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j|C 13 Sonntag, 1. Mai 1932

Zum Schulsonnlag: 1. Mai 1932.

Hirtenwort zum SchuLsonntag 1932.

Geliebte Diözesanen!

Die ständig wachsende wirtschaftliche und so­ziale Not wirkt sich auch auf kulturellem Gebiete immer verhängnisvoller aus. Darum sahen sich die Bischöfe im Laufe des vorigen Jahres veran­laßt, mit nachdrücklichem Ernst 311 den Schul spar- maßnahmen Stellung zu nehmen unb den maß­gebenden Stellen gegenüber auf die große Bedro­hung der geistigen Lebensinteressen des Volkes, nicht zuletzt oer religiösen Erziehung, eindringlichst hinzuweisen. Diese Notzeiten werden in schlimm­ster Weise mißbraucht von den Gottlosen; ihre ge­meingefährliche Wühlarbeit an den konfessionel­len Volksschulen, von der Ihr sicher schon alle ge­hört habt man spricht von kommunistischer Zel­lend ildunq, zwang den preußischen Episkopat, in einer weiteren Eingabe an die höchste Schul­verwaltung um Schutz gegen diese furchtbare Ge­fährdung der Jugend zu bitten.

So werdet Ihr es begreifen, wenn der Bischof am Schulsonntag dieses Jahres sich recht eindring­lich an Euch alle wendet, besonders aber an die­jenigen, die unser göttlicher Kinderfreund zur Mit­betreuung seiner Lieblinge einlädt, an die gläu­bige Elternschaft und Lehrerschaft.

Es ist von einsichtigen pädagogischen Führern in letzter Zeit mit Recht betont worden, wie über­aus wichtig gerade heuzutaae eine enge harmo­nische Zusammenarbeit zwischen Schule und El­ternhaus ist; daher müßten, so sagen sie uns, die Elternbeiräte als Brücke zwischen Elternschaft und Lehrerschaft in selbstloser Liebe zu den Kindern ausgeballt und gefestigt werden. In der Tat, je vertrauensvoller Elternhaus und Schule zusam­menarbeiten, desto einheitlicher und somit erfolg­reicher gestaltet sich die Erziehung. Das gilt ganz besonders gegenüber der immer frecher auftre­tenden Gottlosenbewegung und Entsittlichung un­serer Zeit.

Die Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule wird besonders innig sein an der konfessio­nellen Schule, in der die tiefgläubige Lehrerschafl die ganze Erziehung in der Weise fortführt und er­gänzt, wie es das Gewissen verantwortungsbewuß­ter Eltern verlangt!

Eltern und Lehrer können aber die Kinder nicht zu Gott führen ohne die Hilfe Eurer vom göttlichen Kinderfreund gestifteten Kirche. Die er­ziehliche Mitarbeit Eurer Geistlichen wird von den katholischen Eltern und Erziehern um so dringen­der erstrebt werden, als der göttliche Heiland sei­ner Kirche den ausdrücklichen Auftrag gegeben hat: Gehst hin und lehret alle Völker und lehret sie alles halten, was ich euch befohlen habe" (Matth. 28, 18). 1900jährige Erfahrung als Erzieherin der Menschheit besitzt unsere heilige Mutter, die katholische Kirche. Dazu ist unsere Kirche, die die Kinder durch die heilige Taufe in ihre Familie ausgenommen hat, besonders berufen, die nährende Mutter der Seelen Eurer Kinder zu sein durch Spendung der Gnaden, die Jesus Christus uns durch feinen Kreuzestod erworben hat. Je mehr Ihr nun, geliebte Diözesanen, Eure Schützlinge ge­gen die Anstürme und Lockungen des Antichrists zu verteidigen lind zu festigen habt, desto willkom­mener werden Euch Eure Seelsorger als Mithel­fer in der Erziehung sein.

Elternhaus, Schule und Kirche: das also ist die Dreiheit, die in unseren so gefahrvollen Zeiten in inniger und opferfreudiger Arbeits- und Schick- salsgemeinstbaft zusammenstehen und zusammen- kampfen muß.

2lus diesen Erwägungen heraus werdet Ihr, geliebte Diözesanen, vor allem durch die kommen­den Neuwahlen der Elternbeiräte dafür sorgen,

daß nur solche kirchentreuen Katholiken als El­ternbeiräte gewählt werden, die in selbstloser Zu­sammenarbeit mit Lehrerschaft und Geistlichkeit an der guten Gestaltung der Unterrichts- und Er­ziehungsverhältnisse ihrer Schule mitzuhelfen ent­schlossen sind. Stellt nach reiflichen Erwägungen die Vorschlagslisten für die Elternbeiratswahlen auf und sorgt dafür, daß als Eure Vertrauens­leute nur tiefreligiöse Väter und Mütter gewählt werden, die treu Gottes Rechte am Kinde wahren helfen. Es ist allerhöchste Zeit, daß man unseren wiederholten dringenden Mahnungen entspricht und der organisierten Kampffront der sogenann­ten Freidenker, der Religionsfeinde und Gottlosen, namentlich ihren vielgestaltigen schulzersetzenden Anstrengungen in opferfreudigster katholischer Zu­sammenarbeit begegnet.

Geliebte Diözesanen! Wir Bischöfe wissen die Arbeit der von uns mit der Ausführung dieser Aufgaben betrauten katholischen Schulorganisat'on zu schätzen. Sie erstrebt ja ganz in unserem Sinne die bestmöglichste Zusammenarbeit der drei gott­gewollten Gemeinschaften. Sie sucht darum auch durch ihre reiche Literatur, vor allem durch ihre ElternzeitschriftElternhaus, Schule und Kirche" dafür zu werben; sie meldet immer wieder unsere berechtigten Forderungen auf den Gebieten der Schule und Erziehung bei den maßgebenden Stel­len an.

Darum rufen wir Euch am heutigen Schulsonn­tag als Nachfolger der Apostel mit aller Herzlich­keit, aber auch mit allem Ernst zu: Unterstützt die Katholische Schulorganisation durch eifrige, opfer­freudigste und treueste^Mitarbeit in den Schulaus­schüssen Eurer Pfarrfamilien, auch bei der Frei­zeitgestaltung und in der Ferienfürsorge für unsere Kinder; spendet zur Schulsonntagskollekte, die in allen heiligen Messen abgehalten wird, soviel ein jeder nach seinem Vermögen tun kann, und er­fleht täglich den Segen desKönigs und Mittel­punktes aller Herzen", unseres Kinderfreundes, der uns so eindringlich mahnt:Es ist der Wille eures himmlischen Vaters, daß auch nicht eines von diesen Kleinen verloren gehe" (Matth. 18, 14).

Fulda, 18. April 1932.

t Joseph Damian, Bischof von Fulda.

ElternbeirMswahlen.

2(iis dem Kirchl. Amtsblatt.

Im Laufe der nächsten Monate finden die Neuwahlen der Elternbeiräte in Preußen statt. Das veranlaßt den gesamten hochwürdigen Klerus un­serer Diözese, auf die wachsende Wichtigkeit dieser amtlichen Elternoertretung an unseren Schulen eindringlichst aufmerksam zu machen. Je mehr unsere Gegner bestrebt sind, in das Erziehungs­gebiet einzubrechen und die katholische Erziehung unserer Jugend zu gefährden, um so verantwor­tungsvoller ist die Aufgabe des Klerus gegenüber der Schule und der Erziehung unserer Jugend. Ge­rade auf die innere Aushöhlung der katholischen Bekenntnisschule durch die Politisierung und Ra­dikalisierung der Elternbeiräte.legt ja besonders der Kommunismus stärkstes Gewicht.

Die Geistlichkeit wird mit der Elternschaft und Lehrerschaft zusammenwirken, daß nur wirklich ge­eignete, treu religiöse Väter und Mütter für die Elternbeiratswahlen aufgestellt werden.

Sobald die Wahlen stattgefunden haben und der Vorsitzende des Elternbeirates feststeht, ist spätestens bis zum 15. Juli die Adresse des Elternbeiratsvorsitzenden der Zentralstelle der Ka­tholischen Schulorganisation in Düsseldorf, Reichs­straße 20, mitzuteilen.

Zur Vorbereitung und Durchführung der El­ternbeiratswahlen hat die Zentralstelle der Ka­tholischen Schulorganisation entsprechendes Ma­rtial herausgegeben, das von dort zu beziehen ist.

Vor allem verweisen wir auf die erste diesjäh­rige Nummer derFührerbriefe". Die Führer­briefe, deren Bezug und Auswertung der Episko­pat wiederholt dringend empfohlen hat, erscheinen vierteljährlich und kosten 1 Mark pro Jahr. Wir erwarten bestimmt, daß jedes Pfarramt dieses für die Bildung und Aktivierung btr Erziehungsge­meinschaft von Elternhaus, Schule und Kirche so unentbehrliche Informationsblatt abonniert.

Die Katholische Schulorganisation wird den neu­gewählten Elternbeiratsvorsitzenden ein Exemplar des Führerbriefes übersenden und sie um laufen­den Bezug bitten. Sollte einem Elternbeiratsvor­sitzenden der Bezug der Führe^riefe finanziell nicht möglich sein, so können die Kosten von der Kirchenkasse übernommen werden.

Nach erfolgter Neuwahl ist besonderes Gewicht darauf zu legen, daß Elternbeirat, Lehrerschaft und Pfarrgeistlichkeit zum Wohle des Kindes im Rah­men der Katholischen Schulorganisation planmäßig zusammenarbeiten. Entsprechend den Richtlinien, die die Katholische Schulorganisation für die Ar­beit im Lande aufgestellt hat (vergl. Rund- und Führerbrief der Katholischen Schulorganisation: Nr. 4 Jahrgang 1930 und Nr. 1, 2 Jahrgang 1931), ist in allen Pfarrgemeinden ein Pfarraus­schuß bzw. ein Ortsausschuß der Katholischen Schulorganisation zu bilden. Der Diözesanvor­sitzende Domdechant Prälat Prof. Dr. Leimbach in Fulda wie die Zentralstelle stellen hierbei gern ihre Hilfe zur Verfügung.

Für die Elternversammlungen empfehlen wir vor allem die Besprechung der Erziehungsenzyk­lika, die immer mehr Eigengut unserer katholischen Elternschaft werden muß. Auch die Verbreitung der einzigen katholischen Elternzeitschrift:Eltern­haus, Schule und Kirche", die die Zentralstelle der Katholischen Schulorganisation herausgibt, wird der besonderen Beachtung und nachdrücklichster Förderung empfohlen.

Bischöfliches Generalvikarial.

Aus -er Diözese plla

Der hochwürdigste Herr Bischof wird am Feste Christi Himmelfahrt und am Sonntag nach Him­melfahrt in den Kasseler Pfarrkirchen das hl. Sa­krament der Firmung spenden.

Vom Diözesanklerus. Herr Pfarrvikar Michael Lerch, seit dem 1. April Pfarrverweser in Struth, wurde mit Wirkung vom 15. April zum Pfarrer von Struth (Eichsfeld) ernannt.

Schulsonntag. Der 1. Mai wird in diesem Jahre als Schulsonntag in der Diözese Fulda be­gangen. In den Predigten wird die Schulfrage nach ihrer kirchlich-religiösen Bedeutung behan­delt. In allen Gottesdiensten findet die Kollekte für die kath. Schulorganisation statt.

Kloster Frauenberg Fulda. Nächsten Sonntag, den 1. Mai, nachmittags nach Abzug der Bittpro­zession, gegen 17.15 Uhr, findet d-e kirchliche Ab­schiedsfeier unserer Japanmissionare: Pater Gra- tian Drößler, Pater Virgilius Nagel, Pater Petrus- Baptista Takemiya statt. Alle Freunde des Mis- sionswerkes, besonders die Förderer und Mitglie­der des Franziskaner-Missionsvereins sind zu die­ser Feier freundlichst eingeladen.

DasVerzeichnis der Geistlichen in der Diö­zese Fulda" ist neu erschienen nach dem «Staub vom 1. April 1932, und zwar im Verlag der Ful­daer Actiendruckerei, bei der Interessenten es be­stellen mögen. (Preis 1 Mark.) Im Haupt­verzeichnis ist bei den einzelnen Geistlichen außer der Amtsbezeichnung das Goburts-, Weihe- und