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Seils S / Nummer 43.

Poers. Les LèfüivßS. Palais auf Lem MèrksvLsdeegv, ausgenommen ge'egentt-rU des veluüiss des Nuntius

PaeeIH in Puids am 5. und 6. juni 1926.

Beste, was wir im Hause haben. — Der Herr Kaplan ist unser Gast, wir wollen ihn würdig be­wirten."

Die behäbige Bäuerin ist schon im Begriff, hinauszueilen.

„Meine Lieben, macht euch keine Mühen," webrt nun der Priester, „ich kann nicht lange weilen, denn ich habe Eile. — Eine Bitte nur habe ich und hoffentlich werdet ihr sie mir gewähren."

„Wenn wir's können, soll ihre Bitte gewährt werden» Herr Kaplan," antwortete der Hofherr lachend, während die Frau ihr Bedauern über die Eile des Herrn kundgibt.

„Ich bitte nur um ein Butterbrot!"

Znneess der midiaeishätthe zu pu!6a, in der So. Ejjellenj läglidi Ms hl. Mofte feiert«

Mit weitgeöffneten Augen blickten alle den Priester an, verwundert, erstaunt.

„Ein Butterbrot?" fragten mehrere Stimmen gedehnt.

„Ja, nur ein Butterbrot. — Das nächste Mal möget ihr mich reicher bewirten."

Die Frau geht kopfschüttelnd hinaus, das Ver­langte zu holen. Der Kaplan unterhält sich wäh. renddem mit den Anwesenden über dies und jenes.

Nach einem Weilchen tritt die Frau wieder ein, in der Hand ein großes Butterbrot — braune Brotschnitten, zwischen denen der saftige Schinken hervorschaut.

Ein Lächeln fliegt bei diesem Anblick über des Priesters Gesicht. — Er gedenkt wieder des Kin­des. — Welche Freude wird es haben, wenn es dieses Brot in Händen hält.

„So, Herr Kaplan " spricht die Frau, ihm die Gabe darreichend, „hier wäre das Gewünschte. Lieber wäre es uns gewesen, wenn . ."

„Nächstens, meine Lieben", unterbricht sie der Gast, sich von seinem Sitze erhebend „Nun aber nehmt meinen Dank für die Gabe."

„Wofür? — Für das Butterbrot, Herr Kaplan?"

„Ja, für das Butterbrot! — Ihr wolltet mich reichlich bewirten und gabt mir nun dieses Butter­brot, weil ich der Kaplan, der Freiherr von Kettler bin. Ich will aber diese Gabe nicht für mich son­dern für ein armes hungerndes Mädchen, da" meiner beim Kreuze harrt, und welches ich weinend ob unverdienter Vorwürfe antraf. Nun lebt wohl-, Gott, der gesagt hat: Was ihr dem Aermften meiner Brüder tut, das habt ihr mir getan, möge euch diese Gabe lohnen."

Der Kaplan geht hinaus. Eine ganze Weite ist' still in dem Kreise, den er verlassen. Beschämt, bestürzt blickt einer den anderen an, ohne ein Wort zu sprechen. Alle wissen, was das für ein armes Mädchen ist, wofür er das Butterbrot erbeten. Wie ein leiser Vorwurf erscheinen ihnen nun die Worte des edlen Priesters. Mit dem Vorsatz, keinen Armen wieder von der Tür zu weisen, geht Bauer und Bäuerin wieder an ihre Arbeit. —

„So, Anna-Liese, hier hast du ein Butterbrot, nun iß!"

Mit helleuchtenden Augen greift das Kind nach der ihm gebotenen Gabe.

„Ich danke recht sehr, Herr Kaplan!" stammelte der Mund.

„Nun geh mit Gott, Kind!"

„Adieu, Herr Kaplan!"

Zwei Glückliche trennen sich. Was kümmert sie der rauhe Wind, in ihrem Herzen wohnt Friede und Seligkeit.

Eine ganze Weile blickt das Kind mit strahlen-

dem Blick dem Priester nach, bis er endlich hinter • einem Gebüsch verschwindet. Dann labt es sich tut i der ihm so gütig gereichten Spende. r d

Vom Schmemen in den Tod.

Äaplan Andreas ^auibaber, ein Märtyrer des Beichtsiegels

Es war im Mai des Jahres 1757, zur Zeit des dritten Schlesischen, des sog Siebenjährigen Krie­ges. Der Preußenkönig Friedrich II. kämpfte hart um Schlesien und die Grafschaft Glatz gegen das Haus Habsburg. Die Grafschaft hing immer noch an der Kaiserin Maria Theresia. Kein 2Bun= der, wenn die in den preußischen Rock gesteckten ’ Krafschafter Soldaten oft desertierten! So auch damals. Zwei Soldaten, Neutwig und Veit, ver­ließen das preußische Heer und wurden an der Grenze ertappt. Um die Schuld von sich abzu- wälzen, erklärte Neutwig, er wäre vor dem Aus­zug der Truppe in Glatz, in der Pfarrkirche, bei Kaplan Faulhaber zur Beicht gewesen. Dieter habe aus seine Anfrage, ob es eine so große Sünde sei, die nicht vergeben werden könne, wenn er Ge­legenheit habe zu desertieren, erklärt: „Freilich ist's eine große Sünde, aber nicht so groß, daß sie nicht vergeben werden könne."

Kaplan Faulhaber wurde darauf gefänglich ein­gezogen und verhört. Er leugnete weder noch ge- ’ A stand er, sondern sagte: „Ich kann und werde nichts , gestehen, und das beim hl.Sakrament der Beicht unÈ> bei meiner priesterlichen Würde." Neutwig wider- . sprach sich beständig in seinen Aussagen, widerrief sogar einmal, nahm aber beim nächsten Verhör al- | les wieder zurück. So sagte er am 6. September 1757, er wolle lieber leiden-, er habe diese Frage . nicht an den Kaplan Faulhaber gerichtet. Das könne er beschwören In den folgenden Verhören änderte er seine Aussagen fünfmal und blieb zu­letzt bei der ersten Äussage gelbst Faulhaber.

Darauf wurde der Priester am 30. Dezember 1757 auf Befehl Friedrichs II. gehängt. Ein Kruzffir i aus Messing in seiner Hand, trat er. laut betend, ’ den Gang zur Richtstätte an, nachdem er vorher im Stockhaus, unter Räubern und Mördern er­wünschte Gelegenheit gefunden zur Ausübung 'ei­nes hl. Berufes. Sein Seeleneifer, feine Selbst­verleugnung, seine Nächsten- und Gottesliebe ist geradezu bewundernswürdig. Sein Leichnam blieb 2 Jahre und 7 Monate am Galgen hängen. 4 Am 26. Juli 1760. als die Oesterreicher Glatz be-- setzt hatten, wurde er in der Gruft der Stadtpsarr- tirche beigesetzt.

Eine soeben herausgekommene Schrift über Kaplan Faulhaber, betitelt: „Vom Schweigen in den Tod." Kaplan Faulhaber ein Blut­zeuge des Beichtsiegels, verfaßt von Pater Ewald Henseler SS. CC. tVerlag Laumann, Dülmen, 119 S. mit 7 historischen Bilder, 1 Mk.) ist umso zeitgemäßer, weil das Pfarramt zu Glatz in Schle­sien bemüht ist. die Seligsprechung des Hingerichte­ten Priesters zu betreiben. Die interessante uno erbauliche Schrift will das christkatholische Volk mit dem Lebensbild des mutigen Priesters be­kanntmachen und hält sich in der Darstellung streng an die historischen Tatsachen. Möge dieser Mär­tyrer aus dem Zeitalter der Aufklärung auch in unserem Lande viele Verehrer finden!