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, chen zu Ehren des hl. Hilarius, bis er endlich auf der [el Säckingen ein Männer- und Frauen klafter grün- e, welche beide eine Quelle christlicher Gesittung und stigen Lebens für Allemannien wurden. Fridolin rb 514 und wurde in der von ihm erbauten Kloster- che beigesetzt.

Ums Jahr 590 knieten die beiden Irländer Kolum- 1 und Gallus vor dem Abte ihres Klosters, um mit . iem Segen als Glaubensprediger in die heidnischen nder anszuziehen. Zuerst gründeten sie im Franken- che, wo vor hundert Jahren Klodwig, der Gründer > Reiches, mit seinem Volke nach dem Siege über

Alemannen bei Zülpich das Christentum angenom- n, einige Klöster. Doch vertrieb sie die Ränkesucht '' Königin Brunhilde und der Ehrgeiz der Geistlicher.

5 Frankreich. Kolumban und seine Schüler Gallus b Magnus zogen in die Schweiz an den Züricher Ixe und von dort gegen Arbon und Bregenz, der alten Nischen Stadt Brigantium welche von den Aleman- n zerstört worden war. Nur ein altes, der hl. Au- ia geweihtes Kirchlein stand noch. Götzenbilder ma- n darin aufgestellt. Gallus, der in alemannischer Drache predigte, zerschlug die Bilder in Stücke und irf sie in den Bodensee. Darauf weihte er das ent- rte Kirchlein wieder zum christlichen Gottesdienste ein. ei Jahre lang entfalteten die Missionäre ihre Wirk- nkeit, bis sie beim Herzog Gunzo von Ueberlingen rklagt wurden, daß die Fremdlinge die Wälder aus- Ijten und das Wild verjagen. Der Herzog wies sie s dem Lande. Kolumban zog nach Italien und starb Jahre 615. Gallus aber suchte einen einfachen atz im Gebirge, wo er seine Zelle bauen konnte. In r Nähe, wo das Flüßchen Stenach schäumend über ien Felsen stürzte, ließ er sich nieder, baute eine Zelle ib legte so den Grund zu der später so berühmt ge- irbenen Abtei und Stadt St. Gallen (613). Allmäh- 9 sammelte er Schüler um sich, und der sichtbare Se- n Gottes war mit der Gründung.

Zu Beginn des 8. Jahrhunderts war die erste Blüte- t des Christentums in Allemannien bereits vorüber: s christliche Leben war erstarrt, die Geistlichkeit ver- chlässigte den Dienst des Herrn, heidnische Sitten und ^brauche drohten wieder Eingang zu finden; da kam lfe durch den frommen Irländer Pirminius, der Abt ib Bischof war in Frankreich und sich durch die Fülle ner Weisheit auszeichnete. Von einem frommen »elmanne aus der Nähe des Bodensees eingeladen ft) durch den Papst Gregor II. ermuntert, begann iminius im Jahre 724 am Bodensee seine heilige iffion. Der Herr segnete sie wunderbar, und es er- rchte unter der Geistlichkeit und dem Volke ein fri­er, kräftiger Geist. Mit mehreren Genossen schiffte r Missionär hinüber auf eine Insel mitten im See, utete das Gesträuch aus und errichtete dort ein Beet- lus. Aus dieser öden und wüsten Au, wo giftige chlangen und wilde Tiere hausten, schuf Pirminius die eichenau, welche bald neben St. Gallen das berühm­te Kloster und wie dieses eine reiche Pflanzschule für iffenfdjöft und Frömmigkeit wurde. Im Jahre 753 schloß er sein tatenreiches Leben. Den vereinzelten 'kehrungsoersuchen verlieh der angelsächsische Priester infried (geb. um 675), später Bonifatius genannt s ien festen Organismus durch Abhalten von Synoden, sbefondere durch innigen Anschluß an das römische »erhaupt. Er überwand Heidentum und Häresie in 'utschland und legte den Grund zur politischen Größe fteres Vaterlandes. Mit Recht führt der Heilige den telApostel der Deutschen". Noch ruht die 'chliche Organisation in Deutschland zum größten Teil if jenen Fundamenten, die dieser gottbegnadete Mann legt hat. Der wunderbare Aufstieg unseres Vater­ades im frühen Mittelalter, wo es

auf der Stirn der Herrschaft Zeichen

Vor Europas Völkern thronte Eine Fürstin sondergleichen

ar nur möglich auf den Fundamenten christlich-germa- scher Kultur, welche Winfried gelegt hat.

Die Einheit und Kraft ging dem deutschen Volke ver- ren, seitdem es für sein nationales und kulturelles 'ben jene Grundlagen verlieh, die Bonifatius gelegt ü. Damit kam die Glaubensspaltung und mit ihr urden alle bösen Geister wach, welche es auf eine Zer- irung Deutschlands abgesehen hatten. Mit Recht »reibt darum ein Kenner unseres Volkes:Ein Boden chrt uns, eine Sprache leiht uns ihre Laute, wie un= iirbig, daß die Glaubensfrage uns entzweit! Ein trom des Jammers hat sich aus diesem Spalt über iser Vaterland ergossen. Die Geschichte der letzten 4 lhrhunderte bildet dafür den erschütterndsten Beweis, id noch immer erfahren wir, daß es ein nationales "glück für Deutschland war, daß man die Religions- nheit, die die deutschen Stämme aneinanderkettete 'd ihnen erst die Idee einer nationalen Einheit schuf,

In der Reformation erschlug, und daß die Abkehr von dem Vermächtnis des hl. Bonifatius der eigentliche Unsegen für Deutschland ist."

Suchende Liebe.

Das Evangelium des heutigen Sonntags ist gleichsam eine Ouvertüre des Junimonates, über dem die Gnadensonne des heiligsten Herzens Jesu leuchtet. Es läßt uns einen Blick in die Tiefe die­ses gottmenschlichen Herzens tun, in seine selbst­lose, barmherzige, unbegrenzte Erlöserliebe, die ihre höchsten Triumphe feiert, wenn ein Sünder sich bekehrt und Buße tut.

Wir sehen den Herrn zwischen zwei sehr ver­schiedenartigen Menschengruppen. Hier dieUn­gerechten", die als habgierig, unredlich und hart­herzig verachteten Zöllner; dort dieGerechten", die nie den Buchstaben des Gesetzes verletzen, mit peinlicher Gewissenhaftigkeit jedes vorgeschriebene äußere Werk verrichten. Aber Christus sieht tie­fer. Er sieht in die Herzen. Er sieht hier bei allen Fehlern und Sünden einen aufrichtig guten Willen, Sehnsucht nach der Wahrheit, Bußbereit­schaft. Und dort sieht er jene Gesinnung, die mehr als alles andere eine wahre Jüngerschaft unmög­lich macht: den Hochmut, die Selbstgefälligkeit, den völligen Mangel an wirklicher Bruderliebe. Er sieht die Empörung der Pharisäer darüber, daß er, der wie sie ein Lehrer Israels sein will, nicht gleich ihnen sein Gewand zusammenrafft, damit es nicht einen jener Sünder berühre, ja, daß er so­gar ihre Gastfreundschaft genießt.

Da offenbart Jesus ihnen sein Herz, indem er ihnen die zwei kleinen Gleichnisse vom verlorenen Schafe und von der verlorenen Drachme erzählt. Und diese beiden Gleichnisse künden uns in an­schaulicher Weise die tröstlichste aller Heilswahr­heiten:Der Herr will nicht den Tod des Sün­ders, sondern daß er sich bekehre und lebe." Drei Gedanken sind es vor allem, die uns die Liebe seines Herzens offenbaren: Der Heiland sucht die Sünder; er nimmt sie liebevoll auf; er freut sich ihrer Bekehrung.

Christus sucht die Sünder. Er sucht sie so eifervoll wie der Hirte, der dem verirrten Schafe in die Wüste folgt. So beharrlich wie die Frau, die das ganze Haus durchforscht, um die verlorene Drachme zu finden. Sein ganzes Erdenleben gibt Zeugnis davon, wie er nicht nur die Mensch­heit in ihrer Gesamtheit erlösen wollte, sondern sich auch um die einzelnen Menschen in sorgender Liebe bemühte. Zachäus, der Zöllner Levi, die Sama­riterin, Nikodemus, Maria Magdalena, der Schä­cher am Kreuzei Jede Einzelseele ist ihm unend­lich wertvoll. Für jede einzelne hätte er sein Le­ben hingegeben. Und so sucht er auch heute noch uns, wenn wir sündig wurden. Die Art und Weise, wie er uns sucht, ist sehr verschieden, oft geheim­nisvoll und unsern blinden Augen verschleiert. Den einen sucht er in der Einsamkeit, den andern im lauten Gewühl der Großstadt. Den einen durch Wohltaten, den andern durch schweres Leid. Zu­weilen führt er einen Sünder auf weiten Umwe gen zurück; zuweilen ist es ein jäher Wetterschlag, durch den er seine Seele erschüttert und zur Buße bereit macht. Wenn dir ein schlichtes Seelsorger­wort von der Kanzel oder im Beichtstuhl beson­ders eindringlich zu Herzen geht, dann hörst du die Stimme des suchenden Heilandes. Wenn du dich zu irgend einem guten Werke gedrängt fühlst, einem Werke der Andacht, der Buße, der Barm­herzigkeit Jesus ist's, der dich sucht. Wenn du in schwerer Krankheit liegst, die deine Seele zur Einkehr zwingt und deinen Blick aufs Jen­seits lenkt der Erlöser harrt suchend an dei­nem Krankenlager. Wenn du an der Totenbahre eines lieben Menschen stehst und erschüttert bist in der jähen Erkenntnis irdischer Vergänglichkeit siehe, der Herr sucht dich! Wer kennt alle Wege, auf denen der gute Hirt wandert, um ein verlore­nes Schaf zu suchen? Wir müssen nur eines tun: uns finden lassen. Die Gnade benutzen, die uns angeboten wird!

Dann werden wir erfahren, daß der Heiland uns wirklich trotz all unserer Sünden so liebevoll aufnimmt, wie er es in seinem Gleichnisse vom Hirten schildert. Daß er unsere Sünden im Buß­sakramente restlos verzeiht, daß er uns im Lie-

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besmahle der hl. Kommunion an sein Herz nimmt und uns den heiligen Frieden feiner Hürde schenkt. Wie viele Sünder haben es schon an sich erfah­ren, was der große Büßer Augustinus nach ser- ner Bekehrung empfand:O glückliche Schuld!" Glückliche Schuld, die uns in die Tiefe des Erlö­serherzens schauen ließ!

Rührend, wie Jesus in seinen Gleichnissen die tiefe Freude dieses seines Herzens über die Be­kehrung eines Sünders schildert. Der Hirt ruft seine Freunde und Nachbarn, die Frau ihre Freun­dinnen und Nachbarinnen zusammen; alle sollen an ihrer Freude teilnehmen. So läßt der Hei­land den ganzen Himmel, Engel und Heilige, an seiner Erlöserfreude teilnehmen.Es wird im Himmel mehr Freude sein über einen Sünder, der Buße tut, als über neunundneunzig Gerechte, die der Buße nicht bedürfen." Nicht als ob ein Ge­rechter vor Gott weniger Wert hätte als ein bü­ßender Sünder! Das Wort will in dem mensch­lich schönen Sinne verstanden sein, in dem es ge­sprochen ist. Freuen wir uns nicht der Blume doppelt, die bereits welkte und durch unsere Pflege wieder aufblühte? Ist das Schmerzenskind nicht der Mutter liebstes Kind? An dieses tief mensch­liche Empfinden rührt Jesus, wenn er von der besonderen Freude der ewigen Liebe über eine gerettete Seele spricht.

Wie tief und anbetungswürdig ist die Liebe des Erlöserherzens! Diese Liebe verlangt aber zweierlei von uns. Zunächst, daß wir stets bereit sind, uns vom Heiland finden zu lassen, wenn er suchend, werbend an uns herantritt, daß wir uns in demütigem Vertrauen an sein göttliches Herz legen mit allem, was uns freut und schmerzt, mit unseren armen Verdiensten und all unserer Schuld. Und zweitens, daß das Herz des Gottmenschen uns Vorbild werde im Verkehr mit unsern Mit­menschen. Wir beten ja häufig das Stoßgebet: Bilde mein Herz nach deinem Herzen!" Sind wir aber uns auch bewußt, um was wir damit beten? Daß wir mit diesem Gebet die Hilfe des Heilandes anrufen zur Ueberwindung allen Pha­risäergeistes in uns, der überheblichen Selbstzu­friedenheit, des lieblosen Gerichthaltens über un­sere Nächsten? Nichts trennt uns ja weiter vom Erlöserherzen als dieser Geist des Hochmutes und der Lieblosigkeit. Die Sünde als solche sollen wir gewiß auch an unsern Mitmenschen verurteilen. Aber die Menschen selbst, die wir in Irrtum und Schuld sehen, müssen wir in demütiger und hilfs­bereiter Liebe umfangen, so wie der Heiland es tat und noch immer tut. Und wenn es uns gelänge, aus solcher Liebe heraus durch unser Gebet, durch Wort oder Beispiel einen verirrten Mitmenschen zu Gott zurückzuführen, wahrlich, das wäre die schönste Form der Verehrung des Herzens Jesu. Denn das ist ja der eigentliche Sinn der Herz-Jelu- Andacht, daß wir alle nach Kräften daran mitwir­ken, daß die suchende Liebe des Heilandherzens immer mehr zur triumphierenden Liebe werde.

Marrita, die Seiltänzerin.

Fahrendes Volk hält seinen Einzug ins Dorf. Auf einem spindeldürren Pony reitet unter Trom­petenschall ein Knirps in karmesinrotem Drell vor. aus. Ihn umlagert die Schuljugend, mit ihrem Geschrei das Trompetengefchmelter übertönend. Hinterdrein ein Zirkuswagen:Marrita, die Seil­tänzerin", so lese ich, durch die Gardinen des Pfarrhauses spähend, auf dem grellen Anschlag­zettel, der die Vorder- und Rückwand des Wagens schmückt. Vielleicht ist sie es selbst, die da neben dem Manne geht, der den Wagen führt. Fast noch ein Kind scheint sie mir zu sein, höchstens 16 oder 17 Jahre alt Doch, was sehe ich? Zog der Mann nicht den Hut, als er an der Kirche vorüber kam, und machte das Mädchen nicht das Kreuzzeichen? Sonderbares fahrendes Volk! Am folgenden Mor­gen habe ich eine Seele mehr an der Kommunion­bank als an den anderen Tagen: Marrita, die Seiltänzerin. Abends 6 Uhr beginnt die Vorstel­lung. Meine Gedanken weilen bei Marrita, die ich im Laufe des Tages mit ihrem Bruder im