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ht nur in 6er katholischen Bevölkerung der Erz- jzese, sondern auch unter dem evangelischen Be- lkerungsteil große Befriedigung ausgelöst. Dr. röber erfreute sich während seines langjährigen irkens in Konstanz als Münsterpfarrer und in eiburg als Domkapitular bei beiden Konfesfio- n größten Ansehens. Seine durch den Rund- nk verbreiteten Sonntagspredioten fanden immer fmerkfame Zuhörer, und nicht zuletzt sicherte m seine überzeugend zum Ausdruck gebrachte jiale Einstellung und sein eindringliches Eintre- 1 für eine Zusammenarbeit der christlichen Kon­sionen eine überkonfesionelle Wertschätzung in nz Baden. Erzbischof Dr. Gröber wird in Frei- rg als ein Gottesdiener empfangen werden, der r ganzen badischen Bevölkerung willkommen ist. r Wille des Heiligen Vaters kommt dem, was Mthin in der Erzdiözese und auch in ernstdenken- n politischen Kreisen gedacht und gewünscht urde, entgegen.

Dr. Konrad Gröber ist der erste vom Papst er- innte Erzbischof von Freiburg. Die früheren Erz- schöfe von Freiburg sind alle aus der Wahl des omkapitels hervorgegangen und mußten in der eit, da Baden noch ein Großherzogtum war. auch

GroßHerzog und der großherzoglichen Regie- mg genehm fein, woraus sich dann und wann langenehme Konflikte ergaben. Die nunmehr er- lgte unmittelbare Ernennung durch den Papst nnte deshalb erfolgen, weil die früheren Ab­achungen mit der Regierung heute nicht mehr Kraft sind und somit das Recht der Ernennung maß den allgemeinen kirchsnrechtlichen Beftim- ungen wieder an den Papst zurückfiel.

Da der neue Erzbischof bereits zum Bischof ge- eiht wurde, so wird in Freiburg nur die Jn- ronisation erfolgen. Der Zeitpunkt der Jnthro- sation ist noch unbestimmt.

Erzbischof Dr. Konrad Gröber wird seit Grün- mg der Erzdiözese Freiburg (1827) der achte -zbischof von Freiburg sein.

Heine polit. Haiittidilon

Ein unerhörter Vorfall. Nazianhänger über- I U e n einen Katholischen Jungmänne r- r r e i n. Das Krefelder Polizeipräsidium teilt mit: Am amstagabend gegen 23.30 Uhr, nach Beendigung einer SDAP.-Versammlung in der Stadthalle, kam es zu iem Zusammenstoß zwischen Versammlungsteilnehmern äd einer Abteilung des Kath. Jungmännervereins, die !ich einer Kundgebung ihre Fahnen nach Hause brachten, ach den bisherigen Ermittlungen wurden die katholi- >en Jungmänner von den nationalsozialistischen Anhän- rn belästigt und beschimpft. Auch wurde versucht, den ahnenträgern die Fahnen zu entreißen. Verschiedene ahnen wurden fortgenommen, die Fahnenstangen zer- ochen und die zerbrochenen Fahnenstangen zum Teil s Hiebwaffen verwendet. Die im Zuge der Jungmän- r befindlichen G ei stlich e n wurden angepöbelt, in Ka pl an wurde von einem Nat io nalsoziali- sn zu Boden geworfen. Der Kaplan erlitt er­bliche Verletzungen, ebenso verschiedene Jungmänner, n Polizeibeamter, der einen Täter abführte, wurde von emaligen SA.-Mitgliedern umzingelt und bedrängt, er Festgenommene wurde dem Beamten entrissen und ib ihm zur Flucht verholsen. Ein hauptbeteiligter Na- malsozialist wurde zwangsgestellt. Die weiteren Er- ittlungen sind im Gange. Sollte dieser unerhörte Vor- (I der Auftakt sein für weitere nationalsozialistische Ter- rakte gegen Mitglieder katholischer Jugendorganisatio- n? Katholiken, seid auf der Hut! Steht zusammen!

In Oldenburg mußte infolge eines Volksentscheids, r gemeinsam von Kommunisten und Nationalsozialisten szeniert wurde, der Landtag neu gewählt werden. Die euwahl brachte den Nazis zwar einen Stimmenver- st gegenüber der letzten Reichspräsidentenwahl, aber genüber der früheren Landtagswahl einen Gewinn n 5 Mandaten. Da außerdem infolge der veränder- 1 Wahlquotienten die Zahl der Landtagssitze um 2 rmindert wurde, haben jetzt die Nazis im Oldenburgi- en Landtag die Mehrheit der Sitze, nämlich 24 von

Der Jubel im Hitlerlager ist darob groß. Es aber zur Abkühlung der Siegesfreude ausdrücklichst tont, daß die Nazis nicht die Mehrheit der abgegebe- n Stimmen erhalten haben. Nur die e i g e n t ü m - ch e Errechnung der Mandate, nach der die flei= ren Parteien leer ausgingen und die Spitzenreste meh­rer Parteien unter den Tisch fielen, brachte den Hitler- iten die Mehrheit der Landtagssitze. Nun mögen, sie 'gen, was sie können! Die Wahlbeteiligung in benburg war diesmal verhältnismäßig schlecht. Die- n Umstande verdanken es die übrigen Parteien, daß ee Mandatszahl zurückging, und daß die Nazis allein

regieren werden. Die Bevölkerung Oldenburgs ist durchweg ländlich, und die protestantische Landbevölke­rung stimmte fast geschlossen für die Nazi-Listen.

Rückgang der Razistimmen? Wie in Vilbel die Hit­lerstimmen um rund 70 Prozent zurückgegangen sind, so ähnlich auch in Z w i n g e n b e rg a. d. B. Am Sonntag fand hier Bürgermeisterwahl statt, bei der der bisherige Bürgermeister Adam Gerhard mit 702 von insgesamt 1183 Stimmen wiedergewählt wurde. Auf den Landwirt Christian Dickler (NSDAP.) entfielen 337 Stimmen. Ge­genüber der Landtagswahl im November vorigen Jahres verloren die Nationalsozialisten 208 Stimmen.

Drei Rationalsozialisien wegen Totschlags zu Gefäng­nis verurteilt. Das Schwurgericht in Wuppertal fällte in dem Prozeß gegen die drei Nationalsozialisten Will- mund, Marx und Dr. Heuckenkamp wegen Erschießung der Kommunisten Fries, Mondrë und Blumberg aus Hückeswagen folgendes Urteil: Der Bäcker Willmund erhält wegen Totschlags drei Jahre sechs Monate Gefäng­nis und wegen verbotenen Waffenbesitzes 50 Mk. Geld­strafe, der Dachdeckermeister Marx wegen Totschlags fünf Jahre Gefängnis, drei Jahre Ehrverlust und wegen ver­botenen Waffenbesitzes 50 Mk. Geldstrafe, Dr. Heucken­kamp wegen Raufhandels ein Jahr drei Monate Gefäng­nis. Zur Begründung des Urteils führte der Vorsitzende u. a. aus, das Gericht habe vorsätzliche Tötung annehmen müssen. Als den Hauptverantwortlichen für die blutigen Vorfälle bezeichnet die Urteilsbegründung den Angeklag­ten Dr. Heuckenkamp. Durch sein Auftreten wäre die nach den Zusammenstößen der Nacht eingekehrte Ruhe wieder gestört und dadurch die Schießerei veranlaßt worden. Deshalb habe das Gericht gegen ihn die wegen Rauf- handcls verhältnismäßig hohe Strafe verhängt.

Achtung? Private Leihbibliotheken? Eine sehr uner­wünschte Folgeerscheinung der Arbeitslosigkeit ist das An­wachsen der privaten Leihbibliotheken' für Sexuallitera­tur. Düsseldorf zählte 1931: 40, anfangs 1932 bereits 200 dieser Leihbibliotheken. Für Köln sind dieselben Zahlen 60 und 460, welch letztere sich zu einem eigenen Schutzoerband zusammcnschlossen. Die heutigen Zahlen sind für Hamburg 802, Mannheim 40, Offenbach 19, Stuttgart 35, Düren 12, Bamberg 12, Mannheim 40, Offenbach 19, Stuttgart 35, Düren 12, Bamberg 12, Neuß 5. Unterstützt werden sie von den Verlagen für Sexualliteratur, von denen in Berlin 34, Leipzig 15, Wien 9, Dresden 6, Stuttgart 4, Hamburg 4 sind. Akt- photo-Betriebsstellen sind in Berlin 7, Hamburg 4, um nur die größten zu nennen. Der Ausleih dieser Leih­bibliotheken, die oft mit Lebensmittelgeschäften, Friseur­läden und dergl. verbunden sind, erfolgt an jedermann, selbst an Jugendliche und Kinder gegen sehr geringe Be­träge, wobei kein Pfand, sondern nur der Wohnungs­nachweis verlangt wird. Es wird darauf hingewiesen, daß die Polizei schon durch ihre anderweitige (poli­tische!) Beanspruchung gehindert ist, hier mit vollem Er­folg einzugreifen, und man bittet dringend um Akti­vierung der weltanschaulichen Kräfte. Katholiken, seid auf der Wacht!

Steine statt Brot?

Dor der Kirchentür drängte sich eine Reihe Er­werbsloser. Es hing für die bevorstehende Boni- fatiuskollekte schon das PlakatSt. Bonifatius bit­tet für die Diaspora." Neugierig betrachteten sie den hl. Bischof Bonifatius mit seiner hohen Mi­tra, wie er mit demütig gesenktem Blick die Hand öffnet, um Gaben zu empfangen. Auf dem Hin­tergründe läßt das Plakat ein flüchtig hingewor­fenes Jnduftriebild erkennen, überragt von einer im Bau begriffenen Kirche Auf der Straße da­vor ist armes Volk angedeutet, hungernde Ecken­steher und Mütter mit Kindern auf dem Arm und an der Hand.

Wozu Kirchen bauen in der heutigen Zeit? Man sollte lieber Wohnungen bauen!" glossierte ein Sozialist das Plakat.

Seht euch bloß einmal diesen Bonifatius an, welch unverkennbar jüdischer Typ!", fiel mit schnar­render Stimme ein Hakenkreuzler ein.Rom stand von jeher mit Juda im Bunde, Deutschland zu verderben. Das fing schon mit Bonifatius an. Dieser Römling legte die Axt an die Wurzel der deutschen Urkraft und der germanischen Religion. Er verdrängte unsere herrlichen Götter durch seine

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wurmigen Götzen. Von mir kriegt der Bischof keinen Pfennig."

Die Kirche hslr dem Volk den letzten Groschen aus der Tasche", brummte ein verbissener Kom­munist, indem er die Geste des Bischofs, der für das Volk sammelt, dahin mißdeutete, als ob er umgekehrt von diesen armen Leuten einsammeln wollte.Anstatt den Hungernden Brot zu geben, reicht man ihnen Steine, baut man Verdummungs­anstalten!"

Ein christlich Organisierter hatte sich die Be­merkungen bis dahin ruhig angehört. Jetzt fing er an zu reden:Der Papst beschäftigt zur Zeitz las ich gestern, in der Vatikanstadt 8000 Bauarbei­ter. Er dürfte ja wohl seinem Nachfolger einen hübschen Haufen Schulden hinterlassen. Aber was tut's! Jedenfalls erhalten dadurch in der heuti­gen Notzeit die Familienväter Arbeit und Brot. Wenn der Bonifatiusverein feinen Dreijahresplan (202 Kirchenbauten, 80 Pfarrwohnungen, 35 Schu­len, 8 Kinderanstalten) hätte durchführen können, dann sähe es auch ein bißchen besser im Bau­gewerbe aus.

Laßt den Vsnifatiusverein getrost Kirchen bauen, deshalb wird doch keine Wohnung weni­ger gebaut. Im Gegenteil: je mehr Herrgotts­wohnungen, desto mehr Menschenwohnungen! Im finstern" Mittelalter baute man erst dem Herr­gott Wohnungen, wahre Paläste, nicht so kleine turmlofe Behelfskirchen wie heute in der Diaspora. War man damit fertig, so entstanden um die Dome herum ganze Dörfer und Städte mit allen not­wendigen Menschenwohnungen.

Hätte die Kirche heute noch den großen Grund­besitz, der ihr vor 130 Jahren wider alles Recht ge­raubt worden ist, dann kämen wir kleinen Leute wohl schneller zu Grund und Boden und Eigen­tum, dann ging es mit dem Siedeln besser von- statten. Gebt der Kirche das säkularisierte Ver­mögen zurück, alle die Grundstücke, Gebäude und' Kapitalien! Sie würde damit zwar keine Krema­torien errichten, keine Kriegsheere ausrüsten, keine Lehrstühle der Gottlosigkeit unterhalten. Verlaßt euch darauf, sie wird dasselbe tun, was sie Jahr­hunderte hindurch getan hat: Siedlungen schaffen und Kirckzen bauen. Und sie hätte nicht nötig, für jeden kleinen Kirchenbau mit dem Bettelsack durch das Land zu gehen.

Ich kann mir keine größere Grausamkeit den­ken, als wollte man ausgerechnet heute das Kir­chenbauen aufgeben und die Seelsorge einschrän­ken. Das hieße wahrlich, die Millionen Menschen, die auf der Straße liegen, zur Verzweiflung trei­ben. Ungezählten ist dies Leben ohnehin schon zur Hölle geworden. Sollen wir ihnen nicht das biß­chen Himmel und Seelenheimat gönnen, das sie in der Kirche finden? Eure Phrasen machen nie- man6 satt. Mit euerm Hetzen bringt ihr die Schornsteine nicht wieder zum Rauchen! Euere Versprechungen in Ehren aber wenn ihr für die Seelen kein Brot zu schaffen wißt und die Seelen weiter so heillos mißhandelt, dann seid in der Tat ihr es, die den Armen Steine statt Brot ge­ben!" ;n.

Ausland

Der Katholizismus in Schweden.

Obwohl Schweden nur 4000 Katholiken zählt, unter einer Gesamtbevölkerung von 6 Millionen, darf die katholische Kirche in Schweden bemerkens­werte Fortschritte verzeichnen. Dem Heiligen Jo­hannes Bosco wurde in Stockholm eine Kapelle errichtet, die soeben eingeweiht worden ist. Sie wird von den Salesianern betreut. Zwei Ge­mälde der zwölf Apostel von Edv. Bergren schmük- ken sie. Nach der Rückkehr der Dominikaner nach Stockholm, nach fast volljähriger Abwesenheit, wurde von einen« Priester und fünf Schwestern ein Frauenhospiz mit einer eigenen Kapelle eröff­net. Von München kamen Lehrschwestern von der Kongregation der Armen Schwestern Unserer Lie­ben Frau. Auch eine katholische Buchhandlung be­sitzt Stockholm, und eine von Laien gegründete Korrespondenz, deren Zweck es ist, auf alle An-