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fein, hast er einmal vielleicht die Hauptursache des Sturzes Brünings offen zuqibl, und man muft der DAZ. dankbar fein, daß dieses Blatt, dessen Leitung infolge der Verbundenheit mit den Kreisen der Brüning-Stürzler sehr genau um die Ursachen dieses Sturzes Bescheid weiß, den folgenden auf- schluftreichen Ausführungen dieses Herrn Schwellenbach in Nr. 315/16 vom 9. Juli 1932 Raum gibt:
„Brünings persönlich- Tüchtigkeit und Lauterkeit", so lesen wir in der DAZ., „ist über jeden Zweifel erhaben. Seine ungeheure Arbeitskraft zwingt zur Bewunderung . . . Seine Charakterfestigkeit wird von keinem politischen Gegner bestritten. Er ist ein Märtyrer seiner Ueberzeugung.
Warum aber mußte er gehen? . . .
Vor allem kann in dem überwiegend evangelischen deutschen Volke unmöglich eine katholische Partei die christliche Demokratie schaffen, nach der sich auch unzählige Protestanten im Gegensatz zur Herrschaft des Marxismus von Herzen sehnen."
Diesen Ausführungen ist nicht viel mit auf den Weg zu geben. Also so ist es: Ein Staatsmann von den unbestrittenen Qualitäten Brünings muß gehen, wird gestürzt, weil ein Katholik in Deutschland einfach im öffentlichen politischen Leben des Deutschen Reiches seine im Interesse von Volk und Land gelegenen nationalen Ziele nicht verwirklichen darf.
Hätten wir die Dinge so beim rechten Namen genannt, wie es hier in der regiernnas-offiziösen „Deutschen Allgemeinen Zeitung" geschieht, dann hätte man uns wahrscheinlich der Luge bezichtigt. Und darum begrüben wir es, daß die DAZ. in diesem Fall der Wahrheit eine Gasse bahnen Hilst. Sache der Gesamtheit der deutschen Katholiken muß es sein, bei den Wahlen aus der gegebenen Sachlage die unabweisbaren Konsequenzen zu ziehen. Für die deutschen Katholiken heißt es zu- sammenskehen, weil sie sonst einfach in Deutschland an die Wand gedruckt werden. Darum wählen wir Zentrum!
Was Hal die Regierung Papen nicht schon angerichSeèl
Die „Germania" zum 20. Juli.
Der „Germania" schreibt:
„Was hat diese Regierung in den wenigen Wochen ihrer Amtszeit nicht schon angerichtet! Als sie trotz der fehlenden sachlichen und persönlichen Qualifikation den falschen Mut aufbrachte, das Reich in dieser kritischsten Zeit zu führen, da war Deutschland trotz aller inneren Spannungen noch ein verhältnismäßig ruhiges Land.
Das erste und dringlichste Werk der neuen Männer war es dann, jenen Ordnungsschutz zu beseitigen, den Reich und Länder in gegenseitiger Uebereinstimmung und in kluger Erkenntnis des Notwendigen aufgerichtet hatten. Sie gaben, an parteipolitische Zusagen gewissermaßen vertraglich gebunden, alles das wieder frei, was der Ordnung im höchsten Grade gefährlich werden mußte. Sie erlaubten die Uniformen, sie erlaubten die Demonstrationen, und sie bewirkten damit zugleich, daß fanatische Parteigänger sich gegenseitig die Köpfe einsäuligen und auch den ordnungsfreudigen Teil der Bevölkerung in blutige Mitleidenschaft zogen. Das ist die Schuld der Reichsregierung; und sie kann diese Schuld, wie sie es versucht, selbst mit dem Artikel 48 nicht mehr wegwischen. Wort für Wort ist das eingetroffen, was verantwortungsbewußte Männer, erfahrungsreiche Länderminister und ganze Gruppen unseres Volkes unter schärfstem Protest gegen die Beseitigung des Ordnungsschutzes ihr prophezeit haben. Die Maßnahmen der Reichsregierung waren so, daß sie objektiv neue Unordnung erzeugen mußten.
Die einzig richtige Konsequenz dieser Tatsache wäre es gewesen, daß sie den früheren Zustand auf der ganzen Linie wieder hergestellt hätte. Hierzu fehlte ihr aber der Mut. Sie hat zwar — ein kläglicher Rückzug — das allgemeine Demonstrationsverbot wieder eingeführt und damit für alles inzwischen Geschehene die Schuld übernommen; aber an die Hauptursache der unter ihrer Amts
führung wachsenden Unordnung, an die Partei- uniformen, wagte sie sich im Bewußtsein chrer parteipolitischen Abhängigkeit nicht heran. Statt dessen setzt sie durch gewaltsame Beseitigung der preußischen Regierung und die Verhängung des Belagerungszustandes über die Reichshauptstadt einer unheilvollen Tätigkeit die Krone auf. Das ist die richtige Methode, um ein mit vernünftigen Mitteln noch leicht wieder zu beruhigendes Volk erst recht in die Unordnung hineinzutreiben. Das ist ein ausgezeichnetes Mittel, um den Zusammenhalt unseres Volkes in der schwersten Stunde seiner Geschichte zu sprengen. Das ist ein Weg verfassungswidriger Experimente, von dem man nicht weiß, ob er auch wieder zurückführt, oder ob er nicht schließlich in noch gefährlicheren Experimenten enden wird."
Die Wahrheit über den M.-Mrer Ernst RSH«.
Die Wahrheit über den anormal veranlagten Stabschef der Privatarmee Hitlers muß immer wieder gesagt werden, nachdem es immer noch nationalsozialistische Zeitungen gibt, die diese Wabr- heit trotzig ableugnen. Wir stellen folgendes fest: Am 28. Juni 1931 hat Röhm vor dem Amtsgerichtsrat Kemmer in München folgendes ausgesagt und unterschrieben: „Den mir vorgezeigten, im blauen Umschlag befindlichen, von mir handschriftlich geschriebenen Brief aus Upuni habe ich an Dr. H. geschickt, ebenso auch den zweiten mit Schreibmaschine in roten Lettern geschriebenen Brief, La Paz, 25. Februar 1929. Ich gebe hierzu keine weiteren Erklärungen ab." Es ist begreiflich, daß Röhm keinen Kommentar zu feinen Briefen gibt, die Klotz im Wortlaut und in Photographie der Oeffentlichkeit bekanntgegeben hat. Denn Röhm spricht in seinen Briefen in einem ganz ungewöhnlichen Zynismus von feiner anormalen (Homosexuellen) Veranlagung. Es ist nicht möglich, die Briefe im Wortlaut wiederzugeben. Diesen anormal veranlagten Mann hat Hitler trotz aller Vorstellungen seitens nationalsozialistischer Anhänger nach der Aufhebung des S. A.-Verbots nun erst recht wieder zum Chef feiner S. A.-Leute gemacht und Röhm hat in einem seiner Briefe wörtlich erklärt, „daß man sich bei mir eben an diese verbre cherische Eigenheit in den nationalsozialistischen Kreisen gewöhnen hat müssen".
Wir stellen weiter fest, daß diese krankhafte Veranlagung Röhms dem Oberführer Hitler bereits seit dem Jahre 1927 voll bekannt war. Er erklärte trotzdem, eine Abberufung käme nicht tn Frage. Ludendorff schrieb zu diesem Tatbestände in ferner Volkswarte (Nr. 16, 1932): „Ein solcher Mann, der solchen Vertrauensmann und Führer der SA. duldet, hat sich dem deutschen nationalen Volksteil zweimal als Reichspräsident anempfoh- len . . . Noch schlimmer ist, daß seine Parteifreunde, alle die Lehrer, Juristen, Aerzte, Reichstagsabgeordnete und Tausende der SA.-Leute, die noch gesund sind, aber von all dem jetzt wissen, sich nicht sofort von diesem Führer abgewandt haben. Nicht minder ernst ist die Tatsache, daß solche für das Volk unheilvollsten Mißstände von den Mitwissern der Briefe Röhms lange Zeit verschwiegen wurden und damit deutsche Jugend noch weiter verderblichen Einflüssen ausgesetzt blieb ... Deutsche Männer und deutsche Jungen, zieht euch wieder weiße Hemden an! Ludendorff!"
Beleidigungsklagen, die Röhm wegen dieser Briefe anstrengte, sind wieder von ihm zurückgezogen worden (z. B. 8. April 1932 gegen die Münchener Post). Röhm kann sich von dieser Belastung nicht abwaschen. Und es nützt auch nichts, wenn man wie üblich diese unangenehme Sache seitens der Nationalsozialisten dadurch aus der Welt zu schaffen sucht, daß man diese Angelegenheit als persönliche Privatsache erklärt. So hat man es schon bei Rosenberg gemacht, der als moderner Neuheide mit dem „positiven Christentum" des Na- tionalsozfialismus sich im Widerspruch befindet. Auch Edgar von Schmidt-Pauli will in seinem Buche: „Die Männer um Hitler" ein Beruhigungspflaster auf die Röhmsche Wunde legen und sagt, diese Dinge gehören zum Privatleben. „Nach unserer Auffassung", schreibt dagegen mit vollem Rechte die protestantische „Fränkische Wacht" in Nr.
28, 1932, „müssen Persönlichkeiten, die im öffentl. Leben eine führende Stellung einnehmen wollen, in sittlicher Hinsicht einwandfrei sauber dastehen' Leute, denen man mit Recht schmutzige Neigungen und Gepflogenheiten nachsagen kann, müssen aus Parteileitungen und Aemtern ausgeschaltet werden, weil sonst die sittlichen Begriffe verwirrt und immer größere Teile des Volkes verdorben wer- den." Wenn auch Hitler vom „Fluch der Objektivität" spricht, die Wahrheit über alles!
Bsr ksmWunWfch wählt.
unterstützt die Nationalsozialisten, die größten Feinde des arbeitenden Volkes. Nur deshalb, weil im neuen Landtag die Nazis und die Kozi's zusammen die Mehrheit haben, ist die Stellung der Nazi-Fraktion so einflußreich. Die Rechts- und Linksbolschewisten zusammen können jede Regierungsbildung verhindern. Wer kommunistisch wählt, tut deshalb den Nationalsozialisten den größten Gefallen. Die jetzige arbeiterfeindliche Reichsregierung stützt sich auf Hitler. Hitler aber hofft, mit Hilfe der Kommunisten auch im Reichstag die Schlüsselstellung zu erlangen. Wer Thäl- man wählt, wählt Hitler.
„Nur die allergrößten Kälber Wählen ihre Metzger selber!"
Ein bezeichnendes Lob.
Schleicher und die Nationalsozialisten.
Der Führer der nationalsozialistischen Land- tagssraktion, Abg. Kube, sprach in einer Königsberger Versammlung über die Haltung der Reichs, regierung. Dabei erklärte er:
„Der einzige Mann des Kabinetts, den die Nationalsozialisten auch ohne Abzeichen anerkennen, sei der Reichswehrminister Schleicher, der Mann, hinter dem die deutsche Reichswehr mit 100 000 Mann stehe."
Wie wird am 3L IuSi gewählt?
Der Wahlberechtigte erhält im Wahllokal einen amtlich gestempelten Umschlag und einen Stimmschein. Damit begibt er sich in die Wahlzelle (oder hinter den Schirm), macht ein Kreuzchen in den Kreis neben Liste 4 (Zentrumspartei) und steckt den so gezeichneten Stimmschein in den Umschlag. Jetzt geht er an den Wahltisch, nennt dem Wahlvorstand seinen Namen (oder zeigt seinen Ausweis) und übergibt dem Wahlvorsteher den Umschlag mit dem Stimmschein. Dieser wirft ihn in Gegenwart des Wählers in die Urne.
Blinde, kurzsichtige, hilflose alte Leute dürfen eine Verantrauensperson mit in die Wahlzelle nehmen, die ihnen das Kreuzchen neben Liste 4 machen. Aber man nehme nur wirklich zuverlässige Personen für diesen Vertrauensdienst!
In Thüringen
wird am 31. Juli gleichzeitig für den Landtag gewählt.
Dort steht im Wahlkreis Meiningen-Eisenach, zu dem das Geisaer Land gehört, die Zentrums- Itfte mit der Liste der Staatspartei unter Nr. 8 Putsche Staatspartei und Deusche Zentrumspartei". Spitzenkandidat dieser Liste ist Bürgermeister Dr. Koch in Geisa. Die Wähler erhalten aber in Thüringen im Wahllokal 2 Stimmzettel, einen für die Reichstagswahl und einen für die Landtagswahl. Beide Stimmzettel müssen neben dem Namen der Zentrumspartei durch ein Kreuzchen gekennzeichnet werden.
Sturmzeichen!
„Weg mit der Politik aus der Kirche!"
Ein großer Irrtum hat heute Platz gegriffen, besonders unter der Jugend und manchen sogenannten Gebildeten. Man ruft: „Weg mit der Politik aus der Kirche!" meint aber damit: „Weg mit der Religion aus der Politik!" Die Religion ist gut für die Familie, im Verhältnis von Mensch zu Mensch, in der Unterrichtung der Jugend. Aber