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treten sein. Des weiteren wurden die Vereinigten Staaten ebenfalls zur Ernennung zweier Vertreter eingeladen.
Amerika besteht aus ZahZung der Kriegsschulden.
Es erwartet auch Deutschlands Zahlung am 30. September.
„Times" meldet aus Washington, daß der stellvertretende Staatssekretär Castle eine Aeußerung getan habe, wonach die Regierung fest entschlossen ist, auf ihrer bereits bekanntgegebenen Politik zu verharren, daß Kriegsschulden bezahlt werden müssen. Der stellvertretende Staatssekretär sagte, die Vereinigten Staaten erwarteten, daß Deutschland die am 30. September fälligen Teilzahlungen leisten werde.
Der Korrespondent fährt fort, diese Tellzahlun- gen seien nur gering, sie betragen nur 12,5 Mill. Mark für Besatzungskosten und 20 400 000 Mark für die Bezahlung der Ansprüche amerikanischer Bürger gegen Deutschland. Castle erklärte, daß von Deutschland keine Aeußerung bezüglich der Zahlung dieser Summen eingegangen sei, daß aber die Vereinigten Staaten die Zahlung der Gelder aus dem abgelaufenen Moratorium erwarteten.
Das Conti-Büro meldet hierzu aus Berlin:
Amerika ist bekanntlich auf der Lausanner Konferenz nicht vertreten gewesen, so daß die Zahlungen an Amerika noch besonders geregelt werden müssen. Eine Regelung ist in nächster Zeit zu erwarten. Nach den Bestimmungen des Abkommens vom 13. März 1930 ist ein Zahlungsaufschub möglich, und zwar für beide Arten der Zahlungen an Amerika, nämlich für die Mixed Claims und die Besatzungskosten für 272 Jahre. Hinsichtlich der anderen Zahlungen ist in Aussicht gestellt worden, daß darüber erneut verhandelt werden soll, doch ist ein Termin für diese Verhandlungen noch nicht in Aussicht genommen.
Kleine peilt. Iladttiditen
Begnadigt! Die 5 Nationalsozialisten, die kürzlich durch das Landgericht in Beuthen wegen des bestialischen Mordes an einem Kommunisten zum Tode verurteilt wurden, sind jetzt durch Entschließung des kommissarischen preußischen Staatsministeriums begnadigt worden.
Reichslandbund unzufrieden. Der Geschäftsführende Präsident des Reichslandbundes hat an den Reichspräsidenten ein Telegramm gerichtet, in dem er unter Bezugnahme auf die Programmrede des Reichskanzlers in Münster der Befürchtung Ausdruck gibt, daß im Wirt- schaftsprogramm der Regierung Papen wirkungsvolle Maßnahmen zur Rettung der Landwirtschaft, insbesondere der Deredelungswirtschaft durch Einfuhrkontingentierung, sowie durchgreifende Maßnahmen zu wirkungsvoller Zins- und Lastensenkung fehlen. Ohne Schaffung einer kauffähigen Landwirtschaft müsse, so heißt es in dem Telegramm weiter, das Arbeitsbeschaffungsprogramm zum Fehlschlag führen und auch die Osthilfe völlig versacken.
Was bedeutet das jetzt öfters gebrauchte Wort „Autarkie?" Es ist ein griechisches Wort und heißt auf deutsch: „Das Selbstgenügen, die Selbständigkeit. Wenn ein Land sich abschließen will gegen andere, also „Eigenwirtschaft einführen und treiben will, weil nahezu alle Bedarfsgegenstände im eigenen Lande vorhanden oder hergestellt werden können", dann will es mit sich selbst sich genügen und Autarkie einführen.
Heston»
Mexiko.
In Mexiko, wo die Kirche noch immer verfolgt wird, ist der Präsident Ortez Rubio zurückgetreten. Zur Eröffnung des Parlamentes wurde er in einem gepanzerten Automobil (Panzerauto) und umgeben von einer Abteilung berittene Polizei gefahren! Das find nette Zustände. Wo die Religion unterdrückt wird und die Glaubenslosigkeit herrscht, ist man auch seines Lebens nicht sicher. Den Haupteinfluß in Mexiko besitzt immer noch der Christenverfolger Calles, ein Sozialist. Rach dem Rücktritt des Präsidenten Ortez Rubio wurde
General Rodriguez als provisorischer Präsident gewählt.
Japan und die Mandschurei.
Der zwischen Japan und dem neuen Staat Mandschukuo vereinbarte Vertrag über eine Defensivallianz soll noch in der ersten Hälfte dieses Monats unterzeichnet werden. Der Vertrag sieht die gegenseitige Achtung der Gebietshoheit vor, gibt jedoch Japan das Recht, überall in der Mandschurei Truppen zu unterhalten, wofür es die Verpflichtung übernimmt, für den äußeren und inneren Schutz des Staates zu sorgen.
Abgesehen von dem Recht der Stationierung von Truppen schafft der neue Vertrag nach japanischer Auffassung keine neuen Rechte. Von amt
Dom Katholikentag in Essen.
31. August bis 5. September 1932.
Die 71. Generalversammlung der deutschen Katholiken hat in der verflossenen Woche in der drittgrößten Stadt Preußens, in Essen, stattgefunden. Sie konnte nach der glänzenden Art ihrer Vorbereitung und Durchführung mit den größten und schönsten ihrer Vorgängerinnen nicht nur konkurrieren, sondern hat sie wohl alle übertroffen. Die Industriestadt Essen, die sich in den letzten Jahrzehnten so gewaltig entwickelt hat und Zuwanderer aus allen deutschen Gauen ausgenommen hat, ist bekannt durch die Treue, mit der die dortigen Katholiken von jeher zum Glauben und zur Kirche stehen. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dann wäre dieser Beweis geliefert durch die lebhafte Anteilnahme der Bevölkerung an den Veranstaltungen des Katholikentages und den herrlichen Verlauf der großen Tagung.
Das Programm des Katholikentages, das sich gegenüber den Generalversammlungen der deutschen Katholiken vor dem Kriege wesentlich geändert hat, sah wieder wie in den letzten Jahren vor: eine Vertretertagung, die in kleineren beratenden Sitzungen die wichtigsten Gegenstände des Hauptthemas behandelt und zur Berichterstattung vor der geschlossenen Generalversammlung vorbereitet, ferner die abendlichen großen Versammlungen und schließlich — als Höhepunkt — die Riesenveranstaltungen am Sonntag: Gottesdienst unter freiem Himmel und große Schlußversammlungen. In den Rahmen dieses Hauptprogramms paßten sich dann auch die mannigfachen Sonderveranstaltungen der einzelnen Vereine und Verbände harmonisch ein.
Die Essener Generalversammlung konnte nach Lage des Ortes und der Verhältnisse kein geeigneteres Thema erhalten als: Christus in der Großstadt. Sowohl in den Vertreterversammlungen wie auch in den großen öffentlichen Kundgebungen wurde dieser Gedanke nach allen Seiten hin durchleuchtet und als Forderung und hohes Ziel behandelt.
Unter den Teilnehmern des Katholikentages verdienen herausgehoben zu werden: Kardinalerzbischof Schulte von Köln, zu dessen Diözese Essen gehört, mit den beiden Kölner Weihbischösen Dr. Hammels und Stockums, der Berliner Apostolische Nuntius Otfenigo, Erzbischof Konrad Gröber von Freiburg i. Br„ ferner die Bischöfe Dr. Berning von Osnabrück, Sebastian von Speyer, Kaller von Ermland, Robn von Jassy (Rumänien), die Missionsbischöfe Meysing und Gotthardt aus Südafrika; ferner Fürst Aloys zu Löwenstein, Altreichskanzler Dr. Marx, der bayerische Ministerpräsident Dr. Held, die früheren Minister Steger- wald und Hirtsiefer, der österreichische Bundeskanzler Dr. Dollfuß, der österreichische Justizminister.
Der Mittwoch.
Das erste öffentliche Bekenntnis zum Thema „Christus in der Großstadt" legten die Essener Kinder am Mittwochnachmittag auf dem Burgplatz an der Münsterkirche ab. Der Missionsbischof von Kimberley hielt hier die Ansprache. Ferner wurden am Nachmittag die A u s st e l l u n g e n des Bonifatius-Vereins und der Zentrale des Missionsvereins Katholischer Frauen und Jungfrauen eröffnet.
licher japanischer Seite wird betont, es sei keine Rede davon, ein Protektorat zu errichten; der Mandschukuo-Staat behalte volle Freiheit in den auswärtigen Angelegenheiten und in der Finanzgebarung. Es gilt als wahrscheinlich, daß zur Regelung der Einzelheiten später ein Militärabkommen getroffen werden wird, jedoch wird versichert, daß keine Geheimabmachungen bestehen. Der Wortlaut des Vertrages wird den Großmächten vor der Unterzeichnung mitgeteilt werden.
In Charbin ist der Belagerungszustand ausgerufen worden. Der Grund für diese Maßnahme soll in der fortdauernden Bedrohung der Stadt durch chinesische Freischärler bestehen, die nunmehr angekündigt haben, daß sie einen Tribut einzutreiben beabsichtigen.
Am Abend veranstaltete der Katholische Jungmännerverband auf der Kaupenhöhe eine Feststunde. Zu gleicher Zeit hielten die Karitas-Jugend im Karitas-Haus und die M i f s j o n s v e r- eine Katholischer Frauen und Jungfrauen Versammlungen ab.
katholische Schulorganisation.
Am Mittwochabend fand auch die Generalversammlung der Kathol. Schulorganisation statt, die mit einer großen Kundgebung der katholischen Elternschaft verbunden war. Sie wurde durch eine Ansprache des früheren Reichskanzlers Dr. Marx eingeleitet. Unter den Ehrengästen sah man u. a. den Domprobst Dr. Paschen-Köln als Vertreter des Kardinalerzbischofs Schulte, Bischof Dr. Wilhelm Berning von Osnabrück, Alois Fürst zu Löwenstein, den Präsidenten des Zentralkomitees, ferner Vertreter geistlicher und weltlicher Behörden.
Dr. Marx wies mit Nachdruck auf die Forderungen der katholischen Elternschaft hin, die katholische Schulen für katholische Kinder und die Erziehung der Jugend im Geiste christlich-katholischer Grundsätze verlangen. Er dankte der Lehrerschaft für ihre in diesem Sinne geleistete unermüdliche Arbeit und streifte kurz die F r a g e d e s R e i ch s- schulgefetzes. Die Katholische Schulorganisation sei nicht schuld daran, daß es bisher nicht gelungen sei, das von den Katholiken gewünschte Reichsschulgesetz durchzubringen. Sie lehne es aber ab, aus der so wichtigen Schulfrage ein Objekt für politische Agitation und für Prestigebedürfnisse zu machen. Die christentumsfeindlichen Mächte setzten alles daran, vor allem die Erziehung der Jugend in die Hände zu bekommen. Daneben bestünden andere Bewegungen, die dem Staat allein das Recht auf die Erziehung geben wollten. Vielleicht sei niemals die Gefahr des Staatsabsolutismus und des staatlichen Schulmonopols so groß gewesen wie in diesen Tagen. Darum heiße es doppelt wachsam sein. Uhter starkem Beifall erklärte der Redner im weiteren Verlauf seiner Ausführungen, daß die deutsche Katholikenschaft sich an nationaler Gesinnung und Opferbereitschaft von niemanden übertreffen lasse.
Nach Gesängen eines Kinderchors nahm dann der Bischof von Osnabrück Dr. Wilhelm Berning das Wort zu einem Vortrag über die Elternpflichten in der Erziehungsnot unserer Tage.
Der Donnerstag*
Der Donnerstag, der eigentliche Eröffnungstag des 71. Deutschen Katholikentages in Essen, wurde eingeleitet mit einer feierlichen P o n- tifikalmesse in der altehrwürdigen Münsterkirche, die vom Weihbischof Dr. Hammels- Köln zelebriert wurde. Im Anschluß daran begann der V e r t r e t e r t a g, der im Rahmen der 71. Generalversammlung der Deutschen Katholiken stattsindet, seine Gruppenarbeit. In neun Gruppen werden hier von hervorragenden Persönlichkeiten des katholischen Lebens die religiösen und staatsbürgerlichen Probleme der Gegenwart unter dem ©eiamttbr'rna: „C h r i st u s in der G r o ß- st a d t" behandelt.
Die offizielle Eröffnung des Katholi-