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Nummer 23 / Seife 11

schoss ist gradlinig und folgerichklg nachzuweisen." Uns-1 den Abenden war die ganze Gemeinde zu Gast ge- versitätsprofessor Erik Peterson (Bonn) ist auf Grund laden, die einen Einblick in das Leben und Treiben seiner Forschung über die Urkirche und das Papsttum ^ --------'"-----:----^"^ "^----'- -

zur katholischen Kirche übergetreten. Am hochheiligen Fronleichnamsfest fand hier in Erfurt auf dem Friedrich-Wilhelmsplatz und seiner nächsten Umgebung die Fronleichnamsprozession statt, die sich zu einem über-- wältigenden Bekenntnis zum eucharistischen Heiland ge­staltete. Der Triumphzug des Gottessohnes wurde zu einer gewaltigen Heerschau der katholischen Gläubigen unserer Diaspörastadt. Weit über fünftausend Teilneh­mer bildeten die riesige Prozession. Sieben straff zu

einer Einheit zusamemngefaßte Musikchöre begleiteten die frommen anbetenden Sakramentslieder, die von den Gläubigen in tiefster Andacht mitgesungen wurden. Ueber den prächtigen, seidenen Gewändern des Klerus, dem Blütenschnee der blumenstreuendenEngelchen", dem flatternden Bunt der langen Fahnen- und Wimpel­

reihen, dem flackernden Leuchten der Kommunikanten- kerzen thronte im lodernden Gold der Monstranz Chri­stus, der König, und segnete alle, die da mühselig und «beladen sind. Die nach Tausenden zählende Menge der Zuschauer verhielt sich musterhaft ruhig und bewies da­

mit, daß auch in den andersdenkenden Kreisen der Sinn für große religiöse Erlebnisse und wahren Bekennermut noch nicht verloren gegangen ist. Am Nachmittag fand sich das katholische Erfurt traditionsgemäß im Steiger­garten ein und verbrachte noch durch allerlei Kurzweil

einige recht frohe Stunden.

Birkungen. Aus Hünfeld fommenb, traf Se. Exzel­lenz Oblatenbischof Hermann Josef Maeysing in seiner üheimatgemeinde ein, der tausend fleißige Hände Fest­tagsschmuck angelegt hatten. Am Ortseingang erwarte­ten ihn die Schulkinder mit ihren Lehrpersonen, sämt­liche Vereine, der größte Teil der Einwohner und viele Neugierige aus den Nachbargemeinden. Zwei Ange­hörige des Missionshauses in Hünfeld begleiteten den hochwürdigen Herrn, der von mehreren Verwandten be­reits in Niederhone in Empfang genommen und am Bahnhof Leinefelde von Pfarrer Oberthür und dem Schulzen Rogge begrüßt worden war. Schmucke Rei­ter gaben dem festlich geschmückten Wagen das Geleite. Nach einem Gesangsvortrag des Männergesangvereins unter der Leitung von Hauptlehrer Beume und verschie­denen Begrüßungsgedichtsn begrüßten Ortspfarrer und Schulze den bischöflichen Gast. Im Auftrage der Schul­gemeinde und als ehemaliger Lehrer des Missions- büchofs sprach sodann Hauptlehrer Beume. Und dann

geleitete man den Hochw. Herrn zum Gotteshause, wo Bischof Maeysing für den liebevollen Empfang freund­lichst dankte und den Gemeindeangehörigen zum ersten­male den bischöflichen Segen spendete. Durch das von weißgekleideten Mädchen und von den Vereinen gebil- )ete Spalier begab sich dann der Bischof zum Pfarr- )aufe, wo ihn eine Nichte mit einem Gedichtvortrag er- reute. Dort übergab eine Schülerin auch einen Bei- rag für die Heidenmission. Die Fronleichnamsprozes- ') die Teilnahme des Bischofs an der- besonders festlichen Charakter.

rug [ur Die tyeu ion erfuhr durch eiben einen besoi

Veberstedt. Unser Gesellenverein hielt seine dies­jährige Generalversammlung ab. Im Verlaufe der­selben erklärte sich Lehrer Hennerke bereit, das Amt des Vizeprèises zu übernehmen. Nach dem üblichen Vortrag, den der Präses des Vereins, Pfarrer Jünemann hielt, fand die Versammlung ihr Ende.

Heiligenstadt. Ungewöhnlich stark war die Beteili­gung an der diesjährigen Fronleichnamsprozession, bei der die Schützen einem alten Brauche folgend, den Ehren­dienst versahen. Der kath. Männerverein veranstaltete am Nachmittag des Feiertages im Garten des Kolpings- Hauses eine Familienfeier, bei der Prälat Heddergott seiner Freude über den schönen Verlauf der Prozession Ausdruck gab. Die Hauskapelle sorgte für die musika­lische Unterhaltung.

Heiligensiadt. Im hiesigen Redemptoristenkloster fin­det in den Tagen vom 6. bis 10. Juni ein Exerzitien- kursus für Frauen und Jungfrauen aus dem' Dritten Orden statt. Anmeldungen zu demselben sind baldigst erbeten. Am vergangenen Sonntag gingen 40 Schü­lerinnen des Sankt Elisabeth-Oberlyzeums zur ersten hei­ligen Kommunion. Zahlreiche Angehörige der Kleinen wohnten der erhebenden Feier bei.

Hildebrandshausen. Etwa 50 Schüler der mittleren und vor allem der oberen Klassen höherer Lehranstalten aus den Städten Fulda, Hünfeld, Kassel, Hildesheim und Duderstadt hatten auf der Wiese am Wasserwerk ein Zeltlager aufgeschlagen, um dort, 'umgeben von mai- grunem Walde, ihre Tagung abzuhalten, an der die Präsides Studienassessor Dr. Ferling aus Hildesheim, Konviktsdirektor Hofmann aus Fulda und Pater Schroder aus Duderstadt teilnahmen Alle Teilnehmer trugen die bekannte Kölner Kluft, bestehend aus brau­nem Hemd mit blauem Halstuch. Schon am frühen Morgen zogen sie geschlossen zur hiesigen Pfarrkirche zum Gottesdienst. Die geistige Arbeit befaßte sich mit den Hochzielen der Marianischen Sodalität, mit der wöchentlichen Klassenarbeit und mit dem Wandern. An

der Kongreganisten gewinnen sollte. Wir erlebten eine Abendfeier vor dem geschmückten Bilde der Gottesmut­

ter, einendeutschen" Abend und zuletzt einen lustigen Abend. Studienassessor Ferling übermittelte den Dank der Gäste für die freundliche Aufnahme, während Schulze Oberthür Dankesworte fand für die anregenden und abwechselungsreichen Abende.

Mühlhausen (Thür.). Unter sehr großer Beteiligung bewegte sich in diesem Jahre zum drittenmale die Fron­leichnamsprozession durch die Straßen unserer Diaspora­stadt. Die vielen Andersgläubigen bewahrten eine wür­dige Haltung. An den verschiedenen Altären sang der Kirchenchor mehrstimmige passende Gesänge vor.

Nordhausen. Die Katholiken der gesamten Umgegend vereinten sich anläßlich des Fronleichnamsfestes auf dem Domplatz, der die Teilnehmer an der Prozession kaum fassen konnte. Am Nachmittag hielt die katholische Ge­meinde ihr Gartenfest. In einer gemeinsamen Sitzung der katholischen Vereine wurde das Programm der Tä­tigkeit in den nächsten Wochen festgelegt. Anläßlich der Mitteldeutschen Tagung des Katholischen Frauenbundes, die in der Mitte des nächsten Monats hier abgehalten wird, werden viele fremde Damen erwartet. Im August feiert der Gesellenverein sein Schützenfest.

Steinbach. Das neue Wetterkreuz am Wingeröder Stieg erhielt am vergangenen Sonntag seine kirchliche Weihe, nachdem das früher dort stehende Dreifaltigkeits­kreuz von den Unbilden der Witterung zerstört worden war. In langer Prozession zog die Gemeinde hinaus, wo der Pfarrer in seiner Ansprache an den Text eines von den Schulkindern gesungenen Liedes anknüpfte.

St Norbert in TrètzSar.

Zum Fest des Heiligen am 6. Juni 1932.

Entnommen aus der von Herrn Prä'at Dr. Wil­helm Jestädt verfaßten Festschrift zum 1200jähri- gen Bestehen der Stadt Fritzlar 7241924.

Der päpstliche Legat Kund von Prämste hatte für den 28. Juli eine Synode nach Fritzlar aus­geschrieben. Sie war gänzend besucht. Unter an­deren waren zugegen: Erzbischof Adalbert von Mainz und Erzbischof Friedrich von Köln, ferner die Bischöfe Gödebald von Utrecht und Bruno von Speyer, außerdem aus Sachsen vier Bischöfe: Dietrich von Münster, Gottschalk von Osnabrück, Arnold von Merseburg und Dietrich von Naum- burg. Und die erste Handlung dieser glänzenden Versammlung war der Bann über Kaiser Hein­rich V., über den von ihm ausgestellten Gegen- papst und alle ihre Anhänger. In Fritzlar hatte er sich aegen seinen Vater vor 14 Jahren empört, in Fritzlar traf ihn auch der Bann. Geschichte und Gericht! ---Diese Synode von Fritzlar be- schäfigte sich auch noch mit einer anderen Persön­lichkeit. Einer bedeutenden für die deutsche Kirchen- geschichte. In der St. Peterskirche, in der die Sitzungen stattfanden, und in den Straßen der Stadt erregte während der Tagung der Synode eine demütige Mönchsgestalt außerordentliches Aufsehen. Alles in Fritzlar sprach von ihm. Alle Versammlungsteilnehmer, alle Einwohner rich­teten ihre Blicke auf ihn, teils in Ehrfurcht, teils in Scheu, teils in Mitleid, teils in Spott. War's ein heiliger, ein Schwärmer, ein Jrrlehrer? Es war der spätere Erzbischof von Magdeburg, der Stifter des Prämonstratenserordens, der hl. Norbert. Früher in der Kanzlei Heinrichs V., hatte er als junger Geistlicher ein weltliches Le-

ben geführt,

aber ein Blitzstrahl, der vor ihm in

die Erde fiel, hatte aus einem Saulus einen Pau­lus gemacht. Von dem Augenblicke an hatte er sich von allen Reichtümern und Vergnügungen getrennt und ein Leben der Armut und Entsagung begonnen. Und Buße predigend, zog er durch die Lande. Sein Eifer war verdächtig geworden und hatte ihm Gegner geweckt. Er wurde ver­klagt bei dem päpstlichen Legaten und von diesem vor die Synode von Fritzlar geladen. Gehorsam und demütig erschien er. Sein Gewissen war frei. St. Norbert wurde beschuldigt, daß er ohne Er­laubnis predigend umherziehe (d. h. ohne kirch­lichen Auftrag) und sich, ohne irgend einem Or­den anzugehören, als Mönch kleide. Und er fei

doch kein Mönch, da er im Besitze seines Vermö­gens bleibe und keine Armut halte. Norbert be­rief sich auf das Beispiel Johannes des Täufers und wurde freigesprochen. Nun machte er aber auch mit der Armut ernst, verkaufte seine Güter und gab den Erlös den Armen. Dann durchzog er von Fritzlar aus barfuß und in elendem Ge­wände Frankreich und traf dort im November 1118 in St. Gilles den Papst Gelasius II., der ihm die Erlaubnis gab, überall zu predigen, wo er wolle. Soviel von der Sommersynode im Jahre des Herrn 1118.

Die Enzykttka pms' XL vom 3. Mai 1932,

Vor zehn Tagen erging ein neues Weltrund- 'chreiben des Papstes unter den Eingangsworten Earitate Christi compulsi an die Völker der Erde. Dieses Schreiben des obersten Hirten der Kirche ist der Ausdruck seines tiefsten und innigsten Mit­gefühls mit den Geschicken der Völker. Erst wenn mir die Wurzel der Uebel, von denen die Men­schen der Gegenwart so schwer betroffen und so bit­ter Hsimgesucht sind, erkannt haben, können wir hoffen, daß wir einmal einen Ausweg aus dieser Not und aus diesem Elend finden werden. Der Papst gibt in seinem Schreiben verschiedene Ur­sachen für die Uebel der Zeit an: die immer mehr um sich greifende Gottlosigkeit, die Geheimver­bände, die mit haß gegen die Religion Christi er­füllt sind, die schreckliche Arbeitslosigkeit der brei­ten Schichten des Volkes, die seelische Qual und Verlassenheit so vieler, die ganz ihrem Schicksal preisgegeben sind.

Doch die schlimmste Wurzel all der Uebel, die die Menschheit bedrücken, das war und ist der fluchwürdige Hunger nach Gold", hierauf und auf die anderen Ursachen richtet Pius XI. in sei­nem Rundschreiben von der höchsten Warte der Kirche aus seinen Blick; er untersucht die Bedin­gungen, unter denen die Menschen heute körperlich und geistig ihr Dasein fristen, er bespricht und emp­fiehlt die Heilmittel, die auf die Dauer und in Wahrheit allein die Kraft haben, den Völkern und den Staaten Hilfe zu bringen. Diese Mittel müssen die Menschen erst wieder in ihrer überirdischen Heilwirkung erkennern und spüren. Es sind vor allem Gebet und Buße, Bekehrung zu Gott dem Herrn, und Befolgung seiner Lehren und Gebote. Um die Gläubigen im Geiste des Gebetes und der Sühne zu vereinen, lädt der heilige Vater die Kin­der der Kirche ein, das bevorstehende Fest des hei­ligsten Herzens Jesu zu benutzen, um durch An­dachten, öffentliche Gebete, Predigten und Butz- werke den Geist des Gebetes und der Sühne in allen Gläubigen möglichst lebendig zu machen. Die väterlichen Worte Pius XI. werden so zu einer aktuellen Angelegenheit der ganzen Kirche. Der Oberhirt der Erzdiözese Köln, Kardinal Schulte, hat daher für die hohe Domkirche wie für die oanze Diözese die Einrichtung und die Feier be­stimmter Gottesdienste und Gebetsfeiern für die Oktav des Herz-Jesu-Festes angeordnet.

Damit geht Hand in Hand der lebhafte Wunsch der Geistlichen und Laien, den deutschen Wortlaut der Enzyklika Pius' XI. kennenzulernen. Diesem Wunsch kommt der Katholische Tatverlag in Köln soeben entgegen durch die Veröffentlichung des ge­nauen Textes des päpstlichen Rundschreibens. (64 Seiten, Preis 30 Pfennig.) Damit ist verbunden eine Einführung aus der Feder P. Heinrich Hei­manns SCI. unter dem Titel herz Jesu, Zuflucht der Welt. Dieser Teil der Schrift enthält in edler Sprache Belehrungen und Anregungen zur Herz- Jesu-Andacht, verschiedene »Gebete und Litaneien, die sich auf die Herz-Jesu-Verehrung, besonders in der Notzeit unsres Vaterlandes, beziehen. Das handliche Büchlein, das sich auch zum Gebrauch bei Reisen und Wallfahrten gut eignet, trägt als äußeren Schmuck denMann der Schmerzen", der mit der Dornenkrone auf einem Felsstein sitzt und, ergriffen vom bittersten Leid, weint über die Sün-

Bei Nieren-, Blasen- und Frauenleiden, Harnsäure, Eiweiß, Zucker

1931: 19 400 Badegäste

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Auskunft und Schriften durch die Kur Verwaltung1 Bad Wil dungen.