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Nr. 33

Sonntag, 14. August

1932

Uns tot Diözese fulba

Propst Poppe-Heiligenstadl t.

Bischöflicher Kommifsarius, Propst und Geist­licher Rat, Ehrendomkapitular von Fulda, Karl Poppe in Heiligenstadt ist am Mittwoch, den 3. August, gestorben, wie wir in der letzten Nr. des Bonifatiusboten noch kurz meldeten.

Kommifsarius Poppe war geboren am 10. Sep­tember 1863 in Heiligenstadt. Er besuchte dort das katholische Gymnasium, studierte an verschiede­nen Universitäten, diente in Münster einjährig, bezog 1886 mit dem ersten Jahrgange nach dem Kulturkampf das neueröffnete Priesterseminar in Paderborn und wurde am 15. August 1887 ge­weiht. Er war Kaplan in Dingelstädt, Neustadt und Kalteneber. Von Ende 1894 bis 1912 ist er Pfarrer in Mengelrode gewesen. In diese Zeit fällt eine rege Tätigkeit für den Volksverein und die Zentrumspartei. 1912 übernahm er die Propsteigemeinde in Heiligenstadt. Im gleichen Jahre wurde er Vertreter des Eichsfeldes im Reichstage. Er war auch Mitglied der National­versammlung und zog wieder in den neuen Reichs­tag ein. Bis 1924 vertrat er das Eichsfeld und diè sächsisch-thüringische Diaspora. Als im Januar 1925 der bischöfliche Kommifsarius Osburg starb, wurde Poppe sein Nachfolger und widmete sich nun fast ausschließlich seinen kirchlichen Aemtern. Von der allgemeinen Verehrung zeugte die Beerdi­gungsfeier am 6. August.

In der St Josephs-Kirche feierte am 9. August am Tage der Vollendung seines 85. Lebensjahres, der Jubelpriefter Herr Pfarrer Wilhelm Ney aus Dipperz das hl. Meßopfer. An der Amand- Ney-Straße, an der heute das Gotteshaus der St. Josephspfarrei steht, befand sich ein Grundstück des Vaters unseres Jubelpriesters.

Das neueste Volksvereinsheft Nr. 4 beschäftigt sich mit den verschiedenen Möglichkeiten, die die ländliche Siedlung für die Unterbringung derer bietet, die Arbeit suchen, aber nicht finden können. Das heft wird sicherlich allgemeinen Beifall fin­den. Es möge des ferneren als ein lebendiger Beweis dafür dienen, wie sehr sich der Volksverein für das katholische Deutschland der aktuellen Ta­gesfragen der deutschen Katholiken annimmt, und wie ernstlich er sich um eine praktische Lösung der­selben bemüht.

vom Frauenberg Fulda. Am kommenden Sonntag (14. August), abends 6 Uhr, findet wiederum eine Rundfunkübertragung vom Kloster Frauen­berg statt, und zwar in Form einer Führung durch den Frauenberg. Die Uebertragung erfolgt über den Frank­furter Sender.

Rochusfest in Kämmerzell.

Jetzt kommt wieder die Woche des hl. Rochus heran für Kämmerzell und feine weitere Umge­bung. Das Fest selbst fällt diesmal auf einen Dienstag, den Tag nach Mariä Himmelfahrt.

Morgens 9 Uhr fetzt sich in Kämmerzell die Prozession mit dem Allerheiligsten in Bewegung zum Rochusberg. Droben ist feierliches Hochamt mit Leviten und Predigt. Nach dem Amte zieht die Prozession wieder hinunter zur Pfarrkirche, wo die Reliquien aufgelegt werden.

Am Sonntag, den 21. August, dem sogenannten Rochussonntage ist Amt und Predigt in der Pfarr­kirche, nachmittags 3 Uhr aber zieht von neuem die Sakramentsprozession auf den Rochusberg. Dort ist Predigt und Andacht. Das Allerheiligste bleibt bis 6 Uhr abends ausgesetzt. Nach der An­dacht werden die Reliquien aufgelegt.

An Werktagen ist in der Rochusoktav, also am 17. August, am 18., 19., 20. sowie am 22. und 23. um 7 Uhr früh oben am Rochusberge Amt mit Austeilung der hl. Kommunion. Vor dem Amte von ' j 7 Uhr an ist jeden Tag Gelegenheit zur hl.

Beichte, nach dem Amte Auflegung der hl. Reli­quien.

Gläubige Katholiken! Kommt, erscheint in Massen, in Prozessionen! Bekundet gegen den heutigen Unglauben und haß Euere treükatholische Gesinnung und Liebe zu Euerer Kirche und ihren lieben Heiligen!

Oberbimbach. Durch die Umwandlung des Bahnhofs Oberbimbach in eine Agentur werden die Fahrkarten an die zu­steigenden Reisenden bei den Personenzügen 552, 564 und 559 vom Dienstag, 9. August, ab durch den Zugführer versauft Da der Bahnhof bei diesen Zügen (5,12, 22,16 und 22,51 Uhr) unbesetzt ist, so müssen die mit ihnen eintreffenden Gepäck- und Expreßgut­sendungen unmittelbar nach Ankunft am Zuge abgenommen werden, andernfalls sie bis zur nächsten Gepäckabfertigung (je nach der Rich­tung, bis Großenlüder oder Fulda) unter nach­träglicher Frachtberechnung für die weitere Strecke mitgenommen und dort zur Abnahme bereitgehal­ten " werden. Das Reisegepäck der zusteigenden Reisenden wird vom Zugführer am Packwagen an­genommen. Die Gepäckfracht ist entweder auf der nächsten Ueberganqs- oder der Zielstation zu zah­len, worüber der Zugführer Bescheid erteilt. Ex­preßgut wird nur in den Dienststunden des Agen­ten zur Beförderung angenommen.

Burgbergkapelle bei Bieber. Am Feste Mariä Him­melfahrt (15. August) 6—7 Uhr, Beichtgelegenheit und 7 Uhr Frühmesse in der Pfarrkirche. 9 Uhr Beichtgelegen­heit bei einem Pater Franziskaner in der Burgberg­kapelle. 10 Uhr Predigt und Hochamt, vorher Kräu­terweihe. NB.! Alle Besucher der Burgbergkapelle wer­den um ein besonderes Almosen für die Instandsetzung der uralten Gnadenstätte gebeten.

Neuses (Kreis Gelnhausen). Nach den erregten Juliwochen konnte am vergangenen Sonntag der B e - zirk Main-Kinzig-Freigericht im kathol. Jungmännerverband seinen ersten Sturmtag im Freigericht abhalten, an dem die 3ungmnrmen von Neuses in einem schmucken weißblauen Banner das Kampfzeichen des Sturmjahres 1932 erhielten. Der Weihetag trug ähnlich wie die voraufgegangenen Ta­gungen des Bezirks eine eigene starke Note, die dies­mal' im sportlichen Rahmen gegeben war und der jung aufstrebenden Jugendkraft bewegung des Frei­gerichts galt. Nach dem von Ortspfarrer Hahn.er ze­lebrierten Hochamt brachte der Morgen eine Ortsstaffel und verschiedene Rasenspiele. Im feierlichen Nackmüt- tagsgottesdienst erflehte die Kirche durch den Mund ihres Priesters dem neuen Banner den Segen des Allerhöchsten, nachdem Pfarrer Kind (Romsthal) die vielfältige, verantwortungsschwere Aufgabe christkathol. Jugend'unserer Tage aufgezeigt und die Junomannen das Fuldaer Bekenntnis beschworen, hatten; darauf gab Kurt Müller (Hanau) mit knappen, klaren Worten in der öffentlichen Kundgebung die Losung des Kamp­fes unserer Jugend aus, für Christi Reich und ein neues Deutschland! In frischer todjar zog man mit wehenden Wimpeln und Bannern zum Kampfplatz auf freier höhe des Vorspessarts, wo nach flotten Spielen der Erfreulich stark vertretenen Gäste aus dem Frankfurter Bezirk und den benachbarten bayerischen Gemeinden und der Neu­ser Jugend der Festtag am späten Nachmittag schloß.

Großauheim (Kreis Hanau). Es ist nicht uninter­essant, das Ergebnis der Reichstagswahl in einigen Gemeinden des Landkreises Hanau, in denen die katholische Bevölkerung stark bezw. über­wiegend vertreten ist, einer näheren Betrachtung zu unterziehen. So hat die kleine Gemeinde Butter- st a d t, die bei der letzten Preußenwahl noch je eine so­zialdemokratische und kommunistische Stimme buchen mußte, diesmal für beide Parteien auch nicht eine Stimme zu verzeichnen. Die Nationalsozialisten haben dort ihre Stimmen von 7 bei der Preußenwahl jetzt auf 10 erhöht. Dagegen ist das Zentrum mit 46 Stimmn gegen 41 Stimmen bei der Preußenwahl vertreten. Die Gemeinde Großauheim, die stark mit Industrie durchsetzt ist, hat 1099 Zentrumsstimmen (1097 bei der Preußenwahl), 1088 Nationalsozialist. Stimmen (1094), 1697 kommunistische Stimmen (1575) zu buchen. Die Sozialdemokratische Partei hat 428 Stimmen (311), die Deutschnationale Bolkspartei 48 (36), die Deutsche Volks­partei 33 gegen 35, die Staatspartei 13 gegen 22, die Wirtschaftspartei, die bei der Reichstagswahl 1930 noch

Kirchliches.

Die Reichsreyierung hat beschlossen, auch in die­sem Jahre den Verfassungstag, den 11. August, in besonderer Weise zu begehen. Darum veranlassen wir die hochwürdige Pfarrgeistlichkeit, am Sonn­tag, den 14. August in der Predigt aus den Ver­fassungslag hinzuweisen, und nach der Predigt mit den Gläubigen die Litanei von der Göttlichen Vor­sehung für den Frieden im Vaterlande und für die

Versöhnung der Völker zu beten.

Bischöfliches Generalvikariat

Günther.

561 Stimmen aufbrachte, diesmal nur 25 gegen 43 Stim­men bei der Preußenwahl zu verzeichnen. Der Christ­lichsoziale Volksdienst ist mit 55 gegen 82 Stimmen bet der Preußenwahl vertreten. Die Gemeinde Oberro­denbach hat gebucht 199 Zentrumsstimmen (Preu­ßenwahl 209), 110 sozialdemokratische Stimmen (109), 43 kommunistische Stimmen (44), 18 nationalsozialistische Stimmen (11) die übrigen Parteien haben entweder keine oder nur eine Stimme, mit Ausnahme der Deutsch­nationalen Volkspartei, die 2 Stimmen buchen konnte, zu verzeichnen. Großkrotzenburg weist mit 633 Zentrumsstimmen (581 Preußenwahl), 228 sozialdemo­kratischen Stimmen (162), 120 Nationalsozialist. Stimmen (112), 471 kommunistischen Stimmen (424) auf, während die übrigen Parteien entweder leer ausgegangen sind, wie die Staatspartei und Landvolk, oder wie die Deutsch­nationale Volkspartei mit 6 (7), und die Deutsche Volks­partei mit 4 (7), die Wirtschaftspartei mit 2 (7) Stim­men vertreten sind. Selbst in der kommunistisch stark durchsetzten Gemeinde Langenselbold hat das Zen­trum 58 Stimmen gegen 44 bei der Preußenwahl aut gebracht. Al !'s TIWfM!R! !R!W

Aus dem Dekanat Erfurt. Am Montagabend sprach im Saale des Gesellenhauses der Reichspressewart der „Jungdeutschen" M. d. R. August Abel über den Verlauf und die Ergebnisse der Konferenz von Lau­sanne. Der sehr aktuelle Vortrag war eine glänzende Rechtfertigung unseres großen Führers Dr. Brüning.

Burgwald. Die Bonifatiuskapelle ist wieder instand gesetzt worden und mit einem prächtigen gothischen Altar aus der Werkstätte des Altarbauers Stützer in Heili­genstadt ausgestattet worden.

Birkenfeld. Neudeutsche aus Westfalen haben im Oberhof ihr Standquartier aufgeschlagen und unterneh­men von hier aus in größeren und kleineren Trupps Fahrten in den Harz und den Thüringer Wald.

Birkenriede. Die Eheleute Martin Schäfer und Frau Margarete geborene Heddergott konnten ihre goldene Hochzeit feiern.

Beberfledl. In feierlichster Weife hielt nun auch un­ser Gesellenverein feine Bannerweihe. Nach dem Hoch­amte, das der Gesangverein mit einer vierstimmigen Messe verschönert hatte, wurde das Banner von unserem Herrn Präses geweiht. Dann ging es in festlichem Zuge zum Schützenplatz, wo umgeben von mehr als 20 Ban­nern und Wimpeln Pater Guardian Fakundus vom Kerbschen Berge die Festrede hielt. Er zeichnete in trefflichen Ausführungen das Idealbild eines echten Kolpingssohnes und appellierte an die Ritterlichkeit der Gesellen gegenüber der Frauenwelt. Nach Begrü­ßungsworten unseres Schulzen -Schollmeyer überreichte der Sprecher des Dingelstädter Brudervereins einen Wimpel. Mit mehrstimmigen Chören fand die Feier dann ihren Abschluß.

Effelder. Hauptlehrer Ballhaus, der hier seit dem Jahre 1929 wirkt, ist zum Rektor ernannt worden.

Faulungen. Unser langjähriger Schulze Kaspar Gaß­mann konnte in körperlicher und geistiger Frische seinen 80. Geburtstag feiern.

Großbartloff. Kurz vor der Vollendung des 90. Le­bensjahres ist der älteste Ortseinwohner, Nikolaus Fi­scher, an den Folgen eines langwierigen Leidens gestor­ben. Lange Jahre lebte er in Bochum, wo er aus klei­nen Anfängen heraus ein beachtliches Unternehmen gründete. Neben diesen Erfolgen war ihm aber auch viel Leid beschert. Er hat es als gläubiger Katholik geduldig getragen und trotzdem den Lebensmut nicht verloren. Nikolaus Fischer war ein treuer Söhn seiner Heimat und seines katholischen Glaubens.

Geisleden. Nachdem die bischöfliche Behörde auf ein Gesuch des Herrn Vikars Gottfried Kühler, der vom