[ c f c, unb auch die Baufirmen sind mit einer Aus- ^bme in der Wartburgstadt ansässig.
Aus dem Dekanat Erfurt. Kürzlich hielt der kathol. Arbeiterverein Erfurt anläßlich des 34. Stif- tunqstages einen Familienabend ab, der im dichtbesetzten Saale der Villa stattfand. Herr Pfarrer Nagels wies in feiner Eröffnungsansprache darauf hin, wie die katholische Arbeiterschaft wieder anläßlich des Katholikentages durch ihrs Massenversammlung bewiesen habe, daß sie auch in der Gegenwart treu zu Christus und seiner Kirche steht. Er ging dann auf die Programmrede des Erzbischofs Dr. Gröber ein, die dieser in Essen vor der Arbeiterschaft gehalten hat und sprach von der dreifachen Sendung des katholischen Werktätigen: Aufklärung sollen sie hineintragen in die Reihen der radikalen Parteien rechts und links, mit christlicher Nächstenliebe sollen siè ihren arbeitslosen Brüdern in dieser großen körperlichen und geistigen Not beistehen, mit Freimut sollen sie aber auch die gerechten Forderungen ihres Standes der Unternehmerschaft gegenüber vertreten. Die Festrede hatte der Iesuitenpater Schäfermeyer-Emmerich übernommen. In geistvollen Ausführungen zeigte der Redner, wie erst das Christentum dem schlichten Arbeiter seine vollen Rechte gegeben habe. Das Kettlerlied bildete den begeisterten Ausklang der gedankentiefen AusMhrungen. Der Schottenchor umrahmte die Feier mit klangschönen Chor- liedern. Vier Mitglieder können auf eine 25jährige Mitgliedschaft zurückblicken. Es sind die Herren August Voigt, Lorenz Hartmann, August Slupina und August John, die mit der silbernen Verbandsnadel ausgezeichnet werden konnten. — Das Kartell der christlichen Gewerkschaften sprach in seiner Monatsversammlung über die Notverordnung Papens, die eine ungeheuere Erregung in der Arbeiterschaft hervorgerufen hat. — Am Donnerstag, den 22. September, fanden sich die Mitglieder des Arbeiterbeirates der Erfurt er Zentrumsortsgruppe zu einem politischen Auf- klärungsabend zusammen. Herr Provinzial-Landtagsab- geordneter Brätling sprach über das Thema: Was brachte die Papensche Notverordnung der Arbeiterschaft? Nachdem der Redner das System der Steuergutscheine erklärt hatte, erläuterte er die sozialpolitischen Maßnahmen, die die Arbeiterschaft unter das Existenzminimum in ihren Wirkungen zurückdrängten. In lebhafter Aussprache, die sich anschloß, fand die Regierungsverordnung schärfste Kritik. Zum Schlüsse forderte der Vorsitzende in begeisterten Worten die christlichen Arbeiter aus, in alter Treue zum Zentrum zu stehen und auch die letzten Lauen in der Arbeiterschaft aufzurütteln, am 6. November an der Wahlurne ihre Pflicht zu tun.
Gotha. Im Gesellenverein berichtete Kurt Döbler über verschiedene Winterarbeitspläne des Bezirksverbandes Eine Reihe Gesellen meldete sich zur Teilnahme an dem geplanten Arbeitsdienst. Kursuspläne fanden williges Gehör. In Gemeinschaft mit dem Volksverein emeVorstellung der Kolpings-Spielschar Breslau vorbereitet werden. Stärker noch wollen die Gesellen in die Gemerndearbeit hineinwachsen, um allmählich die Last der Mitverantwortung tragen zu können. Einer aus der jungen Generation, Albert Kaltwasser, wurde in den Vorstand der Zentrumsortsgruppe berufen. An, ihrer Spitze steht jetzt Herr Wampach.
Bischofferode. Im 91. Lebensjahre ist die älteste Einwohnerin unserer Gemeinde, die Witwe Katharina Heise, die in ihrem hohen Alter beinahe täglich die heil. Meise anhörte, gestorben.
Bebendorf. Nun erhielten auch die Gefallenen unserer Gemeinde ein Ehrenmal, das aus der Werkstatt des Stsmhauermeisters Lorenz-Lengenfeld unterm Stein hervorging und auf unserem Friedhof Aufstellung gefunden hat. Nachdem Pater Präses Bonaventura vom , * Hülfensberg in seiner Andacht für die Gefallenen das Opfer der lieben Toten gewürdigt hatte, formierte sich der lange Festzug, an dem auch verschiedene Vereine der Nachbarorte teilnahmen. Nach einer Ansprache des Schulzen Dietrich, einem Gedicht und einem Chor des Mannergesangvereins hielt unser langjähriger Lehrer Fütterer (jetzt in Leinefelde) die Gedächtnisrede. Dann folgte ein Gedichtvortrag, das Kameradenlied und ein Männerchor. Pater Präses gab dem schlichten Ehrenmal sodann die kirchliche Weihe und betete abschließend die fünf Wunden.
Breitenbad). Gastwirt Franz Hersemeier und seine Frau Ida geborene Beume feierten im Kreise ihrer beiden noch lebenden Kinder und ihrer Enkel die goldene Hochzeit. Das Jubelpaar verlor den einzigen Sohn im Kriege, während eine Tochter jung verheiratet starb.
Diedorf. Am vergangenen Sonntag fand hier wie anderwärts auf dem Eichsfelde ein Gesellentag statt, der eingeleitet wurde mit einem feierlichen Levitenamt Nach der Festpredigt schritten 40 Kolpingsföhne gemeinsam zum Tische des Herrn, und der Abend schenkte der Piarrgemeinde ein paar Feierstunden. Nach einem Prolog sprach Senior Motz Begrüßungsworte, denen sich die Festrede des Herrn Dechanten Helbig aus Heyerode in der er sich vor allem an die Eltern wandte, anschloß. Nachdem auch Hauptlehrer Müller das Worr ergrrffen hatte, illustrierte das von Lehrer Wodkowski geleitete Bühnenstück „Ehre Vater und Mutter" die Wichtigkeit des vierten Gebotes. Uebermütige Einakter und heitere Darbietungen aus den Reihen der Teilnehmer gaben dem Wend den Ausklang.
Heiligenstadl. Für die Mitglieder der Jungfrauenkongregation wird in der Zeit vom 2. bis 9. Oktober in der Liebfrauenkirche eine religiöse Woche veranstaltet, die der als Kanzelredner weithin bekannte Franziskanerpater Albin Neumann aus Werl leiten wird. Es finden täglich zwei Vorträge statt, morgens um 6.30 und abends um 8 Uhr. — In einer gemeinsamen Sitzung aller katholischen Iugendverbände ist für den Thü- ringisch-eichsfeldischen Anteil der Diözese in Verbindung mit dem Volksverein und dem Karitasverband die kath. Arbeitsgemeinschaft für den freiwilligen Arbeitsdienst Eichsfeld-Thüringen gegründet worden. Sie bezweckt Heranbildung geeigneter Führer im Arbeitsdienst, gemeinsame Vertretung der katholischen Jugendverbände beim Arbeitsamt Erfurt und endlich der Beschaffung geeigneter Projekte und der Zusammenstellung Arbeits- dienftwilligergruppen.
Heyerode. Der Neubau unserer Schule ist soweit vorgeschritten, daß er nach den Herbstferien bezogen werden kann.
Holungen. Auf dem Sonnenschein fand ein Wan- dertreffen der eichsfeldischen Gesellenvereine statt, bei dem vier Aussprachekreise gebildet wurden. Den ersten, der sich mit dem Wandern im Gesellenverein als eine Bildungsaufgabe beschäftigte, leitete Schulrat Hedder- aott-Heiligenstandt. Unter der Leitung des Volksvereinssekretärs Giesen-Heiligenftadt behandelte der zweite das Thema „Kolpings wandernde Gesellen". Joseph Kapelle-Heiligenstadt kehrte tm dritten neue Lieder, und Diözesansenior Klingebiel-Heiligenstadt besprach im vierten Fragen der praktischen Vereinsarbeit. Nach dem Abschluß der aufschlußreichen Beratungen ergriff Vikar Hardeggen das Schlußwort.
Heiligenstadl. In der vergangenen Woche sprach bei einem Ausspracheabend der Zentrumspartei unser Reichstagsabg. Studienrat Pradel über die politische Lage. Die zahlreichen Teilnehmer nahmen das aufklärende Referat mit starkem Beifall auf.
Heiligenstadl. Im hiesigen Arbeitsheim hielten Generalsekretär Clemens und Reichsobmann Steiner für den katholischen Jungmännerverband Tichsfeld- Thüringen einen Einführungskursus in die kommende Winterarbeit. Geschichte und Ziel des Verbandes wurden in den tiefschürfenden Referaten behandelt, dazu gaben die Tagungsleiter Richtlinien für die Vereinsarbeit und besprachen schließlich auch die Gemeinschafts- gliöderung des Verbandes. Der Sonntag vereinte die Teilnehmer der Aussprachekreise im „Heiligen Geist" zu einer Gemeinschaftsmesse, nachdem am Vorabend ein gemütliches frohes Beisammensein alle Beteiligten in ein menschlich nahes Verhältnis gebracht hatte. — Im Alter von 82 Jahren ist Landwirt Bernhard Petri, ein biederer und allgemein geachteter Vertreter der alten Heiligenstädter Generation gestorben.
Küllstedt. Unser prächtiges Gotteshaus erhielt nunmehr auch ein neues Orgelwerk, das am vergangenen Sonntag seine kirchliche Weihe erhielt. Nach einem Liede zum heiligen Geist nahm Pfarrer Horstkemper die Weihe des Werkes vor, wonach Organist Joseph Heddergott aus Erfurt in meisterhaften Vorträgen die Schönheit des Orgelwerkes zeigte. Unter Leitung des Lehrers Breitenstein sang der Kirchenchor, und 5rL Kühn aus Dingelstädt bot das „Ave Maria" und einen Psalm. Die Fantasie über das Lied „Ein Haus voll Glorie schauet", meisterhaft dargeboten von Herrn Heddergott, gab nach einer kurzen Ansprache des Ortspfarrers der religiösen Feierstunde den Ausklang.
Wingerode. Unsere beiden Lehrer Montag und Kaufhold feierten ihr silbernes Dienstjubiläum.
Wachstedt. Mit einem festlichen Levitenamt, das Herr Pfarrer Helbig zelebrierte, wurde das Patronatsfest unserer Pfarrkirche eingeleitet. In der Festpredigt würdigte Herr Professor Müller-Heiligenstadt den heil. Michael als Kämpfervorbild für die heutige Generation. Im Anschluß an den Festgottesdienst bewegte sich eine stattliche Prozession durch die reich geschmückten Straßen des Dorfes.
Hünfeld.
S t u r m t a g. 2 Uhr Marienweihe in der Stadtpfarrkirche. Danach Festzug und Kundgebung der Jugend auf dem Kirchplatz mit dem Spiel „Das Opfer". Wir laden zu diesem Sturmtag alle Brudervereine des Bezirkes herzlich ein.
Bon Den katholischen Arbeitervereine«.
Eine Kundgebung in Fulda.
Im Monat Oktober werden in allen 81 Bezirksverbänden der katholischen Arbeitervereine Westdeutschlands große Kundgebungen durchgeführt mit dem Thema: Die katholische Arbeiterschaft im Kampfe gegen Vo l k s k n e ch - tung und soziale Entrechtung. Zur Vorbereitung dieses Kampfmonats versammelten sich am Sonntag bezw. Montag die Vorstandsmitglieder und Präsides der katholischen Arbeiter- und
Mummet 40 / Seife 11.
Männervereine des Bezirksvevbandes Fulda in der „Harmonie" zu Fulda. Diözesanpräses Pfarrer
R u e z leitete beide Tagungen. Arbeitersekretär G e l l i n g s berichtete in eingehender Weise über die letzten Vorgänge im politischen Leben. Im Vortrag und der Aussprache wurden die größten Bedenken gegen den Wirtschaftsplan der Regierung Papen vorgetragen. Man war der Auffassung, daß auf schwankendem Rechtsboden eine Belebung der Wirtschaft nicht erreicht werden kann. Schärfste Ablehnung fand auch der Plan der Regierung, die Wirtschaftsankurbelung nur auf Kosten der Arbeiter und Antz e st e l l t e n durchzuführen, wodurch eine weitere erhebliche Verschlechterung der Lebenshaltung der untersten Volksschichten erfolgen wird, dagegen anderen Volksgruppen Steuergeschenke überreicht werden. Größte Entrüstung herrschte darüber, daß, nachdem jetzt schon 287 Millionen Mark Beiträge aus der Arbeitslosenversicherung für allgemeine Wohlfahrtszwecke verwandt werden, durch die Notverordnung vom 4. September jetzt auch praktisch die Enteignung der Sozialversicherung ermöglicht wird, also des Kollektiveigentums der Versicherten. Wie bisher die Arbeitervereine den Klassenkampf von unten bekämpften, werden sie auch in Zukunft schärfstens gegen den jetzt bestehenden Klassenkampf von oben vorgehen. Von der Zentrumspartei wird erwartet, daß sie alle Mittel anwendet, damit die Bildung einer Regierung erreicht wird, die vom Vertrauen des Volkes getragen wird.
Anschließend wurde die Vereinsarbeit besprochen. Hingewiesen wurde auf die st a r k e Agitation der Kommunisten im Fuldaer Land, der besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden soll. Bedauert wurde, daß inmanchen Arbeitergemeinden durch das Fehlen eines Arbeitervereins kein Gegengewicht gegendie radikale Propaganda vorhanden i ft.
Besprochen wurde auch die Förderung des freiwilligen Arbeitsdienstes und der Notstandsarbeiten. Der arbeitslosen Mitglieder und der verschämten Armen will man sich in den kommenden Monaten besonders annehmen.
In beiden Tagungen wurde folgende
Entschließung
angenommen:
Die zu einer Arbeitstagung versammelten Prä- 'ides und Vorstandsmitglieder der katholischen Arbeiter- und Männervereine des Bezirksverbandes Fulda erheben hiermit schärfsten Protest gegen die einseitige Belastung der untersten Volksschichten durch die Notverordnung vom 4. September 1932. Durch die Notverordnung wird auch die Selbstverwaltung der Sozialversicherung den Versicherten entrissen und von einer Regierung in die Hand genommen, die nicht das Vertrauen des Volkes besitzt.
Wir erwarten von der Regierung, daß sie eine gerechte Verteilung der Lasten vornimmt und dementsprechend die letzte Notverordnung abändert. Genau so wie wir früher ein Gesetz a b l e h n t e n, das den F ü rsten jegliches Eigentumsrecht nehmen wollte, weil dadurch das 7. Gebot Gottes verletzt worden wäre, fordern wir jetzt von der Regierung, daß sie das in der Verfassung verbürgte Recht des Privateigentums auch für das Kollektiveigentum der Versicherten gelten läßt und die Bestimm"noen in der Notverordnung über die Sozialversicherung a u f h e b t.
Aus der Hathbatfdtaft
Der katholische Frauenbund, Zweigverein Frankfurt a. 2H., veranstaltet von Sonntag, den 16. bis Donnerstag, den 20. Oktober einen Exerzitienkursus für Frauen und Jungfrauen in Bad Homburg o. d. H., Dreikaiserhof, Institut der engl. Fräulein, Weinbergweg 66 Nähere Auskunft und Anmeldungen im Büro Viktoria-Allee 4=6. Telephon 72 386.
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