alten und doch so zeitgemäßen Heimat- glauben. A G.

Eisenach. Schon mehrere Wochen, mit dem Weg­gänge unseres allseits beliebten Herrn Pfarrers Spies, war unsere Gemeinde ohne ihren Hirten. Der 15. Ok­tober war dazu ausersehen, daß unser neuer Pfarrer, welcher zuletzt in Hersfcld wirkte, H. H. Hilden seinen Einzug halten sollte. Am Nachmittag versammelte sich eine große Menge der Gemeindemitglieder auf dem Kirchplatz, um der Festlichkeit beizuwohnen. Vertrete­rinnen des Konvents der grauen Schwestern von der hl. Elisabech. die Fahnenabordnungen der katholischen Vereine sowie eine Anzahl weißgekleideter Mädchen nahmen Aufstellung. Kaplan Weyer, welcher in der Va. kanzzeit als Pfarrverweser der Gemeinde vorstand, zog mit fahnentragenden Meßknaben dem neuen Pfarrer entgegen, als dieser in Begleitung der Kirchenvorstände den Platz betrat. Nach dem einleitenden Lied des Krr- chenchores: Gott grüße dich, trug ein Schulmädchen ein sinniges Gedicht vor, dem neuen Seelenhirten zum Gruß. Herr Kaplan richtete herzliche Begrüßungs­worte an Herrn Pfarrer Hilden, meld' er nun in den Arbeitskreis des um die Eisenacher Gemeinde so ver­dienten Pfarrers Spies eintritt. Er sprach den Wunsch aus, daß alle seine Unternehmungen von Gottessegen begleitet sein mögen. Namens der Gemeindemitglieder 'prach Herr Kaufhold vom Kirchenvorstand, bezeichnete Eisenach, die Stadt der großen hl. Elisabeth als heiligen, historischen Boden mit großer kirchlicher Vergangenheit und sicherte unserm neuen Pfarrer treue M tabeit zu. Wegen der engen Beziehungen, die zu Eisenach zwischen Kirche und Schule bestehen, sprach Frl. Hauptlehrerm L. Zwingmann namens der Schule. Eine edle Aufgabe, an der Jugend zu erfüllen, sei immer das Bestreben der katholischen Schule gewesen. Das z. Zt. im Bau befindliche, aufstrebende neue Schulgebäude möge symbolisch sein im Hinblick auf die äußere und innere Entwicklung. In feierlicher Prozession zog Pfarrer Hil­den in die festliche St. Elisabethkirche ein, deren Altäre in herrlichem Scbmuck und Lichteralanz erstrahlten. Nach dem vom Kirchenchor vorgetragenen Lied: „Mit dem Herrn fang alles an", bestieg der neue Pfarrer die Kanzel Er dankte für den so freundlichen Empfang und legte seinen Ausführungen das Apostelwort zugrunde: Die Gnade und der Friede des Herrn sei mit Euch. Als Kenner der Diasporastädte, von der Zeit her, da er als Kaplan und Pfarrer in Marburg. Jena und Hers­feld war, versprach er auch in Eisenach alle Kraft im Dienste an der Gemeinde anzusètzen. Nach dem ge­meinsam gesungenen Elisabethlied fand die Feier >hk Ende. — Am Sonntag wurde ein feierliches Leviten­amt gestaltet, bei dem Pfarrer Hilden als Zelebrant feine erste Amtshandlung vornahm. Dechant Breitung aus Weimar verbreitete sich in feiner Predigt über die Aufgaben des Priestertums und erwartete von der stets tapferen Gemeinde Eisenach auch für den neuen Hirten beste Unterstützung in seinem schweren Amte. Hiernach führte Dechant Breitung den Pfarrer offiziell in sein Amt ein und übergab ihm feierlich das Evan­lienbuch, den Kirchenschlüssel und die Stola, die äußeren Zeichen für das Lehramt, das Hirtenamt und das des Gnadenausspendenden. „Fest soll mein Taufbund immer stehen", fang die Gemeinde. Dann nahm die hl. Hand­lung ihren Fortgang, welche durch eine lat. gesungene Messe verschönt wurde. Nach dem Gottesdienst erfolgte die Vorstellung der Vereinsvorstände und der Lehr­personen.

Aus dem Dekanat Erfurt. Der katholische Meisten» verein in Erfurt feierte kürzlich fein 13. Stiftungsfest. Einleitend wies der Vorsitzende Herr Malermeister Hen-