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Nummer 22 / Seite 7.

— neben Finanzexperten der übrigen Großmächte _ Vertreter der Schweiz, Hollands und Belgiens. Mit einer Reihe von guten Ermahnungen bedacht, aber mit leeren Händen gehen die Oesterreicher, Denen in mehreren Genfer Finanzberichten der letz­ten Monate eine Anleihe von zunächst 60 und so­dann 100 Millionen Schilling versprochen wurde, ins der Völkerbundsstadt.

Tatsächlich waren die Engländer, wie aus den lAusführungen ihres Vertreters am Ratstisch klar hervorgeht, bereit, Oesterreich aus dem englischen Markt eine Anleihe in Höhe des früheren Kredits der Bank von England an die Oesterreichische Na- tionalbank — d. h. also indirekt eine ganz erhebliche Verlängerung dieses Kredits — zuzugestehen, falls Frankreich den Oesterreichern einen ausreichenden Kredit zur Deckung der zusammengeschrumpften De­visenreserven der Wiener Nationalbank gewähren wollte.

Dieser Plan ist an .Frankreichs Widerstand ge­scheitert, obwohl Paul Boncour selbst erklärte, daß „die bisherige Hilfe für die Donaustaaten", womit er doch nur die verhängnisvolle Verbindung von Anleihegewährung mit reinen politischen Zwecken meinen kann, Schiffbruch gelitten habe. Frankreich will aber, das zeigt die Rede seines Vertreters deut­lich, die Notlage Oesterreichs und der anderen Donauländer benutzen, um sie seinen politischen Donauplänen gefügig zu machen.

England hat sich diesmal, wie auch früher, hin­sichtlich des wirtschaftlichen Donauproblems sehr zurückgehalten, und man geht wohl nicht fehl, wenn !man seine Rolle in künftigen Verhandlungen als die eines Vermittlers ansiebt.

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1 Burghaun (Kr. Hünfeld). Nazis und Kozis treffen sich auf der Pfingstreise. Ein Briiderpaar aus der Kas- ieler Gegend wollte eine Pfingstreise mit dem Motor­rad nach dem sonnigeren Süden machen. Als einge­schriebene Mitglieder der Nationalsozialistischen Partei hatte ihr Sportanzug natürlich eine braune Farbe, und am Schlips stak das Nazi-Abzeichen. Am Nachmittag des vergangenen Dienstag erlitten sie nun auf der Land- üraße zwischen Burghaun und Hünfeld einen Defekt an hrem Motorrad. Während sie versuchten, den Schaden zu reparieren, kamen von Hünfeld her 6 Radfahrer, )ie jedenfalls auch auf der Pfingsttour waren. Jeder rug eine blaue Schiffermütze und angeblich auch ein ommunistisches Abzeichen. Die beiden Motorradfahrer iefen den vorbeikommenden Radfahrern, die dem Dialekt lach aus der Frankfurter Gegend stammen, „Heil Hitler" zu. Die Kommunisten fühlten sich provoziert, hielten an, stiegen ab und begannen die beiden Hitlerleute so zu verprügeln, daß der eine besinnungslos liegen blieb. Er vurde in das Krankenhaus nach Fulda überführt. Die Kommunisten machten sich nach vollbrachter Heldentat ms dem Staube. Und die Moral von der Geschichte: Laßt wenigstens auf der Pfingstreise Euren politischen Kampfgeist" und den verderblichen Bruderhaß zu Hause. Wenn Ihr das nicht könnt, dann bleibt zu Hause oder rerschont wenigstens unsere Gegend mit Eurem Besuch."

Hitler ex! Eine interessante Wahl. Die Blätter seriellen über die in dem kleinen hessischen Städtchen Bilbel stattgefundene Beigeordnetenwahl. Danach erhielt )er sozialdemokratische Kandidat 1718, der bürgerliche Sammelkandidat 905, der Kommunist 521 und der Na- ionalsozialisten 298 Stimmen. Im Vergleich zur hessischen Ikandtagswahl vom 15. November 1931 gewann die So- ialdemokratie 93 Stimmen, während die Kommunisten

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134 Stimmen verloren. Die Nationalsozialisten erhiel­ten einen bisher beispiellosen Zusammenbruch, denn sie verloren von ihren 906 Landtagsstimmen nicht weniger als 608, das heißt zwei Drittel ihres Bestandes.

Ludendorfs über Heines. Wie der von national­sozialistischen Abgeordneten im Reichstag überfallene Schriftsteller Dr. Klotz dem „8-Uhr-Abendblatt" (Nr. 11 vom 13. Mai 1932) mitteilt, trug er „in dem Augen­blick, in dem der „Rächer" des Herrn Röhm, der Feme­mörder Heines, über ihn herfiel, einen Brief des Gene­rals Ludendorff bei sich, in dem dieser ganz eingehende Mitteilungen über Herrn Heines macht. Ludendorff teilt mit, daß Heines im Jahre 1927 nicht wegen seiner Betätigung in der Feme aus der Nazi-Partei entlassen worden sei, sondern wegen wiederholter Verstöße gegen den § 1751 Er selbst, Ludendorff, habe das im Verein mit Gleichgesinnten ultimativ gefordert und die Ent­lassung auch durchgesetzt. Er stelle alles Beweismate­rial, das er in Händen habe, zur Verfügung. — Die „Rache" des Herrn Heines bekommt durch diesen Brief, den Dr. Klotz der Oessentlichkeit übergeben wird, ein merkwürdiges Gesicht." — Der § 175 des Reichsstraf­gesetzbuches bedroht bekanntlich die widernatürliche Un­zucht mit Zuchthaus. Vergleiche den Fall Röhm!

Kustsnd ______ _____

Italien.

Während her parlamentarischen Aussprache über den Etat des Außenministeriums in der ita­lienischen Kammer feierte der Abgeordnete Sardi, unter dem Beifall der ganzen Kammer, die italie­nischen Missionare. In längerer Rede zeigte Sardi die großen Gefahren auf, denen die Missionare, besonders in China, gegenwärtig ausgesetzt sind, und die ungeheuren Opfer, die sie noch immer täg­lich bringen. Allen katholischen Missionaren, un­ter denen sich stets zahlreiche auch aus Italien befänden, gelte der Gruß der italienischen Kam­mer und ihre Bewunderung für ihre großartigen Leistungen auf allen Gebieten. Sie alle seien Hel­den des Glaubens, stündlich bereit zum Martyrium. Gruß und Huldigung gebühre aber vor allem der Person und der Wirksamkeit des Apostolischen De­legaten in China, Titularerzbischof Constantini, der seit vielen Jahren eine Leuchte der Kirche und sei­nes Heimatlandes Italien sei. Die Geschichte der katholischen Missionen in China sei mit Blut ge- schrieiben. Sie werde aber weiterleben in der Ge­schichte als ein unvergängliches Ruhmesblatt.

England.

Die Engländer standen im vorigen Jahr vor einer ganz schweren finanziellen Katastrophe, da das Defizit des Staatshaushaltes mehrere Milliar­den betrug. Sie haben damals ähnlich wie Deutsch- lang ganz strenge und weitgreifende Gehaltsher­abfetzungen und Steuererhöhungen durchführen müssen, und das englische Volk hat diese Maßnah­men mit einem überwältigenden Sieg der Re­gierung bei den Wahlen gutgeheißen. Der Schatz­kanzler, der in den letzten Tagen den Etat im Un­terhaus vorlegte, konnte mit freudigem Stolz fest­stellen, daß der Etat nicht nur abgeglichen sei, son­dern sogar einen Ueberschuß von etwa 15 Millio­nen Mark aufweife. Der Schatzkanzler fügte bei, der englische Steuerzahler habe seine Aufgabe in hervorragender Weise erfüllt und mit Patriotis­mus die Aufforderung der Regierung beantwortet, die Steuern schon früher als in den Vorjahren zu

entrichten. Er habe die Hoffnung, daß das Schlimmste für England vorüber fei. Man sieht hier den Unterschied zwischen England und Deusch- land Von Deutschland nach England ist ein wei­ter Weg, auch innerlich!

Vulkan Spanien.

In mehreren Teilen des Landes machen sich Unruhen bemerkbar, und eine Anzahl von Bom­ben und Bombenlagern sind von den Behörden beschlagnahmt worden. In Corona dehnt sich ein Streik aus, der durch die Entlassung von 3 000 Arbeitern der Marinewerft hervorgerufen wurde. In der Stadt El Ferrol, wo schon am Donnerstag völlige Arbeitsruhe herrschte, explodierte eine kleine Bombe in einem Elektrizitätswerk, wodurch jedoch nur geringer Schaden verursacht wurde. Der Generalstreik in El Ferrol stellt einen Protest ge­gen die Entlassung einer Anzahl von Arbeitern aus dem Marinearsenal dar. In Kartagena. Ter- nel und in anderen Städten wurden die Führer der streikenden Omnibus- und Autodroschken­chauffeure verhaftet. In Carmona wurden 34 Bomben beschlagnahmt, während in der Stadt Mauresa mehrere Bomben und ein Quantum Dy­namit in einem Privathaus gefunden wurden.

Japan.

Das Pfingstgewitter, das sich in der Ermor­dung des japanischen Ministerpräsidenten über Japan entlud, äußert sich in ganz Europa als Wetterleuchten aus dem Osten. Daß es sich nicht nur um einen gewöhnlichen politischen Mord handelt, den einige jugendliche Fanatiker vollbrachten, er­gibt sich schon aus der Tatsache, daß die Mörder sich selbst der Polizei stellten, und daß die gesamte Armee für sie Partei nahm, indem sie durch eine Art von Ultimatum das Ziel des Mordes, eine sogenannte „nationale Regierung", sicherstellte. Der Ministerpräsident ist ermordet worden, weil er in Schanghai nachgegeben hat. Die in Japan allmächtige Militärpartei hat ihm dies nicht ver­ziehen. Sie ist derselben politischen Ueberzeugung wie der deutsche Nationalsozialismus, daß man alle Probleme nur mit dem Schwerte lösen könne, uni) daß es einer starken Nation unwürdig fei, mit dem Feinde zu verhandeln, statt ihm den eige­nen Willen aufzuzwingen. Weil Inukai davor zu­rückschreckte, einen Krieg mit China und Rußland zu riskieren und zugleich den ganzen Völkerbund zu provozieren, darum mußte er sterben.

Die wirhfchüftliche Rot in Japan hat schon seit langem dort eine nervöse Situation geschaf­fen, eine Atmosphäre der Unzufriedenheit. Als der Krieg mit China begann, ging eine Welle der Begeisterung durch das Land, und die Hoffnung wuchs, daß es jetzt „besser" werde. Als aber die Regierung sich verglich, ging das Gespenst der Hoffnungslosigkeit wieder um, und die Militär­kreise, diè mit politischer Verantwortung nicht be­lastet sind, hatten es leicht, dem Volke einzureden, daß alles gut werde, wenn sie mit dem Schwert die Probleme lösen würden.

Daß es zum Krieg mit Rußland kommt, ist zwar noch nicht sicher, aber wahrscheinlich, Der MMHHWmMWlIUUliOl W^ WBgBBaMgPaCiBWBggaHSfia^^

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viele Millionen Hausfrauen waschen nur noch mit Persil. Stets ist ihre Wäsche blütenrein, frischduftend und gesundheitlich einwandfrei. Kein Reiben, Kein Bürsten ist nötig; das waschen ist so einfach wie möglich:

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So wäscht man schonend und sparsam^

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Sicht man im Westen das Abendrot, so Hak's «st dem Wester feine Jot

Zum Einweichen der Wäsche.

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