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gentrumsparfei Liste 4!

Die Liste der Aentrumsparlei steht diesmal unter Nr. 4. Wer am 31. Juli Zentrum wählt, macht sein Kreuzchen in den Kreis neben den Vahlvorschlag 4.

beitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung ein­heitlich zusammengesaßt und verwaltet.

Um die einheitliche Leitung zu gewährleisten, wird die Reichsregierung einen Reichskommissar, der dem Reichsarbeitsminister untersteht, ernen­nen. Der Reichskommissar wird von Bezirkskom­missaren unterstützt. Als Reichskommissar ist der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermitt­lung und Arbeitslosenversicherung, Dr. Syrup, be­stellt worden. Ein neuer Behördenapparat wird nicht geschaffen. Vielmehr stehen die Einrichtungen der Reichsanstalt zur Verfügung. Das na^re wird durch eine Ausführungsverordnung des Reichsar- beitsministers geregelt, die in Kürze erscheint.

Mit der Verordnung verbindet die Reichsre- 1 gierung die folgende Erklärung:

Die Reichsregierung hat in der Serorbnung vom 16. Juli dem freiwilligen Arbeitsdienst eine neue Verfassung gegeben. Sie behält sich vor, diese entwicklungsfähige und sörderungswürdige ' Einrichtung unter Berücksichtigung der kommen­den Erfahrungen weiter auszübauen. Der Reichs­kommissar wird beauftragt, über seine Ersahrun- h gen zu berichten und ein Gutachten über die not­wendigen Voraussetzungen und die zweckmäßige Form einer Arbeitsdienstpflicht zu erstatten. Das Gutachten wird der Oeffentlichkeit zur Beurteilung zugehen.

Eine Soielrechnnng von 4048 Mark.

Hitlers eidesstattliche Erklärung.

Vor einiger Zeit hat die Berliner Zeitung „Welt am Montag" eine Rechnung des Hotels Kaiserhof in Berlin abgedruckt, in welcher für Hit­ler und seine elf Begleiter für zehn Tage Au­fenthalt nebst teilweiser Verpflegung insgesamt 4048 Mark berechnet waren. Die Tatsache, daß in dieser Zeit der Not Hitler mit seinem Gefolge in zehn Tagen mehr verbraucht, als zwei oder drei deutsche Familien zusammen in einem ganzen Jahr Einkommen haben, erregte unliebsames Aufsehen. Hitler veröffentlichte eine eidesstattliche Erklärung, daß die Rechnung eine Fälschung sei und kün­digte Klage gegen die „Welt am Montag" an l Aber es kam umgekehrt: die „Welt am Montag" klagte Hitler an wegen falscher Angabe und ver- I klagte auch die Zeitungen, die den Vorwurf der Lüge gegen sie erhoben hatten. Bei der Gerichts­verhandlung fiel es auf, daß der Anwalt Hitlers nicht die richtige Rechnung vorlegte, obwohl das doch der sicherste Weg gewesen wäre, die Wahrheit festzustellen. Er bestritt auch die Summe von 4048 Mark gar nicht mehr, sondern behauptete nur noch, die Fälschung bestehe darin, daß nur eine Abschrift der Rechnung, nicht aber das Original veröffentlicht worden sei. Das ist aber Unsinn, denn die Hauptsache ist doch, daß Hitler für sich und seine Freunde in zehn Tagen 4048 Mark verbraucht hat. Das Gericht beschloß, daß die Originalrechnung vorgelegt werden müsse. Der Ausgang ist wohl nicht zweifelhaft.

Kiekn« pom. HaditidittM

Kardinal Bertram an den Reichskanzler. Im Na­men der in der Fuldaer Bischofskonferenz vereinigten Oberhirten hat Kardinal Bertram-Breslau an den Reichskanzler und den Reichsinnenminister ein Schrei­ben gerichtet, das die Reichsregierung dringend ersucht, in den letzten Wochen vor der Reichstagswahl dem überhandnehmenden Terror der radikalen Parteien mit durchgreifender Strenge entgegenzutreten. Eine nach­sichtige Behandlung solcher Zustände würde die Unter­grabung jener Achtung der Staatsautorität zur Folge haben, die heiliges Gebot der christlichen Ordnung ist.

Inland und im Ausland, heißt es in dem Schrei- ben, werde es aufs schmerzlichste empfunden, wie ver­rohend und entsittlichend ein solches Treiben auf roei- teffe Kreise, namentlich auf die Heranwachsende Jugend,

wirkt, deren edle sittliche Bildung seither stets als höchste der staatlichen Aufgaben betrachtet wurde.

Der Volksverein für das kaihol. Deutschland hat das Franz-Hitze-Haus in Paderborn, in dem Dr. Heinen ein Jahrzehnt feine bekannten Kurse hielt, unter dem Druck der wirtschaftlichen Verhältnisse aufgegeben. Die Erben des ersten Präsidenten des Volksvereins, des verstorbenen Herrn Franz Brandts, haben in entgegenkommender Weise die in einem schönen Park gelegene elterliche Villa zu M.-Gladbach als Heim für die Fortsetzung der Kurse zur Verfügung gestellt. So wird also die Fortbildungs- arbeit des Volksvereins wieder stärker in M.-Gladbach konzentriert sein.

3m Wahlkreis Hessen-Nassau wurden für die kom­mende Reichstagswahl 27 Wahlvorschläge eingereicht. Das ist mehr als genug. Die Mehrzahl wird allerdings keinen einzigen Sitz gewinnen. Das Zen trum steht diesmal an 4. Stelle. Nummero vier, das wäh­len wir!

Reichskagswahl in den Krankenanstalten. In Ab­änderung der seitherigen Abstimmungsweise in den Krankenanstalten kann bei der kommenden Reichstags- wahl eine Abstimmung bei bettlägerigen Kranken nö­tigenfalls auch am Bett erfolgen; zu diesem Zweck wird sich der Abstimmungsvorstand mit der Wahlurne an das Krankenbett begeben. Ferner ist es zulässig, daß Aerzte, Schwestern und sonstiges Anstaltspersonal, also Per­sonen, die auf Grund ihrer Tätigkeit am Wahltage in der Anstalt oder auf Grund ihrer dauernden Wohnung daselbst anwesend sind, auch dort auf Grund eines Stimmscheines ihre Stimine abgeben können.

Vom alten „Janufchauer". Wie die Elbinger Zeitung dieser Tage schreibt, hat sich der bekannte ostdeutsche Po­litiker Kammerherr von Oldenburg-Januschau von der Politik zurückgezogen, um in seinem hohen Alter nur noch als freier Herr „auf eigener Scholle" zu leben. Von Oldenburg steht im 78. Lebensjahr. Im Sommer 1930 wurde er von der Deutschnationalen Partei Ost­preußens als Spitzenkandidat zu den Reichstagswahlen aufgestellt. Er begann auch bald in Wahlversammlungen Vorträge zu halten. Im Reichstag hat er nicht mehr jene Bedeutung erlangt, die er ehedem hatte, als das Wort von einem Leutnant und zehn Mann von ihm gebraucht wurde. Die Zeiten hatten sich eben ganz bedeutend ge­ändert. — Die eigene Scholle des Herrn von Oldenburg ist sehr bedeutend. Im früheren westpreußischen Kreise Rosenberg besitzt er 3167 Hektar, von welchen 1400 auf Januschau, 1090 auf Breusen und 667 auf Zollnick ent­fallen. Dazu kommen noch die Güter Sardienen im Kreise Preußisch-Eylau mit 236 Hektar und Lichterfelde bei Eberswalde in der Provinz Brandenburg mit 1020 Hektar, also insgesamt 4523 Hektar. Seiner Ehe mit der Gräfin Agnes Kanitz auf dem ostpreußischen Schlosse Podangen sind drei Töchter entsprossen, die ihn mit einer Schar von Enkeln umgeben. Mit dem „Januschauer" tritt ein Geschlecht von jenen altpreußischen Junkern von der politischen Bühne ab, die im Eisernen Kanzler von Bismarck ihr Ideal erblicken.

Was man in London sagt, 3m Hinblick auf die zahl­reichen politischen Zusammenstöße in Deutschland be­merkt das angesehene Londoner Blatt „Observer": Die scheußlichen Kräfte, die in dem deutschen Wahlfeldzug losgelassen worden sind, bieten einen neuen Beweis für Brünings Klugheit und das Unglück, das Deutschland hatte, seine Linie zu verlieren. Es war, so fährt das Blatt fort, Brünings Ueberzeugung und feine Politik, daß die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit nicht erreicht werden kann, wenn nicht die Sturmabteilungen aufgelöst werden.

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Genf.

Die Türkei ist am 18. ds. Mts. in einer au­ßerordentlichen öffentlichen Bundesversammlung als 56. Mitgliedsstaat in den Völkerbund aus­genommen worden.

Die Versammlung leitete der belgische Außen­minister Hymans. Von den teilnehmenden Staa­ten war Deutschland durch den Botschafter in An­kara, Nadolny, Frankreich durch Herriot, England durch Sir John Simon vertreten. Die Sitzung, die einen betont feierlichen Charakter hatte, wurde von dem Vorsitzenden mit der Verlesung einer Entschließung eröffnet, in der die Versammlung den Beitritt der Türkei beschließt und die Vertre­ter der Türkei auffordert an der Sitzung teilzu­nehmen.

Die Versammlung stimmte namentlich über den Entschließungsantrag ab mit dem Ergebnis, daß sämtliche in der Sitzung vertretenen 43 Staaten sich

Nummer 30 / Seile 7.

für die Aufnahme der Türkei in den Völkerbund aussprachen. Der Vorsitzende erklärte daraufhin unter lebhafter Zustimmung der Versammlung, daß die Türkei Mitglied des Völkerbundes gewor­den sei. Mit großem Beifall wurden sodann die im Saale anwesenden Vertreter des neuen Mit­gliedstaates,, der Gesandte der Türkei in Bern, Ke­mal Hüsan Bei, und der Delegierte der Türkei bei der Abrüstungskonferenz, Necmetti Sadik Bei, von der Versammlung begrüßt.

Mexiko.

Der Oberste Gerichtshof hat das Ersuchen von 50 Katholiken auf Erlaß einer einstweiligen Ver­fügung gegen das von der Regierung erlassene Gesetz, das die Zahl der katholischen Priester in den einzelnen Bundesbezirken auf 25 beschränkt, abgelehnt. Die Rechtmäßigkeit des von der Re- gierung erlassenen Gesetzes gegen die katholischen Priester ist damit vom Obersten Gerichtshof be­stätigt worden. So geht der Kulturkampf weiter.

Jugoslawien.

Bekanntlich leben in Jugoslawien auch viele Katholiken, die auf Grund neuer Zählungen über die stattliche Zahl von 5 607 212 Seelen verfügen, was vor allem auf die ehemaligen österreichischen und ungarischen Gebietsteile Mrückzuführen ist. Die übrigen religiösen Minderheiten unter einer Gesamtbeoölkerung von schätzungsweise 13 Mil­lionen Einwohner weisen folgende Märke auf: Die Mohammedaner zählen 1 338 000, die Prote­stanten 217 000, die Juden 64 000 Seelen. Die Katholiken, die somit die stärkste Gruppe nächst Len Anhängern der griechisch-orthodoxen Staats- kirche darstellen, verteilen sich auf die einzelnen Diözsen wie folgt: in der Erzdiöse Zagreb (Agram) gibt es 1 661 688, in der bosnisch-Herzegowinischen Erzdiözese von Sarajewo 273 000, im Bistum Djakovo, dem auch ein Teil Bosniens untersteht, 407 544, in den Bistümern Split (Spalato) 235 227, Banja Luka 115 844, Mostar 154 456, Senj 325 000, Sibenik (Sebenico) 250 000, Kotor (Cattaro) 16 235, Hoar (Lesina) 64 924, Krk (Veglia) 30 000, Su- botica 842 943, in der Apostolischen Nuntiatur von Veliki Beckerek 200 000, im Bistum Ljubljana (Laibach) 516132, Maribor (Marburg) 612 566, in der neugebildeten Erzdiözese Beograd (Belgrad) 66 000, im Bistum Bar (Antivari) 28 000, Prizren 30 000, in der griechisch-katholisch-unierten Diö­zese Krizevaz, die kürzlich ihren Sitz nach Zagreb verlegte, 60 000 Katholiken. Wenn man bedenkt, daß seitens griechisch-orthodoxer Kreise in Jugo­slawien ständig gegen die „westliche Christenheit", womit man einzig und allein die römisch-katholische Kirche treffen will, Stimmung gemacht wird, so sieht man aus der angeführten Statistik, daß die Katholiken auf Grund ihrer so beträchtlichen See­lenzahl nickt nur in ethischer Beziehung, sondern auch rein ziffernmäßig Anspruch auf eine ebenso würdige unb gleichberechtigte Behandlung seitens der Staatsregierung haben wie die Griechisch- Orthodoxen.

Palästina.

Der Kustos des Heiligen Landes, Pater Ja- copozzi, O. F. M., beschuldigt in einem Rundschrei­ben die Behörden der Mandatarmacht, also Groß­britanniens, katholiken-feindlicher Gesinnung. Das Martyrium der Franziskaner sei in eine neue Phase eingetreten. Mißbrauch der Macht und Unterdrückung kennzeichne die Haltung der Zivil­behörden. Die Rechte der Katholiken würden miß­achtet, und Bemühungen seien im Gange, die Rechtslage zu ihrem Nachteil zu ändern.

Grönland.

Wie aus Oslo bekannt wird, hat die norwegische Regierung von gewissen Teilen im südöstlichen Grönland, wo letztes Jahr norwegische Expeditio­nen arbeiteten, Besitz ergriffen. Die dänische Regie­rung legt dagegen Verwahrung ein, weil dieses Ge­biet in ihre Interessensphäre fällt. Es droht ein ernster Konflikt zwischen Dänemark und Norwe­gen. Dänemark wird sich an den internationalen Gerichtshof wenden.