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in der Provinz Brandenburg. Da muß man ,?r unter einem katholischen Siedlungsdorf teil- ise schon Gruppensiedlungen von einem halben chend Bauern verstehen. Alles übrige ist Streu- Dlung.

8 Angesichts dieser Lage entbehrt die Darstellung j sicher Grundlage, wenn auf der anderen Seite katholische Ostsiedlung als Vorstoß Roms und , ein Versuch der Rückeroberung des Protestantin en Ostens bezeichnet wird. Wenn die katholi- en Siedler in den protestantischen Osten ziehen, 4tun sie es sehr ungern, sie tun es deshalb, weil katholischen Westen und Süden für sie kein ,atz mehr ist. Im Westen und Sieden gibt es cht die Riesengüter, durch deren Aufkauf man edlungsländereien gewinnen kann; in diesen Ge­cken ist das gesunde kleinere und mittere Vauern- M vorherrschend. Gäbe es eine Möglichkeit, den innerlichen Nachwuchs in der katholischen Heimat lterzubringen, so wäre das unbedingt der Sied- ng in der Diaspora, auch wenn sie geschlossen tholisch erfolgt, vorzuziehen. Das katholische Volk it kein Interesse daran, treue Diaspora zu schaf- n. Mußte doch der Bonifatiusverein in den letz- n zwei Jahren im ganzen schon 91 913 Mark für iedlungszwecke, d. h. für den Bau von Sied- ongskirchen und Pfarrhäusern aufwenden.

Dagegen aber müssen wir uns mit aller Ent- iedenheit verwahren, daß die Katholiken von der edlung ausgeschlossen werden sollen, weil nur r Osten Siedlungsgelände bietet. Wir müssen w dagegen verwahren, daß die vielen Millionen, e Reich und Länder für Siedlungszwecke aus- ben und die aus den Steuern des Westens ge­lt werden, nur den Siedlern der evangelischen mfession zukommen sollen. Wer das sordert, odert bewußt eine Ungerechtigkeit, und leider fin- n solche gewissenlosen Hetzer immer wieder wen, die auf sie hören und auf solchen Schwirl - il hereinfallen. Daß solche Elemente auch auf ndenburg Einfluß gewonnen haben, müssen mir t Interesse der Gerechtigkeit und des inneren ckedens aufs tiefste Bedauern.

Wir benutzen die Gelegenheit, die jüngeren mcrnsöhne wiederum aus die Siedlungsmöglich- it hinzu weisen. Aber wir warnen vor den soge- nnten Streusiedlungen, wie sie von den nur rtschaftlich eingestellten Siedlungsgesellschaften ckfach betrieben werden. Wer als Siedler nach m Osten geht, achte darauf, daß er in eine ge­gossene katholische Siedlung kommt, nicht aber in re ganz protestantische Gegend, in der weder tholischer Gottesdienst noch für die Kinder eine tholische Schule ist. Nähere Auskunft gibt das iritassekretariat in Fulda (Mutterhaus).

Zer ist der ärgste Gegner des Protestantismus ?

Da fliegt die Nr. 131 der „Geraer Nachrichten" s auf den Redaktionstifch. Wir lesen darin einen 'richt vom 2. Kreiskirchenfest in Deitsberg und ünschendorf. Der Gedanke, der allen Versamm- ngen zugrunde lag, war das Wort: „Es gilt ein 'i Geständnis in dieser unsrer Zeit, ein offenes Kenntnis bei allem Widerstreit, trott aller Feinde chen, trotz allem Heidentum, zu preisen und zu >en das Evangelium." Dagegen hätten wir nicht el zu sagen. Aber wir lesen dann weiter von riet Ansprache des H. Pf. Steinbrück-Steinsdorf, r ausführte: „Das Kreiskirchenfest hat eine große edeutung für die deutsche evangelische Bevölke- ng. Es soll zu seinem Teile dazu beitragen, die angl. Volkskreise zusammenzuschlisßen, um le Kampffront zu bilden; denn auf Deutschland nzentriert sich die Feindschaft aller Mächte gegen ; evangelische Kirche. Für jeden evangelischen triften ist die gemütliche Zeit zu Ende. Der ärgste egner des Luthertums ist nicht die russische Gokl- enpropaganda, sondern die römisch-katholische rche, die auf alle Arten ihre Seelenfängerei treibt d verantwortungslos, wie Beispiele ans dem »Stande zeigen, deutsches evangelisches Wesen aus- ttet.“

Uns tut ein evangelischer Pfarrer leid, der cht einsieht, wie groß die Gefahr der russischen ottlosenbewegung für das Christentum ist, auch r die evangelische Kirche. Er möge einmal fest- llen, wie viele Protestanten in Deutschland in

den letzten Jahren aus der Kirche ausgetreten sind, ohne einer anderen Religionsgemeinschaft beizu­treten, und damit die kleine Zahl derer vergleichen, die vom Protestantismus zur katholischen Kirche übergetreten sind. Dann wird er vielleicht einsehen. wer der gefährlichste Gegner für den Protestantis­mus ist. Wir wollen den Herrn Pfarrer Stein­brück auch daran erinnern, daß nach der Re­volution die Rechte und Freiheiten der evangeli­schen Kirche in der Reichs-Verfassung gewahrt und gesichert wurden durch die Mitarbeit des Zen­trums. Nur dadurch, daß der katholisch« Bevöl­kerungsteil damals nicht in dem Maße wie die protestantische Bevölkerung sozialistisch wählte, blie­ben wir vor einer sozialistischen Mehrheit in der Nationalversammlung bewahrt, so daß bei der Schaffung der neuen Verfassung der christliche Ein­fluß zur Geltung kam. Die Sozialisten erreichten damals 44 Prozent aller Stimmen!

Im übrigen sind wir es gewohnt, daß man es Seelenfängerei nennt, wenn ein Protestant katho­lisch wird, daß man aber nichts darin findet, wenn ein Katholik protestantisch wird. Nach dem Urteil des gewiß unverdächtigen „Reichsboten", des be­kannten Berliner Pastorenblattes, ist der Unter­schied der, daß die zur katholischen Kirche Uebertre- tenden gewöhnlich sehr eifrige Mitglieder der ka­tholischen Kirche werden, während umgekehrt die zum Protestantismus übertretenden Katholiken in der Regel keinen Gewinn für die evangelische Kirche darstellen. Es ist eben ein Unterschied, ob man aus innerer Ueberzeugung einem Glaubens­bekenntnis und einer Kirche beitritt oder aus äu­ßeren Rücksichten. Die katholische Kirche hat kein Interesse an einem bloß äußerlichen Uebertritt. — In dem Buch „Aus den Tagebüchern eines evan­gelischen Pfarrers" von C. A. Wilkens (Gütersloh 1917, C. Berkelsmann) lesen wir den Satz: „Muß ich wählen zwischen einem Katholiken, dem Chri­stus sein Herr und Gott ist, und einem Protestan­ten, dem er ein Rabbi ist, so chähle ich den Ka­tholiken".

Klekno poM. irsüirküilvn

Die kölnische Volkszeitung, die führende Tages­zeitung der deutschen Katholiken, teilt in ihrer Num­mer vom letzten Sonntag mit, daß sie in den letzten zwei Monaten einen weiteren Zuwachs von 1808 Be­ziehern buchen kann. Damit hat die K. V. seit dem 1. Januar d. I. 7076 neue Bezieher gewonnen. Der vielbeachtete Vormarsch des angesehenen Blattes ist zu einem guten Teile auf die Tatsache zurückzuführen, daß man in unserem kath. Volke das Aufflammen neuer Kulturkampsstimmung im protestantischen Lager be­obachtet.

Abgeordnete sollen auch den Gottesdienst besuchen. In der Sitzung des evangelischen Kreiskirchentags Bie­denkopf wurde Stellung genommen zu dem geringen Besuch der protestantischen Abgeordneten beim Gottes­dienst anläßlich der Eröffnung des Preußischen Land­tags. Die Versammlung faßte eine Resolution, die über die Landeskirchenbohörde den Abgeordneten zugeleitet werden soll, und in der dem Erstaunen darüber Ausdruck gegeben wird, daß, obwohl sehr viele Plätze für die evangelischen Abgeordneten reserviert waren, nur 20 Abgeordnete an dem Gottesdienst teilgenommen hätten, entgegen dem Gottesdienst der Katholiken, der gut be­sucht gewesen sei. Die Abgeordneten sollen auf ihre un­richtige Handlungswerse aufmerksam gemacht werden.

Die Gottlosen an der Arbeit. Von der Kommuni­stischen Partei sind in allen Teilen der Reichshauptstadt Lokale gemietet worden, um in diesen Propaganda­stellen für Kirchenaustritt zu errichten. Eine Anzahl dieser „Aktionskomitees für Kirchenaustritt" haben sich in jenen Lokalen bereits niedergelassen; und zwar befin­den sich in jeder einzelnen dieser Gotllosen-Wer bestellen auch gleich ein Notar, um die Kirchenaustritts-Erklä- rungen sofort rechtskräftig zu machen. Es steht voll­kommen unzweideutig fest, daß die Tätigkeit dieser kom­munistischen „Aktionskomitees" eine geheime Fortfüh­rung dieser auf Grund der Notverordnung aufgelösten Gottlosenverbände darstellt. — Von besonderem In­teresse ist in diesem Zusammenhang das Verhalten der Sozialdemokratischen Partei Groß-Berlins, die — aus Gründen der Konkurrenz — auch ihrerseits zur Einrich­tung derartiger Kirchenaustrittsstellen geschritten ist. Unter dem Decknamen „Juristische Sprechstunde" kündigt der „Vorwärts" an erster Stelle der Parteiamtlichen Nachrichten für Groß-Berlin das Vorhandensein einer solchen Kirchenaustrittsstelle an, und zwar im Ju­gendheim, Berlin, Rosinenstraße 4. Die Worte in dieser

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Ankündigung: „Gelegenheit zum Kirchenaustritt" dürften über den wirklichen Zweck dieser sogenannten „Juristi­schen Sprechstunde" hinlänglich Aufschluß geben. Wie wir misten, befindet sich nach kommunistischem Vorbild — auch an dieser sozialdemokratischen Stelle ein Notar, der die Kirchenaustrittserklärungen sofort notariell be­glaubigt.

Keine Koalition, sondern absolute Herrschaft. Die nationalsozialistischen preußischen Landtagsabge­ordneten Kube und Kerrl haben eine Unterredung mit Hitler gehabt. Als Ergebnis dieser Aussprache ist wohl ein Artikel Kubes im Nationalsozialistischen Pressedienst anzusehen, der unter heftigen Ausfällen gegen das Zen­trum die Feststellung enthält: „Wir Nationalsozialisten sind jederzeit bereit, die Verantwortung zu übernehmen, wenn man sich unserem Willen beugt." — Demnach ist also der Preis einer Zusammenarbeit mit den National­sozialisten die völlige Unterwerfung. Die „Deutsche Zeitung" schließt aus diesem Artikel, „daß die National­sozialistische Partei nicht bereit ist, sich in Preußen aus irgendwelchen Schacher mit dem Zentrum einzulassen." Hier wird also gleich von zwei Seiten bestätigt, daß die Nationalsozialisten keinerlei Koalition, sondern nur die absolute Herrschaft wollen. Wenn das, wie die „Deut­sche Zeitung" betont, die offizielle Auffassung der na­tionalsozialistischen Parteileitung ist, sind alle Aussichten auf Bildung einer Mehrheitsregierung in Preußen völlig geschwunden.

Die ewige Hetze. Der westfälische Hauptverein des Evangel. Bundes legte auf seiner letzten Versammlung Protest dagegen ein, daß die Stelle des Vizepräsidenten am Provinzialschulkollegium in Münster mit einem Katholiken und Zentrumsmann besetzt worden ist. — Preußen hat zwölf Provinzialschulkollegien. Von diesen haben zur Zeit 4 Provinzialschulkollegien einen katholi­schen Vizepräsidenten: Koblenz, Münster, Oppeln und Kassel. Da ein Drittel der Einwohner Preußens katho­lisch ist, ist mit jenen 4 Leitern von Provinzialschulkol­legien der den Katholiken zustehende Prozentsatz nicht überschritten. — Die Einwohner der Provinz Westfalen sind übrigens in der Mehrheit katholisch. Von den 8 Oberschulräten und 2 Justitiaren des Provinzschulkol­legiums in Münster ist die Hälfte kacholisch und die Hälfte evangelisch. Und dabei erhebt der Ev. Bund gegen „die der evangl. Bevölkerung zugesügte Krän­kung" den schärfsten Protest I Es gibt eben Leute, die wollen keine Parität.

Tote stehen auf. Im „Völk. Beob." (Nr. 159 vom 7. Juni 1932) stand ein Artikel: „Ein hoher katholischer Würdenträger über Adolf Hitler". Es handelt sich da­bei um die Wiedergabe eines angeblich von dem ungari­schen Domherrn und Direktor des Priesterseminars Dr. Ernst irgendwo geschriebenen Artikels, worin sich der kirchliche Würdenträger „heute zum zweiten Male)" über ,/den deutschen Führer" selbstverständilich in lobender Weise arisspricht. Der „Day. Kurier" (Nr. 162 vom 10. Juni 1932) stellt dazu fest, daß dieser angeblich heute noch leitartikelnde Herr Dr. Ernst schon vor Jah­resfrist gestorben ist! — — Der nationalsozialistische „Illustrierte Beobachter" (Ausgabe vom 11. Juni 1932) veröffentlicht ein Bild „Die zurückgetretene Regierung bei der letzten Prozession". Gemeint ist offenbar die diesjährige Fronleichnamsprozession in Berlin. Aus dem Bilde sind Herren, die schon seit Jahr und Tag nicht mehr Minister sind, namentlich aber auch der schon vor Monaten verstorbene Zentrumssührer Dr. Heß.

Hustend

Polen.

Die letzte Volkszählung in Polen ergab das Vorhandensein von nicht weniger als 30,9 Prozent Minderheiten. Nach den bisher veröffentlichten amtlichen Angaben wohnen in Polen 32132 936 Personen, von denen 22 208 076 oder 69,1 Pro­zent polnischer Muttersprache sind, während 9 924 860 oder 30,9 Prozent fremdartige Bewoh­ner sind. Man sieht, daß die viel gerühmten Frie- densverträg«, die die Minderheiten befreien woll­ten, keine wirklichen Nationalstaaten geschaffen haben. Das gilt noch viel mehr von der Tschecho­slowakei, die eist mindestens ebenso großes Na­tionalitätengemisch ist wie die alte Habsburger Monarchie.

Italien.

Für die neue italienische Enzyklopädie (großes Lexikon, Nachschlagwerk) hat es Mussolini über-