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verdient die Opferwilligkeit anerkannt 311 werden, mit der auch in diesem Jahre wiederum katholische Männer und Frauen die erst pderlichen Listenstel­len übernahmen.

Und der Erfolg ihrer Bereitwilligkeit und ihrer Arbeit? Ihn eindeutig zu erkennen, hindert der folgende Umstand: Aus dem Jahre 1930 kennen wir in Hanau die sog. Gemeinschaftsliste, in der die bis dahin vertretenen katholischen, protestantischen und sozialistischen Vertreter a^c Grund der vorauf­gegangenen Wahlergebnisse berücksichtigt waren. Da diese früheren Wahlen von den katholischen El­tern ausgezeichnet bestritten waren, besaßen sie seither weit über ein Drittel der Sitze. Diese sind in dem Wahlgang dieses Jahres auf ein Sechstel zurückgegangen (womit sie knapp im Bereiche der Parität liegen) und da« kam so:

Die katholischen Eltern unter den gegen 10 000 Wahlberechtigten waren an fast allen Schulen auf diese Gemeinschaftsliste angewiesen, die wegen des Fehlens von Gegenlisten an sämtlichen höheren Schulen einen Wahlgang erübrigte und an den Mittelschulen gegenüber den Nationalsozialisten die Mehrheit errang, während an den Volks- und Grundschulen dieser Erfolg nicht mehr möglich war, weil Kommunisten (bis 50 v. H.) und Natio­nalsozialisten (bis über 40 v. H) scharfe Wettbe­werber waren. Außerdem ist die Verteilung auf der Liste ungünstig für die katholischen Vertreter gewesen, so daß die katholischen Eltern offenbar mehr in die Gemeinschaftsliste hineingewählt ha­ben als für ihre Vertreter da^ei herausgekommen ist. An zwei Schulen ist man daher bereits von ihr abgegangen und hatte eigene katholische Listen aufgestellt — ein Verfahren, das sich gut bewährt hat; denn auf diese Weise konnten mehr als die Hälfte der katholischen Vertretungen gerettet wer­den.

Von der katholischen Schulorgani­sation war alles getan worden, um die Eltern auf ihre Gewissenspflicht (durch Rundschreiben, Schulungs- und Ausklärungsversammlungen) auf­merksam zu machen. Ein überzeugender Sieg wäre besonders angesichts der schwachen Wahlbe­teiligung (17—37 v. H.) durchaus möglich gewesen, auch hätte er die Verteidigungsstellung der Vertre­ter sehr gestärkt. Trotzdem ist zu hoffen, daß es den Vertretern der katholischen Elternschaft gelin­gen möge, im engen Zusammenarbeiten mit der rührigen katholischen Lehrerschaft Hanaus unter vierfacher Uebermacht des Bolschewismus und Fa­schismus ersprießliche Arbeit im Dinste cm katholischen Schulv 0 lk zu leisten. Möge sie dabei, mehr noch als bisher, die restlose Unterstützung der katholischen Eltern finden!

Spangenberg. Die Staatl. Forstschule hat ihr Schul­jahr mit der Abschlußprüfung von 60 Forstschülern, von denen 53 ihr Ziel erreichten, beendet. Der im Oktober beginnende neue Lehrgang wird einen bedeutenden Zu­wachs an Schülern verzeichnen, da die Forstschule in Hachenburg geschlossen und die jungen Forstleute nach hier überwiesen werden. Dieser Zuwachs ist auch für unsere kleine katholische Gemeinde insofern von Bedeu­tung, als voraussichtlich die Anzahl der Forstschüler kath. Bekenntnisses sich erheblich vermehren wird, so daß mög­licherweise der Raum unserer neuen Kapelle, die vor einigen Tagen durch den Herrn Dechant Dehler, den früheren Seelsorger unserer Filialgemeinde von Melsub­gen, kirchlich eingeweiht wurde, sich als sehr knapp er­weisen wird. Der Kapellenraum, ein Mietraum im zwei­ten Stockwerk eines Wohnhauses, ist durch Künstlerin­nenhand feinsinnig seinem hehren Zweck dienstbar ge­macht worden, eine Hauptzierde bietet der Wandschmuck — die Wände wurden mit Rupfen bespannt, die mit prächtigen Stickereien versehen wurden —, so daß diese Art der Ausstattung eines gottesdienstlichen Raumes eine gewisse Seltenheit darstellt. Die von Herrn Heise- Kassel erstellten Stationen des Kreuzweges erhielten ihr? nfch, Ich- d°i°r Zephyr! N-Fulda

Fritzlar. Am Samstag, 7. September, stellte der Paramentenverem im Saale von St. Wigbert die im ätzten Jahre angefertigen Arbeiten aus. Auf meh­reren Tischen lagen die Handarbeiten ausgebreitet- Weiß zeug und Stickereien, Kanten für Altar- und Alben­schmuck. Spitzen in Häkel-, Strich, Filet- und Klöppel- orbeit, mehrere Meßgewänder mit selbstgefertigten Bal­ten u a. Die größte Bewunderung erregte ein neuer

r- e p p i ch, der nach einem alten Hans Holl- bein-Muster eigens für den St. Petri-Dom entworfen wurde. In verhältnismäßig kurzer Zeit bewältigten die Damen des Fritzlarer Paramenten-Vereins die riesige Arbeit in Kreuzstichtechnik. Die Materialkosten wurden

durch freiwillige Spenden der katholischen Frauen Fritz­lars gedeckt. Farbenschönheit und künstlerische Gestaltung des Renaissance-Meisters erhöhen sinnvoll die Stilman­nigfaltigkeit im St. Petri-Dom. Der Teppich bleibt ein Ehrenmal be» freudigen Elfers und der Opferwilligkeit der katholischen Frauen Fritzlars.

Neustadt. Am 11. September fand im „Forst" die kirchliche Weihe des an den Bäumen rings der Kapelle befestigten Kreuzweges durch Den hochw Franziskaner- Pater Gotthard vom Frauenberg statt. Herr Dechant Ebel hielt das Hochamt, während Herr P. Gotthard in feiner Predigt den Sinn der Kreuzwegandacht deutete. Nach der Benediktion wurde gemeinschaftlich der Kreuz­weg gebetet. Der am Abend vorher niedergegangene, wolkenbruchartige Regen, welcher vielfach die Wege auf­geweicht hatte, mag wohl schuld gewesen sein, daß die Teilnahme von Gläubigen aus den umliegenden Ort­schaften nicht so groß war, wie man es sonst gewohnt ist.

Aus dem Dekanat Erfurt. Nachdem wir kürzlich über die Feier des gotoenen Jubiläums des Erfurter Cäcilienvereins berichteten, so mögen heute nod) einige kurze Angaben über die reiche Geschichte des für Die Erfurter Kirchenmusik so verdienstvollen Chores fol­gen. Es war im Jahre 1882, als' Herr Pfarrer Trippe, der Seelsorger der Schottenkirche, für die verwaiste Ge- sangsabteilung des katholischen Gesellenvereins eine neuen Dirigenten suchte. Er fand eine ausgezeichnete Kraft in dem Musiklehrer Karl Rese. Dessen unermüd­lichen Schaffensdrang genügte aber bald die Männer­chor-Arbeit nicht mehr. Ein großer gemischter Chor sollte gegründet werden, der auch größere Aufgaben meisterte. Zunächst wurden für die Aufführung eines Osteroratoriums Sopran-, und Altstimmen gewonnen und als das Werk in dem damaligen städtischen Theater vor ausverkauftem Hause einen vollen Erfolg errang, stand es fest, daß der zusammengestellte gemischte Chor als Dauergründung im Dienste der Mufica sacra be­stehen bleiben sollte. 27 Jahre war es dem nunmehri­gen Cäcilien-Berein vergönnt, unter seinem hervorra­genden Dirigenten, Herrn Rese, im Dienste der hl. Cä­cilia zu wirken und durch viele meisterhafte Aufführun­gen wurde er zum großen kirchen-musikalischen Anreger jawohl für Erfurt selbst als auch für die weite Diaspora bis hin nach Merseburg und Halle. Der Hl. Vater er= kannte die aufopferungsvolle Arbeit Reses an durch die Verleihung des Ordens pro ecclesia et pontifics. Nachfolger wurde 1908 Herr Lehrer Buschmeyer, der durch seine ausgezeichneten Kenntnisse auf allen Gebie­ten der Kirchenmusik und feine hohe musikalische Bega­bung die Leistungen des Chores weiterhin steigern konnte. Die Aufführungen von Piels Kantate „Gelobt sei Jesus Christus" und Joseph Rheinbergers „Stern von Bethlehem" erinnern noch an diese Glanzzeit. Lei­der mußte Herr Buschmeyer nach 12jähriger Tätigkeit aus Gesundheitsrücksichten die Choravbeit aufgeben. Es war gerade in der krisenhaften Nachkriegszeit, als sich dann für drei Jahre Herr Göbel bereits anb, den Chor weiter zu leiten. 1924 übernahm dann der überaus strebsame Herr Feldmann die Chorleitung. Unermüd­lich war er tätig, den Verein wieder auf seine frühere Höhe zurückzuführen. Die kirchenmusikalische Andacht am goldenen Jubiläumstage bewies, wie fein der Chor geschult ist, und auch die schwierigste klassische Kirchen­musik technisch meistert. Möge es dem Jubelchore ver­gönnt sein, auch in aller Zukunft seine hohe Aufgabe so zu erfüllen, wie sie einst der hl. Ambrosius forderte: „Der Kirchengesang soll das Lob Gottes laut verkün­den und zu einem kraftvoll klingenden Glaubensbekennt­nis der Christen werden."

Bischofferode. Unter starker Beteiligung kamen am Patronatsfeste unseres neuen Gotteshauses die Prozes­sionen aus Neustadt, Holungen, Weißenborn, Lüderodc und Jützenbach. Nach dem Levitenamte bewegte sich eine theophorische Prozession durch die Ortsstraßen.

Birkungen. Nachdem unser langjähriger Hauptlehrer Veume wegen Erreichung der Altersgrenze in den Ruhe­stand getreten ist, wurde Lehrer Sander aus Birken­riede zu dessen Nachfolger ernannt.

Hüpsledk. Wie alljährlich, so zog auch in diesem Jahre die ganze Gemeinde am Einweihungstage unseres Kriegerdenkmals nach dem Hochamt zur Gedächtnis- stätte unserer Gefallenen. Pfarrer Vocke erinnerte in er­greifender Weise an die lieben Toten, die im leben­digen Glauben an den Erlösertod unseres Heilandes fürs Vaterland gestorben sind. Gebet und Segen gab der Erinnerungsfeier den Abschluß.

Heiligenstadl. Professor Grawe, der 35 Jahre am hiesigen katholischen Gymnasium unterrichtete und der sich höchster Wertschätzung im Kreise seiner ehemaligen Schüler erfreut, konnte in erfreulicher körperlicher und geistiger Frische seinen 75. Geburtstag feiern. In jahr­zehntelanger Wirksamkeit als Stadtverordneter und Bei­geordneter hat er sich bleibende Verdienste um die Stadt erworben, die ihm zur zweiten Heimat geworden ist, — Die eichsfeldischen Gesellenvereine hatten am vergangenen Sonntag ihr Wandertreffen auf dem Sonnenstein, wo sich vier Arbeitskreise mit grundsätz­lichen Fragen der Bildung, aus denen Folgerungen für die praktische Arbeit gezogen wurden, beschäftigten. Klar herausgearbeitet wurden die Forderungen, die jedes Mitglied erfüllen muß, um den Idealen Kolpings nahe zu kommen. Bei frohem Sang wurden schließlich noch organisatorische Fragen erörtert. — Im kleinen Saal

des Kolpingshauses veranstaltete die Zentrumspartei einen Ausspracheabend, auf dem Studienrat Pradel aber das Thema- „Von Brüning zu Papen. Wie es zur . Auflösung des Reichstages kam" referierte. — Die so­genannte Gemeindewoche begann am vergangenen Sonntag mit einer Prozession, die von der Neustädter Pfarrkirche aus ihren Anfang nahm, zum Friedhof. Dort hielt Vikar Gogolin am Kreuz eine ergreifende Gedacht- ; nispredigt.

Nordhausen. Von besonderer Bedeutung für das n Krankenpflegewesen der Stadt Nordhausen wurde diem im Jahre 1875 gegründete Niederlassung der grauen 1 «chwestern, der die damalige Kaiserin Augusta eine n künstlerisch wertvolle Elisabethstatue schenkte, die in der 1 Kapelle des Schwesternhauses aufgestellt wurde. Vor . 25 Jahren erhielt das schöne Gebäude in der Domstraße s seine heutige Gestalt.

Steinbach. Bei der letzten Etzelbacher Wallfahrt fei­erte Pater Heise aus Wingerode, der demnächst einem rn Rufe seines Ordensobern folgend in die Heidenmiflion n gebt, das Hochamt. Die Festpredigt hielt ein Franzis- ■ kanerpater, der den zahlreichen Andächtigen die Schmer- 1 zensmutter als Trösterin im Erdenleid nahe brachte.

Siutmtog in Geèsa.

Der Seifaer Sturmruf war durch die Kreise er» Hungen und gehört worden. Die Vorbereitungen zum Empfang der Vielen waren getroffen. Gewittersturm i leitete am Samstag abend zu dem großen Sturmtag in i Geisa über.

Der Sturmsonntag.

Geisa in reichem Flaggenschmuck. Dräuende Wetter- ’ wolken am Himmel und Sturmgeheul in den Bäumen. Ein Tag zum Stürmen! — Der frühe Morgen fand die 9 Seifaer Jungmannen an der Komunionbank. Sie woll­ten den Tag mit Christus dem großen Führer begehen, r Währenddessen war Eisenach mit Sang und Klang ein- j gezogen. Im Festgottesdienst wurde das neue Banner — auf schwarzem Grund das rote Christuszeichen — geweiht und feinem Verein zum Sturmzeichen überge­ben. Der Festprediger Dr. Wahl, Fulda, ermahnte dis ' Jungmänner, diesem leuchtenden Ehristuszeichen stets mit Opfermut zu folgen und sich durch keine Be^chi mp- - sung von dem hehren Ziele abbringen zu lassen. Katho- Wen der Tat zu sein, d. h. lebendige Gemeinschaft mit i Christus zu halten und in dem Nebenmenschen den Bruder, den Diener Christi zu sehen.

Der Mittag brachte dann die vielen Gäste, die in 1 der Heimatpfarrei das hl. Opfer mitangehärt hatten. Aus Nah und Fern kommen sie herbeigeeilt, diese tap- - seren Süürmer, Freude auf den Gesichtern, Sonne im r Herzen. Trupp für Trupp rückt geschlossen an und lockt t die Bewohner an die Fenster mit ihrem frohen Sang. Am Stadteingang formiert sich das Trommler- und Pfeiferkorps Oberufhausen zum Einzug in die hi­storische Stadt. Als ihr Trommeln und Pfeifen durch die Straße schallt, da wirds lebendig. Kinder flankieren die fremden, schneidigen Spieler. Die Aelteren um äu» men die Straßen, und ihre Mienen sprechen Staunen und Bewunderung aus. Ja, diese jungen Trommler ge­hören zu jedem Fest, sie bringen Stimmung in die Rei­hen.

Der Sturm beginnt. Hunderte ziehen in die Kirche ein, sich der Mutter und Königin Maria zu weihem Segne Mutter, Segne Mutter unsern Bund.

Es geht hinauf zum Gangolfsberg zur öffentlichen Kundgebung. Viele kommen gerade nach zur rechten Zeit. Trommelwirbel setzt den großen Zug in Bewe­gung, an dem über 500 Jungmänner teilnehmen. Auch ein kleiner schwarzer Block ist in dem Zuge.

Prolog, Lieder und Sturmrede des Herrn Lehrers Tertilt weisen auf die Bedeutung des Sturmtages hin und fordern die Jungmannen auf, in den Landen zu stürmen, deutsche Jugend durch Wort und Tat für Christus zu gewinnen. „Heiligem Kampf sind wir ge­weiht!" In dieser Festesstunde vergißt man'auch nicht die Gefallenen, die fürs Vaterland gestürmt haben.

D e r F e st z u g.

An der Spitze das Trommlerkorps, die Musikkapelle Geisa mit klingendem Spiel in der Mitte. Die Banner wehen und das Ehristuszeichen leuchtet in der hellen Mittagssonne. Die Straßen umsäumt von staunenoen Zuschauern! Man hat selten in Geisa einen solenn Tag gesehen. Wann tretet ihr in unsre Reiben ihr mnqen Kameraden und helft uns stürmen für Christ"

Der Festsaal.kann die große Masse gar nicht fassen, und viele müssen sich vor den Fenstern ein Plätzchen suchen.

Die Fe st Versammlung.

Ein schneidiger Marsch eröffnet die Versammlung. Der Präses des Seifaer Jungmännervereins, Dr. G ä r t» n e r begrüßt mit freudigen jugendfrischen Worten die erschienenen Jungmänner, besonders die Präsides und