Einzelbild herunterladen
 

Serie 10 / Nummer 22.

das Schwurlied durch die Hallen der Kirche:Dein sind wir Herr, Dein wollen wir auch bleiben!"

Mardorf (Kr. Kirchhain). Ain Dreifaltigkeiissonn- tag sand in Mardorf Jugendheim- und Bannerweihe, verbunden mit Oberhessischem Jugendtag statt. Kam man am Samstag durch Mardorf, sah man ein geschas- tiges Treiben. Üeberall war jung und alt am putzen und schmücken. Sonntag morgen und vormittag kamen zahlreiche Gesellen- und Jungmännervereine auf allen möglichen Beförderungsmitteln und aus Schusters Rap­pen an, um auch hier ihre Ideale zu vertreten. Die Musikabteilung des Gesellenvereins Amöneburg holte die Gäste am Eingang des Ortes ab und brachte sie mit klingendem Spiel durch die mit Girlanden und Fahnen festlich geschmückten Straßen. In der Frühmesse am Morgen waren die Jungmänner von Mardorf geschlossen an der Kommunionbank. Ein zu Herzen gehender An­blick in der heutigen glaubenslosen Zeit! Nach der Frühmesse fand die kirchliche Weihe des Jugendheimes durch Herrn Pfarrer Lauer statt. In der Mittagszeit hatten sich die Gastvereine von auswärts allmählich eingefunden. Unter ihnen waren vertreten K. G. B. Amöneburg, K. G. B. Erfurtshausen, K. G. V. Nieder­klein, Jünglingsverein Roßdorf, Jungmönnerverein Allendorf, Jungmännerverein Emsdorf und Junginän- nerverein Stausebach. Um 1 Uhr rückte alles in das alte ehrwürdige Gotteshaus. Kaplan Brodmann be­grüßte die Anwesenden und ergriff zu einer kurzen Predigt das Wort. Er führte unter anderm an: Einer ist euer Herr Christus! Ihr anderen alle aber seid Brüder. Die Jugend von heute folgt vielen Bannern nach. Es sind Sterne von falschem Licht und Kreuze mit Verzierungen. Die katholische Jugend soll aber nur einem Banner folgen, dem Christusbanner. Dieses ist der wahre, helleuchtende Stern. Danach nahm Pfar­rer Lauer den feierlichen Akt der Bannerweihe vor, worauf eine kurze Andacht folgte. Um 2 Uhr war die Aufstellung des Festzuges. Mit Musik und Gesang zog man durch die feiertäglichen Straßen des Ortes hinauf zu der ehrwürdigen Muttergotteskapelle auf der Kell- mark, die uralte Andachtstätte der Gemeinde, die einen herrlichen Blick auf die blühenden Gefilde Oberhefsens gewährt. Hier hatte sich eine große Menschenmenge eingefunden, um dem überwältigenden Treuebekenntnis der katholischen Jugend beizuwohnen. Der Ortsgesang­verein unter Leitung des Herrn Schick verschönte diese Feier durch einige stimmungsvolle Chöre. Dann sprach Herr Pfarrer Lauer in markigen Worten eine Be­grüßung an die Anwesenden. Er führte aus: Die Jungmänner Mardorfs folgen als Kongregation dem Banner der Gottesmutter. Unter diesem Banner seien Geistliche und Laien vereinigt. Er forderte alle Jung­männer auf, dem WahlspruchTapfer und treu!" zu folgen. Darauf sprach noch Herr Kaplan Brodmann in einer Ansprache über die Ziele des Jungmännervereins. Er dankte den Jungmannen von Mardorf, der Ge­meinde und der Gesangsabteilung, ferner der Musik­kapelle von Amöneburg. Im Sinne der Gesellen sprach Herr Kaplan Nüdling und vereinte den Kolpingsgruß mit dem Jungmännergruß. Die machtvolle Kundgebung endete mit dem Deutschlandlied. Daran schlossen sich auf dem nahegelegenen Sportplätze die Fußballspiele. Auch die sportliche Betätigung sollte an diesem Tage nicht zu kurz kommen. Zu einem Freund­schaftsspiel trafen sich die DJK. Allendorf 1. mit DJK Mardorf 1. Auch hier herrschte Zucht, Disziplin und Kameradschaftsgeist der kathol. Jugend. Das Spiel nahm einen ruhigen Verlauf und endete 3:1 für Allen­dorf.

Melsungen. Das Pfingstfest wurde in unserer Dialporagemeinde wieder recht feierlich begangen. Beim Hochamt brachte der Kirchenchor die dreistimmige Messe Sedes Sapientiae" von Gruber innig u. ausdrucksvoll zu Gehör. In seiner Ansprache nahm Pastor Decher Be­zug auf das 25jährige Bestehen unseres Kirchleins, das bekannlich von dem jüngst in Großkrotzenburg verstor­benen Pfarrer Erb erbaut wurde. Die Feier soll an= fange September in schlichter, aber würdiger Form vor sich gehen. Alle, die zu unserm Kirchspiel in Beziehung stehen oder ihm früher einmal angehörten, sind herzlichst eingeladen. Ein vorbereitender Ausschuß hat sich be­reits dieser Aufgabe angenommen, so daß man auf recht zahlreiche Beteiligung hoffen darf.

Heringen a. d. Werra. Am vergangenen Mittwoch fand in dem GasthofGlück auf" hier die erste Ka­tholikenversammlung statt. Man wollte ent­scheiden, ob in Zukunft hier katholischer Gottes­dien st abgehalten werden solle. Auf Einladung der Herren Forstmeister Diedrich und Kaufmann Löfer, die sich bisher sehr um die Sache bemühten, war der hochw. Herr Pfarrer Hilden mit 3 Kirchenvorstandsmitgliedern von Hersfeld zu uns gekommen, desgleichen der Kauf­mann Sinz aus Gerstungen. Es waren über 30 Personen erschienen, die Herr Löber begrüßte. Nach ihm gab Herr Pfarrer Hilden seiner Freude Ausdruck, daß in He­ringen allein nahezu 50 Katholiken seien; er berichtete dann über die Entstehung und Entwicklung der P f a r= r e i Hersfeld und versicherte, daß er alles tun würde, damit der Gottesdienst ständig hier gehalten würde

vorerst einmal im Monat. Herr Sinz aus Gerstungen, der aus seiner 22jährigen Praxis als Laienapostel die Entwicklung der Verhältnisse in Gerstungen und Um­gegend schilderte, ermunterte die Anwesenden zum muth gen Beginn und sagte seine Unterstützung zu; vor allem unterstrich er die Worte des gleichfalls anwesenden Herrn Kreistagsabgeordneten Schandua, die darauf hinaus­zielten, einen ständigen Raum für die Abhaltung des Gottesdienstes zu suchen. Sehr wertvoll war auch die Zusicherung des anwesenden Herrn Bergwerksdirektors Dr. Meyer, die gute Sache durch tatkräftiges Mitarbeiten zu fördern. Nach einer langen Aussprache wurde ein­stimmig beschlossen, am 5. Juni d. I., vorm. 9% Uhr das hl. Meßopfer nach langer Zeit wieder darbringen zu lassen.

Wcndehausen. In diesen Tagen vom Dienstag bis Samstag der Pfingstwoche waren auf dem Karnberge bei Wendehausen etwa 85 Jungen des neu­deutschen Normannsteingaues zu einem Feldlager ver­sammelt. Der Gau umfaßt die Gruppen von Fulda, Weimar, Erfurt, Mühlhausen, Heiligenstadt und Fritz­lar. Von den beiden Heiligenstädter Gruppen nahmen 25 Jungen an dem Lager teil. 100 m südöstl. der Som­merfrische Karnberg war der Lagerplatz. Rund 15 Zelte gruppierten sich um das Lagerkreuz, das Symbol und Ausdruck lagernder katholischer Jugend, und um das Banner des Gaues, das die Zinnen der Burg Nor­mannstein, nach der der Gau genannt ist, trägt. Mit warmen, gutgemeinten Strahlen begünstigte die Sonne das ganze Lagerleben. Die Jungen, besonders die älte­ren unter ihnen, wurden in Referaten und Aus- fprachekreifen mit den Lebensfragen des Bundes und der Jugend überhaupt bekannt gemacht, und Bekanntes wurde aufgefrischt. Insbesondere wurden drei Fragen besprochen: das Wollen des Bundes, der deutsche Junge im deutschen Schicksal 1932 und das Frömmigkeitsideal Neudeutschlands. Liedkreise und Spiele umrahmten die Arbeit. Die geistige Arbeit wie überhaupt das ganze Lager erhielten durch die Anwesenheit des Bundesleiters des Neudeutschen Bundes, des Monsgr. Prof. Zender, Düsseldorf, der das Lager eröffnete und leitete, eine besondere Note.

Aus dem Dekanat Erfurt. In dieser Woche besich­tigte der Katholische Frauenbund unter Füh­rung des Herrn Propstes Dr. Freusberg das im ver­gangenen Jahre neu entstandene Dommuseum. Beson­deres Interesse erweckte das prächtige Meßgewand, an dem schon die hl. Elisa-bekh (gest. 1231) mit gestickt ha­ben soll. Am Dienstag-Abend fanden sich die Mit­glieder des Katholischen Kaufm. Vereins, Unitas im RestaurantZur Villa" zu einem Vereins- crbend zusammen. Dort wurden die Glückwünsche be­kannt gegeben, die anlässig des goldenen Jubiläums ein­gelaufen waren. Vier neue Fahnennägel schmücken die Jubelfahne. Besondere Freude erregte der Fahnen- Nagel des Kathol. Kaufm. Vereins Danzig und ein Na­gel der Arbeitsgemeinschaft der katholischen Vereine Erfurts. Mögen die vergangenen Jubeltage erreichen, daß sich auch alle fernstehenden katholischen Kaufleute Erfurts unter die Fahne der Unitas scharen und die Kampffront mit stärken helfen, die sich bewußt gegen die moderne gottentfremdete Wirtschaft stellt. Am Montag, den 23. Mai, vereinigten sich alle Schülerinnen von St. Ursula im Berggarten des Klo - st e r s zu dem alljährlich stattfindenden M a i f e st. Die einzelnen Klassen wetteiferten miteinander, den Nach­mittag durch Spiele und Reigen zu verschönen. Auch ein frischer Mairegen war der guten Stimmung in kei­ner Weise abträglich. Schälerinnen und Gäste verei­nigten sich am Schlüsse der feinen Veranstaltung zu ei­ner schlichten Maiandacht. Der Kreuzbund hatte am 23. Mai zu einem Vortrage überDeutschlands Außenpolitik von 18711890" eingeladen. Es wurde dabei gezeigt, daß außenpolitisch nie ein Staat weiser geleitet wurde, als das deutsche Reich durch den Fürsten Bismarck, der sich in der Außenpolitik als der unerreichte Meister, als ein Künstler wahrhaft von Gottes Gnaden erwies. Im Juni folgt ein zweiter Dortrag über Deutschlands Außenpolitik von 1890 bis 1914.

Weida i. Thür. Ein froher Jugendsonntag war der 8. Mai für die katholische Gemeinde Weidas. Geschlossen gingen 24 Jungmänner zur hl. Kommunion, zu Christus, ihrem Führer. Danach erhielt das neue Jugendheim feierlich die kirchliche Weihe. Aus einem schlichten Gartenhaus des Pfarrgartens ist mit Geldhilfe des kath. Männervereins und Marienvereins, sowie mildtätiger Gaben von Gemeindemitgliedern und der unentgeltlichen Arbeiten der kath. Meister der Pfar­rei ein schöner, neuzeitlicher Versammlungsraum für un­sere kath. Jugend geschaffen worden, die keine Lust mehr verspürte, in Gastwirtschaften zu tagen. Abends fand im Beisein der Pfarreivereinsvorstände eine kleine weltliche Feier statt. Es war ein erhebender Anblick, als der Präses des Vereins 14 Jungmänner um das Banner ge­schart durch Anheften der Christusnadel, durch kräftigen Handschlag in den jungen Verein aufnehmen konnte. Freudigbegeisterten Widerhall fanden seine Worte, als er aufzeigte, was von einem kath. Jungmann in heuti­ger schwerer Zeit und besonders in der Diaspora ver­langt wird, als er schilderte, wie der Jungmänner­verein schafft ein Jugcndreich der Freude, eine Le- bensschule junger Christen, eine jungkathol. Aktion. Frohe Feststimmung herrschte bei all den frischen Ju-

gendlicdern, die von der kleinen Vereinskapelle Plane ooU begleitet wurden. Mögen alle die Glückwüillch in Erfüllung gehen, die von den verschiedenen Webner ausgesprochen wurden! Glückauf und Treuheil!

Gotha. Ueber 150 Jahre besteht feit der Reform» Hon wieder eine katholische Gemeinde in Gotha. Ari! conntag, dem 22. Mai, Dreifaltigkeit, war ihr zun ersten Male das hohe Glück der Primiz eines GS meinbemitgüebes geschieden. Samstag, 21. Mai, emp fing Otto Amthor im Dome zu Fulda die hl. Prü sterweihe, Sonntag, 22. Mai, waltete er zum erste Male in feiner Heimatgemeinde seines Amtes als neue, Priester des Herrn. Jin festlichen Zuge geleiteten Schul« kinder, Geistliche, Abordnungen der Vereine den Neu' geweihten vom Pfarrhause' in die geschmückte Kirchä Der K i r ch e n ch o r begleitete die sich am neuen Alta" entfaltende feierliche Handlung des Levitenamtes mi wohlgeschulten Gesängen. Als Presbyter-Assistent wirkt Pfarrer Bona-Erfurt, Diakon war Pfarrer Redemann Subdiakon Vikar Schamoni. Die F e st p r e d i g t do der hohen Würde und Bürde des Priestertums hiel der frühere langjährige Seelsorger der Gemeinde, Pfar rer Josef Hesse, Magdeburg-Neustadt. Besonders wie, er auch auf die hohe Gnade der Berufung eines Kon< vertiten zum ersten Priester aus den Reihen der Gol thaer Gemeinde hin. Nach der Dankandacht mi- Tedeum am Nachmittage erteilte der Primiziant beu Gemeindemitgliedern den Primizsegen. Bei bcö Aussetzung wurde zum ersten Male der neue Aus» setzungsthronus benutzt. Er fügt sich gut in die Archik tektur des Altares und der Kirche und ist eine würdig Stätte für den eucharistischen König. Für das jetz seitlich angebrachte Ewige Licht fertigte das Gemeinde Mitglied Anton Postell einen Halter an, der ebenfall sehr gut dem ganzen Rahmen angepaßt ist. In eine Besprechung mit Dr. Schmidt von der Zentrale des kath Männerfürsorgevereins in Düsseldorf wurde eine plan­mäßigere Arbeit besonders auch hinsichtlich der lieber nähme von Pflegschaften für katholische Kinder erörter und die Notwendigkeit stärkerer Schulung für biefe; wichtigen Zweig katholischer Fürsorgearbeit anerkannt

Arenshausen. Im Missionspriesterseminar S- Augustin in Siegburg-Bonn nahm Ferdinand Degen Hardt, ein Sohn des hiesigen Landjägermeister, das Di densklcid der Steyler Missionare.

Breitenworbis. Der Musiker Peter Winter, de durch seinen Beruf in ganz Deutschland herumgekom­men ist, wurde am zweiten Pfingsttage unter starke Beteiligung zu Grabe getragen. Er war ein begeiftei ter Vertrauensmann der Zentrumspartei und trug ms feiner Musikkapelle wesentlich zur Verherrlichung be: Fronleichnams- und St. Vitusprozession bei.

Breitenworbis. Im Missionspriesterseminar Sai Augustin in Siegburg nahm Hermann Siebrand, ei Sohn des hiesigen Maurers Franz Siebrand, das Klei der Steyler Missionare.

Faulungen. Die Gemeinde gab einem neuen, de 14 Nothelfern geweihten Bildstock, den ein hiesiger dir wohner in hochherziger Weise gestiftet hat, die Weih» Der Jungmännerverein schuf für die neue Andacht; stätte durch gärtnerische Anlagen einen würdevolle Rahmen.

Freienhagen. Unsere Kirche erhielt aus der Wep statt des auf dem ganzen Eichsfelde bekannten Drge bauers Krell in Duderstadt eine neue Orgel, die 12 R- gister umfaßt und in all ihren Teilen sauber und exa ausgeführt ist.

Heyerode. Der von hier scheidenden Schwester Oben Philippine wurde im überfüllten Saale des Jugendheim« eine herzliche Abschiedsfeier bereitet, in der Dechai Helbig, Rektor Huhnstock und Vikar Dirk für ihre opfei freudige Wirksamkeit in Gemeinde und Kirche dankte« Sie hat auch manchem jungen Mädchen aus Heyerok den Weg in den Ordensstand gezeigt.

Heiligenstadl. In der Pfingstwoche unternahm de Katholische Frauenbund seinen Maicngang noch dc Lourdesgrotte bei Uder. Nach der Andacht an der ftin mungsvöllen Wallfahrtsstätte vereinte man sich mit de Bundesschwestern aus Uber in der Gastwirtschaft do Backhaus zu gemeinsamer froher Kaffeetafel.

heiligensiadl. In den beiden hiesigen Pfarrkirche» wurden am vergangenen Sonntag die neunjährigen Sir der zur ersten heiligen Kommunion geführt.

Hülfensberg. Zu den Hülfenstagen hatten sich Pi! ger in außerordentlich großer Zahl eingefunden. G- waltig war der Zustrom am Donnerstag und Freitai dem auch der am Sonntag früh einsetzende Regen keine Abbruch tat.

Küllstedt. 90 Teilnehmerinnen beteiligten sich ai Ausflug der Jungfrauenkongregation nach dein idyllist gelegenen Kloster Zella, wo die 300jährige ehemalie Klosterkirche, in der sich heute ein Privatmusetim bi gegenwärtigen Besitzers befindet, eingehend besichti» wurde.

Leinefelde. In der Generalversammlung des h tholischen Männervereins sprach Herr Dechant Roth übt die Wichtigkeit der Standesvereine in einer Zeit, in bi der Kampf gegen Kirche und Christentum entbrannt i Nach der Neuwahl des Vorstandes, der einstimmig ne berufen wurde, hielt Vikar Lenz einen Dortrag ubji die Stellung der Kirche zu den Tatsachen und Erci, nissen in Konnersreuth.