Einzelbild herunterladen
 

Ausgabe B

8 . Somlag, 12. Zmi 1932.

Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels

Erscheint jeden Sonnlag und koste: monatlich Ausgabe A -10 L-pfenntg 3 45 L-pfenntg (Suftellgebühr epra)

Redaktionsschluß Montag, Reklameteil 0,60 ©olbmart Anzeigen müssen spätestens - Drott ant

Anzelgen-Preye Colonetzelle tm Anzelgenketl 0,15 ©olbmart AolonelaeUt tm Bel Wiederholung 'Rabatt AuskunN und Ost-Gel». 0,10 ©olbmart Porl» epra bis Montag morgens tm Besitz der Fuldaer AetlendruSeret in Fulda leia

Verlag der Faldaer Artteadruckerel Derlogenes ^ulba - -»

W

Wschenkaèender

Sonntag, 12. Juni. 4. Sonntag nach Pfingsten. Oktav­tag des Festes des hl. Bonifatius. Joannes a. S. Fa­cundo, Bek. Basilides u. Gen., Mart.

Montag, 13. Juni. Antonius von Padua, Bek.

Dienstag, 14. Juni. Basilius, Bisch., Kirchenlehrer.

Mittwoch, 15. Juni. Vitus u. Gen., Mart.

Donnerstag, 16. Juni. Vom Tage.

Freitag, 17. Juni. Vom Tage.

Samstag, 18. Juni. Ephrem der Syrer, Bek. Marcus u. Gen., Mart.

Vèerter Sonntag nach Pfingsten.

Epistel. Römer 8, 1823.

Evangelium. Lukas 5, 111. Der reiche Fischfang.

In jener Zeit drängte sich das Volk an Jesus heran, um das Wort Gottes zu hören. Er stand am See Ge- nesareth. Da sah er zwei Boote am Ufer liegen; die Fischer waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. Er stieg in eines der Boote, das dem Simon gehörte, und

der Boote, das dem Simon gehörte, und

bat ihn, ein wenig vom Lande abzustoßen. Dann setzte er sich und lehrte das Volk vom Boote aus. Als Ser seine Rede beendet hatte, sprach er zu Simon:Fahr hinaus auf die hohe See und werfet eure Netze zum Fange aus!"Meister," entgegnete ihm Simon,die ganze Nacht haben wir gearbeitet und nichts gefangen. Aber auf dein Wort hin will ich das Netz auswerfen." Sie taten es und fingen eine so große Menge Fische, daß ihr Netz zu zerreißen drohte. Da winkten sie ihren Gefährten im anderen Boote,' sie möchten kommen und ' ihnen helfen. Diese kamen, und sie füllten beide Boote, so daß sie beinahe versanken. Als Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füßen und rief aus:Herr, geh hinweg von mir, ich bin ein sündiger Mensch!" Denn K Staunen^ hatte ihn und alle seine Gefährten ergriffen ob des Fischfanges, den sie gemacht hatten; ebenso auch den Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, die Simons Gefährten waren. Doch Jesus sprach zu Simon:Fürchte dich nicht! Von nun an sollst du ; Menschen fangen." Dann zogen sie die Boote ans Land, verließen alles und folgten ihm nach.

Auf die Knie!

^as sollten sie auch anders machen, diese Fischer von Galiläa, die sich vor Staunen über den unver­

hofften, reichen Fischfang nicht zu helfen wußten, als auf die ,] Tme niederzufallen vor ihrem Meister, dem gro­ll- ;en Wundertäter? In diesen Kniefall legten sie 41 ihre Ehrfurcht, Dankbarkeit und Anbetung ge= zenüber Jesus, dem Herrn über Meer und Fische, iber Tiere und Menschen!

Ach, wenn nur Jesus wiederkäme, höre ich dich msmfen: wenn er an meiner Hütte, an meiner Arbeitsstätte vorüberkäme, wie gerne wollte ich bn ehrfurchtvoll begrüßen, wie tief wollte ich vor hm auf die knie niederfallen!

Dein frommer Wunsch er ist bereits erhört. Ist nicht im heiligsten Saframent der gleiche Hei­land, der einst über die Straßen des hl. Landes zog? Nach dessen Willen des Meeres Fische in die Maschen des Netzes schwammen? Der die Apostel zu Menschensischern machte? Der über Wind und Wellen, über Krankheiten und Tod gebietet? Es ist der gleiche Heiland. Damals war nur seine Gottheit verborgen. Im Sakrament aber auch seine Menschheit, verborgen unter den Gestalten des Brotes.

Auf die Knie! Diese Parole gegenüber dem hei­ligsten Sakrament hat auch im Leben des hl. An­tonius eine Rolle gespielt, jenes hochgeehrten Wun­dertäters, dessen Andenken wir gerade morgen be­gehen. Die Legende erzählt darüber etwa folgen­des: Als einst Antonius mit gewohnter Meister­schaft zu Toulouse predigte, fand sich daselbst ein Jrrlehrer, der die Gegenwart Christi im Sakra­ment leugnete. Antonius trieb ihn aber mit vie­len Beweisen aus der Bibel derart in die Enge, daß er sagte: Genug jetzt mit Worten; kommen wir zu Taten: wenn du mir durch ein Wunder die Gegenwart Christi beweisen kannst, will ich gerne glauben. Und welches Wunder verlangst du denn? fragte Sankt Antonius. Ein ausgehun­gerter Esel soll sich Jesus zu Füßen werfen, sprach der Jrrlehrer. Einverstanden, erklärte Antonius im Vertrauen auf die göttliche Hilfe. Der Esel wurde nun in dreitägiges Zwangsfasten genom­men. Antonius aber unterwarf sich die gleiche Zeit einem freiwilligen Fasten und nahm die Zu­flucht zum Gebet, damit es dem Herrn gefalle, die Binde von den Augen des Irrlehrers zu nehmen. Der dritte Tag kam heran, und ganz Toulouse strömte auf den Markt, um Zeuge des Schauspiels zu werden. Und richtig, da stand schon der Esel, der seit drei Tagen nichts gefressen hatte. Nicht weit davon lag auf dem Boden ein Bündel duf­tenden Heus. Und dort steht, den Speisekelch mit dem hochwürdigsten Gut in der Hand, der gute Pater Antonius. Kaum, daß der Esel das Futter erblickte, nahm er einen Satz und sprang darauf los. Da trat der Mann GMes dem Tier entgegen und rief:Halt, Geschöpf Lottes, zuerst erweise deinem Schöpfer die gebührende Ehre." Da hielt der Esel ein in seinem Laufe und wandte sich ge­gen das heiligste Sakrament und ließ sich vor dem­selben auf alle Viere nieder. Das Volk brach in Jubelrufe aus, der Jrrlehrer aber erklärte sich be­siegt und glaubte wieder an Christi Gegenwart.

Und auch wir wollen den Glauben an dieses große Geheimnis wieder auffrischen und vertiefen. Und ich hoffe zu deinem gesunden Sinn, daß es nicht der Kniebeugung eines Esels ober eines an­dern Wunders bedarf um deines Glaubens froh zu werden. Wäre vom Tode des Herrn an bis zum heutigen Tag kein einziges Wunder geschehen,

>o müßte unser Glaube an die sakramentale Ge- genwart unseres Herrn dennoch fester stehen als die Pyramiden von Aegypten. Da genügt es, den Worten des Heilandes selber Gehör zu schenken. Lauschen wir auf seine feierliche Erklärung, die er in der Synagoge zu Kapharnaum gab.

Ich bin das Vroi des Lebens. Eure Väler haben das Manna in der Wüste gegessen und sind ge­storben. Dieses aber ist das Brot, das vom Him­mel kommt, damit der, welcher von ihm ißt, nicht stirbt. Ich bin das lebendige Vroi, das vom Him­mel herabgekommen ist. Wer von diesem Brote ißt, wird in Ewigkeit leben. Das Brot aber, das ich geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welk."

Einfache Worte. Himmlische Worte. Unbegreif­liche Worte, wenn man sie in kindlicher Ein­falt unb mit frohem Glaubensmut von der Ge­genwart Christi im Sakrament unter Brotsgestal­ten versteht. Und so versteht sie die katholische Kirche von Anfang an; so verstanden siebte Vä­ter des Konzils von Ephesus und von Trient. Das ist die einstimmige Auffassung der hl. Väter eines Cyrillus, Chryfostomus, Theophylaktus, Euthy- mius, Thomas, Rupertus, Lyranus, Maldonatus, und des neuesten Kirchenlehrers S. Bellarminus.

Ich bin das lebendige Brot. Konnte der Hei­land deutlicher sprechen? Das Brot wird also kein Brot mehr sein. Christus selber wird das Brot sein. Vom Brot wird nur das Aussehen sein, nur der Geschmack, nur die Form, nur dieGestal­ten". Und abermals wiederholt er noch deutlicher: Das Brot, das ich geben derbe, ist mein Fleisch." Wenn es also sein Fleisch sein wird, so kann es kein Brot sein. Es wird nur noch Brot genannt, weil Chirstus unter Brotsgestalt verborgen ist Und welches wird die Wirkung dieses Brotes sein, wenn wir es genießen? Das ewige Leben, die ewige Seligkeit. Im Unterschied vom Manna. Der Ge­nuß des Manna unterhielt nur das zeitliche Leben. Der Leib des Herrn aber, gläubig und würdig empfangen, sichert das ewige Leben. Das ewige Leben zunächst der Seele. Aber das ewige Leben auch späterhin dem Leibe in der glorreichen Auf­erstehung.

Sein Versprechen hat der Heiland beim letzten Abendmahl eingelöst mit den Worten:Nehmet hin und esset, daß ist mein Leib." Dieses Versprechen löst er jetzt noch ein und wird es einlösen bis zum Ende der Welt, so oft ein Priester die hl. Kommu­nion austeilt, so oft ein Katholik die hl. Kommu­nion empfängt.

Wenn also Christus, Gottes Sohn, in der ge­weihten Hostie gegenwärtig ist, dann brauchst du dich der Kniebeugung vor dem hochwürdigsten Gut wâhrlich nicht zu schämen. Anbetung mit gebeug­ten Knien ist am Platz bei der hl. Wandlung, vor