Wochenkalender.
Sonntag, 11. Sept. 17. Sonntag nach Pfingsten, tus u. Gen., Mart.
Montag, 12. Sept. Fest des Namens Mariä.
Dienstag, 13. Sept. Vom Tage.
Mittwoch, 14. Sept. Kreuzerhöhung.
Pro
Donnerstag, 15. Sept. Sieben Schmerzen der allersel. Jungfrau Maria. Ntcomedes, Mart.
Freitag, 16. Sept. Kornelius u. Cyprian, Mart. Euphemia u. Gef., Mart.
Samstag, 17. Sept. Wundmale des hl. Franz von Assisi.
17. Sonntag nach Pfingsten.
Epistel. Epheser 4, 1—&
Evangelium. Matthäus 22, 35—46. Das hauptgebol.
In jener Zeit kamen Pharisäer zu Jesus. Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, wollte ihn auf die Probe stellen und fragte ihn: „Meister, welches ist das Hauptgebot im Gesetze?" Jesus antwortete ihm: „Du sollst den Herrn deinen Gott lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Gemüte! Das ist das höchste und erste Gebot, das zweite ist diesem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst! An diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten". Da die Pharisäer beisammen waren, richtete Jesus an sie die Frage: „Was haltet ihr von Christus? Wessen Sohn ist er?" Sie antwor
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teten ihm: „Davids Sohn." Da sprach er zu ihnen: „Wie kann ihn dann David, vom Geiste erleuchtet, Herr nennen, da er sagt: Es sprach der Herr zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache? Wenn nun David ihn Herr nennt, wie ist er dann sein Sohn?" Niemand konnte ihm Antwort darauf geben. Und von diesem Tage an wagte niemand mehr, ihm eine Frage vorzulegen.
rung, wenn von etwas, sagen sie, es nicht geben- liebstes Kind ist,
Ohnmächtiger Protest
ie die Fische im Teich erschrecken und auseinanderstieben, wenn man einen Stein hineinwirft, so geraten kleine, ungläubige Geister in Aufreguna und Verwir- einem Wunder die Rede ist. So gibt es nicht und kann und darf Wie das Wunder des Glaubens
. so ist das Wunder des Unglaubens gefürchtetster Gegner. Mit Recht. Denn die Anerkennung auch nur eines einzigen Wunders
hat den Glauben an einen allmächtigen Gott zur Voraussetzung oder zur Folge.
In voriger Lesung haben wir von einem wirklichen und wahrhaftigen Wunder gehört. Jesus Christus, unser Herr, hat einem Blindgeborenen das Augenlicht gegeben. Was wäre die unausweichliche Konsequenz dieses Wunders gewesen? Daß alle, die zur Kenntnis dieses Wunders ge
langt sind, an Jesus als den Sohn Gottes glauben. Die Pharisäer aber und die Schriftgelehrten und das ganze hochmütige Gelichter der Jüdischen Aristokratie konnten sich dieser Erkenntnis nicht beugen. Sie unternahmen einen fanatischen und gleichzeitig lächerlichen Kampf gegen das augenscheinliche Wunder. Ihren ohnmächtigen, blind- wüHsen Protest kann man wahrhaftig nicht trefflicher schildern als der Griffel des hl. Evangelisten Johannes es getan. Lauschen wir seiner Erzäh- lungskunst.
„Sie Nachbarn und die ihn vordem hatten betteln sehen, sagten: ist das nicht derselbe, der da sah und zu betteln pflegte? Die einen sagten: ja, er ist es. Die andern: nein, er sieht ihm nur ähnlich. Er selber erklärte: ich bin es.
Da fragten sie ihn: wie sind dir die Augen geöffnet worden? Er antwortete: der Mann, der Jesus heißt, machte einen Teig, bestrich damit meine Augen und sagte zu mir: geh an den Teich Siloe und wasche dich. Ich ging hin, wusch mich und sah.
Wo ist jener, fragten sie ihn. Ich weiß es nicht, antwortete er. Da führten sie den Blindgeborenen zu den Pharisäern. Es war aber Sabath an dem Tage, da Jesus den Teig gemacht und ihm die Augen geöffnet hatte. Die Pharisäer fragten ihn ebenfalls, wie er sehend geworden sei. Er erzählte ihnen: er strich mir einen Teig auf die Augen; ich wusch mich, und nun sehe ich. Da sagten einige von den Pharisäern: dieser Mensch ist nicht von Gott; er hält ja den Sabath nicht. Andere aber meinten: wie kann ein Sünder solche Wunder wirken? So entstand Zwiespalt unter ihnen. Darum fragten sie den Blinden aufs neue: was hälft denn du von ihm? Er hat dir doch die Augen geöffnet! Er ist ein Prophet, antwortete er.
Die Juden wollten nun nicht glauben, daß er blind gewesen und sehend geworden sei, bis sie die Eltern des Geheilten herbeigerufen hätten. Und sie fragten sie: ist das euer Sohn, der blind geboren wurde, wie ihr sagt? Wie kommt es, daß er nun sieht? Die Eltern antworteten: wir wissen, das ist unser Sohn, der blind geboren wurde; wie es aber kommt, daß er nun sieht, wissen wir nicht; und ebenso wenig wissen wir, wer ihm die Augen geöffnet hat. Fragt ihn selbst, er ist alt genüge er mag über sich selbst Auskunft geben.
So sagten seine Eltern aus Furcht vor den Juden. Die Juden waren nämlich bereits übereingekommen, daß jeder, der ihn als den Messias bekenne, aus der Synagoge ausgeschlossen werden
solle. Darum nug, fragt ihn
Nun ließen war, nochmals Gott die Ehre.
sagten seine Eltern: er ist alt ge- selbst. —
sie den Mann, der blind geboren rufen. Sie sagten zu ihm: gib Wir wissen, daß dieser Mensch ein
Sünder ist. Der aber erwiderte: ob er ein Sun
der ist, weiß ich nicht. Nur eines weiß ich: ich war blind und kann nun sehen.
Was hat er mit dir gemacht? fragten sie ihn. Wie hat er dir die Augen geöffnet? Ich habe es euch schon gesagt, aber ihr habt nicht darauf gehört, antwortete er ihnen. Warum wollt ihr es nochmals hören? Wollt vielleicht auch ihr seine Jünger werden?
Da schmähten sie ihn und sagten: Magst du sein Jünger sein. Wir sind des Moses Jünger. Daß Gott mit Moses geredet hat, wissen mir; woher aber dieser kommt, wissen wir nicht.
Der Mann entgegnete ihnen: das ist doch
wunderbar, daß ihr nicht wißt, woher er hat mir doch die Augen geöffnet; aber, daß Gott die Sünder nicht erhört, fürchtet und seinen Willen erfüllt, nur er. Solange die Welt steht, hat man
er kommt: wir wissen Wer Gott den erhört noch nicht
gehört, daß jemand einem Blindgeborenen die Augen geöffnet hat. Wäre dieser nicht von Gott, so hätte er nichts ausrichten können.
Da entgegneten sie ihm: du bist garu in Sünden geboren und willst uns belehren? und sie stießen ihn aus. . . (Joh. 9, 8—35.)
Ist es nicht ein ergötzliches Schauspiel, wie diese sebstbewußten, selbstheiligen, eingebildeten Juden sich winden und drehen, um ein Wunder, das klarer ist als der Sonne Schein, aus der Welt wegzudisputieren? Gleichen sie nicht dem Vogel Strauß, der seine Augen in den Sand steckt um seine Verfolger nicht zu sehen? Sieber betrachten sie Jesus als einen Gesetzesverächter und Sabathschänder, als daß sie ihn als Wundertäter anerkennen und anbeten. Lieber stoßen sie den Geheilten aus der Gemeinschaft der Synagoge, als daß sie von ihm Aufklärung und Belehrung entqegen- nehmen. Da kann man das Weh des Heilandes verstehen, das er über diese verstockten, verblendeten Pharisäer ausgesprochen hat!
Wie stellen wir uns gegen das Wunder? Der Hochmut lehnt es mit einer wegwerfenden Geste ab. Der Hochmut, der allen Verstand, alle gesunde Beobachtung für sich allein gepachtet hat und in jedem Gläubigen einen Finsterling und Dummkopf erblickt. Ein Unglaube, dem ein Philosoph Ausdruck gab mit den anmaßenden Worten: „Wenn ganz Paris behaupten würde, es wäre einer von den Toten auferstanden, so würde ich eher glauben, daß ganz Paris verrückt geworden ist, als daß der Tote tatsächlich auferstanden ist!" Wer die Wunder der Bibel in Bausch und Bogen leugnet, hat am Christentum Bankrott gelitten. Die Wunder im Leben der Kirche und der Heiligen gehören nicht zum eigentlichen Glaubensinhalt. Wenn sie aber von der gesunden Vernunft einwandfrei festgestellt sind, wie z. B. die Wunder von Lourdes, so wäre es unvernünftig und eigensinnig, dieselben zu leugnen. Freuen wir uns der