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Seite 16 / Nummer Z7.

das Interesse an der Kalkfrage troh der Not der Landwirtschaft auch heute noch sehr groß. Es ist >u wünschen, daß die Forschungsergebnisse der Redner bald in der Praxis ausgewertet werden; denn nur Sachkenntnis in diesen Fragen ermög­licht das Sparen am richtigen Fleck.

Was muh ter Gkftiigetztichler von der Kokzidiose wissen?

Wodurch wird sie verbreitet?

Die Kokzidiose wird in vielen Fällen durch an­gekauftes, nicht genügend beobachtetes und bis zur Feststellung der Gesundheit einzeln gehaltenes (isoliertes, quarantäniertes) Geflügel, das die Krankheit überstanden hat, eingeschleppt und ver­breitet. Diese Tiere können, obwohl sie einen ge­sunden Eindruck machen, dennoch als Parasiten- Träger und Dauer-Ausscheider in dem betreffen­den Bestände großen Schaden anrichten. Auch kann die Seuche bei Küken infolge der Aufnahme verunreinigten Streusandes bei Benutzung künst­licher Glucken entstehen.

Wie sind die Krankheilserscheinungen?

Die Erkrankung tritt besonders beim Jung­geflügel stark auf. Die Küken zeigen sich schläfrig und matt, fressen schlecht oder auch gar nicht, Was­ser wird dagegen gern und reichlich ausgenommen. Das ist wichtig für die Behandlung der Erkran­kung (s. unten). Die Küken lassen die Flügel hän­gen, plustern sich auf, piepsen immerfort. Der Kot ist anfangs ^chleimigweiß, breiig bis wässerig, dann nimmt er eine bräunliche (Blut) oder grünliche Farbe an. Der Tod kann, je nach dem Alter, in einigen Tagen, häufig auch ganz plötzlich oder nach längerem Siechtum eintreten.

Bei älteren Tieren kann man beobachten, daß sie mitunter wochenlang kränkeln, dabei zeitweilig ganz munter erscheinen, auch der Durchfall hört vorübergehend auf. Nach einigen Tagen setzt er wieder ein, die Tiere zeigen große Mattigkeit und gehen schließlich unter hochgradiger Abmagerung, Bleichsucht und zunehmender Schwäche ein.

Wie groß sind die Verluste bei Nichtbehandlung?

Bei älteren Hühnern bis 50 Prozent,

bei Küken bis 90, ja selbst 100 Prozent. Küken, die sich von der Krankheit erholen, bleiben im Wachstum zurück und sind Kümmerlinge, vor allem Ausscheider der Erreger der Krankheit, der sogen. Kokzidien.

Was gilt zur Zeit als die beste und neuzeitliche Behandlung?

Ein Gemisch von Milch in einer bestimmt zu­sammengesetzten Jodlösung,, das im Trinkwasser verabfolgt wird. Die erkrankten Tiere sollen da­nach ein sofortiges Aufhören des Durchfalles und zunehmende Besserung zeigen. Nur ganz schwer erkrankte und bereits erschöpfte Tiere sollen noch eingehen. Neu-Erkrankungen sollen sich in der Regel überhaupt nicht mehr zeigen (siehe auch Weckruf Nr. 88 der B. E. B. T.).

Was muß zur Vorbeuge getan werden?

Besonders wichtig ist die dauernde Vernichtung des Kotes. Ist Verbrennen nicht möglich, ist gründ­lichste Desinfektion der Ställe, Böden, eventuell des engeren Auslaufes, der Geräte, Sitzstangen usw. vorzunehmen. Im übrigen dient die Jod-Milch- (Caftin-) Behandlung der Vorbeuge. Sie soll da­her in infizierten Beständen einige Zeit fortgesetzt und nach Unterbrechungen noch einige Male wie­derholt werden.

Weiteren Rat und Auskunft erteilt die Vereinigung zur experimentellen Erforschung und Bekämpfung von Tierseuchen, e. V.. Jena, Unterer

Philosophenweg 44.

Plötzliche Blutungen.

Eine plötzlich auftretende Blutung ist gewöhn­lich ein aufregendes Ereignis. Fast immer wird aber zum Glück vom Laien die Gefahr weit unter­schätzt. In der Regel droht dem gesunden Erwach­senen die Gefahr des Verblutungstodes erst beim Verlust feiner halben Blutmenge. Das ist bei ei­

nem Körpergewicht von 60 Kilo immerhin das stattliche Maß von über 2 Litern. Je schneller die Blutung erfolgt, desto größer ist natürlich die Ge­fahr; nur eine kleine Gruppe von Menschen ist auch schon durch langsam erfolgende Blutungen ge­fährdet. Das sind die Bluter, jene abnorm Veran­lagten, in deren Blut die Gerinnbarkeit stark her­abgesetzt ist. Schon an einer geringfügigen Gele­genheitswunde oder beim Zahnziehen können sie sich verbluten, weil die Blutstillung nicht gelingt.

Erstes und oberstes Gebot bei jeder Blutung ist die Blutstillung. In zweiter Linie erst kommt die Bekämpfung der durch den Blutverlust hervor­gerufenen Blutarmut in Betracht. Die Blutstil­lung gelingt am einfachsten bei Blutungen aus äußeren Wunden. Ein fest gegen die Wunde ange­drückter Verband aus keimfreien Verbandstoff, im Notfälle aus frisch gewaschenem Leinen, mittels ei­nes Tuches oder einer Binde befestigt, ba^u bei Blutungen an den Armen oder Beinen die Hochla­gerung der entsprechenden Gliedmaßen, bringt den roten Strom in vielen Fällen fast sofort zum Still­stand. Auch Blutungen aus geplatzten Krampf­aderknoten, ja selbst die kleineren, hellrot spritzen­den Schlagader-blutungen hören unter dieser Be­handlung auf oder lassen sich mindestens solange in Schach halten, bis ärztliche Hilfe erreichbar ist. Bei größeren Schlagaderblutungen wird man zu­nächst ebenso verfahren. In bedrohlichen Füllen aber zugleich das ganze Glied oberhalb der bluten­den Wunde mittels eines Gummischlauches, eines Riemens, eines Hosenträgers oder Taschentuches umschnüren, vor allen Dingen aber für sofortige Ueberführung ins Krankenhaus sorgen, damit das spritzende Gefäß durch die Naht verschlossen werden kann. Viel leichter läßt sich in der Regel Nasenblu­ten beherrschen. Es steht meist schon, wenn der Patient den Kopf hochrichtet, den Nasenflügel der­jenigen Seite, aus der das Blut kommt, fest gegen die Nasenscheidewand preßt, den Hals vom engen Kragen befreit und kalte Umschläge, womöglich ei­nen Eisschlauch, in den Nacken und auf die Stirn legt.

Ser grüne Knollenblätterpilz, unser getShrlichster Giftpilz.

Die Kenntnis dieses gefährlichsten Giftpilzes ist leider noch viel zu wenig verbreitet, was durch die alljährlich wiederkehrenden Pilzvergiftungen bewiesen wird. Der grüne Knollenblätterpilz ist dabei der Hauptübeltäter. Auf sein Schuldkonto sind die meisten tödlich ausgehenden Pilzvergiftun­gen zu verbuchen, in manchen Jahren bis zu zirka 100 Todesfälle in Deutschland.

Sein Hut ist gelblich bis grünlich, meist etwas faserig geflammt; er kann aber auch ganz weißlich vorkommen und somit Anlaß geben zu einer leicht­sinnigen Verwechslung mit dem Champignon. Blät­ter, Fleisch und Stiel des Knollenblätterschwammes find weißlich. Der Stiel ist zuweilen etwas gelb­grünlich getont. Das wichtigste Merkmal des Knol­lenblätterpilzes ist der Knollen am Stielgrund, oft allerdings ganz unsichtbar, weil er mehr oder weniger in den Boden eingesenkt ist. Die weiß­lichen Hautfetzen am Rande des Knollens umschlie­ßen in der Jugend den grauen Pilz. Diese Jugend­formen des Knollenblätterpilzes sind ganz weiß und kommen ähnlich wie Boviste aus dem Boden. In seinem oberen Teil trägt der Stiel einen herab­hängenden weißen Ring, welcher als Schleier die Blätter in der Jugend schützend überspannt. Der ganze Pilz wird gewöhnlich ungefähr 10 bis 12 Zentimeter breit und ebenso hoch. Der Geruch die­ses gefährlichsten Giftpilzes ist honigartig,süßlich, bisweilen widerlich-süßlich, aber nicht unangenehm kartoffelkeimartig, wie das meistens angegeben wird. Der grüne Knollenblätterpilz wächst im Laubwald, besonders unter Eichen.

Eine Verwechslung des grünen Knollenblätter­pilzes z. B. mit dem Champignon, dem Grünling oder mit grünen Täublingen kann nur durch gröb­lichen Leichtsinn entstehen. Der Champignon ist leicht an den anfangs rosa, zuletzt dunkel-schoko­ladebraun werdenden Blättern auf der Hutunter­seite zu erkennen. Eine knollige Scheide am Stiel­grund fehlt ihm; der Geruch der Champignon­arten ist angenehm würzig, öfters anisartig. Der im Kiefernwald vorkommende Grünling ist sofort kenntlich an seiner mehr oder weniger gelben Farbe in allen Teilen; knollige Scheide und Ring fehlen ihm gänzlich, wie dies auch bei den Täub­lingen der Fall ist. Eßbare grüne Täublinge sollte nur b^r Kenner sammeln

Nach dem Bericht der medizinischen Fachkom­mission der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde kann eine Gabelspitze voll vom grünen Knollen­blätterschwamm den Tod herbeifuhren. Die Ge­fährlichkeit ist deshalb so außerordentlich, weil die Giftwirkung sich erst nach 6 bis 40 Stunden, meist mit Erbrechen und Durchfall, äußert. Bei den ge­ringsten Anzeichen einer Pilzvergiftung sollte man für soforte gründliche Entleerung von Magen und Darm durch Brech- und Abführmittel sorgen, wies auch für sofortige ärztliche Hilfe.

Man hüte sich vor allen ähnlichen Pilzen, die eine Knollenscheide am Stielgrund besitzen. Es gibt bei uns noch eine ganze Reihe von anderen Knol- lenblütterpilzarten, die zum Teil ebenfalls sehr gif* tig sind (Fliegenpilz, Pantherpilz usw.)

Nur solche Pilze darf man essen, die man ganz l genau und als unschädlich kennt. Im Zweifels- * falle wende man sich an die nächste Pilzberatungr- - stelle oder an die Deutsche Gesellschaft für Pilz­kunde, Darmstadt (Hessische Landesstelle für Pilz- und Hausschwamm-Beratung).

Um die Kenntnis des grünen Knollenblätter­pilzes weitgehendst zu verbreiten, hat die Schrift­leitung derZeitschrift für Pilzkunde" in Darm­stadt eine reichsbehördlich empfohlene bunte Wand­tafel dieses gefährlichsten Giftpilzes herausgebracht ( und für den Aushang in vielen deutschen Bahn- - Höfen gesorgt.

Alle vorkommenden Pilzvergiftungen wolle man bitte sofort an die medizinische FachEommis- ' fion der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde (Dr. med. Welsmann, Pelkum bei Hamm in Westfalen) oder an die Deutsche Gesellschaft für Pilzkunde in Darmstadt mitteilen, da alle solche Fälle von der­selben mit Unterstützung durch das Reichsgesund- hestsamt gesammelt und wissenschaftlich bearbeitet werden.

Verschiedenes.

Der Ziergarten

zeigt sich nach einmal in einem Farbenrausch, doch mahnen schon häufig leichte Nachffröste und zeigen namentlich an den empfindlichen Dahlien, daß alle irdische Pracht vergänglich ist. Das Kraut der erfrorenen Dahlien ist abzuschneiden, die s Knolle ist aber vorläufig noch im Boden zu be­lassen. Etwaige Lücken in Blumengruppen kann man durch die wenig empfindlichen Freilandchry­santhemen, die bis in den November hinein wil­lige und dankbare Massenblüher in den mannig­faltigsten Farben sind, ausfüllen. Koniferen mit festen Ballen können unter Beachtung der not­wendigen Pflanzregeln auch noch in diesem Mo­nat gepflanzt werden. Im übrigen hält man Wege, Rasenflächen und Pslanzgruppen sauber« Die beginnende Herbstfärbung der Laubgehölze oder deren lebhaft gefärbten Früchte sind jetzt für viele Gartenbesitzer die große Freude.

3m Gemüsegarten

sät man von Anfang September ab, am besten in gewissen Zwischenräumen, mehrmals Spinat, Pe­tersilie und Winterkopfsalat. Letzterer wird am besten in Reihen gesät und nach Aufgang auf die nötige Weite verzogen. Diese Methode ist im Herbst sicherer als das Pflanzen kleiner im Beet herangezogener Salatpflanzen. Mit der Ernte der Wurzelgemüse, insbesondere Sellerie, warte man noch so lange, bis Bodenfrost eintritt, auch das Kohlgemüse bleibt solange wie möglich stehen. Die Feld- und Wühlmäuse tun sich jetzt gern ein Gütchen am Wurzelgemüse, man achte daher auf plötzlich welk werdende Sellerieblätter oder Möh­renkraut und lege Köder mit Zeliopasta in die vorhandenen Gänge.

Fettflecke auf dem küchenlisch, die durch Verschütten von geschmolzenem Fett entstauben sind, bestreue man sofort mit grobem Kochsalz. Das Fett bringt dann nicht ins Holz ein und kann durch Abscheuern mit Seifen- maffer entfernt werden. Ebenso gut ist es, wenn man das heiße Fett schnell mit kaltem Wasser begießt: es erstarrt dadurch und bleibt infolgedessen aus der Ober- flädje der Tischplatte.

Kraftfahrer, nähert Euch den Bahnüberfahr- len nur langsam und mit gebotener Vorsicht! Wer dieser Verpflichtung nicht nachkommt, gefährdet das eigene Leben und das Leben feiner Mitmenschen und setzt sich außerdem einer Strafverfolgung we­gen Eisenbahntransportgefährdung aus.