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ärztliche Institut alljährlich veranstaltet, um diesen für Gebiete, in denen sich kein Arzt befindet, und für erste Hilie bei Unglück-fällen und Verwundungen die wichtigsten medizinischen Kenntnisse mit auf den Weg zu geben. An dem Kursus beteiligen sich 26 Missionare aus sieben verschiedenen Missionsgenossenschaften. Tüchtige ärztliche Kräfte der Würzburger Krankenhäuser und Kliniken, des Anatomischen, Hygienischen und des Pharmakologischen Institutes, des Hamburger Tropen- imtitutes und des Misstonsärztlichen Institutes vereinigen sich, um den Kursus für die Missionare möglichst nutzbringend zu gestalten.
Der Jahresbericht des Vinzenzvereins Deutschlands über seine Tätigkeit im Notjahre 1931 ist höchst erfreulich. In 21 Diözesen ist der Vinzenzverein vertreten. Allein 64 Neugründungen sind im letzten Jahre zu verzeichnen, mit einem Zuwachs von 808 neuen Vinzenz- drüdern. Ueber 14 000 tätige Männer stehen in der Vin- zenzarbeit und wetteifern mit tausenden Elisavethschwe- stern in der leiblichen und geistigen Sorge um die Notleidenden. Die Zahl der zu betreuenden Armen stieg im Jahre 1931 um rund 85 000 auf 221555. Leider ist wegen der zunehmenden Armut die Zahl der Wohltäter sehr zurückgegangen Trotzdem sind die Einnahmen und Ausgaben für die Armen dank des opferfreudigen Eifers der Vinzenzbrüder noch gestiegen. Es konnten im verflossenen Jahre an 100 000 Mark mehr an die Armen verteilt werden als im Vorjahre. Die Bareinnahmen betrugen 1 257 852 Mark. Nicht enthalten ist in diesen Summen der Wert der Naturalien, der Kleider, Wäsche und Möbel, welche die Vinzenzbrüder für die Armen in den Städten und Landgemeinden gesammelt haben. Nach vorsichtiger Schätzung betragen die Gesamtausgaben für die Armen mindestens zwei Millionen Mark. Auch seelisch betreut der Vinzenzverein seine Armen und fördert dadurch die vom Heiligen Vater erstrebte katholische Aktion. Zahlreiche ungeordnete Eheverhältnisse wurden durch Vermittlung der Vinzenzbrüder kirchlich geregelt, in vielen Fällen wurde die Taufe der Kinder veranlaßt, und manche, die feit Jahren der Kirche entfremdet waren, wurden wieder zu Gott zurückgeführt. Möge das segensreiche Wirken der Vinzenzyercine auch in diesem Nmiahre sich immer w°üer entfalten!
Würzburg. Im Missionsärztlichen Institut zu Würzburg war am 31. Juli die Abschieds- und Aursen- dungsfeier von zwei Missionsärztinnen. Frl. Dr. meb. Martha Ditton aus Nußloch bei Heidelberg zieht zum erstenmal hinaus, und zwar in die Mission Garisp in Südafrika. Gleich zu Anfang der Gründung des Mif- sionsärztlichen Instituts schloß sie sich diesem vor zehn Jahren an. Nach Vollendung ihrer medizt r'^n Studien in Würzburg, München, Heidelberg und W-en arbeitete sie noch in der chirurgischen Poliklinik München, in dem Krankenhause zu Rosenheim, in Hamburg sow'- H de Klinik für Hautkrankheuen in Würzburg Nach Absolvierung des tropenmedizinischen Kursus am Hamburger Tropeninstitut verbrachte sie ein Jahr in London, um sich dort durch erneute Prüfung in englischer Sprache das für die Ausübung der ärztlichen Praxis in Südafrika nötige englische Aerztediplom zu erwerben. — Frl Dr. meb. Anna Heukamp arbeitete in der gleichen Mission der deutschen Herz-Jeiu-Milfionare in Gariep mit außerordentlichen Erfolgen bereits fünf Jahre als Missionsärztin. Es gelang ihr, durch ihre
letzte Drittel unseres Volkes ist materiell mit dem Schicksal der deutschen Großstädte aufs engste verknüpft und seelisch schon von den Lebensformen der Großstadt erfaßt. Rundfunk, Auto, Maschine schließen das Leben des Landvolkes immer mehr an das Denken und Fühlen der Großstädte an. Mag der Neuaufbau unserer Wirtschaft vom Ackerbau aus erfolgen müssen, der seelische Wiederaufbau muß von der Stadt ausgehen. Thema des Katholikentages ist demnach: Aufbau neuer Großstadt-Kulturformen im Geiste und in der Gnade Jesu Christi.
Wir wollen die Maschinen nicht zertrümmern und in Wüsten fliehen. Immer fängt der Katholizismus beim Gegebenen an. Wir verzweifeln nicht an der Welt, weil sie Gottes ist und Gottesgedenken kundtut. In ernstem geistigen Schaffen will man in Essen die Grundlagen einer neuen Großstadtkultur erarbeiten. Patentlösungen werden vorher nicht bereitgehalten. Richtschnur allen Aufbaues ist unser Glaube. Christus soll uns Wege zu einem Neubau des gesamten wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Lebens im Geist von Gerechtigkeit und Liebe aufzeigen. Und er wird mitten unter uns sein, er wird Auferstehung feiern in der Großstadt, wenn am Sonntagmorgen 200 000 Menschen den Opferaltar
ärztliche Tätigkeit der Mission zu einem Gebiete von Schwarzen Eingang zu verschaffen, das ihr sonst verschlossen war. Nach kurzem Erholungsaufenthalt in der Heimat und weiteren ärztlichen Speziasitutnen .'ehrt auch sie nur, wieder für eine weitere Aroesisperwbe 'reudig zu ih»r M/s onstätigkeit zurück.
Würzburg. Das durch das Ableben des Geh. Regierungsrats Prof. Dr. Joh. Hehn in der Theologischen Fakultät der hiesigen Universität erledigte Ordinariat für- alttestamentliche Exegese und biblijch-orientalischc Sprache ist dem außerordentlichen Professor Dr. theol. et phil. Friedrich Stummer an der Philosophisch- Theologischen Hochschule in Freising angeboten worden. Dr. Stummer stammt aus Unterfranken.
Waldbreitbach. Sieben Jahrzehnte sind verflossen, daß die Genossenschaft der Franziskanerbrüder hier- sclbst ins Leben trat. Die Gründung ging aus von Anton Weber (Schneider) aus Roßbach und Theodor Wirth (Schuhmacher). Drese begeisterten Jungmänner legten im Juni 1862 das Gelübde ab unter dem Ortspfarrer Gomm. Die Neugründung fand ihre Genehmigung von Bischof Wilhelm Arnoldi zu Trier. In der Hauptsache beschäftigten die Brüder sich mit der Krankenpflege. Die Genossenschaft hat ihren Sitz im St.- Josephs-Haus, erbaut 1866. In drei Erdteilen zählt die Genossenschaft der Franziskaner 26 Niederlassungen mit 371 Brüdern.
Paderborn. Vor einigen Tagen wurde im Dom der neue Ehrendomherr Propst und Dechant Peter Legge in Magdeburg durch den Senior des Metropolitankapitels, Prälat Bartels, in fein Amt eingeführt. Der Neuernannte ist geboren zu Brakel im Nethegau am 16. Oktober 1882 und wurde am 22. März 1907 zum Priester geweiht. Seine ganze seelsorgliche Tätigkeit galt der sächsischen Diaspora. Seit dem Jahre 1924 ist er Pfarrer und Dechant in Magdeburg. Seiner rastlosen Tätigkeit ist der glänzende Verlauf des Katholikentages im Jahre 1928 sowie die Einführung der Fronleichnamsprozession zu verdanken.
Siegen. In dem baulich bereits mit der Stadt Siegen verbundenen Vorort Caan-Marienborn wurde durch die Siegener Geistlichkeit der Grundstein zu einer neuen Kirche „St. Bonifatius" gelegt. Das neue Gotteshaus, dessen Sockel bereits steht, wird 600 Gläubigen Platz bieten und den Zeitverhältnissen entsprechend einfach gehalten sein. Zwei bekannte Kirchenbauarchitekten haben die Pläne für das neue Gotteshaus entworfen. Die neue Kirche entsteht mitten im Ort und wird äußerlich dem Ortscharakter angepaßt. Trotz der wirtschaftlichen Lage haben die Katholiken im Siegerland Siegerland im erweiterten Begriff) in den letzten Jabren mehrere Gotteshäuser errichtet, so in Eiserfeld, in Haiger a. d. Dill, in Wehbach, und ferner ist der Bau einer dritten katholischen Kirche in der Stadt Siegen geplant.
Verilich (Krs. Recklinghausen). Weihbischof Dr. Scheises hat kürzlich unsere neue Kirche geweiht. Sie ist nach den Plänen der Architekten Dombaumeifter W. Sunder-Plaßmann und Regierungsbaumeister a. D. I Sunder-Plaßmann zu Münster erbaut. Sie unterscheidet sich von den landläufigen Kirchen durch ihre christozentrische Grundrißanlage u. die sehr geringen Baukosten. Der Hochaltar steht vor der Chorapsis und ermöglicht es so, daß nach altchristlicher Art das hl. Opfer inmitten der Gläubigen dargebracht wird. Zu beiden Seiten des Altarraumes sitzen in den Kreuzarmen der Kirche die Schulkinder, während das Langhaus die Erwachsenen
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auf dem Baldeneyer Berg umsäumen und aus der Tiefe moderner Großstadtnot mitten in der zerstörenden Wirtschaftskrise gläubig zum verborgenen Heiland rufen: „Mein Herr und mein Gotti" Essen wird um Christus kämpfen mit der Leidenschaft, mit der die Passagiere eines untergehenden Schiffes um die Boote kämpfen und Ertrinkende an jede rettende Planke sich klammern. Nicht nur im Politischen geht es heute um Letztes, auch im Religiösen und gerade da. Essen ist nicht nur Manifestation; es ist und muß sein: Aktion.
Beim Katholikentag Essen 1906 zitierte P. Seiler S. J. das Wort eines französischen Katholikenführers: „Ich möchte, daß vor allem die Katholiken ihren Klageliedern ein Ende machten. Denn das Jammern hat nie etwas genutzt. Die Stunde männlicher Entschlüsse naht." Die Beratungen des Katholikentages 1932 dürfen nicht nur zu einem Aktionsprogramm führen. Die Zeit der reinen Programme ist vorbei: Es gilt letzte Tat in der Gnade dessen, der die Kraft zum Heldentum gibt. „Alles kann ich in dem, der mich stärkt!" I. P
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aufnimmt und somit Altarraum und Laienraum ein ein- heitliches Ganzes bilden. Dem frühchristlichen Charak- ter der Altaranlage paßt sich auch die Architektur im ganzen an. Sie ist in ganz schlichten, an die altchrist- liche Baukunst erinnernde, wenn auch im einzelnen in moderneren Konstruktionen durchgebildete Formen gehalten. Trotz der recht beträchtlichen Raumgröße (rund 700 Sitzplätze und 400 Stehplätze) und der Un- terkellerung des Querschiffes und der Apsis zu Versammlungsräumen für die Jugend stellen sich die Baukosten für die ganze Anlage einschließlich Turm nur auf rund 80 000 Mark. Dank dieser außerordentlich billigen, ganz den Anforderungen der heutigen Zeit entsprechenden Ausführung des Baues ist es der Gemeinde möglich geworden, bis auf Kleinigkeiten alles sofort zu bezahlen und so ohne Schulden für die Zukunft sich ihres schönen Gotteshauses freuen zu können.
Bocholt. Am 29. Juli feierte der Kapuzinerpater Bernhard Maria, ehemals Prof. Dr. Bernh. Barth, im hiesigen Kapuzinerklofter sein 50jähriges Doktorjubiläum. Geboren am 20. April 1860 in Oppenheim a. Rh., wirkte er nach Abschluß seiner philologischen Stu- dien in Straßburg an der Landerschen Studienanstalt in Sasbach in Baden, dann von 1883—1905 am Bischöflichen Gymnasium in Straßburg, wo er am 6. Mai 1897 zum Professor ernnant wurde. Von 1905—1925 wirkte er als Professor an der Rheinischen Ritterakademie in Bedburg an der Erft. Nach seinem Ausscheiden aus dem Schuldienst wegen Erreichung der Altersgrenze trat er in den Kapuzinerorden ein und empfing am 2. Juni 1928 durch den damaligen Bischof von Limburg, Dr. Augustinus Kilian, in der Abteikirche der Benediktinerinnen in Eibingen die heilige Priesterweihe. Daselbst feierte er am folgenden Tage im Alter von 68 Jahren feine Primiz. An der hiesigen Missionsschule der Kapuziner unterrichtet der Jubilar in jugendlicher Frische in den humanistischen Facheru. Möge ihm noch eine lange, reichgesegnete Tätigkeit beschieden fein!
Pavia. Wie wir erfahren, werden die Kartäuser demnächst nach mehr als 50jähriger Verbannung wieder in die altberühmte Certosa von Pavia einziehen.
Kardinal-Erzbischof Faulhaber als Vrieskerjubilar.
Am 1. August wurden es 40 Jahre, daß Kardi- nal Faulhaber im Dom zu Würzburg zum Priester geweiht wurde. In seiner Heimat Klosterheidenfeld feierte er dann am 7. August seine Primiz 1892 bis 1932. Und dazwischen hinein wie mit goldenen Lettern das Jahr 1921, wo ihn der Statthalter Christi mit dem römischen Purpur auszeichnete. Kitzingen, Rom, Straßburg, Speyer, München sind seine großen Lebensstationen. Wer hätte dem kleinen Bäckerjungen in der Wiege diese Laufbahn prophezeit. Zum Studium kam er nur deshalb, weil der Kaplan, der einen anderen Dorfbuben zum Studium vorbereiten sollte, erklärte: „Mit einem allein fâna ich nicht an". Als lOjähriger Lateinstudent der 1. Klasse mußte er im harten Winter 1879 oft seine Schulausgaben auf einem Tisch im Schnee des Hofes machen, weil er es im Zimmer vom Rauch der nebenan wohnenden Korbflechter nicht auszuhalten vermochte. Nach dem Gymnasium machte er das Einjährige als Infanterist in Würzburg und lernte dort als strammer, abgehärteter Soldat den Schirm entbehren, den er auch jetzt noch nicht leicht benutzt. Nach feiner Priesterweihe wurde er Kaplan in Kitzingen. Dort, so erzählte er selbst, habe ich mich beim früh- morgentlichen Wintergang zu den Rorateämtern auf 2 Filialen als der glücklichste Mensch der Welt gefühlt. Nach 2 Jahren Seminarpräfekt in Würzburg ging es auf 3 Jahre zum Studium nach Rom. Heimgekehrt, machte er 4 Monate lang einen Einsiedler-Pfarrer im Steigerwald, bis der Ruf seines Bischofs an ihn als Universitätsdozent erging.
Als Gelehrter widmete sich Dr. Faulhaber vor allem Bibel- und alttestamentlichen Handschriftenstudien. Er arbeitete auch in englischen Bibliotheken, so in Cambridge und Oxford, in Madrid und Barcelona. Eine Reihe wissenschaftlicher Arbeiten ging so bis in die letzten Jahre herein aus seiner Hand hervor. Wahrlich eine respektable Leistung eines berühmten Gelehrten und führenden Hirten der katholischen Kirche. 9 Jahre lang, von 1903 bis 1911 wirkte Faulhaber als hinreißender Lehrer der biblischen Theologie an der Universität Straßburg. Dann rief ihn der Wille der Kirche auf den
Vischofsstuhl von Speyer,
den er bis gegen Ende des Weltkrieges, 1917, inne hatte. Von nun an verschob sich naturgemäß wie