Einzelbild herunterladen
 

toter Sommer biet aus Erden aemefen ist? Vb W nod) einmal das reise Som der Felder werde woaen sehen und den »°«d Ziemer Sammer. ÄÄÄ ein Ä aus L« Mm un6 |O selten an den lobt Und wie ?âë» kommt er oft daher,eschritlen! Aus wie Sohlen! Aus welch verstecktem Winkel bricht bernori Zwei Abende vor der großen Reicks- E-Stf am 31. Juli sah ein junger Führer der Berlcher Windthorstbünde noch im Berliner Sport- »alaü als Dr. Brüning seine gewaltigen Worte an die Berliner Katholiken richtete und am näch­sten Tag verlor dieser junge Führer bei einem Flugzeugunglück das Leben. Ahnen wir heute, mann auch unser Dasein ausgelöscht wird wie eine Flamme? Morgen übermorgen in wenigen Tagen in wie viel Wochen? Es ist das Ge­heimnis Gottes, das im ewigen Buch versiegelt liegt die Stunde des Lebens, die Stunde des Todes. Aber vergessen wir gerade die letzte nicht gar zu sehr in den Kämpfen des Lebens! Da ist ein älterer Mensch, der sich schwer um seine Zu­kunft bangt; wie, wenn er nun arbeitslos wird? Menn er kein Geld mehr verdient? Wenn er in ein paar Jahren auch den lebten Spargroschen aui- gezehrt haben wird und vielleicht ins Armenhaus muh? Wie, wenn er krank wird, und man ihn in ein Krankenhans bringt, in einen Saal mit vielen, vielen anderen Kranken, er, der immer ein Zim­mer für sich allein gehabt hat? Und wie, wenn dies und das und jenes noch geschehen wird? Und der Mensch hat sich die Tage seines Lebens ver­dunkelt, verdüstert mit seinen Aengsten. Er sah die Sonne nicht mehr scheinen vor aller Bangig­keit vor der Zukunft. Er horte den Vogel nicht

mehr im Lindenbaum jauchzen vor seinem eigenen Geseufz. Und plötzlich nur ein kleines Unbehag- lichsein zwei Stunden früher als gewöhnlich verläßt er den Dienst; als er die Haustür betritt, die zu feiner Wohnung führt, sinkt er um, ein paar kurze Atemzüge und der liebe Gott hat eines

«einer Erdenkinder wieder heim gerufen. Vergessen wir den Tod nicht auch wenn wir mitten im

Leben stehen oder zu stehen glauben. Bangen wir um dieses Leben nicht gar zu sehr, denn wer weih, wie nahe uns schon der Tod gerückt ist.

Ein altes Mütterchen lag auf seinem Sterbe­bett; noch einmal flog ihr ganzes, langes, schweres Leben an ihr vorüber und sie lächelte:Die schön­sten Erinnerungen sind die vom hochzeitlichen Traualtar und vom Taufstein, aus dem unsere neun Kinder die göttliche Gnade empfingen." Er­innerungen einer Frauenseele und eines Mutter­herzens! Horcht auf, ihr Frauen, und auch ihr Männer, ob eure Frauen so dankbar einmal das selbe flüstern können!

Das hat mir sehr imponiert.

Gesammelte Kleinigkeilen.

In einem Lyzeum Deutschstunde. Das Gedicht Belsazar" von Heinrich Heine wird besprochen. Die Lehrerin ruft ein elfjähriges Mädchen auf, das Gedicht einmal gut deklamatorisch vorzulesen. Die onfgerufene elfjährige Schülerin ist Jüdin. Sie beginnt mit schönem Pathos vorzulesen:

Die Mitternacht zog näher schon;

In stummer Ruh lag Babylon.

Nur oben in des Königs Schloß, Da flackert's, da lärmt des Königs Troß

Dort oben in dem Königssaal Belsazar hielt sein Königsmahl . . .

Und er brüstet sich frech und lästert wild.

Die Knechteschar ihm Beifall brüllt.

Der König rief mit stolzem Blick;

Der Diener eilt und kehrt zurück.

Er trug viel gülden Gerät auf dem Haupt;

Das war aus dem Tempel . . .

Weiter liest das Mädchen nicht.Lies nur wei­ter," sagt die Lehrerin Die kleine Jüdin steht verle­gen da, schaut bald ins Buch, bald auf die Lehrerin, aber sie schweigt.Nun, lies doch weiter!" Nein, sie liest nicht weiter, sie schweigt. Darauf die Lehrerin befremdet:Aber N., was ist dir denn?"

Darauf die kleine Jüdin:Hier komm? ein Wort vor, das ich nicht aussprechen darf." Ach so! Nun gut, Kind, setz dich hin. N., sie ruft eine Christin auf fahre du fort!"Das war aus dem Tempel Jehovahs geraubt." Der strenggläubige Jude spricht den Namen Jehovah aus Ehrfurcht nicht aus. Jeder Kommentar ist hier überflüssig, die elfjährige Jüdin hat mir imponiert! Uebrigens anscheinend auch der Lehrerin und der ganzen Klasse.

Noch heute in meiner Erinnerung bewundere ich eine 17jährige Gymnasiastin, die ich im Reli­gionsunterricht hatte. Eine vortreffliche Schülerin und ein ganz patentes Mädel! Sie war eine Glanz­schülerin, hatte wohl kaum einmal in einem Fach eine Note untergut", war dabei noch ein vorzüg­liches Hausmütterchen und eine hingebende Kran­kenpflegerin. Zusammen mit ihrer jüngeren Schwester bewohnte sie ein möbliertes Zimmer mi/t Küchenbenutzung, taufte selbst ein, kochte selbst, führte den gesamten Hausstand, bediente ihre jüngere Schwester und hatte noch Zeit, eine kranke, ans Bett gefesselte Frau zu betreuen. Stun­denlang saß sie an ihrem Bette, las ihr vor und besorgte zum Teil auch noch ihren Hausstand Täg­lich empfing sie in der eine Viertelstunde entferntn Kirche die heilige Kommunion. Immer war sie lustig, frisch und lebendig und niemals zeigte sie auch nur Spuren von Ermüdung oder Erschöpfung, kurz: Ein Patentmädel! Ein Mädel, das in die Welt paßt und das Leben sicher einmal wird mei­stern können Und was ist aus ihr geworden? Eine Nonne! Eine Ordensschwester! Sie, d'e sich wirklich in der Welt zurechtgefunden hätte, ja, die nach menschlichem Ermessen sich einen ordent­lichen Platz in der Welt hätte erobern können, verließ die Welt weil sie die Stimme Jesu gehört hatte . . . Ich stelle fest, daß in unseren Klöstern sich viele, sehr viele Menschen befinden, die sich nicht bloß sehr gut, sondern glänzend im Leben zurechtgefunden hätten.

Treue Freundschaft hatte ich seit Jahren mit einem Akademiker, dem es zur Zeit wirtschaftlich nicht gerade glänzend geht. Da er mehrere Jahre in Frankreich und in der Schweiz zugebracht hatte, beherrschte er die französische Sprache perfekt, und bemühte sich nun, durch Ueberfetzungsarbeiten zu seinem geringen Einkommen noch etwas hinzuzu- verdisnen. Jedoch Ueberfetzungsaufträge sind sel­ten und schwer zu haben. Aber vor einigen Wochen hatte er Glück. Er bekommt von einem Verleger einen französischen Roman zugeschickt, den er so­fort übersetzen soll, wobei ihm ein Gewinn von etwa 300 Mark winkt. Er lieft den Roman durch und findet, daß er ganz und gar auf Erotik aufge­baut ist und auf die niedrigsten menschlichen In­stinkte abzielt. Einen Augenblick schwankt er wohl, denn 300 Mark sind heute Geld, und wenn er den Roman nicht übersetzt, finden sich tausend andere, die es machen. Aber nein! Da müßte er gegen sein Gewissen handeln. Der Kampf war sehr kurz, da auch seine wackere Frau ihm sofort zustimmte, das Buch zurllckzuschicken, denn auf diesem Geld könne ein Gottessegen, nicht ruhen. Ob er von diesem Verleger wohl noch einmal einen Uebersetzungsauftrag bekommen wird? Hat mir mächtig imponiert.

Eine Familie hat mich zum Kaffee eingeladen. Man macht mich aufmerksam auf einige Verbesse­rungen in der Ausstattung der Zimmer, und dar­aufhin mustere ich noch einmal alles recht genau im Zimmer. Dabei zeigte ich so beiläufig auf eine Photographievergrößerung, einen Leutnant mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse, eine tadellose mili­tärische Figur. Langsam entgegnet man mir: ^a, unser Edgar, der hönnte heute noch leben." Sicher," sagte ich,nach menschlichem Denken, ja". Nein, so meinen sie es nicht, erklärte man mir weiter. Ihr Edgar war Kompagnieführer im Westen. Es waren schon die Rückzugsgefechte im Herbst 1918. Da kam zu seiner großen Freude sein Urlaub heraus: Vier Wochen hatte er bekommen Zur Ablegung feines Doktorexamens. Er hatte den Urlaub schon in der Tasche und konnte losfahren. Da hörte er, daß am nächsten Tage noch einmal ein groß angelegter Angriff unternommen werden I

Hummer 38 / Seife 3.

solle, an dem seine Kompagnie hervorragend be­teiligt wäre. Da blieb er, mit der Begründung, daß feine Leute träft denken sollten, er wolle sich drücken. Also machte er freiwillig als schon Be­urlaubter den Angriff mit, und dabei ist er ge­fallen. --Toter! Mit großer Ehrfurcht schaue ich auf dein Bild? Aber Gott wird dich gekrönt haben. Solchem Heldenmut und Idealismus ge­genüber ist das Remarguefche Kriegsbuch, das mit Tendenz nur alles Negative und Schlechte aufzeigt, tatsächlich eine Beleidigung.

In einem Vorort einer Stadt geht ein Jung- priester ruhig seines Weges. Sein Weg führt ihn an einer Anrottung von Lumpengesindel vorbei. Es sind halbwüchsige Burschen. Als sie ihn kom­men sehen, lachen sie und machen blöde Bemerkun­gen. Plötzlich tritt einer von diesem Gesindel her­vor, vertritt dem ruhig dahingehenden Jungpriester den Weg und spuckt ihm mitten ins Gesicht. Der Angespiene zieht ganz ruhig sein Taschentuch her­aus, wischt sich den Speichel ab, läßt das Taschen­tuch mit einer kleinen Geste zur Erde fallen, läßt es liegen und geht ganz ruhig weiter. Der Jungpriester hat mir imponiert!

In einer Stadt Deutschlands geht ein großer, korpulenter Pfarrer auf der Straße, da ruft auf der anderen Seite irgendein Lümmel:Maxe, sieh a mal dort drüben den nöliges reff enen Zentrums­pfaffen!" Freundlich ruft der Pfarrer zurück: Kinder, wählt Zentrum, da werdet ihr wohl auch so dick!" Hat mir gefallen bis imponiert.

*

In Süddeutschland gibt es ein Mönchskloster, das mein Interesse auf sich gezogen hat. Es ist ein außerordentlich strenger Orden, der eine fast mittelalterliche Aszese übt. Im Kloster selbst ißt man das ganze Jahr hindurch kein Fleisch. Im Jahre 1922 konnte dieses Kloster einen Pater aufs weißen, der 91 Jahre alt war und ohne Bedenken zu Seelsorgeaushilsen auf 4 bis 5 Stunden entfernte Stellen geschickt werden konnte, welche Weges- strecke er allein zu Fuß zurücklegte! Er zelebrierte, hörte Beicht, predigte wie eine vollwertige Kraft. Samstagvormittag ging er los und Sonntao am späten Nachmittag traf er wieder im Klafter' ein, hatte dann gewöhnlich noch den Rucksack voll Le­bensmittel. Und damit er von diesem Sonntags- ausflug noch etwas mehr habe, so erklärte er, aing er nicht die Fahrstraße entlang um den Berg herum, sondern über den 1400 Meter hohen Berg hinweg. Imponierend, nicht wahr?

' Wawan-acht.

Von Alban Stolz.

Cs erweckt nichts so sehr Andacht in mir, als der Gang im einsamen Wald, und auch nirgends ver­söhnt sich Naturluft und Gottseligkeit so aufrichtig als hier. Wenn Mittagssonnenschein das Waldes­grün durchdringt, und jeder Baum ein Leuchter ist und jedes Blatt ein Lichtlein, wie grün, wie son­nig, wie warm, wie duftig! Wo ist ein Bau so herrlich wie ein Gewölb von hohen Baumzweigen und Sonnenschein und Sonnenhimmel darüber. Wo sind Arabesken, wie das Laubwerk des Wal­des, das anmutig sich bewegt und schwankt von Schatten und Licht, von Licht und Schatten?! Und wo ist Weihrauch, wie dieser süße Duft aus Busch und Tal! Und wo ist Musik, wie das leise Wehen des Augustwindes im Geweb von Millionen Blät­tern und Zweigen und wie das heimliche Rauschen des Waldbaches! In solchem Tempel steht der Mensch so arm und sündig, viel geringer als das letzte welke Laubblatt, das an ihm vorüberoeht, es fällt nur ausgelebt vom Zweig; aber er ist so oft durch seine Schuld von Gott abgewelkt und abge- fallen. Und doch, in diesem Naturtempel bräiV sich der religiösen Seele alsbald nach dem Ky^ elei­son das Gloria auf, und wenn auch unwürdig, will sie das Lob des Herrn verkünden und sich freuen in seiner Herrlichkeit, wie eine kleine Fliege im Sonnenstrahl webt und sich freut.