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Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels. Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 40 «--Pfennig B 45 1L-Pfennig (Zustellgebühr epra)

Wochenkalender.

Sonntag. 1. Mai. 5. Sonntag nach Ostern. Philippus u. Jakobus, Apostel. Walburga, Jgfr.

Montag, 2. Mai. Athanasius, Bisch., Kirchenlehrer. Bittag.

Dienstag, 3. Mai. Fest Kreuzauffindung. Bittag. Bittâg.

Mittwoch, 4. Mai. Monika, Witwe. Bittag.

Vigil von Christi Himmelfahrt. Godehard, Bisch., Bek.

Donnerstag, 5. Mai. Christi Himmelfahrt.

Freitag, 6. Mai. Johannes vor der Latein. Pforte.

H er z - Je s u - F r e i t a g.

Samstag, 7. Mai. Stanislaus, Bischof, Mart.

Fünfter Sonntag nach Ostern.

Epistel, Jakobus 1, 2227.

Evangelium. Johannes 16, 2330. Die Kraft des

Gebetes im Flamen Jesu.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wenn ihr den Vater in meinem Namen um etwas bittet, wird er es euch ge­ben. Bisher habt ihr um nichts gebeten in meinem Na­men. Bittet, und ihr werdet empfangen, und eure Freude wird vollkommen fein. Dies habe ich in Bil­dern zu euch geredet. Es kommt die Stunde, da ich nicht mehr in Bildern zu euch reden, sondern euch offen vom Vater Kunde geben werde. An jenem Tage wer­det ihr in meinem Namen bitten. Ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten werde; denn der Va­ter selbst liebt euch, weil ihr mich geliebt und weil ihr geglaubt habt, daß ich von Gott ausgegangen und in die Welt gekommen; ich verlasse wieder die Welt und gehe zum Vater." Da sagten seine Jünger zu ihm: Siehe, jetzt redest du offen und sprichst nicht mehr in Bildern Jetzt wissen wir, daß du alles weißt und nie­mand dich erst zu fragen braucht. Darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist."

Eine Großmacht.

^^^^^roß ist die Macht des Geldes. Es er- oben die stärksten Festungen, stürzt W®B1 die mächtigsten Könige vom Throne, bringt Millionen Seelen in die Hölle. Groß ist die Macht des Feuers. Niemand kann seiner Gewalt widerstehen; in we­nigen Stunden legt es eine ganze Stadt in Asche. Groß ist die Macht des Blitzes. Kein Baum ist so fest, er zerschmettert ihn in tausend Splitter; keine Mauer so stark er zermalmt sie in weniger als einer Sekunde zu Staub.

Doch weit größer noch ist die Macht des Ge­betes: es übt Gewalt aus nicht bloß über die Ge­schöpfe, sondern auch über den Schöpfer selbst.

Diese Worte, die ich einem frommen Schrift­steller entnehme, mögen die Losung bilden zum heutigen SonntagRagate". zum Vittsonntag, die Losung zu den Prozessionen. die an den drei folgenden Tagen und an Christi Himmelfahrt allerorts gehalten werden, um den Segen Gottes über Feld und Flur herabzurufen. Die Losung

zu den Worten des Herrn im heutigen Evange­lium:

Villet, und ihr werdet empfangen."---

Die Allmacht des Gebetes hat ebenso wenig eine Schranke als die Allmacht Gottes. Denn das Gebet ist nichts anderes als ein Bündnis mit Gott, eine Anrufung des allmächtigen Gottes, der hel­fen kann und helfen will und helfen wird. Eine Bedingung aber hat der Heiland an die Wirksam­keit des Gebetes geknüpft:Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: wenn ihr den Vater in meinem Na­men um etwas bitten werdet, so wird er es euch geben."

In meinem Ramen. Geheimnisvolle Worte. Schwierige Auslegung. Findest du also Erhörung in deinem Gebet, wenn duim Namen Jesu" sagst: ich bitte um dies oder jenes? Ja und nein, je nachdem. Ja, wenn in deinem Gebet der Name Jesu Sinn und Inhalt hat. Nein, wenn der Name Jesu leerer Schall ist. Denn nicht auf die Worte kommt es an, sagt der hl. Augustinus, sondern auf den Sinn und die Bedeutung.

3m Ramen Jesu. In diesem Namen betet in Wahrheit derjenige, der sich auf Jesus beruft, auf seine Würde, seine Verdienste, seine Verheißun­gen. Nein: wir dürfen uns beim Gebet nicht ver­steifen auf unsere eigene Persönlichkeit, etwa auf unsern Glauben oder unsere guten Werke. Nein: Jesus muß unsere Empfehlung fein. Jesus selbst muß unser Bittgesuch stützen und vortragen. Auf ihn müssen wir unser Vertrauen setzen wie Petrus, als er zu dem Lahmen sprach:Im Namen Jesu steh auf und wandle." Von Jesus müssen wir be­kennen und glauben, daß er dem Vater ebenbür­tig an Gottheit, Macht und Ewigkeit. Be­kennen und glauben, daß an ihm der Va­ter sein Wohlgefallen hat. Bekennen und glauben, daß er für uns gestorben ist, daß er für uns vom Grabe auferstanden ist. daß er für uns zum Himmel aufgefahren ist, daß er dort für uns lebt und Fürsprache einlegt. Und hat uns Jesus nicht die Erhörung des Ge­betes versprochen? Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, um was ihr den Vater in meinem Namen bitten werdet, wird er euch geben." Packen wir Jesus beim Wort Ist er ja die Treue selbst. Himmel unb Erde werden vergehen, aber meine Worte merben nicht vergehen, versichert er selbst.

3m Ramen Jesu. Wer betet im Namen Jesu? Wer sich das Gebet Jesu zum Vorbild nimmt. Zum Vorbild in der Ehrfurcht. Ist nicht der Hei­land am Oelberg niedergekniet und hat sich nie­dergeworfen vor der göttlichen Majestät? Er­scheine auch du in Ehrfurcht vor deinem Gott. Verleih dieser Ehrfurcht Ausdruck durch würdige Haltung des Körpers, der Augen, der Hände, zu­mal im Gottesharis und nimm dir ja nicht solche Katholiken zum Muster, die in der Kirche, wo sie

zu beten sich einbilden, schwatzen und gaffen, als wären sie im Theater!

Zum Vorbild im Vertrauen. Ich wußte, sagt er zu seinem Vater, daß du mich allzeit erhörst. Das Vertrauen ist der Flügel des Gebetes. Wenn du Glauben, d. h. Vertrauen hast nur so groß wie ein Senftörnlein und sagst zu diesem Berg: hebe dich weg von da und stürze dich ins Meer, so wird es geschehen, und nichts wird demjenigen unmöglich sein, der Vertrauen hat, erklärt dec Heiland. Wenn du also zum vornherein denkst: was wird mein Gebet nützen? Dann hast du dem Gebet das Genick gebrochen.

Zum Vorbild in der Ergebung.Nicht mein Wille geschehe, sondern der deine." Uns genüge es, dem Allmächigten unser Anliegen vorgetragen zu haben: die Erhörung selbst wollen wir getrost sei­ner Weisheit und Güte überlassen. Greifen wir der göttlichen Entscheidung nicht vor. Seien wir nickst aufdringlich und bestehen nicht auf unserm Willen. Oder sind das nicht törichte Christen, die da sagen: wenn ich nicht erhört werde, glaube 'ch nichts mehr? Oder: ich Habe gebetet und bin nicht erhört worden; deswegen will ich vom Herrgott nichts mehr wissen? Ist das nickst die Sprache des Unverstandes? Die Sprache der Frechheit und Unbotmäßigkeit? Diese Ergebung ziemt sich be­sonders in irdischen Angelegenheiten, wenn es sich im Gebete handelt um Geld und Gut, Gesundheit und Ehre, Amt und Brot. Gewöhnen wir uns daran, die zeitlichen Dinge den ewigen, die leib­lichen den seelischen unterzuordnen.

Dürfen wir, wenn wir im Namen Jesu be­ten, auch zu seiner Mutter Maria die Zuflucht nehmen? Wie kannst du als Katholik eine solche Frage überhaupt stellen! Wer Maria anruft, ruft Jesus an. Wer im Namen der Mutter betet, der ehrt den Sohn. Ein solches Gebet ist Gott wohl­gefällig. Der Maimonat soll wieder eine Belebung des Vertrauens auf Maria sein. Sie ist ja die fürbittende Allmacht. Wie einst die hl. Katharina (30. Apr.) jedesmal das Ave Maria betete, so oft sie die Schwelle des väterlichen Hauses in Siena hinaufstieg, so wollen wir alle an jedem Maientag einen Gruß vor die Himmelskönigin niederlegen durch Teilnahme an der öffentlichen Maiandacht oder durch private Maiandacht im stillen Kämmer­lein allein oder im Kreise der Familie. Durch Maria zu Christus, das ist die Ordnung des Heils.

Der Talpfarrer.

Der Maienkönigm.

Der Mai zieht ein mit Freuden." Munter tönt der Gesang von den Lippen jugendlicher Wan. derer, die Klampfen jubilieren in den jungen Tag. Trotz oll des grauen Alltags, trotz Krise und Not will sich das junge Leben nicht verdrängen lassen.