Einzelbild herunterladen
 

zu gemeinsamem Essen und gemütlicher Unterhaltung twber zu vereinigen. Gegen acht Uhr traten die Ver­eine die Heimfahrt an.

Kirchworbis. Am Feste der Apostelfürsten weihte der l.iesiqe Gesellenverein sein Banner. An der Feier nah­men sämtliche Ortsvereine und auch die Bevölkerung herzlichen Anteil. In der nachmittägigen Veranstaltung sprach Kurt Döbler-Gotha über die Aufgaben der Ge­sellenvereine in der Dorfgemeinde. Rektor Pfafferodt sprach über den deutschen Staatsbürger, während der Pfarrherr die Bannerweihe in ihrem tiefsten Sinn wür­digte.

Kreuzebra. Hauptlehrer Karl Stitz, der mehr als 20 Jahre verdienstvoll in unserem Ort gewirkt hat, ist an die katholische Volksschule zu Heiligenstadt versetzt worden. Als Organist und Dirigent des Gesangvereins, als Leiter des Volksvereins, wie auch in der Fortbil­dungsschule und in der Jugendpflege entfaltete er eine segensreiche Tätigkeit. Die Gemeinde sieht ihn ungern scheiden.

Nordhausen. Mit einer stark besuchten Versammlung im Domrestaurant eröffnete die hiesige Zentrumspartei ihren Wahlkampf. Nach Begrüßungsworten des Bor- sinenden der Ortsgruppe referierte in einer groß ange­legten Rede Studienrat Pradel-Helligenstadt über ine politische Lage. Er zeichnete das Wirken und Wollen Brünings und streifte das bisher übersehbare Wirken des Kabinetts Papen-Schleicher. In dem Schlußwort seiner Ausführungen legte der thüringische Spitzenkan­didat Pradel ein überzeugendes Bekenntnis zur Zen- trumspartei ad, die ein freies und friedliches Deutsch­land erstrebt.

Steinbach. Aus allen Teilen des Eichsfeldes waren Pilger zur stillen Wallfahrtskapelle von Etzelsdach ge­kommen. Pater Linus vom Kevbfchen Berge begeisterte die vielen Andächtigen in feiner Festpredigt für unseren Glauben und ermahnte sie, allen radikalen Gegnern mit unbeugsamer katholischer Ueberzeugung entgegen zu treten.

Wachstedt. Tausende hatten sich zur Wallfahrt am Klüschen eingefunden. Sie waren aus allen Teilen des Eichsfeldes gekommen unb erflehten Trost und Hilfe von der Gottesmutter. In seiner Predigt pries Pfarrer Helbing die Gottesmutter als ein Vorbild der Frauen und Mütter.

Worbis. (Primizfeier.) Der letzte Sonntag wurde für unsere kath. Kirchengemeinde zu einem schönen Feste. Ein Sohn unserer Gemeinde, Frater Serenus Mül­ler, S. D. S., feierte in der Klosterkirche sein erstes hl. Meßopfer. Festlichen Schmuck trugen die Straßen, durch die der Primiziant in feierlichem Zuge vom elter­lichen Hause zum Gotteshause geleitet wurde. Dicht war das Gotteshaus gefüllt; die Gemeinde nahm innigen Anteil an der Feier. Stadtdechant Buch führte den Primizianten zum Altare, der unter Assistenz des von hier stammenden Pastors Pfitzenreuter-Holzweißig und des früher hier wirkenden Vikar Irrgang -Hal­berstadt zum ersten Male das hl. Meßopfer feierte. Die Festpredigt hielt der gleichfalls früher hier wirkende Kapian Schult e-Paderborn. Er sprach von der er­habenen Würde und der Bedeutung des Priestertums und von den Feinden, die namentlich in der heutigen Zeit die Diener Gottes umgeben. Treu zur Kirche und treu zu ihren Priestern zu stehen, sei heute doppelt notwendig. Ergriffen lauschte die Gemeinde; jedermann war erfreut, daß wieder einer aus unserer Mitte sich in den Weinberg des Herrn stellt. — Kath. Frauen­bund. Der für den 10. Juli geplante Ausflug nach Burg Scharfenstein hat wegen der damit verbundenen Unkosten mit Rücksicht auf die allgemeine wirtschaftliche Notlage nicht stattgefunden. Der Vorstand will aber dennoch den Mitgliedern ohne größere Auslagen einige gemütliche und sorgenfreie Stunden der Erholung und Entspannung bereiten. Am Dienstag, 19. d. M., um 14.30 Uhr, mögen sich alle Mitglieder an der Iberg- Straße einfinden. Es sollen abwechselnd in mehreren Gruppen das landwirtschaftliche Versuchsfeld und die landwirtschaftliche Haushaltungsschule besichtigt werden. Der Vorstand hofft, mit dieser Veranstaltung allen Wün­schen gerecht zu werden. Anschließend wird in den An­lagen des schön gelegenen Schützenhauses gemeinsam Kaffee getrunken. Der Vorstand bittet alle Mitglieder herzlich, den Sammlerinnen bei der Umfrage eine be­stimmte Antwort zu erteilen. — Die Ortsgruppe der Zentrumspartei eröffnet den Wahlkampf mit einer großen Kundgebung am Sonntag, 17. d. M. Als Redner ist gewonnen Syndikus Dr. Zeck-Köln.

Aus -s« ttaâbatldiap

vom Katzenberg. Nach den so erfolgreichen Windt­horstbundgründungen in den Kreisen Kirchhain und Mar­burg folgten auch am Samstag die kathol. Orte Ruhl­kirchen, Vockenrods, Seibelsdorf und Ohmes. In Ruhl­kirchen und Vockenrode sprach vor einer sehr gut besuchten Zentrumsversammlung der cand. jur. Flascha von der Zentrumsstudentengruppe Marburg. Dem Redner spen­deten die Anwesenden stürmischen Beifall. Nach dem Schlußwort des hochw. Kaplan May trugen sich in Ruhl- tirdjen 45 Jungmänner als erste für den neuen Windt- Yorybund ein. In Vockenrods waren es fast 30 junge

X'$ .dem schwarzrotgoldenen Banner unter- I >en. In Seibelsdorf sprach stud. mat. Coenen

in einer gut besuchten Versammlung über „Die Ziele der Deutschen Zentrumspartei und Aufgabe und Zweck des Windthorstbundes". Auch hier trugen sich eine An­zahl Jungmänner für den Windthorstbund ein. — Zur gleichen Zeit fand auch in Ohmes eine Zentrumsoer- sammlung statt. Herr ftud. Hartung, ebenfalls von der Zentrumsstudentengruppe, sprach über die Notwendigkeit der staatsbürgerlichen Schulung unserer heutigen Jugend. Auch wurden die Grundzüge des Zentrumsprogramms dargelegt und die Arbeit des Windthorstbundes kurz skiz­ziert. Auch hier konnte eine Windthorstgruppe gegründet werden. Immer dichter schließen sich die Reihen kathol. Windthorstbünde. Wir brauchen Hände, das Banner zu halten. Wir brauchen Seelen, die nimmer erkalten. Wir brauchen Euch Jugend! Wohlan seid bereit! Und haltet das Banner. Noch ist Zeit.

Kleine hltdil. Hader fehlen

Rom. Die im Auftrag« Pius' XI. im Jahre 1929 eingesetzte Kommission zur Kodifizierung des orienta­lischen Kirchenrechtes konnte in diesen Tagen das erste Ergebnis ihrer Arbeiten vorlegen. Der jetzt vollendete erste Band des neuen Rechtsbuches wurde an die Pa­triarchen der orientalischen (natürlich nicht schismari­schen) Kirchen mit der Bitte versandt, innerhalb be­stimmter Zett ihre Bemerkungen dazu emzureichen. Kardinal Gasparri, der Vorsitzende, hofft, das Werk in 4 bis 5 Jahren abschließen zu können, wenn die Arbei­ten wie bisher gefördert werden können. Das Ergebnis wird ein einheitlicher, gemeinsamer Rechtskodex, der natürlich die verschiedenen Riten berücksichttgt, sein.

Holland. In Bussum in Holland starb der Kon­vertit Frederik van Ceden, dessen U ebertritt im Jahre 1922 großes Aufsehen erregt hatte.

Lille. Die Medizinische Fakultät der katholischen Uni­versität Lille veranstaltet in der Zeit vom 2. September bis 15. Oktober zum 7. Male medizinische Anfangskurse für Missionare und deren Mitarbeiter. Die Missionare sollen durch diese Unterweisung instandgesetzt werden, in Gegenden, wo Aerzte nicht zu erreichen sind, erste Hilfe zu leisten. Ihre Mitarbeiter sollen soweit vorgebildet werden, daß sie eine Apotheke bedienen können. Das am Ende der Kurse verliehene Diplom ist von verschiedenen Regierungen anerkannt und hat schon mehrfach staatliche Unterstützung von Missionsapotheken zur Folge gehabt.

Paris. Dom Bellot O. S. B. hat die Jahresmedaille des französischen. Architektenverbandes gewonnen. Er trägt den Beinamen „ein Dichter in Ziegelsteinen". Er hat viele religiöse Gebäude in Frankreich, England und Holland entworfen; jetzt werden in Frankreich mehrere große Kirchen nach seinen Entwürfen gebaut.

Konstantinopel. Anläßlich der auf dem Athos statt­findenden Vorberatungen für das Konzil, das die ortho­doxen Kirchen abhalten wollen, bringt die Presse der östlichen Länder zahlreiche Artikel, die zu den bewegenden Themen, mit denen sich die Kirchenversammlung zu be­fassen haben wird, Stellung nehmen. Das in franzö­sischer Sprache erscheinende orthodoxe Organ „Messager d'Athènes" brachte ein Interview mit dem Oekumenischeu Patriarchen Photios II. von Konstantinopel. Ueber die Stellung der Orthodoxie zur katholischen Kirche sagte das Oberhaupt der orthodoxen Kirchen folgendes: „Wenn der Papst kraft seines Primates ein allgemeines Konzil beriefe, so hätten wir keine Veranlassung, daran nicht teilzunehmen, allerdings unter der Bedingung, daß der Erzbischof von Rom dem Konzil alles, was die römische Kirche von der Zeit der Schismas bis heute als Dogma eingeführt hat, zur Entscheidung und Annahme vorlegte. Wenn das allgemeine Konzil, das von der römischen Kirche eingeführte Neue annimmt, so werden auch wir es bedingungslos annehmen."

China. In Peking wurde in der Apostolischen De- legatur der chinesische Maler Lukas Tscheng vom päpst­lichen Delegaten Erzbischof Constantini selbst in die Kirche ausgenommen; seine Kunst in Verbindung mit der Vertiefung in die Evangelien zum Zwecke der Dar- stellung ihrer großen Gestalten hat ihn dorthin geführt.

Japan. In Südbrasilien wandern dauernd Japaner ein. Man zählt ihrer schon 140 000. Jeden Monat fast rücken 10 000 neue Auswanderer nach. Die Regierung Japans tut alles, um dieses Ventil zur Ableitung des sozialen Ueberdrucks, den die Uebervölkerung des Landes hervorruft, offen zu halten. Deshalb wünscht sie auch, daß die Auswanderer die Nationalreligion Brasiliens, den Katholizismus, annehmen, um sich so dem Gesamt­volk leichter zu assimilieren. Wie weit die Regierung in dieser ihrer Förderung des Katholizismus geht, zeigt ein Beispiel aus Sapporo, dem Missionsbezirk der thüringi­schen (Fuldaer) Franziskanerprovinz in Japan. Dort besteht eine Kolonisationsschule für japanische Studenten, die nach Brasilien oder Argentinien auswandern. Einer der Franzinskanerpatres wurde nun aufgefordert, an dieser Anstalt Vorträge über die römisch-katholische Kirche

Nummer 29 / Seite 11.

zu halten. Dementsprechend werden die Schüler in einem wöchentlich einstündigen Kursus in die wichtigsten Lehren und Gebräuche der katholischen Kirche und die Bedeutung ihrer Zeremonien eingeführt. Die jungen Leute, denen diese Stunde anscheinend als Pflichtstunde vorgeschrie­ben ist, erscheinen mit einem Lehrer regelmäßig zu den Vorträgen und hören sie mit großem Interesse an. Mag auch bei der Kürze des Unterrichtes (etwa ein halbes Jahr) ein Uebertritt einzelner Studenten kaum ermöglicht werden können, so sind die Vorträge sicherlich von gro­ßem Nutzen, da die jungen Japaner im fremden Lande dem Katholizismus sofort ein ganz anderes Verständnis entgegenbringen werden, als wenn sie ohne jede vor­herige Unterweisung die Nationalreligion Südamerikas kennen lernten.

Irland betet ant

In einer der letztvergangenen Wochen betete Irland auf den Straßen und Plätzen feiner Haupt­stadt Dublin. Ueber eine Million Menschen waren zum Eucharistischen Weltkongreß gekommen; 300 000 Männer wohnten einer Abendveranstal­tung für Männer, 200 000 einer solchen für Frauen bei. Der Jubel und die Begeisterung — so melden die Berichterstatter — waren beispiellos.

In der herrlichen Bai von Dublin ankerten al­lein 15 prächtige Schiffe, welche die ausländischen Besucher gebracht hatten. Der Papst hatte Kardi­nal Lauri als seinen Delegaten entfanbt, der mit königlichen Ehren empfangen wurde. Bei der Schlußprozession trugen der jetzige Staatspräsident De Valera und der Führer der parlamentarischen Opposition Cosgrave gemeinsam den Baldachin.

Selten hat ein ganzes Volk so enthusiastisch, so überglücklich froh den Eucharistischen Kongreß ge­feiert als Irland. Man muß freilich die Geschichte der „grünen Insel" kennen, um zu erfassen, was dieser große Weltkongreß für das kleine irische Volk bedeutet. Er war das Te Deum eines aus ärgster Knechtschaft und Verfolgung endlich erlösten Volkes.

Kein Volk der Erde hat um seines katholischen Glaubens willen so viel leiden und ertragen müs­sen als Irland. Die englischen Eroberer bedrängten seit dem Abfall des sechsmal verheirateten Königs Heinrich des Achten und seit der protestantischen Königin Elisabeth die irisâM Katholiken auf eine unbeschreibliche Weise.

So war seit dem Jahre 1703 den Priestern unter schwerster Strafandrohung jedes Betreten des verfemten Landes verboten. Kein Katholik durfte irgendein Amt bekleiden, niemand ein Pferd, das mehr als hundert Mark wert war, besitzen, sonst konnte es jeder beliebige Protestant unbehel­ligt an sich nehmen. Die „Priest-hunters" (— Prie. ster-jäger), verkommenste Gestalten aus England, hatten ein ergiebiges Gewerbe. Die englische Re­gierung setzte nämlich auf den Kopf eines katholi­schen Bischofs tausend Goldmark, auf den eines Priesters vierhundert Goldmark und auf den eines Lehrers zweihundert Goldmark. Die gemeinste An. geberei wurde mit reichstem Judaslöhne vergolten« Alle Schulen waren den Katholiken verschlossen« Man wollte sie um jeden Preis in Armut und Un«. wissenheit, ja, in einen Zustand der Verdumm mung und Verkommenheit bringen. Wer unter diesem teuflischen Verfahren vom katholischen Glau­ben abfiel, wurde mit Geld und Ehren überhäuft« Und dennoch wie verschwindend gering war in jenen vierhundert Jahren der Not der Abfall von Priestern! Ein Laie, der protestantisch wurde, erbte allein das ganze Eigentum seiner kacholisch blei­benden Geschwister. Mit Gewalt und List raubte man den katholischen Adeligen chre Söhne und' schickte sie in eine englische protestantische Famllie zur „Erziehung", wo sie mit Haß gegen chre Re- ligion und ihr Land durchtränkt wurden. Ihnen gab man dann, nachdem sie protestantisch geheira« tet hatten, das ganze Erbe ihrer katholischen Ahnen« Die umfangreichen Liegenschaften katholischer Grundbesitzer enteignete man und übergab sie pro. testantischen Lords. Allmählich hatte man vier Fünftel des irischen Volkes seiner Besitztümer be. raubt und zwang sie, in den unfruchtbarsten Teil Irlands, Eonaught, auszuwandern, wo sie fast nur