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WochenkaSender.

Sonntag, 3. Juli. 7. Sonntag nach Pfingsten. Pro- zessus und Martinicm, Mart. Leo II., Papst, Bek.

Montag, 4. Juli. Bon der Oktav (Peter und Paul).

Dienstag, 5. Juli. Antonius Maria Zacraria, Bek.

Mittwoch, 6. Juli. Oktav der hl. Petrus und Paulus.

Donnerstag, 7. Juli. Cyrillus und Methodius, Bisch., Bek. Willibald, Bisch., Bek.

Freitag, 8. Juli. Kilian und Gef., Mart. Elisabeth, Königin, Witwe.

Samstag, 9. Juli. Uebertragung des hl. Bonifatius, Bisch, und Mart.

Siebter Sonntag nach Pfingsten.

Epistel. Römer 6, 1923.

Evangelium. Matthäus 7, 1521. Warnung vor falschen Propheten.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Hütet euch vor den falschen Propheten! Sie kommen in Schafskleidern zu euch, innen aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten könnt ihr sie erkennen. Sammelt man etwa Trauben von Dornen oder Feigen von Disteln? So trägt jeder, gute Baum gute Früchte; ein schlechter Baum aber trägt schlechte Früchte. Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte tragen, ein schlechter Baum nicht gute Früchte. Jeder Bauin, der nicht gute Früchte trägt, wird ausgehauen und ins Feuer geworfen. An ihren Früchten also könnt ihr sie erkennen. Nicht jeder, der zu mir sagt:Herr, $err!" wird in das Himmelreich eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut, der wird in das Himmelreich eingehen."

Ein kostbarer Besitz.

ollten wir auch Proletarier im wahr­sten Sinne des Wortes sein: einen kostbaren Besitz, der mehr wert ist als Aecker und Weinberge und Berg­werke und Fabriken haben wir alle:

ich meine die Zeit. Kostbar ist sie vor allem des­halb, weil wir durch die Zeit die Ewigkeit er­kaufen können und weil an jedem Augenblick gleich­sam ein Tropfen jenes kostbaren Blutes klebt, des­sen Andenken wir gerade diesen Sonnmg und im ganzen Monat Juli begehen.

Herr und König aller Zeit ist Gott und Got­tes Sohn der Heiland. Frei und unabhängig ver­fügt Christus über seine Zeit, über sein Leben, über seinen Tod. Von dieser vollkommenen Herr­schaft über die Zeit hat der Heiland einen Beweis gegeben anläßlich des Laubhüttenfestes. Sankt Johannes erzählt darüber im siebten Kapitel sei­nes Evangeliums folgendes:

Es nahte das Jüdische Laubhüttenfest. Da sagten einige Brüder (Verwandte) zu ihm:Geh fort von hier und ziehe nach Judäa, damit auch deine Jünger die Werke sehen, die du vollbringst.

Denn niemand wirkt im Verborgenen, wenn er öffentlich bekannt werden will. Wenn du solche Dinge zu tun vermagst, so offenbare dich der Welt." Seine Brüder glaubten nämlich nicht an ihn. (Ihre Vorstellungen vom Messias waren rein irdischer Art.)

Jesus entgegnete ihnen:Meine Zeit ist noch nicht da; für euch aber ist's immer Zeit. Euch kann die Welt nicht hassen; mich aber haßt sie, weil ich ihr bezeuge, daß ihre Werke böse sind. Geht ihr nur zu dem Feste hinauf; ich gehe zu diesem Feste (einstweilen) nicht hinauf, weil meine Zeit noch nicht gekommen ist." (Joh. 7, 113.)

Warum hat nun Jesus sich geweigert, nach Je­rusalem hinaufzugehen zum fröhlichen Laubhütten- fest? Einmal, um seine Allwissenheit zu zeigen Wußte ja der Herr und sagte es offen heraus, daß in Jerusalem viel Zündstoff sich angehäuft. hatte, der sich über seinem Haupt zu entladen drohte. Im­mer mehr hatten sich die Pharisäer und Schrift­gelehrten und die maßgebenden Kreise der Jüdi­schen Aristokratie auf die Beseitigung des unbe­quemen Propheten und unparteiischen Sittenrich­ters verschworen und geeinigt. Jesus wollte zei­gen, daß er ihre Pläne durchschaue und durchkreuze, so lange es ihm beliebe. Er war eben Herr sei­nes Lebens, und die vom Vater bestimmte Zeit zum Sterben war noch nicht gekommen.

Zum andern wollte er den Verwandten und den Jüngern und uns allen eine Lehre geben. Welche Lehre? Daß unsere Zeit immer da ist. Daß Zeit und Ort und Umstände unseres Todes nicht in unserer Gewalt stehen, daß wir gerade deshalb die von Gott uns gesetzte Frist des Lebens gut benützen sollen, daß wir arbeiten und wuchern und Gott dienen sollen mit unserer Zeit, so lange sie uns zur Verfügung steht.

Brüder. ermahnt uns der Völkerapostel, er­löset die Zeit, denn die Tage sind böse. Trifft diese Mahnung nicht doppelt gut gerade für un­sere Zeit? Sind nicht die Tage gefüllt mit Sün­den und Verbrechen ohne Zahl? Sind sie nicht gesättigt von Not, Elend und Jammer bis zum Ekel? Indes sollen wir als Christen nicht taten­los einer solchen Zeit gegenüberstehen wie etwa ein Wanderer an einer Brücke steht und dem Strome zuschaut, der unaufhaltsam dahinfließt. Nein, wir sollen in die Speichen des Zeitenrades nach Möglichkeit hineingreifen, uns und andern zum Heile Das meint der Apostel wohl mit den Worten: Erlöset die Zeit. Auf keinen Fall dürfen wir mit den Wölfen heulen: auf keinen Fall uns hineinziehen lassen in den Unglauben und die La­ster; auf keinen Fall uns anstecken lassen vom Aus­satz der Lauheit, an dem so viele Katholiken dar­niederliegen. Auf keinen Fall dem Müßiggang hul­digen, der da ist aller Laster Anfang. Wir wollen

auch die Zeit nicht verschwenden unJb zum Fenster hinauswerfen. Welche Zeit ist verschwendet? Jene, die wir auf weltliche Dinge verwenden, sofern sie gar keine Beziehung zur Ewigkeit haben. Deine Arbeit, deine Erholung muß also gestempelt sein mit dem Gedanken an Gott, mit der guten Mei­nung: alles Gott zu Ehren, alles Gott zulied, alles für Jesus, alles für den Himmel.

Das war der Grundgedanke, der wie ein gol­dener Faden das ganze Leben des Kanzlers Morus durchzog, den Papst Leo XIII. im Jahr 1886 selig gesprochen hat. All seine Staatsgeschäfte, die er im Dienste des Königs Heinrichs VIII. verrichtete, waren eingestellt zur Ehre Gottes und zum Wohle des Königs und des ganzen Reiches. Die Gunst Gottes stand ihm höher als die Gunst einer irdi­schen Majestät. Die Ewigkeit wog bei ihm schwe­rer als die flüchtige Zeitlichkeit. Den Eid, den der ehebrecherische König ihm vorlegte und der den Bestimmungen des Papstes Hohn sprach, verwei­gerte er mit aller Entschiedenheit. Das schreckliche S'aatsgefängnis, der Tower, war die Quittung. Dort besuchte ihn seine schmerzgedrochene Gattin und bat ihren Mann unter Tränen, doch den Eid zu leisten;wie lange könnten wir dann noch glücklich miteinander leben!"Und wie lange glaubst du denn, meine liebe Alice, daß wir noch zusammen loben könnten?"D, wohl zwanzig Jahre", erwiderte sie hoffnungsvoll. Da schaute sie Thomas groß an und sprach:Da wäre ich ein schlechter Kaufmann, wenn ich wegen zwanzig und dazu noch ungewisser Jahre eine ganze Ewig­keit aufs Spiel setzen würde!"

Wende auch du dein Leben und deine Zeit gut an Tausend Gelegenheiten klopfen täglich an deine Tür, bei denen du die Worte des Apostels bewahr­heiten kennst:

Laßt uüs im Guteskun nicht müde werden."

1 Der Talpfarrer.

Falsche Propheten.

Zum 7. Sonntag nach Pfingsten.

Ein ernster Warnruf klingt uns heute aus dem Munde des Gottmenschen entgegen:Hütet euch vor falschen Propheten!" Eines der wegweisenden Worte der Bergpredigt! Der Herr sieht die Volksscharen zu seinen Füßen, sieht ihren auf­richtigen Willen, den rechten Weg zu gehen, sieht aber auch die Gefahr, die ihnen gerade von denen droht, denen sie sich bisher anvertraut haben. Er sieht das Volk in den Händen von Lehrern, die im Namen Gottes Gesetz und Gottesdienst zu einer un­erträglichen Last machen. Von Führern, die vor lauter Gerechtigkeit die Liebe verloren haben, die vor lauter Sabbatheiligung die Kranken zugrunde gehen lassen, die sich darüber empören, wenn ein