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Seite 12 / Nummer 40.

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Rom. Das zu Rom tagende Generalkapitel der Missionare vom heiligsten Herzen Jesu wählte am 17 September 1932 zum neuen Generaloberen den bisheri­gen Provinzial der norddeutschen Provinz, P. Christian Janssen. Er ist geboren am 22. Januar 1871 zu Waldfeucht, Diözese Aachen, legte die ewigen Gelübde ab am 26. Oktober 1893 und wurde zum Priester ge­weiht am 28. Oktober 1898 zu Rom, wo er sich den Doktorgrad in Theologie mit Auszeichnung erwarb 1899 wurde er Präfekt der Apostolischen Schule zu Hil­trup, siedelte dann nach Oeventrop in das Scholastikat über, wo er zuerst als Lektor der Theologie und später sechs Jahre als Superior tätig war. 1910—1914 war er zum erstenmal Provinzial der damaligen deutschen Gesamtprovinz, danach leitete er nochmals sechs Jahre das Oeventroper Missionshaus und gründete 1921 ein neues Haus in Boppard a. RH. 1926 übernahm er aber­mals die Leitung der Provinz. 1928=29 besuchte er die Niederlassungen der Provinz in Nordamerika und in der früheren deutschen Südsee, wobei er Japan, China, die Philippinen und Holländisch-Jndien berührte und so Gelegenheit hatte, sich einen Gesamtüberblick über die Werke der Genossenschaft zu verschaffen.

Journalisten-Exerzitien. Nach langen, sorgfältigen Vorbereitungen fanden im Exerzitienhause der Franzis­kaner zu Hofheim im Taunus die ersten Journali­sten-Exerzitien statt, zu denen der Augustinusverein seine Mitglieder eingeladen hatte. Etwa dreißig Herren hatten sich für Sonntag, den 18. September, in dem stillen Exerzitienheim versammelt, das gegenüber dem Orte Hofheim dicht am Waldessaum unterhalb der schönen Wallfahrtskapelle erbaut ist und das durch seine prak­tische Raumverteilung allen Besuchern einen gleichmäßig angenehmen und ruhigen Aufenthalt bietet. Der frühere Exerzitienmeister P. Remigius Schulte O. F. M., der das schöne Haus in Hofheim erbaut hat, hat sich auch um das Zustandekommen der Journalisten-Exerzitien große Verdienste erworben. Durchdrungen von der Ueberzeugung, daß die Mitglieder eines Standes, von dem so viel verlangt wird, und auf dem eine schwere Verantwortung ruht, auch in besonderem Grade der see­lischen Stärkung und der Kraft von oben bedürfen, scheute er keine Mühe und Beschwerden, um die Heuri gen geistlichen Exerzitien zustande zu bringen. Die Auf­gabe des Exerzitienmeisters übernahm P. Max P ri­tz i 1I a S. I., der den Journalisten in fünfzehn sehr gediegenen und überaus gedankenreichen und anregen­den Vorträgen eine religiös-wissenschaftliche Einfüh­rung in den geistigen Gehalt ihrer Berufsaufgaben und in ihre dem gesamten Volke dienende Tätigkeit bot. Da­durch, daß der Vortragende neben den spezifisch religiö­sen Fragen, auf reiche Lebenserfahrung gestützt, auch wichtige Zeitprobleme in den Kreis seiner Betrachtun­gen zog, konnte er seinen Hörern viele praktische Rab schläge und Richtlinien für ihre Wirksamkeit erteilen und ihrem Berufsethos neue Impulse geben. Die Teil­nehmer der Journalisten-Exerzitien waren diesmal vor­wiegend aus Westdeutschland geommen. Daß diese see- lrssche und geistige Auffrischung in der Stille und in der Einsamkeit, so wie sie gedacht und wie sie vorbereitet war, den Besuchern des Klosters St. Joseph auch wirk­lich zugute kam und daß sie ihre Erwartungen erfüllt sahen, dies bewiesen die heiteren Gesichter und die zu­friedene Stimmung am Ende der Exerzitien. Wer diese geistlichen Uebungen in Hofheim miterlebt hat, der wird künftig ein Werber für diese lebenswichtig gewordene Einrichtung sein und im Journalistenstande immer neue Anhänger solcher Schulen des Geistes gewinnen. Nach Beendigung der Exerzitien fand eine Aussprache-Ta­gung statt. Während derselben sprach P. Remigius Schulte O. F. M. über die Stellung der Journalisten zur Exerzitienbewegung. Dr. K. h o e b e r, Erster Vor­sitzender des Augustinusvereins, über die praktischen Auf­gaben der gebildeten Katholiken und in einem zweiten Vortrage über Gefahren des Journalismus. P. Pri­tz i 1l a sprach über die Lage der neuen Jugend und P. Benedikt Gölz, Provinzial der Franziskaner, über dâs Thema: Der katholische Journalist und die Neuord­nung der heutigen Seelsorge. Die einzelnen Vorträge wurden durch eine rege Diskussion der Teilnehmer er­weitert und ergänzt. Alle Beteiligten verließen Hof- Heim mit großer Befriedigung und waren voller Dank und Genugtuung für das dort Gehörte und Erlebte.

Warburg. Aus dem Provinzialkapitel der Deutschen Ordensprovinz der Dominikaner, das in Warburg in Wests, stattfand, wurde P. Laurentius Siemer,

bisheriger Rektor der Ordensschule in Vechta, eines großen staatlich anerkannten Gymnasiums, zum Pro­vinzial gewählt. Die Bestätigung des Ordensgenerals ist inzwischen eingetroffen.

Kaiserslautern. Auf einer Konferenz der Katholi­schen Gesellenvereine der Diözese Speyer berichtete Diö­zesanpräses Prälat Gebhardt (Speyer) von einer au= hermdentlich regen und fruchtbaren Arbeit der Ge­sellenvereine in der Pfalz. Der 40. Gesellenverein wurde soeben in Feilbingert gegründet. Da- mit umfaßt der Diözesanverband rund 2500 Mitglieder. Die Durchwandererfürsorge hat eine besondere Pflege im letzten Jahre erfahren.

Freiburg. Der neuernannte Erzbischof von Freiburg, Dr. Konrad Gröber, hat die Schutzherrschaft über den Deutschen Karitasverband angenommen. Das Protekto­rat war seit dem Tode von Erzbischof Dr. Fritz, der während seiner 12jährigen Amtstätigkeit als Erzbischof von Freiburg dem Verband immer ein warmer Für­sprecher, Gönner und Berater war, verwaist. Erzbischof Dr. Gröber hat seit der Gründung des Karitasverban­des mit ihm engste Beziehungen unterhalten. Auch als Seelsorger, insbesondere als Stadtpfarrer von Konstanz, hat er jahrelang mit Präsident Werthmann dem Grün­der des Karitasverbandes, praktisch in der Karitasarbeit zusammengearbeitet, vor allem in der Unterbringung von Tausenden notleidender deutscher Kinder in der Schweiz während des Weltkrieges.

Trier. Von den ehemaligen Simultankirchen, deren Zahl in der Diözese 34 betrug, bestehen heute nur noch 5. Bretzenheim und Martinstein (Nahe), Kirchberg (Hunsrück), Dusemond (Mosel) und Wetzlar. In letzterer Stadt handelt es sich um den prachtvollen Dom, welcher vor dem Krieg restauriert wurde.

Eine Riesenprozession von 15 000 Männern erlebte kürz­lich Düsseldorf. Es galt Gottes Segen und Bei­stand zu erflehen für unser armes, notleidendes, dabei auch noch religiös und politisch so zerrissenes deutsches Volk. Auch auf Liebsrauenheide bei Offen­bach fanden sich 8000 katholische Arbeiter zusammen. Es ist das jene ehrwürdige Stätte, wo einst Bischof Ket- teler seine aufsehenerregende Predigt über die Arbeiter­frage hielt.

Kevelaer. Ein Bild von überwältigender Schönheit und Stimmung bot in den Abendstunden eines Sonn­tags im August der Kapellenplatz, die Umgebung der Gnadenkapelle der Kevelaerer Madonna. Zum ersten­mal wurde, auf eine bischöfliche Anregung hin, in Keve­laer eine gemeinsame Veranstaltung aller anwesenden Pilger durchgeführt. Im strahlenden Licht der festlich beleuchteten Gnadenkapelle und zahlloser Fackeln stan­den Kopf an Kopf 15- bis 20 000 Pilger aus allen Gauen Deutschlands und Hollands um den geweihten Ort. Geist­liche Orchestervorträge des Musikvereins und Chöre des Kirchenchares umrahmten holländische Festworte von P. Chrysostomus und eine deutsche Ansprache von Pa­stor Holtmann (Kevelaer), dessen Stimme mächtig über den weiten, von Menschen völlig gefüllten Platz schwang. Mit herrlichen Worten mahnte der Redner, die Liebe zur Gottesmutter hinauszutragen in die Arbeitsstätten und Familien. Mit einem gemeinsamen Marienlied, das die Zehntausende ergriffen sangen, klang die Feier festlich aus. — Unter den unzähligen Pilgern des Tages, und zwar unter denen, die schlicht und opferbereit zu Fuß in den Gnadenort kommen, be­fand sich der Reichstagsabgeordnete der Zentrumspar­tei, Johannes Blum (Krefeld), der inmitten einer Pro­zession aus Krefeld zum 50. Male zu Fuß in den Marienort einzog. Bei einer schlichten Gedenkfeier im Priesterhau beglückwünschte Pastor Holtmann den treuen Marienverehrer und überreichte ihm zum Ge­denken an das seltene Jubiläum ein Bild der Kevelaerer Madonna.

Warschau. Auf Grund von Mitteilungen der aus dem Wege des Austausches >n politischen Gefangenen aus der Sowjetunion nach Polen zurückgekehrten kathol. Priester teilt die polnische Presse mit, daß die Zahl her in den Sowjetgefängnissen eingesperrten katholischeil Geistlichen gegenwärtig etwa 120 brträgt. Davon seien 40 in die Konzentrationslager aus den Solowezki-Inseln im Weißen Meer deportiert worden. Die polnische Re­gierung wird, wie denselben Pressemeldungen zu ent­nehmen ist, energische Schritte unternehmen, um die Freilassung dieser Gefangenen zu erreichen. Die Blät­ter richten einen Appell an die Kulturwelt, sich diesen Bemühungen anzuschließen. Auf den Solowezki-Inseln sterbe fast jeder Häftling vor Ablauf seiner Straszeit in folge der völlig unerträglichen Lebensbedingungen.

Reue antireligiöse Maßnahmen in Ruhland. Wie der „Osservatore Romano" aus durchaus zuver­lässiger Quelle erfährt, wird die russische Regierung ein

neues Dekret ausfertigen, wodurch sie dem religiös! Leben in Rußland den entscheidenden Schlag versetze will. Die betreffenden Instruktionen sind bereits a alle ausfllhrenden Komitees abgeschickt. Nunmehr ei fährt das römische Blatt nähere bedeutsame Einze Heiten über den Inhalt dieses Dekretes. Spätestens ar 31. Dezember 1933 müssen alle Kirchen, Bethäuser un Kapellen „liquidiert" fein. Nur ganz wenige Kirche sollen während der Uebergangszeit zur Benutzung erhol ; ten bleiben. Wenn diese neuen antireligiösen Maßnah >! men durchgeführt sind, bleiben im gesamten Gebiet de sowjettussischen Republiken nur 20 Kirchen übrig, di für den katholischen Gottesdienst bestimmt sind — A Kirchen für zwei Millionen Katholiken I Von diesen 2( Kirchen werden acht Kirchen den deutschen Katholikei zur Verfügung gestellt, die in Ruhland wohnhaft sind!

London. Unter dem Vorsitz von Msgr. Dr. Cow gill, Bischof von Leeds, sand in Anwesenheit von dre Erzbischöfen, zwei Bischöfen, zahlreichen kirchlichen Wür­denträgern der sehr gut besuchte Fünfte Generalkongreß der Tertiären des hl. Franziskus in Leeds statt. An ' der großen Kundgebung in Albert Hall sprach Msgr. Dr. : Downey, ErKischof von Liverpool, über „Katholische ti Aktion und Kommunismus". Die Vorträge der meisten t Redner, unter denen wir auch Lord Howard of Penrith, den früheren britischen Botschafter in Washington fin­den, behandelten das Problem der katholischen Aktion. -

Reues deutsches Misiionsseld. Durch Teilung des den Steyler Missionaren anvertrauten Apostol. Vikariats ; Jentschoufu in Südschantung wurde eine neue Mission ; mit dem Sitz in Polichwang gebildet. Der Ort war ) vor 50 Jahren mit seinen 158 dort vorgefundenen Alt» i christen Ausganspunkt für die ursprüngliche Südschan- tung-Mission. Die Verwaltung des neuen Gebietes, das ■ 14 000 Christen zählt, geht in die Hände des einheimi» i schen Klerus über. Bischof Henninghaus hat mit Zu- - stimmung der Propaganda als kirchlichen Oberen (und zwar zunächst als Vicarips Delegatus) den Steyler i Pater Thomas Tien S. V. D. ausersehen, der durch i» Herkunft und Tätigkeit die Gewähr gesegneter Wirk­samkeit gibt. Mit P. Tien, der zehn Jahre nach der , Priesterweihe in die Gesellschaft des Göttlichen Wortes eintrat, sind 9 weitere chinesische Priester der Mission ■ zugeteilt worden.

Ein Apostel der Aussätzigen. Nunmehr sind die ersten Schritte zum Seligsprechungsprozeß des P. Damian, des Apostels der Aussätzigen auf Molokai, eingeleitet worden. P. Damian, 1840 in Tremolo (Belgien) gebo» ; ren, kam 1863, noch vor seiner Priesterweihe, nach den ' hawaianischen Inseln, wo er 1864 zum Priester geweiht ' wurde. Nach absolvierten ärztlichen Studien wandte sich fein Interesse dem Aussatze zu, der die Insel verheerend > heimsuchte. Er nahm sich der Regierungssiedlung für die Aussätzigen auf Molokai an und verwandelte diese menschliche Hölle in eine christliche Insel. Neben den körperlichen Sorgen nahm er sich vor allem des geist­lichen Wohles der armen Aussätzigen an, bis auch ihn die furchtbare Krankheit erfaßte und im Jahre 1884 feinem Leben und Wirken ein Ende fetzte.

Die Scholle ruft

Skizze von K. Witzel.

Im Wiesental dehnte sich der Besitz des Landwirts Müller. Wenn man die Landstraße vom Bahnhof heraufschritt, nahm man ihn schon von weitem wahr. Jahrhunderte sahen die Müller schon auf diesem Grund. Durch Erbschaft hatte immer der Besitzer gewechselt. Er holte sich, wenn er in die Jahre gekommen war, daß man ans Heiraten denken konnte, eine tüchtige Hausfrau aus der Gegend heim. Allezeit hatten sie ihren Besitz ge. mehrt. Es war dies ja auch kein Wunder, da er doch selbst ständig auf den Beinen war, um so die notwendige Kontrolle zu üben. Ueberall wartete man auf sein an­weisendes Wort, er teilte auch gern Lob aus, um feine Leute anzueifern, hatte Verständnis für ihre alltäglichen Sorgen und Gebresten, ließ schon mal einen Spaß vom Stapel, der sich aber immer in den Grenzen des An­standes bewegte. Es war mit ihm gut hantieren, so daß feine Leute recht lange bei ihm in Diensten standen.

Ein munteres Bächlein tollte von den Bergen durch das Tal. Sein Gefälle war genügend, um eine Mühle zu treiben. Man nannte ihn im weiten Rund den Bach­müller, weil im Dorfe selbst noch Leute gleichen Namens wohnten. Die Wiesen ringsum waren sein eigen. Sie liefen fast den ganzen Hügel hinauf. Ein Stück Wald, das ihm auch gehörte, unterbrach die weite saftgrüne Fläche.

Familie Müller hatte einen Sohn Fritz. Nachdem sie jahrelang kinderlos gewesen waren, war er ihnen endlich beschert worden. Sie waren schier untröstlich, daß ihnen