Wochenkaiendec.
ionnfßg, 19. Juni. 5. Sonntag nach Pfingsten. Juliana von Falkonieri, Jgfr.; Gervasius u. Protasius, Mart. Rontag, 20. Juni, ©ilverius, Papst, Mart. 'ienstag, 21. Juni. Aloisius von Gonzaga, Bek. tittrood), 22. Juni. Paulinus, Bisch., Bek. Donnerstag, 23. Juni. Bigil der Geburt des hl. Johannes des Täufers. ireitag, 24. Juni. Geburt des hl. Johannes d. Täufers. Samstag, 25. Juni. Wilhelm, Abt, Bek.
fünfter SonnSag nach Pfingsten.
Epistel. 1. Petrus 3, 8—15.
vangelium. Matthäus 5, 20—24, Die Gerechtigkeit des Reuen Bundes.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn eure Gerechtigkeit nicht vollkommener sein wird is die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, so werdet ir in das Himmelreich nicht eiligeren. Ihr habt ehört, daß zu den Alts» gesagt worden ist: „Du sollst icht töten"; wer aber tötet, soll dem Gerichte verfallen, ch aber sage euch: Wer [einem Bruder zürnt, soll dem Berichte verfallen Wer aber zu seinem Bruder sagt: Du Verfluchter!", soll dem Hohen Rate verfallen. Und er zu ihm sagt: „Du Gottloser", soll dem Feuer der ölle verfallen. Wenn du also deine Gabe zum Altare angst und dich dort erinnerst, daß dein Bruder etwas iber dich hat, so laß deine Gabe dort vor dem Altare nd geh zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bru- er, dann komm und opfere deine Gabe."
lerschMerzUcheTreKKungssiTich
B&pi^^ lâ" im Zeitalter so man- âr bitterer, beklagenswerter Trennung. Da gibt es Gebildete uni) Ungebildete, Reichs und Arine, Arbeitgeber und Arbeit- chmer, Kapitalisten und Proletarier, Parteien nd Konfessionen. Der schmerzlichste aller Tren- ungsstriche aber ist das Auseinanderfallen der keuschen in Gläubige und Ungläubige.
Schon unter den Zeitgenossen des Heilandes ^wahren wir diesen klaffenden Riß, diesen hmerzlichen Trennungsstrich. Wie bei einem Erd- 'ben der Boden und die Felsen sich spalten, so urden bei einer Predigt des Heilandes die See- n gespalten. Vernimm den ebenso einfachen als habsnen Bericht des hl. Evangelisten Johannes her diesen merkwürdigen Vorfall.
„Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch r das Leben der Welt. Da stritten die Juden ntereinander und sagten: wie kann uns dieser in Fleisch zu essen geben? Jesus entgegnete Men: wahrlich, wahrlich, ich sage euch: wenn ihr as Fleisch des Menschensohnes nicht essen und sein Mut nicht trinken werdet, so werdet ihr das Leben ficht in euch haben. Wer mein Fleisch ißt und ein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und
ich werde ihn am jüngsten Tage auferwecken. Denn mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise und mein Blut ist wahrhaft ein Trank. Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich bleibe in ihm. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und ich.durch den Vater lebe, so wird auch der, welcher mich ißt, durch mich leben. Das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist, ist nicht wie jenes, das eure Väter gegessen haben und doch gestorben sind. 9Bér dieses Brot ißt, wird in Ewigkeit leben. Viele von seinen Jüngern, die ihm zugehört hatten, erklärten: diese Rede ist hart; wer kann sie hören? Jesus wußte, daß seine Jünger darüber murrten und sagte zu ihnen: ihr nehmt Anstoß daran? Wenn ihr nun den Menschensohn dahin auffahren seht, wo er vordem war? Der Geist ist es, der lebendig macht, das Fleisch nützt nichts. Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und Leben. Aber unter euch gibt es einige, die nicht glauben. — Seit dieser Zeit zogen viele von seinen Jüngern sich zurück und wandelten nicht mehr mit ihm.---
Da seht ihr die Trennung. Die Unglück'ichen! Jesus kehren sie den Rücken: von der Quelle der Wahrheit schneiden sie sich ab; da Tor des Glückes bleibt ihnen verschlossen; aus der Gesellschaft der Apostel und Getreuen scheiden sie aus. Und die Veranlassung dazu? Leichtfertiger, böswilliger Unglaube. Was hatte Jesus von ihnen erwartet und verlangt? Daß sie lein Fleisch essen und sein Blut trinken sollten. Welche Belohnung hat er ihnen baHir in Aussicht gestellt? Daß sie in der innigsten Gemeinschaft mit Jesus bleiben, daß sie Kraft und Leben saugen werden aus dieser innigen Verbindung, daß sie Tod und Leben überwinden und zur glorreichen Auferstehung gelangen werden. Größere Wirkung als das Manna wird das Himmelsbrot haben. Richt das zeitliche, sondern das ewige Leben wird es erschließen. Und welche Drohung hat der Heiland beigefügt? Daß die Weigerung dieses Genusses den unwiderbringlichen Verlust des ewigen Lebens und der ewigen Glückseligkeit nach sich ziehen wird.
Wohl wußte der Heiland, daß er an ihren Glauben eine große Anforderung stellte; daß er eine schwere Entscheidung von ihnen verlangte. Deshalb versuchte er, ihren Schwierigkeiten zu begegnen durch den Hinweis auf seine Himmelfahrt. Dann müßten sie doch von seiner Allmacht und Gottheit mit eigenen Augen sich überzeugen. Und werdet nicht irre, wenn ihr höret, daß ihr mein Fleisch essen und mein Blut trinken sollt. Denn dieses Genusses Eigenart wird geistig fein. Das Fleisch nützt nichts. Der Geist macht lebendig. Es wird beim Essen meines Leibes nicht zugehen wie bei einer weltlichen, irdischen Mahlzeit, wo man ein Tier schlachtet, sein Fleisch zerteilt, durch Kochen
oder Braten aubereitet und zum Genuß vorseßt. Vielmehr wird der Genuß meines Leibes und Blutes „geistig", übersinnlich, sakramental sein, da mein Fleisch ein glorreiches sein wird, mit der Seele und der Gottheit verbunden, und zudem verborgen unter einnehmenden, anziehenden Gestalten. —
Und welchen Erfolg hat der Heiland mit all seinen Mühen? Diese Rede ist hart, sagen einige; wer kann sie hören? Unerträglich, unausstehlich finden sie seine Lehre. Sie schreiten zur Trennung. Sie wandelten nicht mehr mit Jesus, nicht mehr im Kreise der Apostel und Getreuen. Mit Röntgenstrahlen leuchtet der Heiland hinab auf den Grund ihrer Seele und deckt den letzten Grund auf, der sie von ihm trennt. Und dieser letzte, einzige Grund ist der Unglaube. So kommen von den Lippen des Heilandes die schmerzlichen Worte: „Unter euch sind einige, die nicht glauben "--
Und NUN überschaut der Heiland mit seinen Adleraugen auch uns alle. Erblickt er auf dem Grund unserer Seele noch den ursprünglichen, kindlichen Stauben, der vor keiner Qffenbarungswahr- Heit zurückschreckt? Der unter der geringen Brotsgestalt den König der Engel, den Erlöser der Menschen, den Richter über Lebende und Tote erblickt? Der in der hl. Kommunion das hl. Gastmahl, die Quelle aller Gnade, den Keim der Auferstehung, das Unterpfand der Auferstehung erkennt? Wohl uns, wenn wir diesen Glauben besitzen und bis zum letzten Atemzuge bewahren. Wir brauchen uns des Glaubens wahrhaftig nicht zu schämen. Sind ja der menschlichen Erkenntnis solche Grenzen gezogen, daß ein Philosoph gesagt hat: „Das Ende alter Philosophie ist, zu wissen, daß man glauben muß." Dem Munde Goethes aber entringt sich der Stoßseufzer:
Ich sehe, daß wir nichts wissen können;
Das will mir fast das Herz verbrennen.
So braucht das Wissen als notwendige Ergänzung den Glauben. Im Wissen erkennen wir das Körperliche und Zeitliche, im Glauben aber das Geistige und Ewige. Der Talpfarrer.
Wahre Sittlichkeit.
3um fünften Sonntag nach Pfingsten.
Wie mögen die Volksscharen, die der Bergpredigt Jesu lauschten, erstaunt aufgehorcht haben als sie das Wort hörten: „Wenn eure Gerechtigkeit nicht vollkommener sein wird als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich eingehen." Die Juden waren ja gewohnt, die Pharisäer als sittliches Ideal zu betrachten. Konnte man das Gesetz treuer und vollkommener erfüllen als sie, denen jeder Buchstabe dieses Gesetzes heilig, unantastbar war? Mit scheuer