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Derlag Oer $ulöaer UcHeuOrudereL Verlagsort Zulva.

Redaktionsschluß Montag Reklametell 0.60 Goldmark. Anzeigen müßen spätestens

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Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint leben Sonntag und koster monatlich Ausgabe A 40 L-pfenalg B 45 !L-Pfennig (Zustellgebühr extra)

Wochenkalender.

onntag. 7. August. 12. Sonntag nach Pfingsten. Kaje­tan, Bek. Donatus, Bischof, Mart.

tontag, 8. August. Cyriakus u. Gef., Mart.

ienstag, 9. August. Johannes M. Bianney, Pfarrer von Ars, Bek. Firmus u. Gen., Mart. Romanus, Mart.

tittwoch, 10. August. Von der Oktav des Festes der Berklärung Christi. Tiburtius u. Gef., Mart. reitag, 12. August. Klara, Jgfr.

amstag, 13. August. Oktav des Festes der Verklärung Christi. Hippolytus u. Gef., Mart Vigil des Festes Mariä Himmelfahrt.

12. Sonntag nach Pfingsten.

Evangelium. Lucas 10, 2337.

Epistel. 2. Korinther 3, 49 . Die Herrlichkeit des apostolischen Amtes.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:Se- g die Augen, die sehen, was ihr seht! Denn ich sage lch viele Propheten und Könige wollten sehen, was ir seht, und sahen es nicht, wollten hören, was ihr irt, und hörten es nicht." Und siehe, ein Gesetzeslehrer at auf, um ihn auf die Probe zu stellen. Er fragte: Meister, was muß ich tun, um das ewige Leben zu er- mgen?" Er antwortete ihm:Was steht im Gesetze schrieben? Wie liest du da?" Jener antwortete:Du lüft den Herrn deinen Gott lieben mit deinem ganzen erzen, mit deiner ganzen Seele, mit allen deinen rösten und mit deinem ganzen Gemüte, und deinen Nächsten wie dich selbst." Er sprach zu ihm:Du Hast >cht geantwortet. Tue das, so wirst du das Leben ha- en." Jener aber wollte sich rechtfertigen und fragte .efus:Wer ist denn mein Nächster?" Da nahm Jesus as Wort und sprach:Ein Mann ging von Jerusalem ach Jericho hinab und fiel unter die Räuber. Diese lünderten ihn aus, schlugen ihn wund, ließen ihn halb- it liegen und gingen davon. Zufällig zog ein Priester enselben Weg hinab, sah ihn und ging vorüber. Ebenso in Levit: er kam an die Stelle und ging vorüber. Da am ein Samariter des Weges an ihm vorbei, sah )n und ward von Mitleid gerührt. Er trat zu ihm hin, Del und Wein in seine Wunden und verband sie. )ann hob er ihn auf sein Lasttier, brachte ihn in eine jerberge und sorgte für ihn. Am anderen Tage zog r zwei Denare heraus, gab sie dem Wirt und sagte: Trage Sorge für ihn; was du sonst noch ausgibst, will ch dir bezahlen, wenn ich zurückkomme." Wer von den )reien scheint dir nun der Nächste gewesen zu sein für en, der unter die Räuber gefallen war?" Jener ant­wortete:Der Barmherzigkeit an ihm geübt hat." Und lesus sprach zu ihm:Geh hin und tue desgleichen."

Eine Wolke von Zeugen.

usnahmslos handeln sämtliche Peri- kopen, die an Sonn- und Festtagen von der Kanzel verlesen werden, von der geheiligten Person unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus. Und

a.s mit Recht. In diesen bösen Zeiten, wo die Po- itik Menschen und Völker entzweit, wo die Wirt­

schaft ihre grausame Geißel schwingt, wo die Er­werbslosigkeit wie eine unlösbare Sphinx alle in Spannung hält, da sollen wir wissen und nicht ver­gessen. daß alle Fragen verschwinden hinter der einen, was wir halten von Christus. Denn in ihm ist alles zeitliche und ewige Heil beschlossen. Unb ohne ihn ist alles Licht nur Finsternis und gegen ihn ist alles Leben Tod. Längst wissen wir, daß Christus der Erlöser und der Sohn Gottes ist. Wir müssen aber diese Ueberzeugung immer mehr in uns verankern und vertiefen. Sie muß das Funda­ment werden, auf dem wir bauen, die Wurzel, aus der wir leben.

Um die Person Jesu sehe ich nun eine ganze Wolke von Zeugen geschart. Hauptzeuge ist und bleibt er selber, dessen Mund keine Lüge befleckt, dessen Charakter keine Makel verdunkelt, dessen Wahrhaftigkeit kein Kritiker angetastet hat. Ge­rade die Stelle aus dem Johannes-Evangelium, an die heute die Reihe kommt, enthält ein kräftiges Selbstzengnis aus Jesu Mund. Nachdem der Hei­land sich das Licht der Welt genannt (vgl. letzte Lesung), setzten die Pharisäer .ein mit ihrer zer­setzenden Kritik:

Du zeugst für dich selbst", sprachen sie zu Je­sus;und darum hat dein Zeugnis keine Kraft." Jesus erwiderte ihnen:Auch wenn ich von mir selbst Zeugnis gebe, hat mein Zeugnis Kraft; denn ich weiß, woher ich gekommen bin und wohin ich gehe. Ihr urteilt nach dem Aeußercn, ich urteile über niemand. Menn ich aber ein Urteil fälle, so ist mein Urteil richtig, denn ich stehe nicht allein; mit mir ist der Vater, der mich gesandt hat. Nun steht aber in eurem Gesetze geschrieben, daß das Zeugnis zweier Personen giftig ist. Nun zeuge ich für mich, und der Vater, der mich gesandt, zeugt für mich."

Wo ist dein Vater?". fragten sie. Jesus ant­wortete:Ihr kennt weder mich noch meinen Va­ter. Kenntet ihr mich, so würdet ihr auch meinen Vater kennen." (Joh. 8, 1419.)--

Jesus legt aso mit eigenen Worten Zeugnis ab für sich selbst und schreibt diesem Zeugnis volle Veweiskraft zu. Geht es ja hervor aus seinem göttlichen Selbstbewußtsein und seiner unantast­baren Wahrhaftigkeit. Auch stellt er die innigste Beziehung fest zwischen sich und seinem himmlischen Vater:Mit mir ist der Vater, der mich gesandt hat." Mithin bezeichnet sich der Heiland als den gesandten Erlöser und als wahrhaften Gottes­sohn.

Ein für allemal würde dieses herrlich« Selbst- zeugnis für sich allein genügen. Damit wir aber über Jesu Würde und Person nicht die geringsten Zweifel haben, wird sein Selbstzeugnis ergänzt und bestütgt durch eine ganze Wolke von andern Zeugen. Und da kommt mir das gestrige Fest der Verklärung Christi" wie gerufen. Damals kam

über Christus den Herrn eine Stimmevon hoch­herrlicher Macht":

Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich mein Wohlgefallen habe; auf ihn sollt ihr hören."

Zeugen dieser himmlischen Stimme waren Petrus, Jakobus und Johannes, Männer von ge­funden Sinnen und zuverlässigem Urteil. Noch lange tönte diese Stimme wie ein Echo dem Apostelfürsten in die Ohren. Unauslöschlich hat sie sich seinem Gedächtnis eingeprägt. In seinem zwei­ten Brief an seine Mitchristen schreibt Petrus: Diesen Ruf haben wir deutlich vom Himmel her vernommen, als wir mit ihm auf dem heiligen Berge waren." (2 Pe. 1, 18.)

Aber, könnte man sagen: die Apostel waren für ihren Meister voreingenommen. Sie haben nur das gehört und gesehen, was ihn groß und herrlich erscheinen ließ. Vielleicht haben sie auf dem Tabor nur einen ganz gewöhnlichen Donner ge­hört und diesen für eine Stimme des himmlischen Vaters ausgegeben und sind ein Opfer ihrer Selbsttäuschung geworden. Als hätte der hl. Petrus diesen törichten Einwand zum voraus geahnt, be­gnügt er sich nicht, sein eigenes Urteil abzugeben, sondern beruft sichauf ein noch zuverlässigeres, prophetisches Wort." Sollte mein Urteil verdächtig sein, will Petrus sagen, so hört wenigstens auf die Aussprüche der Propheten. Und so fährt Petrus weiterihr tut wohl daran, auf das­selbe zu achten als auf eine Leuchte an einem dunklen'Ort, bis der Tag anbricht und der Mor­genstern aufgeht in euren Herzen."

Ich will nur zwei Zeugnisse der Propheten an­führen. Das erste von Jsaias. Die Leiden des künftigen Messias und die Frucht dieser Leiden schildert er mit den Worten:

Wie ein Schaf wird er zur Schlachtbank ge­führt, und wie ein Lamm verstummt vor dem Scherer, so öffnet auch er seinen Mund nicht. In der Erniedrigung wurde sein Gericht weggenom­men, und durch seine Wunden werden wir geheilt. Wir alle sind abgeirrt wie Schafe, und er ward hingegeben für unsere Sünden." Js. 53, 58.

Das zweite ist vom König David. Mit erstaun­licher Genauigkeit beschreibt er die Umstände der Kreuzigung und die Herrschaft des Gekreuzigten: Sie haben meine Hände und Füße durchbohrt; sie haben alle meine Gebeine gezählt; sie haben mich betrachtet und angeschaut; sie haben meine Kleider unter sich geteilt und über mein Gewand das Los geworfen. Bei dir ist mein Lob und inmitten ber Gemeinde will ich dich preisen. Zum Herrn wer­den sich bekehren alle Grenzen der Erde und an­beten werden vor seinem Angesicht alle Völker. Denn des Herrn ist das Reich, und er wird herr­schen über die Völker." Ps. 21, 1729. Möch­ten auch wir alle für Christus Zeugnis ablegen.