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Beilage MmLI. Clifabeiliblatl

Ar. 39

Sonntag, 25. September

1932

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Mit wem hältst du es?

Der große Prediger unserer Zeit ist mit Recht schon die Presse genannt worden. Ihr Wort fin- det bei Millionen Gehör und verhallt nicht so rasch, wie das auf der Kanzel. Und Tag für Tag er­schallt es millionenfach.

So ist die Presse eine Weltkanzel, eine Welt­macht geworden! Und keiner stellt sich neutral zu ihr.

Wie stehst du zu ihr? Zur guten und zur j schlechten Presse?

Die Königin von Holland, welche unter ihr Bild die Devise schrieb: „Christus über alles!" hat vor nicht gar langer Zeit einer liberalen Zeitung alle Abonnements gekündigt, weil sie einen gottes­lästerlichen Artikel aufnahm. So handelt sie, eine nicht katholische Frau. Und was tun leider A manche katholische Männer? Sie werfen ihr sauer verdientes Geld für Schund- und Schandware hin­aus, legen es für feindliches Kriegsmaterial an. ^re dulden es, daß in ihren Häusern, direkt unter dem Bilde des Gekreuzigten dessen Feinde Plaß nehmey. Sie helfen mit an der Vergiftung der ihnen anvertrauten Seelen, sie machen die Hand­langer derer, welche gegen den Felsen Petri an­rennen.

Unterstützung schlechter Presse ist Verleumdung Christi, Verrat an seiner heiligen Kirche. Willst du ein solcher Verräter sein und bleiben?

Doch damit ist es noch nicht abgetan, daß du keine feindliche Zeitung über deine Türschwelle kommen läßt. Du sollst auch um die katholische Presse dich annehmen und sie nach Kräften zu fördern und zu unterstützen suchen. Der große Bi­schof Ketteler sagte einmal: „Ein Katholik, der die katholische Presse nicht nach Kräften unter­stützt, hat kein Recht, sich ein gutes Kind der Kirche zu nennen".

Als Losung muß darum gelten: In jedes katholische Haus eine katholische Zeitung! Das muß Gewissenssache, Ehrensache sein.

Der „Vomfaliusbote" ist in Tausenden von Familien langjähriger Gast und lieber Freund ge­worden, den sie nicht mehr missen möchten. Aber er kommt noch an allerlei Türen vorbei, die ihm katholisch vorkommen, wo er noch nicht eingelassen und eingeladen wird. Und doch möchte er dort auch einkehren, auch dort ein wenig plaudern und Hausrecht bekommen. Mach darum deinen Freund, deinen Nachbarn auf den Boten mit einem emp­fehlenden Worte aufmerksam. Jetzt, wo ein neues Vierteljahr beginnt und wo zudem die Abende wieder länger zu werden anfangen und mehr Zeit zum Lesen übrig bleibt, wäre der richtige Zeit­punkt hierfür.

Also gelt, vor allem selbst treu zur katholischen Presse stehen und dann andere dafür zu gewin­nen suchen. Das gehört auch zu einem llberzeu- gungstreuen Katholiken. Und ein solcher 'ollst und willst du doch sicher fein

Presse-Patenschaft.

Es handelt sich um zwei Dienstmädchen. Eines von ihnen war angestellt bei einer protestantischen Herrschaft, bezog aber für sich die katholische Sonn- tagszeitung. Jedesmal, wenn das Blatt gründlich von vorn bis hinten durchgelesen war, wanderte es auf den Tisch der Herrschaft- Heute bezieht die Herrschaft nicht nur die Sonntagszeitung, sondern auch das katholische Tageblatt. Das andere Mäd­chen war bei einer sozialistisch-kommunistischen Familie angestellt. Und die sind radikal. Aber das Dienstmädchen wußte Rat. Erst mußten die Kin­der die schönen Geschichtchen aus der Sonntags­zeitung lesen; diese erzählten davon. Und nun ging es seinen gewöhnlichen Gang, bis alle kom­munistischen Papiere auf dem „Tisch des Hauses" verschwanden und eine katholische Zeitung die Lücke glänzend ausfüllte. Der Sowjetstern ist er­loschen und der Stern von Bethlehem ist über der Familie wieder aufgegangen. Das sind Tatsachen. Zwei Dienstmädchen als wahre und aktive Apostel! Die Heilige Schrift hat recht: ......den Großen ist

es verborgen und den Kleinen hat der Herr es ge­offenbart!" Wenn arme und einfache Dienstmäd­chen mit dem Weitergeben der guten Presse solche Erfolge erzielen, dann könnten besser gestellte Ka­tholiken so etwas wie eine Presse-Patenschaft über­nehmen. Sie könnten für eine oder mehrere Fa­milien — je nach Lage der Dinge und Kraft der Börse! — eine Kirchenzeitung auf ihre Kosten be­stellen oder wenigstens ihre eigene katholische Zei­tung weitergeben. Da wird die Presse-Patenschaft zu einem wirklichen und nachhaltigen Almosen! Der Beweis dafür ist oben zur Genüge erbracht.

Wir brauch n aktive apaslokische Leute, nicht solche, die aktiv find aus Betriebsamkeit, son­dern aus einem starken und feurigen Glauben an Gott und Christus. Aktiv sein heißt, aus Ueber­zeugung schaffen und handeln. Geredet haben wir genug, vielleicht schon zuviel, und während wir re­deten (beinahe hätte ich geschrieben „schliefen"), ha­ben andere geschafft. Wo sind denn unsere Jung­männer und Männer, oder unsere Jungfrauen und Frauen, die z. B. einmal mit einem Pack Sonntagszeitungen unter dem Arm losziehen, oder sich mit Flugblättern bewaffnen und von Haus zu Haus wandern? ... D, es gibt auch unter uns viel Glaubensmut und Arbeitswille! Er muß nur geweckt und an die Arbeit gestellt werden. Oder sollen wir uns feige zurückziehen, nur kritisieren, und den Anderen, den fleißigen Gegnern vollends das Feld überlassen?

Aus ist DGZs's AASS«

Albertus-Magnus-Verein der Diözese _ Hulda. Bewerbungen um ein Stipendium (Ltudien- darlehen) sind nach einem Beschluß der diesjähri­gen Generalversammlung zu Hildesheim von jetzt ab für das Wintersemester bis zum 1. Okto­ber und für das Sommersemester bis zum 1. April an die Diözesanvorstände einzureichen. Aus­sicht auf ein Studiendarlehen haben bei der gro­ßen Anzahl der Gesuche nur begabte, bestempfoh­lene Studenten der höheren Semester. Studenten der beiden ersten Semester müssen leider wegen Mangels an hinreichenden Einnahmen schon seit Jahren ganz ausscheiden Im Hinblick auf die große Not unter den Studenten und die große kul­turelle Bedeutung des A M. V. bitten wir erneut alle Freunde des katholischen Studentenwerkes, den Vorstand in der Aufbringung der erfordere lichen Mittel nach Kräften zu unterstützen. Geld­spenden wolle man an die Commerz- und Privat­bank Fulda senden mit dem Vermerk „Für Alber­tus-Magnus-Verein". Die Bank hat das Postscheck­konto Frankfurt a. M. 4641. Gesuche um ein Sti­pendium gehen an den Vorsitzenden, Herrn Stu­diendirektor Dr Lauwartz, Fulda. Oberrealschule.

Hulda. Die Stelle des Direktors der Landes- leihbank Fulda, die durch den Tod des bisherigen Direktors Römmelt verwaist ist, wurde zunächst auftragsweise dem Landesoberrentmeister Kiel in Kirchhain übertragen.

Heiligenstadk. Am 20. September vollendete Professor Florentin Müller sein 60. Lebensjahr. Er fühlt sich so jung und rüstig, daß er noch schaffen kann wie in den Jahren des besten Mannesalters. Professor Müller hat sich nie auf das Gymnasium beschränkt, wo er seine Lehr- und Priester-Tätigkeit amtlich ausübt; er hat sein Wissen und Können auch in den Dienst der höheren Mädchenbildung ge­stellt und sich in weitgehendem Maße dem katholi­schen Vereinsleben gewidmet. Wir erinnern uns an seine begeisternden Reden im Volksverein für das katholische Deutschland, dessen Leiter auf dem Eichsfelde er lange war. Den Katholischen Kaufm. Verein kann man sich ohne Professor Müller als Geistlichen Beirat nicht vorstellen. Brauchen Pfarrer auf dem Eichsfelde oder in der Diaspora

einen Festprediger, so wenden sie sich gern an ihn. Sie wissen, daß er kommt, wenn er sich freimachen kann. Wir wünschen dem Sechzigjährigen, daß ihm seine jugendliche Kraft noch lange erhalten bleibe, auf daß er weiter wirken könne am Altare, auf der Kanzel und am Katheder, in Vereinsver­sammlungen und am Schreibtisch.

Gläserzell. Herr Josef Ruhl von hier bestand am Technikum in Lage (Lippe) die Ingenieur-Prüfung im Maschinenbau (Flugtechnik und Autobau) mit dem Prädikat „gut".

Hanau. Im Kathol. Frauen- und Mütterverein, den Stadtpfarrer Dechant Weidner aus der Leitung des unvergeßlichen, jüngst verstorbenen Dechanten Braun übernommen hat, ist in den letzten Monaten mit wach­sendem Erfolg versucht worden, die Arbeit der Hanauer kathol. Frauenschaft auf einer breiteren Grundlage wei­terzuführen. Eine Reihe von neuen, sehr gut besuchten Veranstaltungen diente der Linderung und Behebung unserer Familien- und Ehenot und den Fragen unserer wirtschaftlichen und religiösen Lage. Unter überwälti­gender Beteiligung ist nunmehr ein zweitägiges Treffen gelungen, auf dem am Sonntag Frl. G e r st e r von der Zentrale des Kath. Deutschen Frauenbundes (Düsseldorf) über die Aufgaben der kath. Frau in unserer Zeit sprach. Der zweite Tag verlief harmonisch in den Räumen der Haushaltungsschule der Armen Schulschwestern U. L. Frau hatte aus dem Hanauer Dekanat eine große Zahl von Präsides und Müttern zusammengeführt, die sich für die Patronin und das Vorbild der kathol. Frauen­bewegung, die Magd Gottes, nach dem Bundeswahl­spruch Ece ancilla Domini! begeistern ließen.

Der Ellernbeiral der Simultanschule und die Hanauer Elternbeirakswahlen.

Seit zwei Men'chenaltern besitzt Hanau die Si- multanschule. Auf dem Wege über die damaligen Vollmachten faßte während des Kulturkampfes die Schulauffichtsverwaltung das allgemeine Hanauer Schulwesen, das bis dahin zum Segen der einzel­nen Bekenntnisse fruchtbar gewesen war, nach den Schulgradeck zusammen, so daß heute fünf Volks- unb Grund- (Bezirks-) Schulen, zwei Mittelschulen und drei höhere Schulen den Charakter der s o g. Gemeinschaftsschule tragen und somit eine eigenständige katholische Schularbeit mit Selbstver­waltung in den Hanauer Stadtgrenzen fehlt.

Diese Umstände bedingen von vornherein eine ^ungemein verantwortungsvolle Stellung der Hanauer katholischen Eltern zur Schule, in der ihre Kinder für das Leben erzogen werden. Soweit sie mit den pro­testantischen Eltern in ihren Erziehungsidealen ge­meinem gehen können, sehen sie sich mit diesen auf der einen Seite einer neu aufgekommenen Front gegenüber, die dem allmächtigen Staat über das Schulmonopol den Weg zur faschistisch-natio­nalistischen Ausbildung des Nachwuchses öffnen will. Die unversöhnliche Art, in der diese Forde­rung erhoben wird, findet ihr Gegenstück in der planmäßigen Wühl- und Zersetzungsarbeit bolsche­wistischer Prägung. Dabei ist ausdrücklich zu be­tonen, daß diese letztere Erziehungsbewegung — der „proletarische S ch ulkampf" — seine Ziele dauernd praktisch zu erstreben sucht und sich bereits auf dem besten Wege zu einem Kleinkriege innerhalb der Schule um ' Erziehungsmethode, Autorität, Religionsstunde, Schulmoral uff. befin­det.

Mag insoweit bie katholische mit der gläubigen evangelischen Elternschaft zusammenarbeiten kön­nen: wegen ihrer Minderzahl bleibt sie bei der Vertretung ihrer christkatholischen Erziehungs- grunüsätze oft vollständig allein. Dann setzt zu­meist ein heldenmütiges Ringen in der Verteidi­gung kostbarer katholischer Glaubenswahrheit und Erziehungsweisheit ein, dessen Schauplatz nicht nur bie“ Lehrerkonferenzen, sondern nunmehr auch die Versammlungen der Eltern- heirate sind. Vom Schulgesetzgeber ist der Auf­gabenkreis der Elternbeiräte eigens weit umrissen und zum Ziel ihrer Arbeit das Wohl der Schule gemacht worden. Es ist barum verständlich, daß die Arbeit in diesen Organen besonders künftighin vom katholischen Elterubeiratsmitglied eine klare und sichere Vertretung erfordert. Umso mehr