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Heine Wedel. Hatheidtfeit ^^'E»^^i-'r^^^-^âM^^M«r»»L?«s^LrM^L'LW

Rom Durch Dekrete der P^opagandakongregation urde P. Joachim Amman (Benediktiner von St. Otti- n) zum Abt von Manda (Tanganyika, Ostafrika) und Ambrosius Pinger O. F- M. zum Apostolischen Prä- kt von Schangtien in Schantung ernannt. — Der nxemburger P. S. Mangers aus dem Maristenorden Apostolischer Vikar von Oslo (Norwegen) geworden.

Rom. Nach einem Telegramm aus Peking wurde P. Wilhelm Kutter (Gesellschaft von Bethlehem, Schweiz) in Räubern in der Nähe von Tsitsihar gefangengenom- - en.

Rom Das Heilige Offizium hat das Buch von Bene- tto Croce „Geschichte Europas im 19. Jahrhundert" ks den Index gesetzt.

Limburg. Papst Pius XI. hat den Domkapitular eistl. Rat S t r i e t h zum Päpstlichen Hausprälaten rd Studienrat Professor Fliegel in Limburg zum äpstlichen Ehrenkämmerer ernannt. Der Bischof hat m Definitor Jakob Wahl in Breitenau unb dem farrer Nikolaus Müller in Waldernbach Titel und ang eines Geistlichen Rates verliehen.

Köln. Zum Kölner Metropolitankapitel gehören ^ben dem Propst, dem Dechanten und zehn Domkapitu- ren auch vier sogenannte nichtresidierende Domkapi- lare. Letztere wirken bei der Bischofswahl mit. Die chtresidierenden Domkapitulare werden gleich den re- ierenden vom Erzbischof ernannt, abwechselnd nach nhörung und mit Zustimmung des Kapitels. Einer ird den Professoren der katholisch-theologischen Fakul- t in Bonn entnommen. Als solcher war bereits Prälat rofessor Dr. Lauscher in Vonn von Kardinal chulte ernannt wor'den. Nunmehr hat der Kardinal r die drei anderen erledigten Stellen ernannt die ?rren Monsignore Dr. L ö b b e l, Stadtdechant in iln, Monsignore G r y s a r, Stadtdechant in Düssel- rf, und Monsignore Dr. Kreutzer, Stadtdechant in fen.

München. Das Innere der Frauenkirche (Kathedrale) München wird gegenwärtig einer Erneuerung unter- gen, die den Gesamteindruck des Raumes entscheidend idern wird. Man kehrt wieder zu der Farbgebung zu- nf, die bei Erbauung der Kirche gegen Ende des 15. ihrhunderts geschaffen worden ist und die zur Zeit der eiiaiffance und der romantischen Neugotik geändert orden war. Die Erneuerungsarbeiten, die bis zum wember beendet sein sollen, werden den Eindruck des Nischen in der Kirche wieder verstärken.

Paris. Am 20. Juli starb in Paris nach langer 'ankheit Renè Bazin, 28 Jahre Mitglied der Academie -ancaise, ein Vorläufer der katholischen Wiedergeburt s zeitgenössischen Frankreichs. Im Jahre 1853 in An- rs als Sohn einer alteingesessenen Familie von Land- rgern geboren, veröffentlichte er wenige Jahre, nach- m er in seiner Vaterstadt einen Lehrstuhl für Straf- ht bestiegen hatte, seinen ernsten Roman „Stephanette" e Bedeutung Rene Bazins unter den katholischen Hriftstellern des zeitgenössischen Frankreich ist eine be- adere, wohl einmalige. VonAnbeginn seiner literarischen mfbahn stellte er seine Kunst in den Dienst eines rein östlichen Ideals; ihre Luft ist vom ersten bis zum letzten erf eine unbedingt religiöse.

London. Der kürzlich verstorbene Exkönig Manuel n Portugal war ein sehr frommer Katholik und eifriger trift. Der Kardinal von Westminster betonte in einer 'de, wie gewissenhaft Manuel seine religiösen Pflichten riiltte, wie eifrig er teilnahm an den einfachen Uèbun- n katholischer Frömmigkeit, wie er häufig und regel- äßig die hl. Sakramente empfing. Mit Exkönig Ma- iel ist das Haus Braganza ausgestorben, da er kinder- 5 verheiratet war. Seine Gemahlin stammt aus r katholischen süddeutschen Linie des Hauses Hohen- llern.

London. Der anglikanische Erzdiakon Clindon agleheart von Caledon in der K a p k o l o n i e, ein ann von 67 Jahren, wurde in der Downsrde-Abtei der mediktiner in die katholische Kirche ausgenommen. Er i seit 1889 als anglikanischer Geistlicher in Südafrika wirkt und sich hauptsächlich der Aussätzigenpflege ge- dmet, ist auch der Gründer eines anglikanischen Exer- ienhauses daselbst, 1922 wurde er Domherr an der t. Georgs-Kathedrale. Voriges Jahre legte er sein irt nieder und kehrte nach England zurück, um in der che von äußern Arbeiten die Lösung seiner religiösen oeifel zu finden. Diese Arbeit endete nun mit seiner uckkehr zur Mutterkirche.

Konstantinopel. Die Eröffnung jener Versammlung, * gewissermaßen eine Art Vorkonzst des geplanten gemeinen Konzils der orthodoxen Kirchen sein sollte, ir auf ben 20. Juni angesetzt; auf dem Berge Athos lte sie stattfinden. Es machten sich aber gleich in den

Anfängen schon Schwierigkeiten geltend, die vielleicht nicht überwunden werden können. Denn im letzten Augenblick hat Warnawa, der Patriarch von Serbien, dem Patriarchen von Konstantinopel ein Schreiben über­reichen lassen, in welchem er mitteilt, daß die autokephale (selbständige) Kirche San Jugoslawien an dieser Ver­sammlung nicht teilnehme, sofern daran die Synodal­kirche von Moskau teilnehme; ebenso stellt er als Bedin­gung, daß die zahlreichste russische Kirchengemeinschaft auf dieser Versammlung vertreten sein soll. Der Pa­triarch Warnawa protestiert gleichzeitig gegen die Ein­mischung Konstantinopels in das sogenannte bulgarische Schisma sowie in die Angelegenheiten der ortho­doxen russischen Kirche in der Emigration. Infolge die­ses Protestes wurde die Vorversammlung für das Kon­zil wieder abgesagt. Es mag überhaupt zweifelhaft sein, ob angesichts der Leute besonders starken Gegen­sätze und Feindschaften innerhalb der orthodoxen Kirche das orientalische Konzil überhaupt stattfinden wird.

China. Bisher wurde der an der Jesuitenuniver­sität „Aurora" zu Schanghai verliehene Doktortitel von der chinesischen Regierung nicht anerkannt. Entspre­chende Schritte zur Herbeiführung dieser Anerkennung scheinen Erfolg zu versprechen. Am 29. Mai versam­melte sich der aus hohen katholischen und heidnischen Persönlichkeiten zusammengesetzte Schutzvorstand der Hochschule, der die Universität vor den chinesischen Be­hörden vertritt. Bei dieser Gelegenheit betonten die Heiden ohne weiteres, daß die Erziehung der Jugend in China auf der Religion aufbauen müsse, wenn man nicht stets größeren Katastrophen entgegengehen wolle. Man hofft, zu Anfang des neuen Schuljahres die Anerkennung der an der Universität verliehenen Grade von der Regierung zu erlangen.

Japan. Anläßlich der Einweihungsfeiern der neuen katholischen Universität in Tokio, die vom 12. bis zum 19. Juni ds. Js. stattfanden, wurde Goethe durch einen Ge­dächtnisabend am 19. Juni gefeiert, der einen glänzenden Verlauf nahm. Den einleitenden Dortrag des Prof. Uba folgte die gesangliche Darbietung des „Heidenrös­leins" durch das Quartett des „Deutschen Ringes", wor­auf Prof. Suita S. I. über „Goethe und das Bürger- tunm" und Prof. Müller S. I. über „Goethes Lebens­idee" sprach. Ein berühmter japanischer Tenor trug Lieder von Goethe vor, am Klavier begleitet von Frau Prof. Noelte, der Gattin des Dekans des Konservato­riums von Chikago, der selbst zur Goethefeier durch eine Vortragsreihe über die Transformation weltlicher Musik, illustriert durch einschlägige Proben, beigesteuert hatte. Den Schluß bildete die Vorführung eines Filmes über die Faustlegende. Mehr als 500 Personen, die die Ga­lerie und jeden freien Platz besetzt hatten, wohnten der Feier bei, deren Erfolg überall reichsten Beifall aus­löste.

Japan. In Tokio wurde der großartige Neubau der Jesuiten-Universität durch den Apostolischen Dele­gaten, Erzbischof Mooney, feierlich eingeweiht. Der Rektor, P. Hoffmann, sagte in seiner Festrede, die Sophia-Universität nehme zwar gesetzmäßig von reli­giösem Unterricht Abstand, vertrete aber den unver­äußerlichen Rechtsanspruch, die jungen Japaner auf der Grundlage katholischer Weltanschauung zu selbständigen, freien und sittlich hochstehenden Männern heranzubilden und im Geiste überzeugungstreuer Anerkennung der Staatsautorität zu schulen. — An dem italienischen Pilgerzuge nach Lourdes nahm auch Frau Poshida teil, die Gattin des japanischen Botschafters in Rom.

Kanton. Zwei Jesuitenprofessoren am Herz-Jesu- Kolleg zu Kanton, die Patres Saul und Mac Cullough, sind bei der Seelsorge von Cholerakranken angesteckt worden und wenige Tage später gestorben. — Kanton wird zur Zeit von einer schrecklichen Choleraepidemie heimgesucht. Jeden Tag sterben Hunderte. Die Furcht vor Ansteckung ist so stark, daß die Leute jeden Abend zu Tausenden sich vor Götterbildern versammeln, um zu beten. Besonders die Statue der Göttin der Barm­herzigkeit (Koon-Pam) trägt man in Prozession durch die Straßen unb hofft durch Sühnezeremonien den bö­sen Cholerageist zu besänftigen.

Ghardaia (Sahara). Auf Veranlassung des Bischofs von Constantine (Algerien) haben die Weihen Väter und Weißen Schwestern zu Tugurt in der Sahara, 300 Meilen von der Küste und 120 Mellen von der nächsten katholischen Missionsstation (Biskra) entfernt, einen neuen Apostolatsposten für die Gewinnung der 57 000 Einwohner des Gebietes errichtet. Die Schwestern gründeten in Verfolg der Methode des indirekten Apo­stolates, die in den mohammedanischen Gebieten Nord­afrikas besonders gepflegt wird, sofort ein Krankenhaus, das schon kurz nach seiner Eröffnung den Zuspruch von 465 Patienten an einem Tage hatte.

Santa Isabel (Insel Fernando Poo, Afrika). Die Verweigerung von Unterstützungen für die Ordensschulen, die von der neuen spanischen Regierung dekretiert wurde,

Aummer 32 / Seife 11.

hat an 18 Orten, wo das Schulwesen ganz in den Hände« der Ordensleute lag, schwere Gefahren für den Bestand des katholischen Unterrichtswesens heraufbeschworen. Man hat schon einige Schulen schließen und vie Einge­borenenkinder in ihre Dörfer zurückschicken müssen. Weder die Zivilisation noch das Evangelium können aus sol­chen Regierungsmaßnahmen Vorteile ziehen. Der Bi­schof Fernando Poo hat schleunigst Katechistenschulen er­öffnen lassen, um durch Katechisten zu retten, was zu retten ist.

3er ZentrsMabg. Menlimp rehabilitiert

In allex Erinnerung steht noch die wüste Pressekampagne, die vor ungefähr zwei Jahren ge­gen den damaligen Zentrumsabgeordneten Nien- timp-Bochum geführt worden ist. Durch Monate hindurch wurden Tag für Tag von der gesamten zentrumsgegnerischen Presse die unglaublichsten Beschuldigungen gegen ihn ausgestoßen, bis er politisch und wirtschaftlich zur Strecke gebracht war. Für diese Presse war der „Fall Nientimp" ein gesuchtes Fressen, auf das sie sich mit dem größten Wohlbehagen stürzte. Nientimp ist sei­nerzeit unter dieser Kampagne zusammengebrochen und hat lange ernstlich krank gelegen! Nach Wie­derherstellung Nientimps ist dann eine gerichtliche Stellungnahme erfolgt, die in 1000 Mark Geld­strafe bestand. N. hat dagegen sofort Berufung eingelegt und im zweiten Verfahren erfolgte dann seine Freisprechung. Gegen dieses freisprechende Urteil hatte aber der Staatsanwalt Revision ein­gelegt und so gelangte die Angelegenheit schließlich auch vor die oberste richterliche In - stanz, vor das Reichsgericht in Leip­zig. Das hat jetzt die von der Staatsanwaltschaft eingelegte Revision verworfen und damit den vom der Berufungsinstanz ausgesprochenen Freispruch als zu recht bestehend erkannt. Der Kampf Nien­timps um die Wiederherstellung seiner Ehre ist damit von Erfolg gekrönt worden. Das Reichs­gericht erkennt an, daß er unschul­dig ist und daß die gegen ihn erhobe­nen schweren Beschuldigungen völ­lig in sich zusammengebrochen sind.

Ein Vater und sechs Kinder.

Erzählung von Udo o. Unkel.

Ein Vater kann leichter sechs Kinder ernähren, als sechs Kinder einen Vater. Dieses Sprichwort wird wohl jedem Menschen vertraut sein, und doch birgt dieser Spruch eine bittere Wahrheit in sich, die sich gerade in der heutigen Zeit in oftmals recht häßlicher Form zeigt. Nachfolgende kleine Ge­schichte dürfte wohl besser als andere Worte geeig­net sein, die Wahrheit dieses Sprichwortes vor uns erstehen zu lassen.

Ein Vater gab, als er alt, grau und müde vom Leben geworden war, seinen Kindern seine Güter, Haus, Hof, Aecker und was sonst noch zu vergeben war, bis er ganz ausgeteilt hatte, so daß ihm selbst nichts mehr übrig blieb. Jedes der Kinder gab in der ersten Freude die Zusicherung. für ihn zu sor­gen, so wie es in ihren Kräften stände. Und der Vater blieb nun zuerst bei seinem ältesten Sohn. Mit der Zeit stellten sich Meinungsverschiedenhei­ten über die kleinlichsten Dinge des Lebens ein, und eines Tages eröffnete ihm der Sohn: „Vater, mir ist diese Nacht ein Kind geboren worden. hier gilbt es nun viele Arbeit und viel Kindergeschrei, was dich in deiner Ruhe beträchtlich stören dürfte. Willst du nicht lieber zu meinem Bruder gehen, der noch keine Kinder und viel größere Räumlichkeiten hat?"

Der alte Mann packte sich auf, um nach seinem anderen Sohn zu gehen. Auch dort wurde er bald überflüssig oder stând stets im Wege. Eines Ta­ges sprach dieser Sohn: „Vater, du hast doch gerne eine warme Stube und mir tut der Kopf von die­ser Wärme weh. Willst du nicht lieber zu meinem Bruder gehen, der ein Bäcker ist, wo du stets eine angenehme Wärme vorfindest?"

Der alte Mann packte sich auf, um zu seinem anderen Sohne zu gehen. Auch hier ging es eine Zeitlang gut, dann sagte eines Tages der Sohn, dem der Vater eine Last geworden war: „Vater, bei mir geht es ein und aus wie in einem Tauben­schlag. Es ist doch ausgeschlossen, daß du hier dein verdientes Mittagsschläfchen halten sannst