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Papst Pius XI. empsin«, einen Pilgsrzug non 800 italienischen Kriegswaisen, in deren Begleitung sich ein Senator, mehrere Vorstandsmitglieder der italienischen Kriegswaisenfürsorge, ehemalige Feldgeistliche und ein Inhaber der goldenen Tapferkeitsmedaille befanden, in Sonderaudienz. Mit herzgewinnenden Worten wandte sich der Heilige Vater dabei an die Waisen und erklärte, daß allein schon ihre Namen einmal von so viel Kum- i mer und Leid Zeugnis ablege, aber auch der Quell eines so großen Trostes sei wegen der Anteilnahme und der mitleidsvollen Gesinnung, die das Wort Waise in allen guten Herzen erwecke. Gott selbst habe sich ungeachtet seiner allgemeinen Vaterschaft, mit der er liebevoll alle Dinge umfasse, in ausnehmender Weise als Vater der Waisen bezeichnet, gleichsam um das besondere Recht auszudrücken, daß die Waisen auch das tiefe Mitgefühl aller Menschen besäßen. Der Papst als Stellvertreter Christi habe das größte Recht, solche Empfindungen zu feinen eigenen zu machen. Teilnahmsvoll gedachte Pius XI. dann noch des besonderen Schicksals der Kriegswaisen, das sie durch ein unvorhergesehenes und gewaltsames Ereignis zu solchen gemacht, sie aber auch der Liebe und dem Interesse aller Guten anoertraut habe. Eine Schar von bewährten Personen, von erlesenen Seelen aus dem Laienstande, dem Klerus und der geistlichen Orden nehme sich ihrer auf ihrem erst in den Anfängen befindlichen Lebenswege an, und neben dem göttlichen Segen wünsche der Papst, daß er von den Wohltaten der Menschen beoleitet fei:
Aufsehen erregte in der italienischen Oeffent- lichkeit der endgültige Uebertritt des früheren Geheimkaplans Pius X. und Benedikts XV., Prälat Girolamo Bianchi, zum Eremitenleben im Kloster von Camaldoli. Dieses Ordensleben gilt als das schwerste von allen. Etwa 50 Selige und andere im Rufe der Heiligkeit verstorbene Mönche haben als Klausner im „Sacro Eremo di Camaldoli" ihre irdische Laufbahn abgeschlossen. Das strengste Eremitenleben wird von den Ordensoberen den Mönchen nur selten unter einer langen Probezeit gestattet. Der Eremit lebt abgeschlossen in seiner Zelle, die von einem ummauerten Gärtchen umgeben ist. In seiner Zelle befindet sich eine kleine Kapelle, in der er die hl. Messe zelebriert. Nur an den drei Kartagen vor dem Osterfest nimmt er am gemeinsamen Gottesdienst in der Ordenskirche teil. Viermal im Jahre, zur Weihnachts- und Osterzeit, darf er im Refektorium des Ordens mitfpeifen. Seine ganze Zeit bringt er sonst im Gebet, Betrachtung, geistlicher Lesung und körperlicher Arbeit zu. Seit fast einem Jahrhundert wurde diese strengste Form des Eremitenlebens in Camaldoli nicht mehr geübt. Prälat Bianchi, der 1917. in den Orden der Camaldolenser eingetreten ist, hat seine siebenjährige Probezeit in seiner Klause abgelegt. Er lebt fast ausschließlich nur von Gemüse oder auch nur von Wasser und Brot. Eine Heizung gibt es auch während des feuchten und kalten Minters in der etwa 600 Meter hoch geleoenen Einfisdelei nicht. Ergreifend ist der Eintritt des Einsiedlers in diese Ewige Klausur. Er wohnt zu- naä'st einer feierlichen Messe seines Konventes bei, nach der er in Prozession, den Ordensoberen zur Seite, von seinen Mitbrüdern unter dem Gesang von Bußpsalmen und dem Geläute von Totenglocken zu feiner abgelegenen Zelle geleitet wird. Der Pater, der die Konventsmesse daroebracht hat,
Am im Kampf gegen die Schnecken gerüstet zu sein, ist dem Landwirt nach wie vor im Hederich- Kainit ein vorzügliches Mittel an die Hand gegeben, das sich be' fachgemäßer Arwend' na stets bestens bewährt hat Man streue bei trokenem Wetter in den allerfrühesten Morgenstunden auf das qefährdete Feld kurz hsnterein- kreuz und quer je 1 bis 17« Zentner Hederich-Kainit auf den Morgen (V< ha). Der Erfolg wird um so größer sein, je zeitiger die Bekämpfung einsetzt. Das ist aber nur bei einer frühzeitigen Bestellung des Hederich-Kainits möglich, der daher auch in haltbaren und handlichen Papiersäcken geliefert wird.
besprengt mit Weihwasser und inzensiert die Klause. Dann grüßen, von dem jüngsten Mönch anfangend, zum letzten Mal alle Mitglieder der Orüensgsmeinde den Einsiedler mit dem Friedenskuß, um endlich in stillem Schweigen zur eigenen Zelle zurückzukehren.
Hur Politik der Woche
Reichstagswahlen am 6. November.
Das Reichskabinett hat als Termin für die Neuwahl zum Reichstag Sonntag, den 6. November, bestimmt. Das ist der letzte Zeitpunkt, der nach der Verfassung zulässig ist.
In der Wehrfrage
ist die Antwort Frankreichs so ausgefallen, wie man es erwartet hatte. Frankreich beruft sich auf Artikel 8 der Völkerbundssatzunq und betont seinen Willen zur Abrüstung. Es habe alles getan um die Verhandlungen in Genf zu beschleunigen. Das deutsche Verlangen nach Gleichberechtigung in der Wshrfrage laufe zweifellos auf eine Aufrüstung hinaus. Eine solche Aufrüstung müsse sich Unabwendbarkeit auf alleStaaten ausdehnen, die hinsichtlich ihrer Rüstungen durch Verträge ähnlich gebunden sind wie Deutschland. Eine Aufrollung des ganzen mittel- und osteuropäischen Problems wäre also die unmittelbare Folge. Frankreich könne eine solche Frage nicht allein beantworten. — In Italien hat die deutsche Note eine zustimmende Aufnahme gefunden. Ministerpräsident Mussolini hat erklärt, daß Deutschlands Forderung nach Gleichberechtigung durchaus begründet sei. England nimmt eine abwartende Haltung ein, in Amerika ist man bereit, Deutschland den Anspruch auf Gleichberechtigung zuzugestehen, lehnt aber jede Aufrüstung ab.
Zur Ertüchtigung der Iugend
will die Reichsregierung von Staatswegen 20 Ge- ländesportplätze errichten, auf denen die Jugend aller Parteien und Konfessionen in je dreiwöchigen gemeinsamen Uebungen zu etwa 300 Mann zur Willensstärke, Ausdauer, Selbstbeherrschung, Kameradschaftlichkeit und Opferbereitschaft erzogen werden soll. Ein Beginnen das zu loben ist, weil dadurch wenigstens die Jugend aus der politischen Verhetzung heranskommen könnte. Da aber die Nationalsozialisten heute schon erklären, daß sie da nicht mittun, ist von vornherein ein gut Teil des Zweckes vereitelt
In Münster hat der Kanzler vom Werkjahr der Jungakademiker gesprochen, ohne daß aber zuständige Ressorts bis dahin irgend einen Plan ausgearbeitet hatten. Dieses Werkjahr bedarf der gründlichsten Vorbereitung und darf nicht überstürzt werden, nur weil das Reichswehrministerium damit einen Lieblingswunsch erfüllt sehen möchte. Wir wissen, daß besonders von kirchlicher Seite her man diese Pläne mit großer Sorge verfolgt. Das Problem des Werkjahres greift scharf ein in die theologische Erziehung und Heranbildung, weshalb die Bischöfe ihrerseits stärkste Bedenken anmelden, noch mehr deshalb auch, weil das Problem stark eingreift in die Konkordate von Preußen un Bayern.
Das gleiche gilt auf anderem Gebiete für das nunmehr verkündete Reichskuratorim für Jugend- ertüchtigung. Die Führer der katholischen Jugendverbände sind überhaupt nicht gehört worden. Größte Unkenntnis herrscht über die katholischen Jugendverbände in den Rsqierungskreisen, was man schon daran erkennt, daß in der amtlichen Erörterung von den „Kreuzscharen des Zentrums" gesprochen wird, während man dort die Deutsche Jugendkraft, die Gesellenvereine, die Jungmänner- verbände, die Iugendabteilungen des KKV. überhaupt nicht erwähnte.
Eine Denkschrift der christlichen Gewerkschaften.
Gewissermaßen als Auftakt zum Düsseldorfer Gewerkschaftskongreß hat der Gesamtoerband der Christlichen Gewerkschaften eine Denkschrift über die Notlage der Arbeiterschaft herausgebracht und sie der Reichsregierung und den interessierten Behörden zugeleitet. Insbesondere wird betont, daß allmählich die Lage der Arbeitslosen und Kleinrentner „gerg'dezu trostlos" geworden fei; die Unterstützungen reichten, nach Abzug der Miete, vielfach nicht mehr zum Einkauf der billigsten Lebensmittel aus; der Einkauf von Bekleidung usw.. sei für die Unterstützungsempfänger unmöglich geworden. Die Anrechnung des Einkommens aus kleinem und kleinsten Garten- und Landbesitz, aus der Kleinviehhaltung usw. und die Ermäßigung oder der völlige Fortfall der Unterstützungen beim Vorhandensein von kleinen Ersparnissen müsse sich „wie eine Strafe auf Fleiß und Sparsamkeit" aus= wirken. Verbitternd wirke and), daß durch die letzte Reform der Fürsorgeeinrichtungen die Rechte der Arbeitslosen gegenüber der mit ihren Beiträgen aufgebauten Versicherung fast völlig beseitigt worden seien.
Die Darstellungen der Denkschrift werden durch das beigefügte Material über einzelne Fälle von Not und Verelendung unterstrichen. Ferner wird darauf verwiesen, daß nach den Lohnkürzungen der letzten Notverordnung des Lohnniveau auf einen kaum noch die Lebensmöglichkeiten sichernden Stand herabgedrückt werde. Die dadurch erzielte Verringerung der Kaufkraft, die noch durch die Zollpolitik weiter herabgemindert werde, bedeute auch eine Gefährdung des wirtschaftlichen Wiederaufstiegs.
„p er schlägt sich, Pütt »erl ägt sich".
Grüß Gott, meine Lieben? Unter „Pack" ver- steht das Volk jene Menschenklasse, die kein Gewissen, kein Ehrgefühlt hat. Charakterlose Menschen! Diese haben wegen jeder Kleinigkeit Zank und Streit miteinander. Und wenn sie sich die Köpfe blutig geschlagen haben, dauert's gar nicht mehr lange, dann trinken sie wieder „Schmolles" miteinander. Lieben sich. als ob gar nie etrvas zwischen ihnen gewesen sei.
Das letzte Mal habe ich erzählt von den „Hik- lern". Von ihrer unerhört rohen Kampfesweise gegen die katholische Kirche. „Zwölf Jahre sümpfe ich nun gegen Rom," hat er ja in Friedberg damals gesagt.
Hellte muß ich mich wehren gegen den Vorwurf der Charakterlosigkeit. Der obere Satz des Vo'ksmundes wurde mir entgegengeschleudert. Die Zentrumska holiken find „Pack", ehrlose, charakterlose Menschen. Denn sie verhandeln mit ihren erbittertsten Feinden, mit den Hitlern. Um eine Koalition!! Es kann das Mausern doch nicht lassen, das schwarze Zentrum. Immer wollen sie die Finger darin haben. Regieren, herrschen wollen sie — So und ähnlich!
Langsam! So weit sind wir ja noch gar nicht. Wer weiß denn etwas Bestimmtes über das, was die Seute an der Spitze miteinander verhandelt haben. Das, was ich in der Zeitung gelesen habe, ist für das „böse" Zentrum eine große Tat. Daß es nämlich die „Hitler" vernünftig gemacht hat. Einigermaßen von der „Revolution" bekehrt hat. Das ist das Sichere, was ich wenigstens aus der Zeitung erfahren konnte.
Der Herr Sollmann, Sozialdemokrat seines Zeichens, warnt das Zentrum furchtbar vor einem Zusammengehen mit Hitler. Der „Gerade Weg" kann es auch nicht verstehen. Sicherlich sehr viele Leute aus dem Volke auch nicht! Aber, wie gesagt, so weit sind wir ja noch gar nicht. Es kann aber immerhin sein, daß Zentrum und Hi-ler eine Koalition eingehen werden. Viele Leute freuen sich dessen. Hitleranhänger sind furchtbar ver- schnuppt.
Auch in der sozialdemokratischen Partei soll es fürchterlich gähren. Es gährt halt überall. Es