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Belebung, so daß auch so ein schönes, einträchtliches Zu­sammensein herauskam.

— Dermbach. Der kath. Mütterverein machte seinen diesjährigen Ausflug nach dem benachbarten bayerischen Städtchen Fladungen. Die Fahrt führte über den Ellenbogen, den schönsten Aussichtspunkt der nördlichen Rhön und brachte den Vereinsmitgliedern die Schönheit der Heimat wieder einmal so recht zum Be­wußtsein, von der gerade die Hausfrauen in ihrem stillen Wirken sonst so wenig merken. Vielen war die Umgebung noch unbekannt. Von Fladungen aus wurde dann die Gangolsskapelle, ein alter Wallfahrts­ort, besucht. Der Aufenthalt im gemütlichen Bayern­städtchen bildete einen schönen Abschluß der Fahrt.

Aus Oberhefsen. In Kirchhain fand am Sonntag eine glänzend besuchte Vertreterversammlung der ober- hessischen Zentrumspartei unter dem Vorsitz des Herrn Land- und Amtsgerichtsrats Ruhl-Marburg statt. Herr- Sekretär Geilings- Fulda hielt das Hauptreferat. Es zeigte sich auch hier eine einheitliche Geschlossenheit der Zentrumswähler.

Aus Oberhessen. Am vorigen Sonntag fanden drei weitere Neugründungen von Ortsgruppen des Windt­horstbundes und zwar in Allendorf, Emsdorf und Kirch­hain statt. In Emsdorf sprachen zwei Zentrums­studenten über staatsbürgerliche Bildung und deren Not­wendigkeit von unserem Standpunkt aus. Vor allem wurden die Grundzüge und Richtlinien der Zentrums­partei, sowie Zweck, Ziel und Arbeit des Windthorstbun­des dargelegt. Nach dem Schlußwort des Vorsitzenden der Zentrumspartei Emsdorf, trugen sich alle Anwesen­den. 42 junge Leute, als erste für den neuen Windthorst­bund ein. Gruppenführer ist Alex Grein. — Zur glei­chen Zeit fand in Kirchhain die Gründung eines neuen Windthorstbundes statt. Auch hier zeichneten sich eine große Zahl von jungen Leuten ein. Am Sonntag­abend fand dann die Gründung einer Ortsgruppe in Allendorf statt. Die Versammlung war sehr gut besucht, besonders von alten Parteifreunden. Kaplan Brodmann sprach einige Begrüßungsworte und erteilte dann dem Gruppenführer der Zentrumsstudenten Marburg das Wort. Sein Thema lautete: „Zweck, Aufgabe und Pro­gramm des Windthorstbundes." An Hand eines aus­führlichen Materials konnte Referent Flafcha die geisti­gen Grundlagen der Zentrumspartei und die Notwendig­keit staatsbürgerlicher Erziehung unserer katholischen Ju­gend klarlegen. Der Jugend gehört die Zukunft und sie wird siegen durch den Windthorstbund. Anschließend trugen sich 43 Iungmänner ein zum neuen Windthorst­bund. Der Führer des neuen Bundes ist Albert Höck. Immer dichter schließen sich die Reihen katholischer Windthorstbünde. Unentwegt steht daslkatholische Jung­volk hinter seinen Führern. Fest steht die Bewegung auf dem Boden christlicher Weltanschauung.

Marburg (Lahn). Nach vier weiteren Neugründun­gen des Windthorstbundes am Feste Peter u. Paul ist die Zahl der Ortsgruppen in Oberhessen auf 17 ge­stiegen. Es wurden neue Windthorstgruppen in den Orten Neu st adt, Stausebach, Himmelsberg und Schröck gegründet. In Neustadt sprach Re­ferendar Fl a s ch a über das Thema: „Staatsbürgerliche Erziehung und politische Schulung". An Hand eines ausführlichen Materials legte er die Notwendigkeit einer staatspolitischen Schulung und die Grundlagen der Zen­trumspartei, deren Ziele und Bedeutung dar. Es tru­gen sich anschließend eine Anzahl junger Leute für den neuen Windthorstbund ein. — In Stausebach sprach Stud. Hartung zur gleichen Zeit über: „Die Deutsche Zentrumspartei". Die Versammlung war sehr gut be­sucht und dem Redner spendeten die Anwesenden rei­chen Beifall. 20 junge Zentrumswähler fanden sich für den neuen Windthorstbund zusammen. — Ebenfalls hielt der Zentrumsstudent Coenen in Himmels­berg eine Gründungsversammlung. Sein Referat lau­tete: „Der Windthorstbund und die Deutsche Zentrums­partei". Auch hier trugen sich 20 Jungmänner zum neuen Windthorstbund ein. — Als letzte Neugründung am Tage Peter und Paul wollen wir Schröck nicht vergessen. Herr stud. phil. Fritz Müller sprach über: „Ziel und Bedeutung des Windthorstbundes". Dolles Vertrauen zu unseren Führern, volles Verantwortungs­bewußtsein dem Staate gegenüber, christliche Grund­sätze, Volksgemeinschaft, Sozialgerechtigkeit, Wahrheit und echtes Deutschtum, das sind unsere Ziele. gl.

Aus Niederhefsen. Der Kasseler Windthorstbund hielt am Sonntag eine große Propagandafahrt durch Niederhessen. In Naumburg und in Fritzlar wurden Versammlungen mit den' dortigen Parteifreun­den abgehalten, auf denen Frl. Wingenbach und Herr Dr. König die Referate hielten.

Borken (Bezirk Kassel). Ein herrliches Original- Oelgemälde, das „Heilige Abendmahl" darstellend, von dem Maler Düssel aus der Gebhardt-Schule in Düssel­dorf, hot der Generalvorstand des Bonifatiusvereins in Paderboin der neuen Christ-Königskirche in Borken ge­stiftet. Vor diesem Bilde hatten sich zur ersten Abend­mahlsfeier nach Jahrhunderten am vergangenen Sonn­tag zwöi' Diasporakinder versammelt, um mit brennender Kerze in der Hand Christus dem König das Gelöbnis der Treue abzulegen und nach erfolgter Prüfung in

den christlichen Religionswahrheiten zum ersten Male zum Tische des Herrn zu gehen. Zu dieser stimmungs­vollen Feier hatte sich als Gast der kath. Gesellenverein in Fritzlar eingefunden, dessen Fahne am Altare Aufstellung nahm, während der Chor des Vereins meh­rere vierstimmige Choräle vortrug, die die weite Halle machtvoll durchbrausten. Die Begleitung lag in den Händen des Studienrats Flecken-Homberg. Unter den vielen Ehrengästen, die ebenfalls zum Tische des Herrn gingen, sah man auch den verdienten Abgeordneten K l o f t-Berlin, der zur Feier seines ersten Enkels er­schienen war. Als weitere Wohltäter haben sich bei dieser Gelegenheit verdient gemacht ein Kuratus aus Oberhessen, der ein neues grünes Meßgewand für Bor­ken stiftete, während ein Pfarrvikar vom Eichsfeld den Altarkelch schenkte. Die Versorgung mit Altar- und Kelchwäsche usw. übernahm der Missions-Paramenten- vercin in Fulda und weitere stille Wohltäter daselbst. Um den weiten, leeren Raum der neuen Kirche mit dem nötigen Gestühl zu versehen, hat sich dem Vernehmen nach der kath. Gesellenverein in Fulda bereit erklärt, im Apostolat des Freiwilligen Arbeitsdienstes die Bänke zu besorgen. Weitere Gaben für die noch sehr arme Kirche nimmt dankbar an der Pastor F a r n u n g in Homberg, Bez. Kassel.

Aus dem Dekanat Erfurt. Am vergangenen Diens­tag fand eine sehr wichtige Besprechung 'n der Orts­gruppe Erfurt des Katholischen Kaufmän­nischen Vereins Unitas statt. Zur Debatte stand e;ne Anregung, d«e sowohl von der Zentralstelle des ttKV., als auch vom VoUsverein für das katholische Deutschland gegeben worden war. Danach soll jeder katholische Verband von katholischen Gesichtspunkten .'us zu den wichtigsten bei den Wahlen cerührten Fra­gen durch machtvolle Kunogebungen Stellung neh tun Der .MV. entschloß sich, im engsten Einve-mehrnen mit dem Zentrum, aus verschiedenen Ortschaften in der Nähe Erfurts fol±e Kundgebungen durchzuführen bei denen folgende Gedanken zum Ausdruck gebracht werden sollen: Wir wollen ein freies Volk bleiben und lehnen jede soziale, politische und konfessionelle Knechtung und Reaktion ab. Wir verlangen Freiheit für Religion und Kirche, für die Mitarbeit der Jugend und der Erwach­senen am Aufbau des Reiches. Religion ist nicht Privat­sache, sondern Voraussetzung der Erneuerung des Le­benswillens. Christliche Religion ist nicht national be­grenzt, sondern übernational. Wir verteidigen die Frei­heit der Persönlichkeit gegen jede Diktatur. Wir ver­teidigen den Vorrang des Geistes gegen das Hervor­drängen primitiver Gewaltsübung. Wir sind sozial, nicht sozialistisch, wir sind national, nicht nationalistisch. Um die Kundgebungen möglichst eindrucksvoll zu gestal­ten, sollen die Ansprachen durch Lied und Deklamation umrahmt werden. Die Einzelprogramme werden in den nächsten Tagen mit den örtlichen Stellen festgelegt. — Nachdem am 19. Juni der Wahlkreisausschuß des Wahlkreises 12 (Erfurt und Thüringen) der Zentrumspartei in Leinefelde sich über den Spitzenkandidaten des Wahlkreises für die kommende Reichstagswahl geeinigt hatte, wurde in der Provi n- z i a l - A u s s ch u ß s i tz u n g am Sonntag, den 3. Juli, in Nordhausen die endgültige Liste ausgestellt. Zu­nächst nahmen die l\i treten nochmals mit größtem Be­dauern davon Kenntn's daß Stert Reichskanzler a D. Dr. Marx sein Mandat in unserem Wahlkreise wegen vorgerückten Alters mcdergelegt hat. Herr Reichskanzler Marx wurde dann einstimmig zum Ehrenvorsitzenden der Provinz ernannt. Dann erstattete Rektor Splett-Halle kurzen Bericht über die Wahlkreisausschußsitzung in Lei­nefelde, aus der man mit großer Mehrheit Herrn Stu­dienrat Pradel-Heiligenstadt als Spitzenkandidaten nomi­niert habe. Nach kurzen Zwischenverhandlungen schritt man zur Zettelwahl des 1. Kandidaten, bei der nun auch die Vertreter der Reg.-Bezirke Magdeburg und Merse­burg ihren Willen zu bekunden hatten. Die Abstimmung ergab die einstimmige Wahl des Herrn Studienrat Pra­del-Heiligenstadt für die gesamte Provinz Sachsen, die von den anwesenden Vertretern mit großem Beifall aus­genommen wurde. Der Provinzial-Vorsitzende, Herr Direktor Schilling-Halberstadt, schlug dann der Versamm­lung vor, doch aus jedem Wahlgebiete einen Herrn zu bestimmen, um einen Unterkommissar mit der Ausstel­lung der weiteren Liste zu beauftragen. Die Herren zogen sich auf % Stunde zurück und nach kurzen weiteren Besprechungen einigte man sich aus folgende Gesamtliste:

1. Herr Dr. Brüning, Reichskanzler a. D. Berlin, Ehrenkandidat;

2. Herr Jos. Pradel, Studienrat, Heiligenstadt, Eichs- fcld.

3. Herr Aloys Wand, Landwirt, Breitenworbis, Eichs- feld;

4. Herr Heinrich Hülsmann, Geschäftsführer, Heiligen­stadt, Eichsfeld;

5. Herr Hans Weichsel, Kaufmann, Magdeburg;

6. Herr Stephan Breitenstein, Bergarbeiter, Eisleben;

7. Herr Wilhelm Breitung, Dechant, Weimar;

8. Herr Wilhelm Henning, Malermeister, Erfurt;

9. Herr Jos. Schuchardt, Landwirt, für das Rhönge­biet;

10. Herr Wilhelm Konctzki, Arbeiter, Weißenfels;

11. Herr Martin Nowacki, Bergarbeiter, Hecklingen bei Magdeburg.

12. Herr Eilers, Kaufmann, Magdeburg

Anschließend sand dann eine ausgiebige Aussprache über die durchzuführende Wahlpropaganda statt, die in

' allen Ihren Teilen sehr anregend verlief und für d kommende Arbeit sehr wertvolle Aufschlüsse gab. M einem herzlichen Dankeswort an alle Delegierten schlo der Provinzialvorsitzende, Herr Schilling, die Sitzung. Mi gen alle Katholiken sich bei der kommenden Reichstag­wahl der Schwere ihrer Verantwortung bewußt feil und mögen alle ihre letzte Kraft einsetzen, daß alle Laue und Gleichgültigen, aber auch alle Untreuen der Parol des Zentrums wieder Folge leisten, denn nur so kan das Chaos von unserem Vaterlande ferngehalten wer- den!

Deutsche Pfadsinderschaft „St. Georg", Stamm Jener Sonnenwende 1932. Unter wehendem Jungscharbanne zog das Wölflingsrudel am Samstagnachmittag zur Vor , bereitung der Sonnenwende aus. Bei finkender Bonn r rückten die Pfadfinder unter Führung des Feldmeister-: nach. Als der Holzstoß aufgeschichtet war, vereinten wir uns alle im Kreis. Der Häuptling der Wölflinge gab einen Rückblick über das, was wir bis jetzt erreicht haben. Mit Dankbarkeit erinnerten wir uns des alten Quickborners Karl Schopp, der uns so recht zum Freunki und Führer geworden war, als er uns verlassen mußtet Dann flammte der Holzstoß auf. Prasselnd stieg die Lohßo zum schwarzen Nachthimmel, „Flamme empor!" hallte es» in den Bergen wider. Dann tanzten wir den wilder > Sonnwendreigen. Beim Scheine des Feuers sollten 5 Wölflinge das Versprechen ablegen. Mit dem Lied: „Vorerst so wollen wir loben Mariam, die reine Magd", riefen wir die Gottesmutter um ihren Beistand an. Wir - traten zum offenen Viereck zusammen, die fünf Wölf-il finge in der Mitte. Der Feldmeister erklärte ihnen, daß, sie nun einträten in die große Front der Christusjugend) und welche Pflichten sie in dieser Gemeinschaft zu erfül-i len hätten. Dann traten sie vor, einen nach dem anderen^ Das Lilienbanner mit dem roten Balkenkreuz, dem Sie-: geszeichen der Kreuzfahrer, senkte sich. Die linke Hand auf dem Banner, mit der Rechten die Gemeinschaft! grüßend, versprachen sie die Treue. Da sangen wir un=r ser Bannerlied, das lautet: „Und unsres Banners Stärket ermahnet uns zur Pflicht, daß keiner je die Treue zu^ feiner Fahne bricht". Aus dieser Stimmung heraus fan-i gen wir unser Kampf- und Bekenntnislied: „Heil'gem: Kampf find wir geweiht!" Um die glühenden Kohleni schlossen wir den Ring zum Gebet für die Gemeinschaft: unseres Bundes. Dann sammelten sich die Marschkolon­nen: „Und wenn wir marschieren, dann leuchtet ein Licht". Machtvoll brauste es empor aus der Sturm--, kolonne Christi. — 7500 Jungens marschieren, wie wir, ; unter dem Lilienbanner! Stets mehrt sich die Zahl!

Drumm, Bruder, reich die Hände! Drum Bruder fasse Schritt!

Laß lohn des Herzens Brände, und ziehe mutig mit!

Die Lilienbanner wehen im jungen Morgenrot.

Wir wollen kämpfen, stehen wohl über Not und Tod!

R. L.

Kleine hiethl. nathtlthfeiii

lll■l^^l■M■■lll^lll■l —I— f¥iil'if ;

Frankfurt a. M. Aus dem hiesigen Mutterhaus der 1 Ursulinen verließen am 25. Juni mit dem Dampfer' „Pascoal" die ersten Schwestern Deutschland, um in Sao Joao de Merity im Staate Rio de Janeiro (Bra­silien) eine Zweigniederlassung zu gründen und baldigst die höhere Schultätigkeit für die dortige einheimische und auslanddeutsche weibliche Jugend aufzunehmen. Unter * den abgereisten Schwestern befanden sich Mater Präfektin ! Jakoba Kremers aus Heinsberg bei Aachen und Mater Angelica Schenfar aus Dortmund.

Köln. Am 2. Juli wurde zum Provinzial der Nie­derdeutschen Ordensprovinz der Gesellschaft Jesu der ' hochwürdige Pater Wilhelm Klein S. I. ernannt. Zu Trier am 24. März 1889 geboren trat der Erwählte im September 1914 in den Orden. Von Dezember 1914 an war er Feldgeistlicher und Divisionspfarrer und wurde am 30. August 1918 an der Westfront schwer ver­wundet. In der Folge doktorierte P. Klein zu Freiburg im Breisgau, war dann mehrere Jahre Professor der Philosophie im Jgnatiuskolleg zu Valkenburg und zu- - letzt seit dem 27. September 1929 Rektor und Regens an der von Jesuiten geleiteten Philosophisch-theologischen Hochschule St. Georgen zu Frankfurt a. M. Der neu­ernannte P. Provinzial ist Inhaber des Eisernen Kreu­zes 1. Klasse.

Köln. Pfarrer Dr. Robert Grosche ist an die Düs­seldorfer Akademie berufen, um die dortige Dozentur für christliche Kunst zu übernehmen. Seine Ernennung ver­dient die Beachtung des geistigen katholischen Deutsch­lands. Grosches bisherige Wirksamkeit erschöpfte sich nicht in der Seelsorgsarbeit an feiner Gemeinde und der Studentenseelsorge an der Universität Köln. In kleinen Zirkeln empfingen viele, die heute im geistigen Katholi­zismus einen Namen haben, Anregung und Förderung. Seine Mitarbeit an der katholischen Volkstumbildung und am Bühnenvolksbund zeugt von seiner Absicht, auch weitere Kreise zu erfassen. Die wichtigste Arbeit Gro­sches aber dürfen wir darin sehen, daß er in Her Ver- ,