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gebnis von Lausanne ein und zeigte an den letzten Vorkommnissen in Preußen, wohin der Weg des neuen Kurses gehen soll. Spontaner Beifall dankte dem Redner und das Treuegelöbnis zum Vaterlande fand feinen Ausdruck in der Deutschlandhymne. Pfarrer Reymann ermahnte dann die Anwesenden zum treuen Festhalten an der politischen Vernunft, wie sie im Zentrum verkörpert ist. Nach dem Vortrag des Sprechchors Tu es Petrus klang die Kundgebung in dem gemeinsamen Liede: Fest soll mein Taufbund immer stehn ... mit großem Schwung und Heller Begeisterung aus. — Am Freitag darauf sprach der Volksvereinssekretär Giesen-Heiligenstadt in einer gut besuchten Zentrumsver- fammlung in Sömmerda. Der Grundgedanke seiner begeisternden Worte war, auch in allen scharfen Angriffen immer Brünings Bekennntnis zum Staate treu zu bleiben: „Ich kenne auch in meiner heutigen Aufgabe und Stellung eines, dem sich alles unterzuordnen hat, das ist das Vaterland. Ob man verleumdet wird und Undank erntet: Unser gemeinsames Ziel wird immer das Vaterland, immer die Verantwortung, immer die sachliche Arbeit für das Volksganze fein." — Am Samstagabend hatten sich die Zentrumswähler von Erfurt in dem geräumigen Saale des Rheinischen Hoses zusammengefunden und lauschten der glänzenden Rede des Abgeordneten Puchowski-Berlin. Auch durch diese Ausführungen zitterte noch die Erregung über die schmachvolle Art nach, mit der man unseren Kanzler Brüning beseitigte. Er zeigte dann, wie die gegenwärtige Reichsregierung in Lausanne großes Fiasko erlitt und wie ihre Maßnahmen in der Innenpolitik verheerende Wirkungen hatten. Er schloß dann nach ausführlichen Darlegungen über die Politik des Reiches in Preußen mit den Worten: „Am kommenden Sonntag werden wiederum Millionen von Kreuzen in die Wahlzettel eingezeichnet und symbolhaft steigt das Millionenheer der Kreuze empor. Wird sich daraus ein Kreuz bilden, das seine Haken in den gequälten Volkskörper des deutschen Volkes schlägt und ihn zerfleischt, oder wird sich daraus das Kreuz Christi formen, dasKreuz der Erlösung und Versöhnung der Menschen mit Gott und den Mitmenschen? Sorgen wir mit unserem Stimmzettel dafür, daß das Christuskreuz wieder aufgerichtet wird." Minutenlanger Beifall dankte dem Redner für seine emporreißenden Worte. — Am Sonntagnach- mittag pilgerte die wackere Schar der Jung-Unitas nach Witterda, um auch dort eine Kundgebung für Religion, Heimat und Vaterland abzuhalten. Bei strömendem Regen lief der Zug in den Bahnhof ein und Humor und Gesang kürzten die Zeit ab, die zunächst unfreiwillig im Wartesaal verbracht werden mußte. Dann ginge flugs zum Gemeindegasthaus, wo bald überall an den Wänden die Plakate mit dem Bild unseres Führers prangten. Bald war der große Saal von den Einwohnern des Dorfes dicht besetzt. Herr Kugel-Erfurt begrüßte herzlich und dann sprach' Herr Volksvereinssekretär Giesen-Heiligenstadt. Es gelang dem Redner glänzend, die Zuhörerschaft in seine Gedankengänge zu bannen und sie für verantwortungsbewußtes Handeln ge-
Dieser 84jährige Greis, August Fink, in Thalau in der Rhön ist ein eifriger Leser des Bonrfatiusboten feit 35 Jahren. Er lebt ganz allein für sich in einem Häuschen am Ende des Dorfes. Frau und Kinder hat er verloren, aber es ist nicht eimam bei ihm. Er pflanzt Blumen und zieht Kanarienvögel. Auf dem Webstuhl bringt er die meiste Zeit seines Lebens auch jetzt noch zu und verdient sich bamit seinen Unterhalt.
genüber dem Volksganzen aufzurufen. Die Ausführungen schlossen mit den Worten: „Wir wollen sein ein deutsches Volk in Ehr und Würde, in neuer Macht und Geltung. Grundlage aber sei und bleibe ein freies Staatsbürgertum." Wiederum folgten die Aufführungen wie am Sonntag zuvor in Hochheim. Pfarrer Funke sprach am Schlüsse allen Mitwirkenden seinen herzlichsten Dank im Namen der Gemeinde aus. — Am So n n t a g - abend sprach Herr Giesen nochmals in einer Zentrumsversammlung in Hochheim ,die wiederum gut besucht war. Auch hier forderte er Verantwortung jedes Einzelnen, aber eine besondere Verantwortung aus dem katholischen Pflichtbewußtsein heraus. Er faßte seine Ausführungen am Schluffe in die Worte zusammen: Katholisches Volk, wenn du nie gerecht bewertet wurdest, heute wissen alle Vernünftigen, daß in dir allein die Kraft zur Neuordnung liegt. Vor Gott und der Welt übernimmst du damit hohe Verantwortung. Beweise sie mit deinem Stimmzettel am 31. Julii
Weimar. Hier wurden bereite zwei sehr gut besuchte Zentrumsversammlungen abgehalten, zu denen auswärtige Redner verpflichtet waren. Auch unternahm die kathol. Jugend einen Vorstoß nach Blankenhain, wo zum ersten Male eine Zentrumskundgebung stattfand. In den letzten Tagen vor der Wahl spricht dann noch Studienrat Pradel-Heiligenstadt. Nach den Anstrengungen die gemacht wurden und allen sonstigen Aeußerungen aus uns bisher fern stehenden Kreisen ist mit einem guten Wahlergebnis zu rechnen. Beachten möge jeder Wähler, daß die Reichstags-Liste des Zentrums- Rr. 4 ist, und die Landlagslifle (grüner Stimmzettel) Liste 8.
Birkenfelde. In einer gemeinsamen Versammlung des hiesigen Jungmännervereins mit denen von Thalwenden und Schönhagen sprach Pfarrer Motz über die Ziele des Jungmännervereins. Nach einem tiefgründigen Vortrage des Bezirkspräses Eckardt aus Rohrberg sprach ein Vorstandsmitglied der DJK über die bevorstehende Gründung des Bezirks Rusteberg.
Brehme. Auf dem Sonnenstein fand eine aus allen Teilen des Bezirks gut besuchte Kundgebung der Jungmänner, Gesellen und Jugendkraftler statt, die mit einem schneidigen Marsch der hiesigen Fanfarenkapelle eröffnet wurde. Nach Begrüßungsworten des Bezirkspräses, Kuratus Hardegen-Brehme, entwarf Dr. Hartung aus Heiligenstadt ein Bild der politischen Zerwürfnisse und der großen Wirtschaftsnot des deutschen Volkes. Diözesanpräses Jseke sprach begeisternde Worte, und dann fang man gemeinsam das Deutschlandlied.
heiligenstadk. Zahlreiche Mitglieder des hiesigen Katholischen Frauenbundes nahmen an dem Sommerausflug nach Küllstedt mit feiner neuen Kirche teil. Nach einer treflich vorbereiteten Kaffeestunde wurde das schon in seinen äußeren Formen wuchtig wirkende Gotteshaus unter der kundigen Führung des Pfarrherrn besichtigt.
hüpstedt. Die Eheleute Johann Szymura konnten im Kreise ihrer Kinder und Enkel die goldene Hochzeit feiern. 48 Jahre seines Ehelebens hat das Jubelpaar in der Diaspora verlebt.
Kallmerode. Gesellen aus Dingelstädt, Leinefelde, Küllstedt, Breitenholz, Heuthen und Struth trafen sich am vergangenen Sonntag in unserm Ort. Nach einer Andacht zogen die Kolpingssöhne zum Dachsborn, wo Pfarrer Drissel alle Teilnehmer herzlich begrüßte. Ueber
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Aehnliche Lage: 1872 und 1932.
Jedes Volk, das aus feiner Geschichte nichts lernt, ist zu bedauern. Wir erinnern deshalb unser katholisches Volk an das Heldenzeitalter unserer Väter und Großväter, die den Kulturkampf durchfochten und gewannen. Noch nicht lange ist es her, daß in Deutschland Bischöfe und Priester in die Kerker geworfen wurden. Der Kulturkampf dauerte von 1872—1887. Er umfaßte das ganze Deutsche Reich, besonders tobte er in Preußen, Baden und Hessen. Die geistige Lage von 1932 ähnelt in überraschendem Maße der Lage von 1872, kurz vor Ausbruch des Kulturkampfes.
Die Verfolger der katholischen Kirche waren vor allem die alten Nationalliberalen. Nach dem siegreichen Krieg von 1870 war die „nationale" Idee in maßloser Weise übersteigert worden; die Katholiken galten den allein echten „nationalen" Herren als „Reich s- feinde" und „national unzuverlässig". Man nannte damals die Katholiken die „U l t r a m o n t a n e n" (heute nennen dieselben Kreise sie die „Schwarzen" oder auch die „schwarzen Lumpen"); man führt den Kampf angeblich nur gegen das „Zentru m", in Wirklichkeit gegen die Grundfesten der katholischen Glaubenslehre.
Die RationaNiberalen waren vor allem die fanatischen Verfechter der Staatsallmacht. Der preußisch-deutsche Staat sollte alles bedeuten, alles vom „germanischen Geist" getragen sein. Auch die Kirche sollte nur insoweit Rechte besitzen, als sie eine blindgehorsame Sklavin des allmächtigen Staates fein wollte. Dabei
das Ringen um eine berufsständige Ordnung, über da, k Ringen um Freiheit und um Lebensraum für die deut- - fche Jugend sprach Bezirkspräses Kaplan Lenz aus Lei- • nefelde. Nach einem Appell des Dingelstädter Bezirks- - Präses, Kaplan Abel, legte Bezirkssenior Gerlach-Din- gelstädt das Gelöbnis ab, daß die Gesellen immer treu i zur Fahne Kolpings halten wollen. Und dann folgte $ ein gemütliches Beisammensein, um das sich die hiesigen r Gesellenvereinsmitglieder und das Leinefelder Quartett i besonders verdient gemacht hatten.
Lauer! Darum a uft Èu niemals La>ionalgz'a!ist fein ?
Weil der RalianasioziaUsmus bis heute für den Bauernstand nichts getan hat? Oder kannst Du mir sagen, was er etwa für die Landwirtschaft getan hat? versprochen hat er in Versammlungen v el — aber getan? ? ?
3m Gegenteil, die Nationalsozialisten haben sogar durchweg gegen die Banernhilfsanlröge gestimmt.
Die Nationalsozialisten stimmten bauernfeindlich - bei dem Maisqeseß, Weizenzoll, Futtergerstenzoll, Zuckerzoll, Gefrierfleischkonlingent usw!
Sie brachten den erhöhten Dutkerzoll zu Fall! Sie waren gegen das Gesetz zum Schutze der Landwirtschaft?
In Wecklenburg-Strelitz führte ihr Regime als erstes die Schlacht steuer ein.
In Oldenburg verlangt ihr Ministerpräsident Röver als erstes, , daß von jedem Opfer gebracht werden müßten", — weil zu wenig Steuern gezahlt würden? 1!
Weil die Nationalsozialisten mitschuldig an dem Sturz Brünings sind, sind sie sch-uld an der schwerwiegenden Umsatzsteuer für die Landwirte, sind sie schuld an der Kürzung der land- wirtschaftlichen Anfallrenten!
Die Nakionalfozialisten haben Arm in Arm mit den ostelbischen Großgrundbesitzern die notwendige Siedlungspolitik zugunsten der Klein- und Mittelbauern, die Brüning wollte, hintertrieben?
Bauer! Das find die „Taten" der Nationalsozialisten —
daran ist nichts zu ändern! Bauer! Da stimmt doch etwas nicht — denk einmal nach!
Ist es nicht höchste Zeit, daß der National- sozialistenrummel auf dem Lande verschwindet? er in den Kerkern.
US der Geschichte!
bekannten sich die Nationalliberalen amtlich und öffent» lich zum Christentum. Fellich, zu einem Christentum, das weder christusgläubig war, noch die chrichliche Nächstenliebe und Gerechtigkeit forderte. Es war ein Christentum nicht nach Chisti Geist, sondern nach dem Geiste der Staatsräson.
Die Erben des liberalen Geistes waren zunächst die Sozialisten. Man nennt mit Recht den Sozialismus den mißratenen Sohn des Liberalismus. Ansätze zu einem Kulturkampf zeigten sich 1918 in Bayern und Preußen; doch lenkte die Mehrheitssozialdemokratie bald ein, während starke Teile zum Kommunismus und zur Gottlosigkeit abwanderten. Die Enkel der alten National- liberalen sind mit unverkennbarer Aehnlichkeit die Nationalsozialisten. Rasse und Staat sind ihre wahren Götter. Ihr Christentum soll ein Christentum nach germanischem Geiste sein. Auch nach ihrem Programme soll die Kirche dem Staate unter geordnet sein.
„Wir fordern die Freiheit aller religiösen Bekenntnisse im Staate, soweit sie nicht gegen das S i t t - lichkeits- und Moralgefühl dergerma- n i f ch e n Raffe verstoßen." (Programm der
. NSDAP.)
Der zweite große Gegner war der Protestan- t i s m u s. Nicht alle Protestanten stimmten der Katholikenverfolgung zu. Ja, einige gerecht denkende Männer evangelischen Glaubens schlossen sich sogar der Zentrumspartei an und wurden in den Reichstag gewählt.