Seile 8 / Stummer 18.
Die neue ZentruMsfraMZZK.
Die Zentrumsfraktwn im neu gewählten Preußischen Landtag setzt sich aus folgenden 67 Abgeordneten zusammen:
A l t e g o e r , Malermeister.
B a u m h o f f, Oberpostinspektor.
D r. Boden, Landrat.
Brockmann, Lehrer.
Diel, Weingutsbesitzer.
Dietrich, Lehrer.
Fink, Schreinermeister.
Franzke. Anbauer.
v. Galen, Rittergutsbesitzer.
Giese, Lyzeallehrerin.
Dr. Graß, Direktor.
G r o n o w s k i, Oberpräsident.
Jagemann, Regierungsrat.
Harsch, Gewerkschastsbeamter.
Hebborn, Gewerkschaftsbeamter.
Hensen, Verleger.
H e g m a n s, Gutsbesitzer.
H e t t l a g e , Privatdozent.
Hillenbrand, Gewerkschaftssekretär.
Hirtsiefer, Staatsminister.
Dr. Hönig, Studienrat.
Humann. Landwirt.
Jakob, Arbeitersekretär.
Ialetzky, Gewerkschaftssekretär.
Kemper, Kaufmann.
K ! o f t, Beigeordneter.
K ö l q e s , Jnnungsobermeister.
Korinthenberg, Amtsgerichtsrat.
Köthenbürger, Bauunternehmer.
K r e k e r , Vorschlosser.
Kremer, Landgerichtsdirektor.
Langehwand, Schlossermeister.
Dr. Lauer, Studiendirektorin.
Dr. Lauscher, Universitätsprofessor.
Letterhaus, Derbandssekretür.
Lingens, Kaufmann.
Dr. Linneborn, Dompropst.
Lübke, Direktor.
Mallach, Gutsbesitzer.
Graf Matuschka. Landrat.
M e i st e r m a n n , Schuhhändler.
Metzinger. Geschäftsführer.
Dr. Otte, Kanonikus.
Otte, Gewerkschaftsvorsitzsnder.
P u ch o w s k i, Geistl. Direktor.
Rhiel, Amtsgerichtsrat.
Roth, Bürgermeister.
Rothländer, Lehrerin.
Rütten, Gauleiter.
Schaaf, Landwirt.
S ch a m e r , Arbeitersekretär.
Schmelzer, Landwirt.
Dr. Schmidt, Justizminister.
Schmidt-Conz, Borschlosser.
Schuhmacher, Rektor.
Steger, Gewerkschaftssekretär.
Steiger, Landwirtschaftsminister.
Stoffels, Rektorin.
Teschner, Gutsbesitzer.
T h om 6 , Landwirt.
Volkmer, Landwirt.
Weinand, Rektorin.
Wessel, Sozialbeamtin.
Dr. Wester, Arzt und Industrieller.
W r o n k a , Oberstudienrätin.
Zawadzki, Tischlermeister.
Z i g a h l, Studienrätin.
korrupUsn.
Hugenbergs Landban?.
Korruption — was das ist, hat kürzlich der 20. Untersuchungsausschuß des Preußischen Landtags festgestellt, als er den Zusammenbruch der Hugen- bergschen Landbank untersuchte. In dem Untersuchungsbericht heißt es:
Als die Landbank bereits vor dem Konkurs stand, verlangte Hugenberg vom Preußischen Staat einen Londerkredil von zwei Millio- neu Mark. Pflichtgemäß lehnte das Landwirt- fchaftsminislsrium einen Kredit an dieses Institut ab, dessen Direktion bereits den fertig ausgear-
beileten Antrag auf Konkurs-Eröffnung in der Lchreibtischschublo.de liegen halte.
Die Folge war, daß die Hugenberg-Presse mit ungeheuerlichen Verleumdungen und Verdächtigungen über das Landwirtschaftsminislerium Hersiel und drohte, daß es wegen der Verweigerung der Kredite parlamentarisch zur Rechenschaft gezogen werden würde. Der Ausschuß hat daraufhin auch erklärt, daß hier ..ein unlauterer Versuch vorliegt, den Staat zum Abschluß eines für ihn unvorteilhaften Geschäftes mit den Mitteln pubii- zistischer Angriffe und Drohungen zu zwingen.-
„Parleibuchdeamte".
Zu der in einem Teil der Presse aufgetauchten Behauptung, daß seit dem November 1918 in Preußen 250 000 „Parteibuchbeamte" ernannt worden seien, schreibt der Amtliche Preußisa-e Pressedienst, die Unsinnigkeit dieser Behauptung gehe schon allein aus der Tatsache hervor, daß die Zahl der gesamten planmäßigen Beamten Preußens nach dem Haushaltsplan für 1932 143 798 betrage. Selbst wenn man dazu die Zahl der Höchstbeamten, der Angestellten und Staatsarbeiter hinzurechne, komme nur eine Gesamtzahl der Staatsbediensteten von 210 501 heraus.
Mit einer anderen Behauptung über die parteipolitische Zusammensetzung der Referenten des preußischen Ministeriums des Innern, so schreibt der Amtliche Preußisäze Pressedienst weiter, verhält es sich genau so. Danach sollen von den Referenten und Hilfsarbeitern des preußischen Innenministeriums, deren Zahl rund 80 betrügt, 41 der Sozialdemokratischen Partei und 11 dem Zentrum angehören. Diese Zahlen sind absolut aus der Luft gegriffen. Von den 80 Referenten und Hilfsarbeitern des preußischen Innenministeriums gehören politisch den Parteien der Sozialdemokratie und des Zentrums knapp ein Viertel an. Wohl aber befinden sich unter den Beamten des Innenministeriums eine ganze Reihe von Herren, die parteipolitisch eher der Rechten als den Parteien der Weimarer Koalition zuzuzählen sind.
Kardinal Piffl +.
Der Kardinal Fürst-Erzbischof Dr. P f i f f l von Wien, der von einem Schlaganfall getroffen worden war, ist Donnerstag um 1,29 Uhr verschieden. Dr. Pfisfl wurde am 15. Okt. 1864 in Landskron in Böhinen als Sohn eines Buchbinders geboren.
Nach Beendigung der Mittelstudien am Gymnasium in Landskron und nach Ableistung des Ein- jahrigendienstes beim Militär trat er in das Augustinerchor-Herrenstift im Kloster Neuburg ein, wo er 1888 zum Priester geweiht wurde. Von 1889 an war er Kooperator in der Umgebung von Wien, 1906 bekleidete er bereits den Posten eines Direktors der ungarischen Stiftsgüter. Später wurde er zum Propst des Stiftes gewählt. 1913 ernannte ihn Kaiser Franz Joseph zum Fürst-Erzbischof von Wien. 1915 wurde ihm der Kardinalspurpur verliehen.
Ho!ls«i> hst zuviel Hsusssgesteklle.
Warnung an deutsches Personal. — keine Aussicht auf Stellung.
Der Zuzug von arbeitsuchenden Hausangestellten aus Deutschland nach den Niederlanden hat in den letzten Wochen einen bedenklichen Umfang an
genommen. Da selbst die seit längerer Zeit in Holland tätigen Hausangestellten wegen der wirtschaftlichen Krise stark abgebaut werden und nur schwer unter bedeutend ungünstigeren Bedingungen andere Stellungen finden, besteht für neuemtref- fende, oft ungenügend geschulte Kräfte augenblicklich so gut wie keine Aussicht, unterzukommen. Die geringen Barmittel, die sie mit sich führen, sind nach kurzer Zeit verbraucht, so daß sie dann, da die «deutschen Wohlfahrtseinrichtungen durch die ständig wachsende Not der bereits im 'Lande wohnenden Personen schon stark in Anspnlch genommen sind, fast stets als lästige Ausländer von den niederländischen Behörden abgeschoben werden. Besondere Gefahr besteht für jugendliche, weibl'che Angestellte, deren Zahl unverhältnismäßig groß? geworden ist. Vor der Auswanderung nach den« Niederlanden wird eindringlich gewarnt.
Iosephspsennig.
Im vergangenen Schuljahr 1931'32 konnten aus Mitteln des „St. Josephspfennigs", d. h. aus Gaben, die von den Diözesanen zu Ehren des hl. Joseph geopfert wurden
5292.10 Re chsmark
an 59 Gymnasiasten und Lateinschüler, die Priester der Diözese Fulda werden wollen, verteilt werden. Wenn auch jedem Empfänger nur eine verhältnismäßig geringe Summe bewilligt werden konnte, so wurde doch jedem dadurch eine leichtere Bestreitung seiner Studienkosten ermöglicht.
Mit Genugtuung und Freude können wir feststellen, daß trotz der großen wirtschaftlichen Not, die heute fast überall herrscht, das gläubige katholische Volk eine solch ansehnliche Summe zur Unterstützung bedürftiger Priesteramtskandidaten gesammelt hat. Möge der hl. Joseph jedem Spender > einer Gabe, vor allem denen, die unter der heutigen Not besonders zu leiden haben, seinen immerwährenden Schutz angedeihen lassen!
Möge aber auch das katholische Volk fortfahren, für den „St. Iosephspfennig- sein Scherflein beizutragen, damit auch in Zukunft armen bedürftigen Priesteramtskandidaten die Möglichkeit gegeben wird, ihr hohes Ziel zu erreichen. In einer Zeit, in der Christi Feinde besonders gegen die Kirche anstürmen, wo die Gottlosenbewequnq aud) | in unserem Vaterland noch weitere Fortschritte ■ macht, ist es wichtig, daß wir Priester nach dem Herzen Jesu haben, die immer und überall ihr ganzes Sinnen und Trachten für die Erhaltung und Vermehrung des Reiches Gottes einsetzen.
Darum bitten wir den hochwürdigen Klents, die Sammlung des „St. Josephspfennigs" durch ein empfehlendes Wort auch in Zukunft eifrig zu fördern. Auch möge das gläubige Volk bei passender Gelegenheit darauf hingewiesen werden«, daß die geopferten Gaben ihm selbst zur großen Ehre und besonderen Segen gereichen.
Die Verteilung der Gaben geschieht nur nach genauer Prüfung der Verhältnisse des Bewerbers. Ein Komitee, das aus fünf Priestern besteht, bietet die Gewähr, daß nur solche Gymnasiasten und' Lateinschüler unterstützt werden, die sich durch Fleiß und gutes Betragen auszeichnen.
Bischöfliches Generalvikariat.
Wahihumsr.
Die Wahlen liegen hinter uns. Es hat an Kampf nicht gefehlt. Aber hie und da hat es doch auch etwas gegeben, was nach Humor ausgesehen hat. Der Volksfunkverlaq GmbH, in Berlin hat eine Reihe von kleinen Klebezetteln vor der Reichsprüjidentenwahl verschickt, die vielfach angeklebt waren. Wir bringen eine Auslese von diesen Zetteln. Da heißt es:
„Wer hat euch arbeitslos gemacht?
Hitler, Hugenberg und Schacht!"
„Was bedeutet Hitlers Sieg?
Inflation und Bürgerkrieg!" „Wer Goebbels hört und Hitler kennt, Sagt: Hindenburg wird Präsident." „Adolf mach' dir keine Sorgen, Bist erledigt Montag morgen." „Große Klappe, wenig Geist, Das Ganze Adolf Hitler heißt."