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Feien wir Katholiken reinrassiger Art!"

„Katholisch durch und durch, nicht altkatholisch, nicht ncukatholisch. nicht auchkatholisch, nicht halb- katholisch. nicht rotkatholisch, nicht rosakatholtsch, i nicht deut^chkatholisch. nicht aeschâftskatholisch — katholisch reinrassiger Art! Auch nicht gemischt- kalholisch Alles Mischen verdirbt die reine Art und führt zur Bleichsucht und Blutarmut katho­lischen Wesens." — Laßt sie kreischen, die Sögel, bie im ©lotsenturm des Domes nisten! Laßt sie I triftete, die Schulknaben, die mit ihren Schulyrif- feln an den Quadern des Domes herumstochern! Laßt sie brauen, die Stürme, die um die Mau­ern des Domes brausen! „Stehet fest im Glauben! Handelt wie die Männer und seid stark!" (1. Kor. i 16, 13.) Kardinal Faulhaber.

I Der Taucher.

Erzählung von Ferdinand Emmerich.

Kurz nach dem Untergang des Hamburger Post-

I : dampfers „Cimbria" bei Borkum besuchte ich in Cux­haven einen Freund aus meiner Seemannszeit, der sich dem Taucherberuf widmen wollte. Er machte seine erste Arbeit auf dem Wrack des genannten Dampfers und schilderte seine Erlebnisse wie folgt:

„Als ich in meiner Taucherrüstung vom Boot aus in die unruhige See hinabstieg, landete ich auf dem Deck des schräg auf der Seite liegenden Dampfers. Das Wasser war dort unten ziemlich ruhig. Vorsichtig schritt ich, mich an dem Geländer entlangziehend, auf dem ab­schüssigen Deck dem Vorderschiffe zu, wo im oberen Teil des ersten Laderaumes die Postsäcke und die Wertsachen liegen sollten. Mattes Dämmerlicht beleuchtete alles mit einem fahlgelben Scheine, der in mir den Eindruck her­vorrief, als bewege ich mich in einer Masse grünem, dickflüssigen Glases. Ich kam zuerst an den Speisesaal, dessen Türen weit geöffnet waren. Ein Schwarm flinker, glitzernder Fische stob bei meiner Annäherung von dan­nen. Große, stachelige Rochen stießen sich von den Trep­penstufen ab und verschwanden im Innern. Ueber den Sitzen, auf denen vor wenigen Tagen noch viele lebens­frohe Menschen in anregender Unterhaltung ruhten, hin­gen große, violettschillernde Quallen.

Weiterschreitend kam ich an die geschlossene Tür einer Deckshütte. Mit einem Axthieb sprengte ich sie auf. In der Oeffnung bildete sich ein gurgelnder Trichter und aus dem Strudel schossen blitzschnell zwei Leichen an mir vorbei nach oben. — Ich zuckte zusammen und ein leises Frösteln kroch durch meine Glieder. Beklommen setzte ich meinen Weg fort. Große, glotzäugige Fische tauch­ten vor mir auf, stießen neugierig gegen mein großes Glasauge und trieben vorüber. Ein dicker Vraunfisch, ein wahres Ungetüm, kreuzte meinen Weg. Auch er flüchtete erschreckt vor meinem Taucherhelm. Endlich erreichte ich die vordere Ladeluke. Sie war, wie es Seemannsbrauch erheischt, hermetisch verschlossen und es kostete mich harte Arbeit, die Oeffnung freizulegen. Trü­ber, schmutziger Schlamm quoll aus dem Raume und hüllte mich für Minuten in graue Finsternis. Als sich das Wasser wieder geklärt hatte, stieg ich vorsichtig die eiserne Leiter hinab und gelangte bald vor einen Bret- terverschlag. Mit dem Beil schaffte ich mir Eingang. Es war der gesuchte Raum der Paketpost. Hier ging ich sofort ans Werk. Ich zog die schweren Säcke, einen nach dem andern, heraus, befestigte sie an dem mitgebrachten Seil und ließ sie nach oben ziehen. Es ging alles glatt vonstatten, bis ich an den fünften Sack kam. Dieser lag in der Ecke und war schwerer zu bewegen. Ich schlang das Seil in den eisernen Verschlußring und zog ihn mit kräftigem Ruck zu mir heran. Als er vor meinen Füßen lag, bemerkte ich, daß sich hinter dem Sack etwas be­wegte. Ich beugte mich vor — fuhr aber entsetzt zurück, denn ich blickte in die verzerrten Züge eines Mannes, der sich im Todeskampfe fest in den Sack gekrallt hatte und noch im Tode den Ring umklammert hielt, an dem er letzt mit in die Höhe gerissen wurde. Im Vorübergleiten klatschte der auf- und niedertanzende leblose Körper ge­gen mein Glasauge ... Ein Gefühl von Uebelkeit über­kam mich. Mir wurde schwarz vor den Augen. Ich zog das Signal und stieg hinauf an die Oberfläche.

Oben, unter dem Einfluß des Tageslichtes, löste sich der beklemmende Druck. Kapitän Harmstorf drang in mich, für heute Schluß zu machen. Aber ich wollte mich nicht schlapp zeigen. Es muß ja doch einmal durchge­halten werden, wenn ich Taucher bleiben wollte. So blieb ich dann noch eine halbe Stunde oben und glitt dann wieder in die Tiefe.

Ach begann wieder mit der Arbeit an den Postsäcken. Jetzt ging alles flott vonstatten und bald war der Raum geleert. Damit hatte ich eigentlich meine Aufgabe erfüllt und ich hätte aufsteigen dürfen. Aber neben dem Ver­

schlage tat sich ein Gang auf, In dem Ich die Raume der Briefpost vermutete — und den wollte ich noch fest­stellen.

Vorsichtig die Leinen und Schläuche verteilend, tastete ich vorwärts. In einer Nische zur Linken fand ich eine geschlossene größere Türe. Diese schien mir in den ge­suchten Raum zu führen. Die Türe ging nach innen auf, und es bedurfte meiner ganzen Kraft, um sie gegen den starken Druck des Wassers zu öffnen. Anfangs sah ich nur verschwommene Umrisse in dem Raume, dann aber packte mich jähes Entsetzen, als ich in dem düsteren Zwielicht ein so fürchterliches Bild wahrnahm, wie es sich grauenhafter auch die wildeste Phantasie nicht aus­zumalen vermag."

Mein Freund schwieg einen Augenblick. Ein leises Zittern ging durch seinen starken Körper. Dann fuhr er fort: „Was ich sah war furchtbar. Der ganze Raum lebte förmlich von Leichen, die durch das Oeffnen der Türe und die dadurch verursachte Strömung in Bewe­gung gerieten. Gleich vor mir schwebte ein Mann in Nachtkleidung unter der Decke des Raumes. Kopf, Arme und Beine hingen hernieder. Durch die Bewegung des Wassers breiteten sich die Glieder aus und schienen nach mir zu greifen. Neben mir, von einem Stuhl gehalten und durch den Wasserdruck unter den Tisch gepreßt, lag eine Frau, die mit verglasten Augen zu mir wie um Hilfe flehend herübersah. Weiter hinten, unter der Decke, klebte eine andere weibliche Leiche, aus deren Armen ein kleines Kind die nackten Beinchen wie in Todeszuckungen auf- und niederzog. Dahinter ein ganzer Knäuel fest ineinandergekrallter Menschen, die mich alle mit weit auf­gerissenen Augen, in denen wildeste Verzweiflung aus­geprägt war, anftierten. In meiner furchtbaren Aufre­gung stieß ich die Tür weiter auf und machte dadurch einen hinter der Tür wahrscheinlich eingeklemmten Kör­per frei, denn plötzlich schoß, wie aus dem Boden kom­mend, die Leiche einer Frau vor mir in die Höhe. Mit starr auf mich gerichteten Augen tanzte sie auf mich zu, die schlaffen, schlangenartig sich windenden Arme nach mir reckend, schien sie mich umklammern zu wollen — die verzerrten Züge schienen sich zu beleben . . .

Das war zuviel für mich. Eine wilde Angst packte mich — ich reiße am Notsignal — und bemerkte mit Ent­setzen, daß die Leine eingeklemmt ist. Mit Riesenkraft stemme ich mich gegen die Türe, um mich zu befreien — aber das gräßliche, jetzt wie beißender Hohn erscheinende Todesgrinsen der auf- und niederhüpfenden grausigen Leichen lähmt meine Hände. Heiße Gebete sende ich zum Himmel . . . dann fühle ich meine Sinne schwinden.

Als ich wieder zum Bewußtsein kam, lag ich in der Kajüte unseres Schoners. Man hatte oben an dem un= regelmäßigen Aufquellen der Luftblasen gesehen, daß ich in einen geschlossenen Raum eingetreten war. Der Chef selbst beobachtete die Bewegungen der Blasen und die Stärke des Druckes im Luftschlauch. Seinem kundigen Blick war es nicht entgangen, daß eine Unregelmäßigkeit eingetreten fein mußte. Rasch warf er sich in seine Rü­stung und war schon abgestiegen als meine Notsignale oben bemerkt wurden. Nun tastete der Chef sich behutsam an meinem Schlauch entlang und käme gerade bei mir an, als ich meine verzweifelten Abwehrversuche gegen die andrängenden Leichen machte. Er befreite den einge­klemmten Schlauch und brachte mich an die Oberfläche, wo man eine halbe Stunde damit verbrachte, mich dem Leben wiederzugeben. Heute morgen nahm ich meinen Abschied."

Süieiz

Unverbesserlich. Sie (schwärmerisch): „Schau, Hein­rich. die schöne, kristallklare Quelle, die ladet zum Trin­ken ein!" — Er: „Hast recht, Schatz, gehn wir in ein Wirtshaus!"

Selbstgespräch. Richter: „Zeuge, pflegte Ihr Freund Selbstgespräche zu führen, wenn er allein war?" — Zeuge: „Das weiß ich nicht. Herr Richter, ich war näm­lich nie dabei, wenn er allein war."

Die kluge Schülerin. „Mutti, heut war ich in der Klasse die Beste. Wir sollten Mädchennamen aufschrei­ben und da hab ich die meisten gewußt." — „Das ist aber fein." — „Ja, ich hab einfach die Namen der Mäd­chen aufgeschrieben, die wir in diesem Jahre hatten."

Der Vollmond. Der Vater ruft: „Klara, was treibst du noch auf der Straße?" — Klara: „Ich bewundere den Vollmond, Vater." — Vater: „So, dann sag deinem Vollmond, er soll sein Motorrad wieder ankurbeln und nach Hause fahren."

Druckfehler. „Anläßlich des 25jährigen Dienstjubi­läums des Oberförsters Waldmann bewegte sich nach Eintritt der Dunkelheit ein endloser Dackelzug durch den Ort.

Uebern. In Wien gab es eine großartige Illumina­tion, als Kaiser Franz nach Beendigung des französi­schen Krieges wieder einzog. Da stand an einem klei-

Aummer 40 / Seife 15.

nen Hause ein Transparent, auf welchem ein Franzis­kaner abgebildet war. Ueber feinem Haupte sah man das Wörtlein: „Uebern." Jedermann fragte sich, was dies Transparent wohl zu bedeuten habe. Da rief ein Schusterjunge aus der Menge: „Schauens! Doas sagt ja ganz deutl: „Uebern Franz is faner."

Das Opfer. Es war ein sehr trockener Sommer. Der kleine Heinrich hatte gehört, daß an vielen Orten großer Wassermangel eingetreten sei. Eines Tages sagte der Kleine leise zur Mutter: „Mamachen, nicht wahr, viele Knaben und Mädchen haben jetzt kein Was­ser, wenn sie Durst haben?" Die Mutter sagte, es sei so. Da sagte Heinrich: „Mamachen, ich möchte etwas für die armen Kinder tun, die kein Wasser zu trinken haben." Die mitleidige Mutter freut sich über das gute Herzchen ihres Kindes und fragte Heinrich, was er für die durstigen Kinder tun möchte. „Ach, Mamachen," er­widerte dieser, „wenn das Wasser so sehr, sehr selten ist, brauchst du mich ja nicht zu waschen, bis es wie­der mehr Wasser gibt."

Inserat. „Der für heute abend angesetzte Vortrag „Wie bleibe ich stets gesund?" muß leider infolge Er­krankung des Referenten ausfallen."

Sehr rücksichtsvoll. „Wird die Stütze in Ihrer Fa­milie auch wie zur Familie gehörgi behandelt?" — „O nein, das geht nicht, mit der müssen wir sehr freundlich und rücksichtsvoll sein."

Marktberichte.

= Fulda, 24. Sept. Am heutigen Buttermarkt be­zahlte man für das Pfund Landbutter 1.10—1.20 RM. Die Eier kosteten 7 und 8 Pf. pro Stück.

— Fulda, 24. Sept. Zum heutigen Schweincmarkt waren 251 Ferkel aufgetrieben. Die Preise betrugen für Ferkel bis zu 6 Wochen 6 RM., bis zu 8 Wochen 10 RM. und für solche bis zu 13 Wochen 14 RM. Größere Tiere wurden über Notiz bezahlt. Der Handel war schleppend; es verblieb Ueberftand.

ND. Frankfurt a. M., 26. Sept. (Eig. Drahtber.) Es wurden bezahlt für je einen Zentner Lebendgewicht: Rin- der: Ochsen: vollst. ausgem. höchst. Schlachtw., jg. 30—33, ältere 26—29, sonstige fleischige jüng. 20—25. Bullen: jüngere vollst, höchst. Schlachtw. 27—29, sonstige vollst, oder ausgem. 22—26. Kühe: jüngere vollst, höchst. Schlachtw. 24—26. sonstige vollst, oder ausgem. 20—23, fleisch. 15—19. Färsen: vollst, ausgem. höchst. Schlachtw. 31—34, vollfleischige 27—30, fleischige 22—26. Kälber: beste Mast- und Saugkälber 40—43, mittl. Mast- und Saugkälber 36—39, geringe Kälber 28—35. Schweine: vollst. Schweine von 240—300 Pfd. Lebendgew. 43—47, vollst. Schweine von 200—240 Pfd. 42—46, vollst. Schweine von 160—200 Pfd. 40—45, vollst. Schweine von 120—160 Pfd. Lebendgew 36—42. Marktoerlauf: Rinder ruhig und Ueberftand, Kälber und Schafe ruhig und geräumt; Schweine schleppend, geringer Ueberftand. Wegen des israelitischen Versöhnungsfestes wird der Großviehmarkt, Kälber- und Schafmarkt von Montag, den 10. auf Dienstag, den 11. Oktober verlegt. Der Schweinemarkt findet am 10. Oktober statt.

MtSde Gaben

Für den Kindheit-Jefu-Verein gingen ein: Böseken­dorf 7 Mark, Burghaun 5,45, Hünhan 2, Bergen-Enk­heim 10, Frankenberg 15, Großentaft 7,40, Soisdorf 4,55, Gerbershausen 15,55, St. Aegidius Heiligenstadt 107, Haufen 16,50, Ershausen 33,20, Kleinbartloff 12, Oberbimbach 18, Poppenhausen für ein Heidenkind Gerhard 21, Melchendorf 25,40, Somborn 10, Uttrichs- bausen für zwei Heidenkinder, Maria und Joseph, 42, Somborn für ein Heidenkind, Bonifatius Joseph, 21.

jDleph-Pfetmid*

(Zur Heranbildung bedürftiger Priesteramtskandidaten).

Bei der Fuldaer 2ktiem örurferel gingen ein:

Rönshausen N d. M. 1.50

Flieden „ 2.—

Fulda „ 3.—

Flieden D. hl. Jos. h. g.

u. w. w. helfen 2.—

Neustadt Z. E. d. hl.J. 4.—

Neuses N. d. M. 2. Ginseldorf Z. E. d. HI. Jud. Thad. 1. Kassel Z. E. d. hl. I. z. Dksg. 10.

Dammersbach Zum Tr. der armen Seelen 1.-

Ungenannt N. d. M. 1.-

Gottesdienstordnung.

Sonntag, den 2. Oktober 1932.

Fulda. Dom. (Kollekte für die St. Iosephskirche.) Leichtgelegenheit: Samstag norm. ‘Ab— te8 Uhr, nach­mittags 2-3 Uhr für die Kinder, *^5—7 Uhr und von */i8—'^9 Uhr für Erwachsene Sonntag vormittag von Vi6 Uhr an. Gottesdienste: 0,6, 6, 737, 7 Uhr heilige Messen. */27 Uhr hl. Kommunion des Männerapostolates. 8 Uhr Pfarramt mit Predigt und hl. Kommunion des 7. und 8. Schuljahres. ’MO Ühr Kathedralamt mit Predigt.