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Seife 16 / Nummer 2g.

kenden in der Ellenbogengegend ersaßt und fest nach hinten an den Körper des Retters gepreßt werden.

Ist der Ertrinkende glücklich an Land gebracht, so ist die Rettungsarbeit noch nicht vollendet. Man schicke vor allem zum Arzt, während man selbst — nach Oeffnung etwaiger Kleidungsstücke — mit den ersten Wiederbelebungsversuchen beginnt. Man beseitige schnellstens Schlamm usw. aus Mund uni) Nase. Darauf lege man d-m Bewußtlosen „über das Knie", und zwar derart, daß der Kör­per nach unten hängt, damit das in den Luftwe­gen befindliche Wasser herausfließt. Man kann bei diesem Experiment dem Geretteten einige Schläge mit flacher Hand in den Rücken geben.

LaNdNürt, Wanderer n.Spsrtter müssen Wetterbeobachtungen zu ihrem Nutzen an- stellen. — An heißen Sommertagen werden sich sehr ost in der Mittagszeit starke Haufenwolken­bildungen bemerkbar machen. Wenn diese in den Abendstunden wieder verschwinden, so bleibt es weiterhin heiter, trocken und marin; lösen sie sich dagegen bis zum Abend nicht auf, so muß man mit einer baldigen Wetterverschlechterung rechnen. Die gleiche, wenig erfreuliche Aussicht bestellt, wenn bereits in den frühen Morgenstunden die Bildung von Haufenmolken einsetzt.

Ein wolkenloser Himmel hat feine bestimmte Bedeutuna. So ist nach ganz oder nahezu wok- kenlosen Mittagsstunden ein heiterer Abend so gut wie garantiert. Andererseits wollen wir aber eine mwolkenlosen Morgen, der unvermittelt nach mehreren trüben Regentagen auftritt, niemals allzu großes Vertrauen entgegenbringen; denn es setzen fast immer noch im Laufe desselben Tages Bewölkungszunahme und Niederschläge ein; beson­ders aber dann, wenn die Frühtemperaturen ver­hältnismäßig hoch liegen und außerdem eine gute Fernsicht besteht.

Ein weiterer wichtiger Grundsatz ist der, daß ein extremer Witterungszustand nicht lange anzuhalten pflegt. Ich erinnere nur an Platzregen, Gewitter- stürme u. a. Erscheinungen, die alle nur kurze Zeit, oft nur wenige Minuten andauern. Dafür ist aber ihre Heftigeit desto größer.

Bormittagsgewitter leiten fast immer zu kühler, trüber und regnerischer Witterung für die nächsten Tage über; ein einzelnes Nachmittagsgewitter, nach dessen Vorüberaang keine allzu starke Ab- fübhmq festzustellen ist und nach dem bald erneute Aufheiterung eintritt, tut der Schönwetterlage kaum einen Abbruch. Es handelt sich dabei nur um die sogen. „Wärmegewitter", die meist ganz harmlos sind.

Auf Regenwetter innerhalb weniger Stunden deuten schließlich noch das Auftreten breiter Ringe um Sonne und Mond — letztere nicht zu verwech­seln mit den ganz harmlosen Mondhöfen! — ferner das deutliche Aufsteigen von Nebeln und eine auf­fällig gute Dichtigkeit weit entfernter Gegenstände in den frühen Morgenstunden.

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Leicht ließe sich die Zahl derartiger Wetter­regeln noch vermehren; jedoch glaube ich, daß diese kleine Auswahl dafür genügen dürfte, um sich auf Wanderungen und bei sportlicher Betätigung eini­germaßen vor unliebsamen Ueberrafchungen schüt­zen zu können. Freilich, auch hier macht die Uebung den Meister!

Wie schütze ich mich im Gemièker ?

Ist das Gewitter für den Menschen so gefähr­lich? Kann er sich nicht wirksam gegen das Ge- trosfenwerden schützen? Ja! — Wenn er alle nö­tigen Vorsichtsmaßregeln vor und beim Gewitter beachtet!

Wer zum Beispiel nicht weiß, ob das Gebäude blitzgefährdet steht, warte lieber das Unwetter ab. Besser, nach etwaigem Einschlag unbeschädigt das Haus zu verlassen, somit sich retten und anderen helfen zu können, als betäubt oder gelähmt zu ver­brennen. Das Aufstehen bei Nachtgewittern hat ebenfalllls schon viele Menschenleben gekostet. An­kleiden vor einem zu erwartenden Gewitter ist ratsam, um für alle Fälle bereit zu sein. Während des Gewitters ist es gefährlich, denn schon das Aufsitzen im Bett hat bei Einschlägen zu Lähmun­gen geführt, da der Blitz alles Lebende größeren Ausmaßes, das in senkrechter Richtung als Ablei­tung dienen kann, mitbenutzt. Man halte sich a^d) von Gaslampen und elektrischen Beleuchtungskör­pern fern. Im einschlagfreien, also auf trockenem Grunde stehenden Hause kann man sich gefahrlos beliebig bewegen, auch wenn ein richtig geerdeter Blitzableiter nicht vorhanden ist. Irrig ist die An­sicht, daß ein mit Blitzableiter versehenes Haus auch die Umgebung schützt. Man stehe also nicht neben einem Hause mit" Blitzableiter, sondern trete hinein, um sicher zu sein. Scheunen und Heu­böden verlasse man bei Gewitter schleunigst. Ein guter Lehmstrich läßt in ländlichen Wohnhäusern und Ställen bei Brandausbrüchen viel Zeit ge­winnen, Tiere und Inventar zu retten. Dast ist eine viel zu wenig beachtete Tatsache. Auch die Lukendeckel müssen gut schließen und auf der Rückseite Blechbeschlag haben. Wer auf freiem Feld sein Leben sichern will, lege sich platt hin. Das ist im Regen zwar nicht angenehm, aber sicherer, als frei oder unter einem Baume zu stehen. Das Sprichwort: „Den Eichen sollst du weichen, die Weiden mußt du meiden, die Buchen sollst du suchen!" stimmt nicht. Nur Bäume, die auf trocke­nem Grund stehen, gleich welcher Art, bilden siche­ren Unterstand. Zusammenfassend möge man sich merken:

Liegen, wenn man nicht weiß, ob der Aufent­haltsort blitzgefährdet ist oder nicht; heraus aus der Scheune, herunter vom Heuboden beim Gewit­ter, Lehrnstrichdecken und Lukendeckel gut instand halten!

Me ISjchl der Radler feinen Batst?

Auf der Wanderfahrt ist der Durft oft ein arger Quälgeist, aber der kluge Radler läßt das Durst- gefühl nicht bis zur Unerträglichkeit anwachsen, und wenn er dennoch in Durstnot gelangt, kennt er andere Mittel zur Löschung des Durstgefühles,

als das Hinuntergießen eines Glases Bier oder der für harmlos gehaltenen Flasche Selters. Wie der ganze Mensch, so müssen auch seine Gefühle von Hunger und Durst individuell behandelt wer­den. Was dem einen zusagt, vermag der andere nicht zu vertragen, und was den einen erfrischt, macht den anderen matt. Der Radfahrer soll aber ein Sportsmann sein, der seinen Körper kennt und beherrscht, der Herr seines Willens ist und die momentane Erfrischung verschmäht, wenn er dafür eine Ermattung eintaüschen muß. Eine solche Re­aktion tritt bei jedem Menschen nach dem Genuß von Alkohol ein, und es ist eine Selbsttäuschung, dem Alkohol in irgendeiner Form eine durststil­lende Wirkung ohne Folgen zuzuschreiben. Aus diesem Grunde ist dem Radler jedes Alkohol-Ge­tränk verpönt, aber auch die so harmlose Milch und das für ebenso harmlos gehaltene Selters­wasser dürfte nicht ohne Bedenken von jedem Rad­fahrer zum Durststillen verwendet werden. Die Milch kann auf der Weiterfahrt durch ihren Zer- setzungsprozeß im Magen Beschwerden hervor­rufen, und das Selterswasser vermag dies durch die ihm innewohnende Kohlensäure zu tun.

Die meisten Versuche, den Durst zu stillen, scheitern an der Menge der Flüssigkeit. Der Ma­gen wird beschwert, und die Folge dieser Ueber- lastung ist ein Nachlassen der Kräfte oder eine Auflehnung des Magens. Diese Beschwerden ver- mag die so berühmte Tasse schwarzen Kaffees nicht zu beseitigen, wenn auch die Rennfahrer dem Kaffee eine stark belebende Wirkung zuschreiben. Die Rennfahrer gebrauchen den Kaffee aber nicht als Medizin für einen verdorbenen Magen, son­dern als Durststillmittel, und sie nehmen ihn auch nur in kleineren Quantitäten zu sich.

Es empfiehlt sich, alle Getränke in kleinen Schlucken oder mit einem Stückchen Brot zu sich zu nehmen. Buttermilch und Sauermilch löschen den Durst, aber wie schon oben gesagt, kann nicht jeder Milch vertragen, und man muß mit Butter­milch und der saueren Milch doppelt vorsichtig sein, will man keinen unliebsamen Aufenthalt durch rückwärtige Reaktionen erleiden. Besser ist kalter Tee als Durstlöscher, jedoch muß der Tee sofort nach dem Aufbrühen von den Blättern ab­gegossen und leicht gesüßt werden. Stark gesüßter Tee erzeugt Durst, wie alle zuckerhaltigen Ge­tränke, von benen besonders vor der künstlichen Limonade gewarnt sei. Frisches Obst wirkt durst­stillend infolge der säuerlichen Fruchtsäfte, dagegen ist der Kognak ein Feind des Radlers. Er löscht nicht den Durst, sondern peitscht den Radler für eine kurze Zeit auf, um ihm in der Reaktion alle Kraft und Lust zum Radeln zu rauben.

Um Sonnenstich zu vermeiden, halte man bei großer Hitze den Nacken möglichst bedeckt und trinke öfter einen Schluck Wasser, das jedoch nicht eiskalt sein soll.

Anrüchiges Fleisch verliert den üblen Geruch, wenn man es in ein Bad von übermangansaurem Kali legt. Eine ganz helle Lösung genügt vollauf, zu der nur einige kleine Körnchen nötig sind. Ein Zuviel ist zu vermei­den, weil es leicht den Geschmack des Fleisches verdirbt. Das Bad ist zu wiederholen, wenn es trübe wird. Hier­auf wird mit klarem Wasser kräftig nachgespült und das Fleisch sofort in den Topf oder in die Pfanne gegeben.

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