hat's in meine schönste Eiche geschlagen!" rief der Förster. „Habt ihr das Prasseln gehört? Es war genau dort m der Richtung, wo ihr herkamt." .
Die drei jungen Leute sahen sich schreckensbleich an. „Hätten wir den Rauch nicht gesehen, wären wir jetzt erschlagen worden", sagten sie, und Edmund fugte ganz ergriffen hinzu: „Gott waltet! Ich werde es unserm Gesellen aber erzählen, wenn ich heimkomme, wie ich heute erfahren habe, daß Gott waltet!"
Wahrer Trost
ist nicht in den äußeren Dingen, sondern dort, wo das wahre Leben ist. Also hat der Mensch keinen anderen Weg zum Seligsein als das Gut- .. fein. Gute Menschen aber sieht man schon in diesem Leben eine ergiebige Quelle des Trostes < werden. Wenn Armut drückt, wenn Trauer niederbeugt, körperlicher Schmerz die Ruhe raubt, wenn ein Leben in der Fremde Trübsal ist, wenn sonst welche Not auch immer peinigt: sobald gute Menschen da sind, die mit den Fröhlichen sich freuen, aber mit Weinenden auch zu weinen wissen und 1 heilenden Worte des Zuspruchs finden, dann lindert sich wundersam die Härte des Geschicks, die schwere Last wird leichter, die Feind- ^lichkeit des Lebens wird bezwungen. Es schaff: ' in ihnen diese Kraft und wirkt durch sie kein anderer als der eine, der sie zu guten Menschen gemacht hat durch seinen Geist. Und andererseits, wenn Reichtum im Uebcrfluß dich umgibt, kein Mangel sich dir naht, wenn du die Gesundheit des Leibes und ein sicheres Leben im Dater- v land genießest/: Wenn aber böse Menschen um dich sind, unter denen keiner ist, dem du vertrauen kannst, keiner, von dem dir nicht Arglist, Trug, Streit, Feindschaft, Tücke droht und widerfährt, wird da nicht alles bitter und freudlos und weicht nicht Glanz und Köstlichkeit von diesen Dingen? So bleibt im ganzen des Menschlichen dem Menschen nicht freundlich ohne die Freundschaft des Menschen. Wer Freunde hat, der bete, daß sie ihm bleiben; wer sie nicht hat, bete, daß er sie erhalte. (St. Augustinus )
Russischs Freidenker.
Mit Sternwarten wollen die Freidenker das Zeugnis des Sternenhimmels für Gott zum Schweigen bringen Wie kann man nur auf einen solch unsäglich törichten Gedanken verfallen? Ein bol- : fchewistischer „Denker" hat das Geheimnis verraten; bei der Eröffnung eines Planetariums in Moskau hat er gesagt: „Wir sahen, wie jetzt der Mensch alle himmlischen Geheimnisse ergründet und jetzt den Himmel vollständig selbst konstruiert. Wer tj wird da noch einen Gott suchen?"
Also, „der Mensch konstruiert sich den Himmel vollständig selbst"? O, nicht ein Millionstel von einem Millionstel Himmelsteilchen! Und kann der Mensch nur einen einzigen von den Millionen Sternen in Bewegung setzen und in der Bewegung erhalten? Nein! — Eines gesteht der russische „Freidenker" doch allergnädigst zu: Am Himmel gibt es Geheimnisse. Aber woher stammen denn diese „Geheimnisse"? Doch wohl nur daher, daß vorher ein höherer Verstand diese Geheimnisse an den Himmel gaschrieben hat!
Die ganze Rede des russischen Freidenkers erinnert an ein anderes Bild: Als ein Affe sah, wie ein Mensch beim Bau eines Hauses Stein auf Stein legte zu einer Mauer, machte er das nach, hielt sich für einen großen Architekten und sprach selbstgefällig: „Wir sahen jetzt, wie der Affe alle menschlichen Geheimnisse ergründet und selbständig Häuser baut wie der Mensch? Wer wird da noch Verstand beim Menschen allein suchen und nicht den gleichen Verstand bei den Affen?"
Ein anderer russischer Freidenker ließ sich vernehmen: „Wenn die Sterne in geheimnisvoll regelmäßigem Lauf dem ängstlichen Reisenden den Weg durch Wüste und Meer zeigen, so fühlen sich die unwissenden Menschen in der Gegenwart höherer überirdischer Mächte. Der moderne Mensch aber findet den Ort der Sterne im Almanach der Seeleute im voraus berechnet, er steht diesen Er- scheinrmgen also ganz anders gegenüber" (Panne- koe., Religion und Sozialismus).
?st gerade so. als wenn einer an einer Bahnlinie wohnt und jeden vorbeifahrenden Zug
sich notiert, so daß er über das Kommen der Züge Bescheid weiß, und wenn er dann nun in seinem Größenwahn sich einbildet, er schreibe den Zügen die Fahrzeit vor. Ja! Jal Man ist noch kein Astronom, wenn man an einer Sternwarte zum Reinigen der Instrumente angestellt ist. Und man braucht auch nicht zu wissen und nicht daran zu denken, daß zuerst die Sterne sind und nachher — der „Almanach", und daß dieser Almanach der Seeleute sich nach den Sternen richtet und nicht die Sterne nach dem Almanach.
Wahrlich! Wo solches Geschwätz den Freidenkern als Wissenschaft vorgesetzt wird, da begreift man, daß in solcher Geistesnacht Moskaus Sterne leuchten und es fällt einem unwillkürlich der Vers des alten Wandsbecker Voten, M. Claudius, ein: „Erleuchtet das Jahrhundert ist, der Esel Stroh und Distel frißt."
Es gibt ein viertes Gebot.
Es war eine kalte Winternacht. Der Wind peitschte die Zweige der Bäume an meine Fensterläden. Ich war eben zu Bett gegangen. Auf dem Kirchturm schlug es gerade halb 11 Uhr. Müde von der Arbeit, wollte ich schon einschlafen, als mich die Hausglocke aufschreckte. „Was gibts?" — „Ein Versehen in der Steingafse Nr. . . ."
Ich kleide mich rasch an, um noch recht zu kommen. Der Weg in die am anderen Stadtende gelegene Seitengasse ist sehr weit. Zudem wohnen dort die herabgekommenen und ganz armen Leute die gewöhnlich erst im letzten Augenblick den Geistlichen rufen.
Ein armes, einstöckiges Häuschen trägt die bezeichnete Nummer. Mit dem Gruße: Pax huic domui", „Friede diesem Hause!" trat ich ein. Ein griesgrämiges Weib führte mich in ein Gelaß, das ein Zimmer sein sollte. Eine Lampe ohne Zylinder erhellte notdürftig den engen Raum. Auf einer Schicht Stroh und ein paar Lumpen lag ein totkranker Mann.
Er streckte mir die abgezehrte Hand entgegen. Stillschweigend reichte ich ihm meine Rechte, nachdem ich das Allerheiligste abgelegt hatte. Das Weib, das mich hierhergebracht hatte, ließ sich nicht mehr sehen. Ich spendete dem Kranken die hl. Sterbesakramente. Als ich die Danksagung mit ihm vollendet hatte und gehen wollte, rief mich der Kranke noch einmal. Deshalb trat ich wieder an sein Lager und bückte mich zu ihm hinab. Seine kalte, zitternde Hand hatte aus den Stumpen ein vergilbtes Papier hervorgezogen und hielt es mir hin. Doch zauderte ich, es zu nehmen. Er merkte es und richtete sich auf, die letzten Kräfte zusammennehmend, sprach er dann: „Nehmen Sie es, Hochwürden, es ist der letzte Brief meines alten Vaters. An ihm habe ich mein Unglück verdient! O guter Vater! . . ." Der Kranke barg sein Antlitz in den Kleidern, auf denen er lag. Alles dies ergriff mich mächtig; bald las ich in dem alten Papier, bald suchte ich den Kranken zu trösten.
Nach einer Weile erhob er sich noch einmal und sprach: „Hochwürden! Sagen Sie es den Kindern, den großen wie den kleinen: es gibt ein viertes Gebot. Wer es nicht hält, den trifft in diesem Leben Gottes Fluch samt Schmach und Schande! O Gott!"
Ich machte dem armen Menschen von neuem Mut und suchte ihm festes Gottvertrauen einzuflößen. Das Sterbekreuz, das ich ihm gegeben, hielt er krampfhaft in der Hand. Manchmal küßte er es mit einer Inbrunst und Liebe, wie ich sie noch selten sah; so oft er aber des alten Vaters gedachte, dann wollte alle Hoffnung schwinden und die Verzweiflung ihn erfassen.
Die Mitternacht war längst vorbei, als ich wieder mein Zimmer betrat. Aus meinem Rituals fiel das vergilbte Papier auf den Tisch. Ich las: „Mein lieber Sohn! Du bist mein einziges Kind. Mein ganzes Leben habe ich für dich gearbeitet und gespart. Vor zehn Jahren übergab ich dir meinen Hof schuldenfrei und dazu noch anderes Vermögen. Du warst immer brav und gut gegen mich. Erst als deine Frau in’s Haus kam, hast du deinen alten Vater verfolgt und ihm kein Brot mehr gegeben. Er hat Hunger gelitten und gefroren. Kind! Ich verzeihe dir und deiner Frau alles. Wenn es nur auch der liebe Gott verzeiht! Wie wird es dir gehen? Ich sterbe gern . . ."
Hier hörte der Brief auf. Ein Tintenfleck zeigte, daß dem alten Vater die Feder aus der
Nummer 30 / Seite 15.
Hand gefallen war. Er konnte gewiß vor Trauer; nicht mehr schreiben.
Wohl lange schon war er tot. Sein Sohn, den ich versehen hatte, war ehedem ein schuldenfreier Bauer, hatte sich aber durch sein böses Weib verleiten lassen, dem allen Vater das Notwendigste zu verweigern. Die von Gott angedrohte Strafe kam: Fluch, Schmach, Schande.
Es war mir nicht möglich, zur Ruhe zu kommen; an meinem Tische sitzend, schrieb ich die Predigt für den nächsten Sonntag: „Es gibt ein viertes Gebot!" Den Brief des armen Vaters legte ich in meinen kleinen Katechismus, und so oft ich in der Schule das vierte Gebot erkläre, lese ich ihn den Kindern vor und erzähle ihnen, wo ich ihn bekommen habe.
Am Morgen nach der hl. Messe ging ich wieder in die Steingasse. Der Arme hatte für diese Welt ausgelitten. Herr, gib ihm die ewige Ruhe! Ich hoffe, daß er einen gnädigen Richter gefunden, „Es gibt ein viertes Gebot!"
Beim Wort genommen.
Von P. Heinrich Abel S. I.
An der Peripherie des alten Wien waren vorzeiten die Gärtner und Milchmeier daheim. Die guten Leute kommen vor lauter Geschäfte an Sonntagen vormittags nicht leicht in die Krche. Ich hielt darum im 13. Bezirk in der Hauskapelle des Lainzer Kollegiums zur Osterzeit Nachmittagsvorträge. Es mögen etwa 150 Männer gewesen sein. Am Donnerstag schleppen sie einen alten Sünder mit einen Kunstgärtner, der sich im ganzen Viertel als Flucher und Sonntagsschänder auszeichnete. „Nützt dir's nichts, so schadet's dir nichts", hatten ihm die Männer gesagt. Als die Männer nach dem Vortrage über die Osterbsicht sich entfernen wollten, drehte sich der Betreffende noch in der Kapelle nach dem Prediger um, ballte die Faust und rief ganz laut: „Dem Pfaffen hau' ich noch den Schädel ein." Schnell umringten ihn die anderen und schoben ihn zur Tür hinaus. Noch gaben die guten Leute die Hoffnung nicht auf; sie redeten ihm zu, am Samstag, dem Beichttag, die Gelegenheit doch zu benützen und mit unserem Herrgott Rechnung zu machen, er fei schon bejahrt; man wisse nicht, was einem passieren kann. Anfangs lachte und witzelte er; bald aber wurde er grob und stieß abscheuliche Gotteslästerungen aus: „Euch zum Trotz", schloß er, „laß ich auch meinen Burschen nickst gehen." Und richtig, Samstag nachmittag, während die andern in der Kapelle waren, befahl er justament seinem Burschen, auf einen hohen PappeLbaum zu stieigen und die verdorrte Krone abzusägen. Da der Baum neben der Hauptstraße war, sagte er den Leuten, welche zusahen, sie möchten sich seitwärts stellen, damit kein Unglück geschehe. Er selbst jedoch blieb unter dem Baume stehen und sah dem Burschen zu Ein Krach — und die schwere Baumkrone neigte sich langsam zum Falle; der Gärtner bleibt unbegreiflicher Weise noch immer stehen und sieht dem Sturze zu, Ein Schrei — und der arme Mann lag mit eingehauenem Schädel bewußtlos unter dem Stamm. Er kam nicht mehr zu sich und starb auf dem Transport ins Spital. Gottes Mühlen mahlen sicher, aber nicht immer langsam. Dor Gärtnerbursch aber kam nun, am ganzen Leibe zitternd, als einer der Letzten in die Kapelle und in den Beichtstuhl.
' Heiteres.
Die saudumme Stelle. Patient, von einem ausschlagenden Pferd an den Kopf getroffen: „Herr Doktor, ich begreife nicht, wie mich das Vieh nur an so einer saudummen Stelle hat treffen können I"
Die Höhe. „Tut mir leid, daß deine Verlobung zurückgegangen ist, alter Junge". „Nun, ich werde'es verschmerzen müssen. Aber das Gemeinste war doch, daß sie mir den Dicunantring zurückschickte mit der Aufschrift: Vorsicht, Glas!"
3m Examen. Der Professor stellt im Examen Frage auf Frage, bekam aber vom Kandidaten keine Antwort. Dies wâr ihm doch zu bunt. -„Wissen Sie," sagte er chließlich, „Sie sollten lieber Opernsänger werden!" ,Opernsänger?" „Ja, da können Sie nämlich den Lo- )engrin spielen, den man nie befragen soll."