Seile 14 / Nummer LZ.
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antwortete er stets dasselbe: „Ich tue dies nur meinen Ochsen zuliebe, denn sie lassen sich in keiner Schmiede so ßern beschlagen wie hier." W hrend er dies sagte,'lächelte sein schmaler Mund, und in diesem Lächeln waren Spott und Hohn brüderlich vereint. Und der Dorsschmied war froh, daß Georg Reist seine Schmiede aufsuchte, denn dem kam L auf einen Taler mehr oder weniger nicht an — auch ließ er noch immer ein reichliches Trinkgeld da für die durstigen Kehlen seiner Jungens. Denn die Jungens halfen beim Beschlagen der Tiere fleißig mit. Zwei wehrten mit großen Pferde- schwänzen dis Fliegen ab und einer assistierte dem Vater bei der Arbeit.
Rätselhaft ist, weshalb G. Reist gerade eine solche Vorliebe für Ochsen hatte. Er hätte sich einige der schönsten und teuersten Pferde halten können, aber er blieb bei seinen Ochsen. Denn der Alte war kein Kleinbauer, sondern ein steinreicher Mann. Sein Vermögen schätzte man noch weit über eine Million. Das war's eben, was die Menschen nicht begreifen konnten. Ein Reicher mußte nach ihrer Ansicht auch wie ein Reicher leben. Georg Reist aber machte eine Ausnahme, er hielt sich keine zahlreiche Dienerschaft, besaß keine kostbaren Equipagen, keine schönen modernen Kleider und auch keine große Villa — er gab keine Feste, reiste nicht in der Welt herum, sondern blieb in seinem alten Fachwerkbau, hegte und pflegte seine beiden Ochsen und bestellte mit einer unerschütterlichen Ruhe seinen kleinen Acker. Bei der Arbeit half ihm nur ein Knecht, der ungefähr in seinen Jahren sein mochte. Die Frau des Knechtes leitete den Haushalt. Nur bei außergewöhnlichen Anlässen — an Waschtagen und vor großen Feiertagen — nahm sie sich zum Waschen und Putzen eine Hilfe ins Haus.
Man nannte Georg Neist weit und breit den Lumpenmillionär. Der Name paßte auf ibn gar nicht schlecht, denn er sah — was feine Kleider anbelangt — tatsächlich oft wie ein Lump aus. Die Leute hielten ihn allgemein für einen habgierigen Schab hals, den nur der Geiz an einem luxuriösen Leben hinderte. Das einzige, was sich der Millionär leistete, war ein täglicher Gang zur Kirche. Er tat in der Kirche sehr fromm, doch die Leute hielten es für Heuchelei. Nein, der tägliche Kirchgang konnte ihn im Leumund der Menschen nickt besser machen. Er blieb ein greulicher Geizkragen, und viele waren geradezu empört darüber, daß er Sonntags in den Klingelbeutel nur ein Zehnpfennigstück fallen ließ und dies dann noch mit einer solch gönnerhaften Miene tat, als ob es ein Goldstück sei. Man glaubte allgemein fest daran, daß nur seine Ochsen von seinem Reichtum profitierten, denn sie wurden besser gepflegt als wertvolle Rassenpferde und hatten dabei wenig Arbeit. Auf eine Frage, weshalb er die Ochsen so sehr liebe, soll er geantwortet haben:
„Ich liebe nicht das Haften und Drängen. Der Ochs scheint mir ein Symbol der Behaglichkeit und Gemütlichkeit. Er ist ungeheuer stark, trotzdem protzt er mit seiner Stärke nicht, sondern geht ruhig und bedächig seinen Weg. Er ist auch nicht stolz,' wirft nicht den Kopf empor wie ein übermütiges Pferd, sondern tut deinütig seine Pflicht. Deshalb liebe ich Ochsen."
Er hatte gern, wenn die Leute über ihn lachten und ihn für einen Narren hielten.
„Denn jene", so sagte er, „die die Menschen für Narren halten, sind bei weitem nicht die dümmsten und schlechtesten in der Welt."
Ofl soll er, wenn gerade Leute, von denen er wußte, daß sie über ihn spotteten, an seinem Gefährt vorbeikam, zu den Ochsen gesagt haben:
„Gehen Sie doch bitte nach rechts, ihr Herren Ochsen!" Oder: „Bleiben Sie doch bitte in der Mitte des Weges, meine lieben Gehörnten."
Ueber solche Reden lachte natürlich die ganze Gegend. Man tippte mit dem Finger an die Stirn und machte vielsagende Gesichter. Wer hätte dies schließlich nicht getan?
Zu seinem Knecht sagte er dann am Abend:
„Peter, ich habe wieder ein gutes Werk vollbracht!"
„So? Wem haben Sie denn etwas gegeben, Herr?"
„Ich hab' den Leuten was zum Lachen gegeben! Das ist doch auch schon was wert, meine ich!"
Aber Georg Neist konnte auch ganz ernst werden. Die Frau des Knechtes hat ein Gespräch mit einem seiner vornehmen Verwandten mit ange
hört. Die Verwandten, nur reiche Leute, schämten sich nämlich dieses kapriziösen und verrückten Hagestolzes sehr. Besonders ein Schwager von ihm, der in demselben Orte wohnte und Besitzer einer Lederfabrik war, nahm viel Anstoß an Georg Neist's bäuerlichem Leben. Der Fabrik- be^^or lebte n^wl-ck auf aam großem Fuße. Er gab herrliche Feste, besaß zwei Autos, Reitpferde, machte ieure Bauereuen — kurz: er wußte zu leben, wie die meisten Reichen noch nicht leben, nämlich über seine Verhältnisse. Eines Tages geriet er in Geldschwierigkeiten und es blieb ihm kein anderer Ausweg, als den verachteten Schwager um Hilfe zu bitten.
„Wieviel willst du haben, lieber Schmager?" fragte Georg Neist, nachdem ihm der Lederfabrikant feine Lage geschildert hatte.
Der Fabrikant war überrascht, denn er hatte viele Einwendungen des geizigen Schwagers er wartet, doch er nannte — wenn auch etwas zögernd — die Summe.
Ohne mit der Wimper zu zucken, schloß der Hagestolz eine Schublade seines morschen Schreibtisches auf, nahm ein Scheckbuch heraus und stellte einen Scheck aus in Höhe des gewünschten Summe Lächelnd überreichte er ihn dem Verwandten.
„Vielen Dank — vielen Dank . . ."
Georg Neist wehrte ab. „Ich habe dir nur das eine zu sagen, lieber Schwager: Du last io oft über mein Leben gespottet, hast dich dauernd meiner geschämt, doch ich bitte, in Zukunft zu bedenken, daß ich vielleicht nicht das Glück gehabt hätte, dir helfen zu können, wenn ich genau so vornehm und großartig lebte wie du . . ."
*
Der Lumpenmillionär starb kurz vor dem Kriege. Nicht viele Menschen folgten seiner Bahre, denn er war wohl ein „Original" und „Unikum" — wie man so sagt —, aber er war wegen seines Geizes nicht beliebt. Erst viele Jahre später hat sich die Meinung über ihn vollständig geändert. Nach seinem Tode warteten nämlich viele Arme der Umgebung auf die Unterstützung, die monatlich von den Seelsorgern zahlreicher Gemeinden verteilt wurde, und da sickerte es allmählich durch daß der edle Spender kein anderer gewesen war als der Lumpenmillionär. Er hatte jeden Monat eine beträchtliche Summe seinem Beichtvater zur Verteilung an die Armen eines weiten Kreises übergeben — jedoch nur unter der Bedingung, den Spender unter allen Umständen zu verschweigen; andernfalls würden die Armen keinen Pfennig mehr erhalten.
Sein Testament ist so seltsam gewesen wie er auch. Sein Knecht Peter erbte das Haus, den Acker und auch die Ochsen. Mehr als hundert Arme wurden darin erwähnt — dazu viele Spitäler, Schulen und Klöster. Auch der Schmied, der seine Ochsen stets beschlug, war sehr zufrieden.
Doch das Testament enthielt am Schluß noch einen Zusatz: Die Legate sollten nur ausgezahlt werden, wenn die Empfänger Schweigen gelobten. „Denn am Dank und an der Meinung der Menschen liegt mir nichts — es genügt, wenn einer weiß, wie ich lebte und was ich tat. Und nur dieser eins soll über mich, den Lumpenmillionär, richten. Ich hoffe, er wird mir gnädig sein im Gerichte, denn ich habe versucht, so zu leben, daß die eine Hand nicht wußte, was die andere gab . . /
BÄEH
Der Menschenfreund. „Du meinst also, der Gerichtsvollzieher sei ein Menschenfreund." „Jawohl, er pfändete zu allererst das Klavier meiner Frau."
Vorsicht. „Ich möchte mir gern die Haare etwas färben lassen; meinst du, Haarfärbemittel wären schädlich?" „Ganz bestimmt: Mein Bruder ließ sich einst die Haare färben — kurze Zeit daraus war er verheiratet!"
Zum Trost. Kranker: „Herr Doktor, ich fühle es, ich stehe vor den Toren des Todes." Arzt: „Nur Mut, ich bringe Sie schon durch!"
3m Examen. Professor: „Welche drei Worte werden von den Studenten am häufigsten gebraucht?" — Prü- fungskandidat: „Ich weiß nicht". — Professor: „Sehr richtig. Diese Erfahrung habe ich bei Ihnen auch gemacht".
Ans Romanen. „Ein Glas Eis hat das Herz der Empfängerin warm berührt". — „Wir machten einen reichen Fischfang; die Fische mußte gehörig Haare lassen".
Alter Mann und alter Anzug. Wenn ein Mann recht alt geworden ist, so muß er auf vieles verzichten und vom öffentlichen Leben sich fernhalten. Da ist es doch
bei einem alten Anzug anders. Wenn man den beinahe abgetragen hat, dann beginnt erst seine Glanzzeit.
Mann an seine ihm entlaufene Ehefrau. „Liebe Laura, kehre doch ja alsbald zurück. Meine hiebe kennst du".
Vater und ?ohn. „Bei Durchsicht deines Zeugnisses komme ich zu der Einsicht, daß es in jeder Hinsicht die Vorsicht gebietet, dir ohne jede R ü ck- s' cht jede Aussicht auf weitere Nachsicht zu nehmen."
Zerstreut. Haushälterin: „Herr Professor, Herr Pro- • ^ feffor, in unserer Wohnung ist ein Einbrecher!" Professor: „Sagen Sie ihm, bitte, ich sei nicht zu Hause".
GoèSesdlenftordnung.
Sonntag, den 28. August 1932.
Auldo. Dom. Beichtgelegenheit Samstag morgens / 6—8 Uhr, nachm. 2 - 3 Uhr iür die Kinder. »5-7 Uhr und von 1 <8—' 19 Uhr für Erwachsene Sonntag voim. Don 1a6 Uhr an. Gottesdienste: ''»6, 6, M, 7 Uhr heil, liefen. In der 6 Uhr-Messe Heil. Kommunion für den Mütterverein und alle Frauen der Pfarrei 8 Uhr Piarr- amt mit Pr digt und hl. Kommunion des 4. Schuljahres. ' ilO Uhr Katbedralamt mit Predigt. s/«ll Uhr Christenlehre für die Jünglinge. 'M2 Uhr letzte heilige Messe mit Predigt. *A2 Uhr St. Michaels-Bruderschastsandacht.
2 Uhr Christenlehre für die Sungfrauen. %3 Uhr Ansprache und Andacht für den Müt'eroerein. 4 Uhr Predigt mit hl. Segen. 7 Uhr Andacht zur Mutter Gottes in der Marienkapelle. Wochentags: '/26, 6, ’M, 7'/,, 9 Uhr heilige Messen mit Austeilung der heiligen Kommunion. Am Montag abend um ‘^8 Uhr Segensandacht. — Stadtpfarrkirche. Beichtgelegenheit: Samstag nachm. 3—7, '/«8—’' 9 Uhr, Sonntag lrüh 6—7 Uhr. Sonntags- gottesdienste: 6 Uhr hl. Melle. 63'« Uhr hl. Melle und Kommunion der Frauen und Mütier. 8 Uhr erster Kinder- cotlesbienft, Predigt und Kommunion des 4. Schuljahres. 91 1 Pfarramt und Predigt. 11 Uhr zweiter Kindergones- dienst und Predigt. 9 Uhr Christenlehre der Jünglinge in der Severikirae. 1'/, Uhr Christenlehre der Jungfrauen. 2‘Js Uhr Bruderschaft vom hl. Erzengel Michael. 3'« Uhr Andacht für den Mütterverein. Die hl. Komm, wird von 6— ''28 Uhr jede halbe Stunde gespendet, außerdem um 8V« und 9‘/< Uhr. Werktagsgottesdienste: 6, ’M,1 <8 und 8 Uhr heilige Mellen. Mittwoch, Freitag, Samstag früh 6'/, Uhr Beichtgelegenbeit. Freitag abend 8 Uhr Segensandacht. — Zum QL Geist. Beichtgelegenheit: Samstag nachmittag 4— 6 Uhr. Sonntag früh 6—7'/, Uhr. Gottesdienste:
7 Uhr Frühmesse und Ansprache, Kommunion des Mütter- oere ns 8 Uhr Hochamt mit Predigt, Kommunion des 4. Schuljahres. ^ «11 Uhr KIndergotlesdienst und Ansprache. 'M2 Uhr Christenlehre für die Jungfrauen. 8 Uhr Michaelsbruderschaft. Donnerstag, den 1. September, 4— 6 Uhr abends Beichtgelegenheil. Frei rag, den 2. September, 7 Uhr Herz-Iesu-Amt. 8 Uhr abends Andacht. — St. Joseph. Beichtgelegenheit: Samstag 2—3 Ubr für Kinder, 5—7 Uhr für Erwachsene und Sonntag morgens von 'M Uhr ab. Gottesdienste: '/«8 Uhr Austeilung der hl. Kommunion. ü-8 Uhr hl. Messe mit Ansprache. ' 10 Uhr Hochamt mit Predigt. Danach Christenlehre. Nachmittags um 'M Uhr Andacht mit Segen. Werktags morgens um 7 Uhr hl. Messe mit Kommunion-Ausilg. — St. Sturmius. Beichtgelegenheit: Samstag nachm. von 3 Uhr an und Sonntag früh *' 7 Uhr. Gemeinschaftliche hl. Kommunion für die Frauen und Mütter, sowie die Schulkinder des 4. Schulja res. */«8 Uhr Austlg. der hl. Komm. 118 Uhr Frühmesse mit Ansprache und Austlg. der hl. Komm. ‘MO Uhr Hochamt und Predigt. 1,2 Uhr Segensandacht. Werktagsgottesdienst 7 Uhr morgens. — Kapelle am Fronzofenwäldchen. Sonntag 6'/« Uhr morgens hl. Tiefte mit Ansprache und Kommunion - Aus- teilg. Wochentags 7'" Uhr hl. Melle mit Komm.-AusUg. — Herz-Fefu-Heim. 6 Uhr Frühmesse. 8 Uhr Amt u. Pred.
2 Uhr Segensandacht. Werktags 'M Uhr hl. Messe. — Frauenberg. Hl. Mellen von 5 bis 7 Uhr. 8 Uhr Lingmesse mit Predigt und Uturg. Gebeten. 9 Uhr Hochamt m t Predigt. Nachm 2 Uhr Kr.uzwegandachl mit Predigt (auf dem Kalvarienberg). Freitag, den 2. Sep. tember, Herz-Jesu-Freitag. Aussetzung des Allerheiligsten von 5 Uhr moigens bs 5 Uhr abends zur Anbetung des göttlichen Herzens Jesu. Um 9 Uhr morgens Levitenamt. Nachm'tta s 4 Uhr Schlußandacht mit Umgang. — Neuenberg. '/,9 Uhr Amt mit Pred. — Dietershan. *M0 u. Anu mit Pred. — Lehnerz. v U. Amt mit Pred.
Zoßeptt-MvNKSg.
(Zur Heranbildung bedürftiger Priesteramtskandidaten).
Bei der Fuldaer Actien- Druckerei gingen ein:
Ungenannt N. d. M. 13.— Hoenield
: N. d.Mu. r.E.d. ’ hl. Jud. Thad. 0.50
Divverz N. d. M- 1.—
Geismar , 1
Niederkalback Hl. Jos. hilf in einem Ant.
5.—
Zitters Z. Dks. n d. M. 3.-
Mor ura a. L. N. d. M. 10.-
KohldauS Z. E. d. hl I. um
Dil e in schw. Kr. 1.—
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