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Sonntag. 15. Ulm 1932

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Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Sonntag und koste» monatlich Ausgabe A 40 ZL-Dfenntg 8 45 ZL-Pfennig OufteQgebOhi epra)

O Jesus süß, erfülle du mein Träumen, . ehrst, dann hast du den Bund mit Gott aufrecht Laß sterben mich aus Liebe. erhalten.Wer wird uns scheiden von der Liebe

Wochenkalender.

Sonntag, 15. Mai. hohes Pfingstfest.

Montag. 16. Mai. Pfingstmontag.

Dienstag, 17. Mai. Pfingstdienstag.

Mittwoch, 18. Mai. Quatember-Mittwoch in der Pfingst­oktav. Venantius, Mart.

Donnerstag, 19. Mai. Von der Pfingstoktav. Petrus

Coelestinus, Bek. Pudentiana, Jgfr.

Freitag, 20. Mai. Quatember-Freitag in der Pfingst­oktav. Bernardin von Siena, Bek.

Samstag, 21. Mai. Quatember-Samstag in der Pfingst- = oktav.

Pfingst-Sonntag.

Epistel. Apostelgeschichte 2, 111.

Lvangelium. Johannes 14, 2331. Die Pfingstgabe

des Herrn.

In jenen Tagen sprach Jesus zu seinen Jüngern: ,Wer mich liebt, wird mein Wort bewahren, und mein Baker wird ihn lieben, und wir werden zu ihm tommen md Wohnung bei ihin nehmen. Wer mich nicht liebt, «ewahrt meine Worte nicht. Das Wort aber, das ihr gehört habt, ist nicht mein, sondern des Vaters Wort, >er mich gesandt hat. Dies habe ich euch gesagt, solange ch noch bei euch weile. Der Tröster aber, der heilige Seift, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ch euch gesagt habe. Den Frieden hinterlasse ich euch, neinen Frieden gebe ich euch. Euer herz ängstige sich licht und zage nicht! Ihr habt gehört, daß ich euch gesagt habe:Ich gehe hin und komme wieder zu euch." Wenn ihr mich liebtet, würdet ihr euch freuen, daß ich " >um Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich. - 5chon jetzt habe ich es euch gesagt, ehe es eintritt, damit hr glaubt, roenu ** geschieht Ich werde nicht mehr viel nit euch reden; berm es kommt bei Fürst dieser Welt. Er hat an mir nichts; aber die Well fort erkennen, daß ch den Vater liebe und so handle, wie mir der Vater lufgetragen hat."

Ansere einzige Aufgabe.

M^8E» stiller Klosterzelle zu Lisleux lag Ende September des Jahres 1897 die Schwester Terefia vom Kinde Jesus E VED^D am Sterben. Bereits war der Hei- land zum letzenmal bei ihr einge- Ehrt, und zur heiligen Wegzehrung hatte eine Schwester die sinnigen Wort gesungen:

Uus Liebe sterben, süße Todesfeier, üich zu erdulden ist des Herzens Flehn, ähr Cherubim, stimmt jubelnd eure Leier! och mar verbannt, nun soll es heimwärts gehn. , glühender Pfeil, durchbohr mich ohne Säumen, zerreiß mein Herz! Wie ist die Erde trübe!

Und jetzt beginnt der letzte Kampf der 24jähri- Christi? Trübsal oder Angst? Oder Hunger oder gen Karmelitin. Weder Schmerzen, noch glühen- Blöße oder Gefahr oder Verfolgung oder Schwert? der Durst, noch Verlassenheit blieben ihr erspart, i Nein: ich bin gewiß, daß weder Leben noch Tod, Doch die Liebe verwandelte auch die bittersten, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Wermutstropfen in süßen Honig. Da noch einige Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Stärke, ; weder Höhe noch Tiefe noch ein anderes Geschöpf .mich zu trennen vermag von der Liebe Gottes die da ist in Christus Jesus, unserm Herrn."

Atemzüge, und Schwester Teresia richtet die bre­chenden Augen zum Kreuz und haucht mit ster­benden Lippen:

Mein Gott, . . . ich . . . liebe . . . dich. So hatte dieser Seraph einer Frauenseele das große Liebesopfer vollendet Und die Liebe zu Gott, die ungeteilte, freudige Hingabe an feinest hl. Willen betrachtete sie als die einzige Aufgabe ihres kurzen, aber reichen Lebens.

Hienieden gibt es nur eines zu tun, Jesus lieben und Seelen retten, damit er geliebt werde."

Und das ist auch unsere Ausgabe, unser Be­ruf, unser Glück. Und von dieser Aufgabe, ihren Bedingungen und Segnungen spricht der Heiland im Evangelium am heutigen hohen Pfingstfest:

Wenn jemand mich liebt, wird er mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen,"----

Ja, die Heilands- und Gottesliebe. Nach dem hl. Kirchenlehrer Bernhard hat diese Liebe drei Auszeichnungen: sie muß fein unzertrennlich, un­ersättlich und unbesieglich.

Unzertrennlich. Nichts soll uns scheiden von unserm Gott, kein Geschöpf, keine Lust, kein Schmerz. Der liebe Gott muß uns über alles ge­hen. Und nicht tönende Worte oder wohlige Ge­fühle allein geben dabei den Ausschlag. Taten will die Liebe sehen. Siehe, es kommt der Sonn­tag. Gott gebietet ihn zu heiligen. Durch den Mund der Kirche hat er uns aufgetragen, dem großen Opfer der hl. Messe beizuwohnen. Da lockt die Natur, da winken die Berge, da zieht das Vergnügen, da drängen die Freunde. Alles ver­schwört sich zum 2lbfaU von Gott, dich zu trennen von Gott, von seinem Gebot und damit von seiner Liebe. Was liegt an einer hl. Messe, raunt dir die Welt zu. Mache dir ein Vergnügen. Siehst du nicht, wie so viele ganz vernünftige Menschen sich an Ausflügen und mancherlei Sport gütlich tun? Und du willst deine Zeit zwischen den grauen Wänden einer Kirche zubringen?---Wenn du jetzt der Lockung nachgibst, wenn du aus Liebe zur Welt und zum Vergnügen die Pflicht hinant- seßest und der hl..Messe den Rücken kehrst, dann allerdings, bester Freund, dann hättest du die Liebe Gottes mit Füßen getreten. Wenn du aber alle Lockungen entschieden von dir weisest und die hl. Messe mit deiner andächtigen Gegenwart be­

Unersättlich. Konnten die Helden der Gottes­

liebe jemals genug bekommen mit Beten, Opfern, , Arbeiten, Leiden zu Gottes Ehre? Denke an einen hl. Franz Xaver. Bereits hatte er viele König­reiche in Indien für Christus erobert; bereits hatte er das große Jnselreich Japan dem Glauben aufgeschlossen, bereits hatte er Hunderttausende mit j dem Wasser der Taufe zu Christen gemacht. Hat 'er sich jetzt endlich Ruhe gegönnt? Nein. Noch mehr, o Herr, noch mehr! so hörte man ihn seuf­zen und rufen. So lange noch eine einzige Seele in der Finsternis des Götzenwahnes lag, kannte sein Herz keine Ruhe. Da war ja noch die große, Chinesische Mauer. Die wollte er in der Kraft des Glaubens überspringen. Und so war er be­reits auf der Insel Sancian angelangt, um von da seinen Fuß in das Reich der Mitte zu setzen, Doch die Vorsehung Gottes gebot dem unermüd­lichen Arbeiter Feierabend.

So wollen mir uns nichts einbilden auf die Kleinigkeiten, die wir bis jetzt zur Ehre Gottes und aus Liebe zu Gott vielleicht getan. Wehr zu tun, sei unser Wunsch und unser Begehr. Wie das Feuer, so darf auch die Liebe niemals sagen: es ist genug!---

Unbesieglich. Der große Generalfeldmarschall Tilly, dessen BOOften Todestag Deutschland begeht, hat in 34 Schlachten oder Gefechten sich tapfer ge­halten. Du aber sollst in allen Kämpfen Sieger sein. Ein Kriegsdienst ist ja des Menschen Los hienieden. Satan, die Welt und das Fleisch ma­chen dir den Sieg streitig. Darum sei tapfer im Streit, ruft die Kirche, und kämpfe mit dem alten Drachen, damit du das ewige Leben erringest. Fliehe, so gut du kannst, den Umgang mit Gott­losen und Verbrechern. Wo du aber der Welt die Stirne bieten mußt, da waffne dich zuvor mit Fe­stigkeit, mit Gebet und öfterm Empfang der hl. Sakramente. So wird die Gottesliebe Sieger blei­ben. Freue dich, Seele; denn unaussprechlich groß ist der Liebe Lohn. Dennkein Auge hat es ge­sehen und kein Ohr gehört und keines Menschen Herz empfunden, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben."

Der Talpfarrer.