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das Interesse an der Kalkfrage troh der Not der Landwirtschaft auch heute noch sehr groß. Es ist >u wünschen, daß die Forschungsergebnisse der Redner bald in der Praxis ausgewertet werden; denn nur Sachkenntnis in diesen Fragen ermöglicht das Sparen am richtigen Fleck.
Was muh ter Gkftiigetztichler von der Kokzidiose wissen?
Wodurch wird sie verbreitet?
Die Kokzidiose wird in vielen Fällen durch angekauftes, nicht genügend beobachtetes und bis zur Feststellung der Gesundheit einzeln gehaltenes (isoliertes, quarantäniertes) Geflügel, das die Krankheit überstanden hat, eingeschleppt und verbreitet. Diese Tiere können, obwohl sie einen gesunden Eindruck machen, dennoch als Parasiten- Träger und Dauer-Ausscheider in dem betreffenden Bestände großen Schaden anrichten. Auch kann die Seuche bei Küken infolge der Aufnahme verunreinigten Streusandes bei Benutzung künstlicher Glucken entstehen.
Wie sind die Krankheilserscheinungen?
Die Erkrankung tritt besonders beim Junggeflügel stark auf. Die Küken zeigen sich schläfrig und matt, fressen schlecht oder auch gar nicht, Wasser wird dagegen gern und reichlich ausgenommen. Das ist wichtig für die Behandlung der Erkrankung (s. unten). Die Küken lassen die Flügel hängen, plustern sich auf, piepsen immerfort. Der Kot ist anfangs ^chleimigweiß, breiig bis wässerig, dann nimmt er eine bräunliche (Blut) oder grünliche Farbe an. Der Tod kann, je nach dem Alter, in einigen Tagen, häufig auch ganz plötzlich oder nach längerem Siechtum eintreten.
Bei älteren Tieren kann man beobachten, daß sie mitunter wochenlang kränkeln, dabei zeitweilig ganz munter erscheinen, auch der Durchfall hört vorübergehend auf. Nach einigen Tagen setzt er wieder ein, die Tiere zeigen große Mattigkeit und gehen schließlich unter hochgradiger Abmagerung, Bleichsucht und zunehmender Schwäche ein.
Wie groß sind die Verluste bei Nichtbehandlung?
Bei älteren Hühnern bis 50 Prozent,
bei Küken bis 90, ja selbst 100 Prozent. Küken, die sich von der Krankheit erholen, bleiben im Wachstum zurück und sind Kümmerlinge, vor allem Ausscheider der Erreger der Krankheit, der sogen. Kokzidien.
Was gilt zur Zeit als die beste und neuzeitliche Behandlung?
Ein Gemisch von Milch in einer bestimmt zusammengesetzten Jodlösung,, das im Trinkwasser verabfolgt wird. Die erkrankten Tiere sollen danach ein sofortiges Aufhören des Durchfalles und zunehmende Besserung zeigen. Nur ganz schwer erkrankte und bereits erschöpfte Tiere sollen noch eingehen. Neu-Erkrankungen sollen sich in der Regel überhaupt nicht mehr zeigen (siehe auch Weckruf Nr. 88 der B. E. B. T.).
Was muß zur Vorbeuge getan werden?
Besonders wichtig ist die dauernde Vernichtung des Kotes. Ist Verbrennen nicht möglich, ist gründlichste Desinfektion der Ställe, Böden, eventuell des engeren Auslaufes, der Geräte, Sitzstangen usw. vorzunehmen. Im übrigen dient die Jod-Milch- (Caftin-) Behandlung der Vorbeuge. Sie soll daher in infizierten Beständen einige Zeit fortgesetzt und nach Unterbrechungen noch einige Male wiederholt werden.
Weiteren Rat und Auskunft erteilt die Vereinigung zur experimentellen Erforschung und Bekämpfung von Tierseuchen, e. V.. Jena, Unterer
Philosophenweg 44.
Plötzliche Blutungen.
Eine plötzlich auftretende Blutung ist gewöhnlich ein aufregendes Ereignis. Fast immer wird aber zum Glück vom Laien die Gefahr weit unterschätzt. In der Regel droht dem gesunden Erwachsenen die Gefahr des Verblutungstodes erst beim Verlust feiner halben Blutmenge. Das ist bei ei
nem Körpergewicht von 60 Kilo immerhin das stattliche Maß von über 2 Litern. Je schneller die Blutung erfolgt, desto größer ist natürlich die Gefahr; nur eine kleine Gruppe von Menschen ist auch schon durch langsam erfolgende Blutungen gefährdet. Das sind die Bluter, jene abnorm Veranlagten, in deren Blut die Gerinnbarkeit stark herabgesetzt ist. Schon an einer geringfügigen Gelegenheitswunde oder beim Zahnziehen können sie sich verbluten, weil die Blutstillung nicht gelingt.
Erstes und oberstes Gebot bei jeder Blutung ist die Blutstillung. In zweiter Linie erst kommt die Bekämpfung der durch den Blutverlust hervorgerufenen Blutarmut in Betracht. Die Blutstillung gelingt am einfachsten bei Blutungen aus äußeren Wunden. Ein fest gegen die Wunde angedrückter Verband aus keimfreien Verbandstoff, im Notfälle aus frisch gewaschenem Leinen, mittels eines Tuches oder einer Binde befestigt, ba^u bei Blutungen an den Armen oder Beinen die Hochlagerung der entsprechenden Gliedmaßen, bringt den roten Strom in vielen Fällen fast sofort zum Stillstand. Auch Blutungen aus geplatzten Krampfaderknoten, ja selbst die kleineren, hellrot spritzenden Schlagader-blutungen hören unter dieser Behandlung auf oder lassen sich mindestens solange in Schach halten, bis ärztliche Hilfe erreichbar ist. Bei größeren Schlagaderblutungen wird man zunächst ebenso verfahren. In bedrohlichen Füllen aber zugleich das ganze Glied oberhalb der blutenden Wunde mittels eines Gummischlauches, eines Riemens, eines Hosenträgers oder Taschentuches umschnüren, vor allen Dingen aber für sofortige Ueberführung ins Krankenhaus sorgen, damit das spritzende Gefäß durch die Naht verschlossen werden kann. Viel leichter läßt sich in der Regel Nasenbluten beherrschen. Es steht meist schon, wenn der Patient den Kopf hochrichtet, den Nasenflügel derjenigen Seite, aus der das Blut kommt, fest gegen die Nasenscheidewand preßt, den Hals vom engen Kragen befreit und kalte Umschläge, womöglich einen Eisschlauch, in den Nacken und auf die Stirn legt.
Ser grüne Knollenblätterpilz, unser getShrlichster Giftpilz.
Die Kenntnis dieses gefährlichsten Giftpilzes ist leider noch viel zu wenig verbreitet, was durch die alljährlich wiederkehrenden Pilzvergiftungen bewiesen wird. Der grüne Knollenblätterpilz ist dabei der Hauptübeltäter. Auf sein Schuldkonto sind die meisten tödlich ausgehenden Pilzvergiftungen zu verbuchen, in manchen Jahren bis zu zirka 100 Todesfälle in Deutschland.
Sein Hut ist gelblich bis grünlich, meist etwas faserig geflammt; er kann aber auch ganz weißlich vorkommen und somit Anlaß geben zu einer leichtsinnigen Verwechslung mit dem Champignon. Blätter, Fleisch und Stiel des Knollenblätterschwammes find weißlich. Der Stiel ist zuweilen etwas gelbgrünlich getont. Das wichtigste Merkmal des Knollenblätterpilzes ist der Knollen am Stielgrund, oft allerdings ganz unsichtbar, weil er mehr oder weniger in den Boden eingesenkt ist. Die weißlichen Hautfetzen am Rande des Knollens umschließen in der Jugend den grauen Pilz. Diese Jugendformen des Knollenblätterpilzes sind ganz weiß und kommen ähnlich wie Boviste aus dem Boden. In seinem oberen Teil trägt der Stiel einen herabhängenden weißen Ring, welcher als Schleier die Blätter in der Jugend schützend überspannt. Der ganze Pilz wird gewöhnlich ungefähr 10 bis 12 Zentimeter breit und ebenso hoch. Der Geruch dieses gefährlichsten Giftpilzes ist honigartig,süßlich, bisweilen widerlich-süßlich, aber nicht unangenehm kartoffelkeimartig, wie das meistens angegeben wird. Der grüne Knollenblätterpilz wächst im Laubwald, besonders unter Eichen.
Eine Verwechslung des grünen Knollenblätterpilzes z. B. mit dem Champignon, dem Grünling oder mit grünen Täublingen kann nur durch gröblichen Leichtsinn entstehen. Der Champignon ist leicht an den anfangs rosa, zuletzt dunkel-schokoladebraun werdenden Blättern auf der Hutunterseite zu erkennen. Eine knollige Scheide am Stielgrund fehlt ihm; der Geruch der Champignonarten ist angenehm würzig, öfters anisartig. Der im Kiefernwald vorkommende Grünling ist sofort kenntlich an seiner mehr oder weniger gelben Farbe in allen Teilen; knollige Scheide und Ring fehlen ihm gänzlich, wie dies auch bei den Täublingen der Fall ist. Eßbare grüne Täublinge sollte nur b^r Kenner sammeln
Nach dem Bericht der medizinischen Fachkommission der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde kann eine Gabelspitze voll vom grünen Knollenblätterschwamm den Tod herbeifuhren. Die Gefährlichkeit ist deshalb so außerordentlich, weil die Giftwirkung sich erst nach 6 bis 40 Stunden, meist mit Erbrechen und Durchfall, äußert. Bei den geringsten Anzeichen einer Pilzvergiftung sollte man für soforte gründliche Entleerung von Magen und Darm durch Brech- und Abführmittel sorgen, wies auch für sofortige ärztliche Hilfe.
Man hüte sich vor allen ähnlichen Pilzen, die eine Knollenscheide am Stielgrund besitzen. Es gibt bei uns noch eine ganze Reihe von anderen Knol- lenblütterpilzarten, die zum Teil ebenfalls sehr gif* tig sind (Fliegenpilz, Pantherpilz usw.)
Nur solche Pilze darf man essen, die man ganz l genau und als unschädlich kennt. Im Zweifels- * falle wende man sich an die nächste Pilzberatungr- - stelle oder an die Deutsche Gesellschaft für Pilzkunde, Darmstadt (Hessische Landesstelle für Pilz- und Hausschwamm-Beratung).
Um die Kenntnis des grünen Knollenblätterpilzes weitgehendst zu verbreiten, hat die Schriftleitung der „Zeitschrift für Pilzkunde" in Darmstadt eine reichsbehördlich empfohlene bunte Wandtafel dieses gefährlichsten Giftpilzes herausgebracht ( und für den Aushang in vielen deutschen Bahn- - Höfen gesorgt.
Alle vorkommenden Pilzvergiftungen wolle man bitte sofort an die medizinische FachEommis- ' fion der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde (Dr. med. Welsmann, Pelkum bei Hamm in Westfalen) oder an die Deutsche Gesellschaft für Pilzkunde in Darmstadt mitteilen, da alle solche Fälle von derselben mit Unterstützung durch das Reichsgesund- hestsamt gesammelt und wissenschaftlich bearbeitet werden.
Verschiedenes.
Der Ziergarten
zeigt sich nach einmal in einem Farbenrausch, doch mahnen schon häufig leichte Nachffröste und zeigen namentlich an den empfindlichen Dahlien, daß alle irdische Pracht vergänglich ist. Das Kraut der erfrorenen Dahlien ist abzuschneiden, die s Knolle ist aber vorläufig noch im Boden zu belassen. Etwaige Lücken in Blumengruppen kann man durch die wenig empfindlichen Freilandchrysanthemen, die bis in den November hinein willige und dankbare Massenblüher in den mannigfaltigsten Farben sind, ausfüllen. Koniferen mit festen Ballen können unter Beachtung der notwendigen Pflanzregeln auch noch in diesem Monat gepflanzt werden. Im übrigen hält man Wege, Rasenflächen und Pslanzgruppen sauber« Die beginnende Herbstfärbung der Laubgehölze oder deren lebhaft gefärbten Früchte sind jetzt für viele Gartenbesitzer die große Freude.
3m Gemüsegarten
sät man von Anfang September ab, am besten in gewissen Zwischenräumen, mehrmals Spinat, Petersilie und Winterkopfsalat. Letzterer wird am besten in Reihen gesät und nach Aufgang auf die nötige Weite verzogen. Diese Methode ist im Herbst sicherer als das Pflanzen kleiner im Beet herangezogener Salatpflanzen. Mit der Ernte der Wurzelgemüse, insbesondere Sellerie, warte man noch so lange, bis Bodenfrost eintritt, auch das Kohlgemüse bleibt solange wie möglich stehen. Die Feld- und Wühlmäuse tun sich jetzt gern ein Gütchen am Wurzelgemüse, man achte daher auf plötzlich welk werdende Sellerieblätter oder Möhrenkraut und lege Köder mit Zeliopasta in die vorhandenen Gänge.
Fettflecke auf dem küchenlisch, die durch Verschütten von geschmolzenem Fett entstauben sind, bestreue man sofort mit grobem Kochsalz. Das Fett bringt dann nicht ins Holz ein und kann durch Abscheuern mit Seifen- maffer entfernt werden. Ebenso gut ist es, wenn man das heiße Fett schnell mit kaltem Wasser begießt: es erstarrt dadurch und bleibt infolgedessen aus der Ober- flädje der Tischplatte.
Kraftfahrer, nähert Euch den Bahnüberfahr- len nur langsam und mit gebotener Vorsicht! Wer dieser Verpflichtung nicht nachkommt, gefährdet das eigene Leben und das Leben feiner Mitmenschen und setzt sich außerdem einer Strafverfolgung wegen Eisenbahntransportgefährdung aus.