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Seife 16 / Nummer 39.

liges oder fahrlässiges Verhalten der Mitarbeiter ausgesetzt ist. Dabei ist aber erforderlich, daß die Entstehung oder die Schwere der Verletzung noch durch Betriebseinrichtungen wesentlich mitbedingt ist Auch durch eigenes Verschulden des Verletzten wird Lie Anerkennung des Betriebsunfalles regel­mäßig nicht ausgeschlossen, selbst wenn der Unfall durch Fahrlässigkeit gröbster Art, ja selbst durch verbotswidriges Handeln herbeigeführt sein sollte. Nur die vorsätzliche Herbeiführung des Unfalles schließt den Entschädigungsanspruch aus. Ferner kann die Entschädigung ganz oder teilweise versagt werden, wenn der Verletzte den Unfall bei Bege­hung eines Verbrechens oder vorsätzlicher Vergehen erlitten hat. Zusammenfassend ist also zu sagen:

Ein entschädigungspflichtiger Unfall liegt dann vor, wenn eine versicherte Perlon in einem versi­cherten Betrieb bei einer auf den Zweck des Betrie­bes gerichteten Betriebsarbeit während der Be­triebszeit durch ein plötzlich wirkendes Ereignis eine Beschädigung des Körpers erlitten hat.

»*e Milchwirtschaft in tzessen-Kaffau.

Jährlich werden 717 Millionen Liker Kuhmilch erzeugt.

Die große Bedeutung der Milch als eines der wichtigsten Volksnahrungsmittel und als eine Haupteinnahmeguelle der deutschen Landwirtschaft hat es als zweckmäßig erscheinen lassen, die erft= mals für 1928 durchgeführte Milchproduktions- statistik für 1931 zu wiederholen, um Unterlagen über die Veränderungen in der Gesamterzeugung von Milch zu erhalten. Nach den Ergebnissen die­ser neuen Milchproduktionsstatistik stellt sich die durchschnittliche Milchleistung aller Milchkühe in Deutschland im Mittel auf 2 374 Liter je Kuh uni) Jahr. Diese Menge entspricht einer Tagesleistung je Milchkuh von 7,9 Litern bei einer mittleren Laktationsperiode von 300 Tagen im Jahr. Von diesem allgemeinen Durchschnitt ergeben sich aber starke Abweichungen sowohl nach Art und Haltung der Milchkühe als auch nach einzelnen Gebieten.

Weit über dem Durchschnitt liegen im allgemei­nen die Milcherträge der unter Leistungskontrolle stehenden Milchkühe. Bei diesen beträgt die Jah­resleistung im Durchschnitt 1 300 Liter mehr als im Reichsdurchschnitt sämtlicher Kühe. Auch in Hessen-Nassau stellte sich die durchschnittliche Milch­leistung der Kontrollkühe wesentlich höher als die der übrigen Kühe, denn sie beträgt im Jahre 3 525 Liter gegenüber 2 315 bei den übrigen eigentlichen Milchkühen und gegenüber nur 1 734 Litern bei den sowohl als Arbeits- wie auch als Milchkühen verwandten Tieren. Wert und Bedeutung der un­ter Leistungskontrolle stehenden Kühe stehen damit ganz außer Frage, wenn auch leider gesagt wer­den muß, daß unsere Provinz noch recht wenig Kontrollkühe besitzt. Von insgesamt 354 000 Milch­kühen in Hessen-Nassau stehen nur 12 000 unter Leistungskontrolle, das sind also knapp 3,5 Pro­zent gegenüber 10 Prozent im Reichsdurchschnitt. Andererseits muß anerkannt werden, daß sich die Zahl der Kontrollkühe in Hessen-Nassau seit 1928 um rund 4 000 vermehrt hat. Ihre Zahl ist damit doppelt so schnell gewachsen als im Reichsdurch­schnitt.

Was geschieht nun mit der Milch? Zunächst wird ein nicht unerheblicher Prozentsatz — in unserer Provinz sind es über 13 Prozent — an Kälber zur Aufzucht und zur Mast verbraucht. So verbleiben noch 624 Millionen Liter Kuhmilch in Hessen-Nassau für menschliche Ernährung und gewerbliche Zwecke verfügbar. Iw allgemeinen rechnet man, daß hiervon etwa ein Drittel als Frischmilch verkauft und zwei Drittel zu Molkerei­produkten verarbeitet werden. Hierbei ist ;u be­achten, daß über die Hälfte aller Kuhmilch zur Herstellung von Butter verwendet wird. In Hes­sen-Nassau wären dies mindestens 300 Millionen Liter Milch, was eine Buttererzeugung von rund 100 000 Doppelzentner bedeutet. Vergleichen wir schließlich noch den Gesamtmilchertrag in 1931 mit dem von 1928, so zeigt Hessen-Nassau eine Steige­rung um 87 Mill. Liter oder mehr als 13 Pro­zent, während der Mehrertrag im Reichsdurch­schnitt nur 9 Prozent betrug.

Aber auch die Ziegenmilch ist nicht un­wichtig. Wir haben in Hessen-Nassau noch 155 000 Ziegen mit einer Jahresleistung von durchschnitt­lich 543 Litern, insgesamt also 84 Millionen Li­tern. wovon 88 Prozent zur menschlichen Ernäh­rung Verwendung finden. Dr.-r.

DmmeLkrankuugen.

Meist handelt es sich bei diesen Erkrankungen um den sog. sommerlichen Darmkatarrh, welcher auffälligerweise besonders Kinder und jüngere Per­sonen besonders leicht befällt, während ältere Menschen erheblich weniger gefährdet sind. Meist besteht bei diesen Erkrankungen kein Grund zu besonderer Besorgnis, die meisten Kranken können zu Hause behandelt werden, u. Krankenhauspslege ist nur in wenigen, schweren Fällen notwendig. Die Krankheit, die schon einige Tage vorher sich durch Schlappheit und auffälliges Müdsein bemerk­bar macht, äußert sich hauptsächlich in Durchfällen und Erbrechen, die am ersten Tag mitunter mit leichtem Fieber verbunden sind. Bei sachgemäßer Behandlung, d. h. bei strenger Diät und ein bis zwei Tagen Bettruhe klingt die Erkrankung recht schnell wieder ab. Auffällig ist nur die Tatsache, daß die Erkrankungen in größerer Zahl meist an einem Ort oder in einem Stadtteil zeitlich zusam- inenfallen, was unbedingt auf einen infektiösen Charakter schließen läßt, ohne daß man den Er­reger bisher gefunden Hütte. Dieser Erreger scheint sich dann besonders stark auszuwirken, wenn Er­nährungsfehler und der Genuß ungewaschenen Obstes diese sommerlichen und herbstlichen Darm­katarrhe begünstigen. In dieser Erkenntnis liegen denn auch schon die wirksamsten Vorbeugungsmit­tel Man gewöhne sich gerade im Sommer an eine erhöhte Sauberkeit und lasse sich in der Ernährung eine gewisse Vorsicht angelegen sein. Also nicht zu­viel durcheinander essen, Vorsicht mit Obst, das im­mer sorgfältig mehrfach unter fließendem Wasser gewaschen werden muß, Vorsicht auch mit allen Milchprodukten, die beim Genuß völlig einwand­frei sein müssen. Ergibt sich nach der Erkrankung nicht innerhalb 24 Stunden ein Fallen des Fie­bers, das nicht über 38 Grad steigen darf, dann muß man den Arzt unbedingt zu Rate ziehen, da dann unmittelbare Gefahr für eine ernstere Er­krankung vorhanden ist.

AufwelcherSette geht der Herr?

Links! werden Sie denken. Aber so einfach ist diese Frage nicht beantwortet. Im allgemeinen und wo es zweifelhaft ist, geht der Herr immer links. Auf dem Trottoir der Straßen aeht der Herr jedoch stets auf der Bordseite, gleichsam um die Dame gegen den Verkehr auf dem Fahrdamm zu schützen.

Die Trevve hinauf aeht der Herr vor, abwärts läßt er die Dame vorgehen.

In einem Wagen oder Taxi sitzt der Herr rechts Herr vor, um möglichst rasch einen Platz für die Dame zu suchen, auch durch die Tür, die nach in­nen (von uns weg) aufgeht, eilt der Herr voran, um sie aufzuhalten. Läßt dann natürlich die Dame an sich vorbeigehen und folgt ihr.

In einem Wagen oder Taxisitzt der Herr rechts von der Dame. Warum? Der Wagen muß rechts anfahren. Die Dame steigt zuerst ein, und setzt sich auf den hinteren Platz, denn der Herr soll sich ja nicht an ihr vorbeidrücken. Dadurch nimmt er den rechten Platz ein. Er kann dann auch besser als erster aus dem Wagen springen und der Dame beim Aussteigen behilflich sein.

Im Theater, Konzert und Kino überläßt der Herr seiner Dame immer den besseren Platz, also in der Loge natürlich den Vorderplatz, in Parkett und Rängen den Platz, der mehr nach der. Mitte zu liegt.

Sonst aber geht und sitzt der Herr immer und überall an der linken Seite der Dame.

Verschiedenes.

Das Rulensterben der Himbeersträucher.

Die Himbeersträucher haben nach der Ernte zweier­lei Holz, nämlich einjähriges oder krautartiges und zwei­jähriges oder hartes. Letzteres, das sogenannte alte Holz, leicht kenntlich an der dunklen Farbe, wird An­fang August restlos weggeschnitten. Dadurch erhalten die stehengebliebenen jungen grünen Triebe ordentlich Licht und Luft, also günstige Entwicklungsmöglichkeiten. Sie werden abgehärtet und können gründlich reifen. Schneidet man außerdem noch die schwächlichen grünen

Zweige fort und läßt nur einige der stärksten stehen, so werden sich reichlich Knospen für das nächste Jahr bib den. Das abgeschnittene Holz darf auf keinen Fall auf . der Erde liegenbleiben, sondern muß sorgfältia gesam­melt und verbrannt werden, weil es die zahlreichen Win- tcr-Jnfektionskeime (Dauersporen) der mit Recht ge- . fürchteten Rutenkrankheit enthält. Diese seit Jahren sich immer mehr verbreitende Krankheit energisch zu bc- 5 kämpfen, sollte kein Gartenfreund unterlassen. Neben richtiger Düngung, vor allein einer tüchtigen Kalkgabe sö und Vermeidung übermäßigen Stallmistes, kommt in r erster Linie tiefes Herausschneiden und Verbrennen ?! aller befallenen Ruten in Frage. Eine gründliche Be- f'pritzilng mit einer iprozsntigen Solbar-Lösung, im n Ißinter Zprozentig, verhindert die Weiterausbreitung ; Dieser gefährlichen Krankheit, die sonst sehr häufig die i Sträucher zum Absterben bringt.

Behandlung kranker Kakteen. Die schlimmste Krank­heit der Kakteen ist die Stammfäule, meist die Folge - unrichtigen Gießens. Der Pflanzentörper wird dabei i weich und glasig wässerig. Her ist natürlich nicht mehr ' viel zu retten, es sei denn, daß der untere oder obere Teil der Pflanze noch gesund ist. Dann schneidet man i den faulen Teil sorgfältig heraus, verpflanzt entweder i den unteren Teil in frische Erde oder läßt den oberen Teil erst einige Tage gut abtrocknen, bis sich eine feste Haut auf der Wunde gebildet hat, setzt ihn dann ein­fach auf sandige Erde als Steckling und ein Glas da- - rüber, bis die Bewurzelung nach zirka drei bis vier s i Wochen eingetreten sein wird, dann wird dieser ge- - . rettete Teil der alten Pflanze als neue Pflanze munter s i weiterleben.

Bayerische Linsensuppe. Für 4—5 Personen, 1—1% Stunde. Zutaten: 1 Pfund Linsen, 3—4 große Kartof­feln, 1 Büschel Suppengrün, 1 Eßlöffel Mehl, 1 Zwiebel, tz- Pfd. fettes Rauchfleisch, 2 Eßlöffel Fett, einige Trop­fen Maggi's Würze. Zubereitung: Die Linsen werden verlesen, gewaschen, tags zuvor eingeweicht und dann int Einweichwasser mit dem feingehackten Suppengrün weichgekocht. Wenn sie etwa halbweich sind, gibt man das würflig geschnittene Rauchfleisch daran und läßt es darin weichkochen. Unterdessen macht man aus Fett und Mehl eine dunkle Einbrenne, dünstet in dieser die fein- gehackte Zwebel, löscht mit Linsenwasser ab und gibt sie an die Linsen. In der letzten Viertelstunde läßt man noch die würflig geschnittenen Kartoffeln in dem Gericht weichwerden, doch ohne daß sie zerfallen. Vor dem Anrichten schmeckt man das Gericht auf Salz ab und verbessert mit einigen Tropfen Maggi's Würze.

Haussuchung. Wenn der Verdacht einer strafbaren Handlung z. B. der Wilddieberei gegen Jemand vorliegt, haben Bürgermeister, Landjäger und Förster als Hills- beamte der Staatanwaltschaft das Recht, auch in Abwe­senheit des Verdächtigten eine Haussuchung vorzuneh­men. Finden dieselben Beweisstücke (Teile von Wud, Gewehre, beschmutzte Kleider und Schuhe, so dürfen die­selben mitgenommen werden

Baby hat einen Knops verschluckt. Kommt es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen vor, daß Baby einen Knopf oder ein Geldstück verschluckt, so ist es das beste, dem Kind sofort die richtige Nahrung zu geben, damit der Fremdkörper aus natürliche Wege entfernt wird. Brot und Butter sind das allerbeste, wenn das Kind irgend alt genug ist, essen zu können. Auch dicke Milchpuddings sind ausgezeichnet. Diese Stoffe hüllen den Fremd- körper ein und befördern ihn mit hinaus. Sollte das Kind aber eine Kupfermünze verschluckt haben, die ja giftig ist so soll man möglichst rasch einen Arzt rufen.

Glaserkitt wird durch andauerndes Kneten von Schlämmkreide mit gekochtem Leinöl bereitet. Ein brei­tes Brett wird dabei als Unterlage benutzt, Soll der Kitt nach dem Verarbeiten schnell hart werden, so setzt man dem Leinöl etwas Terpentinöl zu. Der bei der Arbeit übriggebliebene Kitt kann bis zum nächsten Be­darfsfall aufgehoben werden^ er wird nicht hart und brüchig, wenn man ein wenig Salatül oder geschmolze­nen Talg hineinknetet. Auch tut man gut, den Kitt­klumpen in ein ölgetränktes Tuch oder in Pergament­papier einzuschlagen.

Der hecht kann ein Alter von 150 Jahren, der Karp­fen ein Alter von 250 Jahren erreichen.

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