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Seite 10 / Nummer 1b.

worben hat. Hier werden die Klienten so lange Auf­nahme finden, bis das neue Elisabeth-Krankenhaus, das hinter diesem Gebäude, mit der Front nach der Bahn­hofstraße, errichtet wird, fs^igzestellt ist. Im Rohbau ist die Anstalt bereits vollendet, mit ihrer Eröffnung ist im August dieses Jahres zu rechnen. Das St. Elisabeth- Krankenhaus wird etwa 35 Kranke aufnehmen können.

Eifenach. Am 5. April durchlief eine Trauerbotschaft Unsere Gemeinde: In der Frühe des Tages war die hochbetagte Mutter unseres Herrn Pfarrers Spies, Frau Flora Spies, im Alter von mehr als 83 Jahren infolge eines Schlaganfalles in dl-ö Ewigkeit geschieden. Bis kurz vor ihrem Tode war sie vollauf rüstig und besorgte mit Umsicht die Ausgaben einer Mutter und Hausfrau. Von Liebe umhegt konnte sie, unter dem Beistand ihres priesterlichen Sohnes, mit den hl. Sterbesrakramenten versehen, ihre Seele zurückgeven dem Herrn über Leben und Tod, dem sie ein langes Leben hindurch in Treue gedient hat. Freitag fand ein levitiertes Totenamt statt, das eine große Teilnahme aufwies. Nachmittags 3 Uhr fetzte sich von unjerer Kirche aus, nach der Ein­segnung der Leiche, der Trauerzug nach dem Friedhof in Bewegung. Für die protestantische Stadt ein unge­wohntes Bild. Unter Trauergeläute zog er dahin, der der Zug: Ministranten, Schulkinder, die Leiche der Ver­storbenen, die Angehörigen, geistliche aus dem Um­kreis, darunter alle 3 ehemaligen Kapläne unserer Pfarrei, graue ©djmeftern und die Schar der Männer und Frauen mit trauerumflorten Fahnen. Am Grabe hielt Geistl. Rat Dechant Breitung-Weimar eine ergrei­fende Grabrede, welcher er die Worte zugrunde legte: Selig sind die Toten, die im Herrn sterben, denn von nun an, spricht der Herr, werden sie ausruhen von ihren Mühen, und ihre Werke folgen ihnen nach. Er zeichnete das Leben der lieben Verblichenen, das unter dem Motto stand: Ora et labora. Ihr Leben kann uns Vorbild fein im harten Ringen um unfern katholischen Glauben in der Diaspora. Sie ruhe in Frieden. Am Sonntag beging der Jungmännerverein im großen Saale des Schmelzerhofes die Feier feines 11. Stiftungsfestes. Nach einleitendem Marsch begrüßte unser neuer Prä­ses Herr Kaplan Weyer die Erschienenen. Nach Vor­trag eines Gedichtes, folgte die Uraufführung eines Volksstückes in fünf Akten, welches unser Ehrenmitglied A. Henschel verfaßte. Die Spielschar, darunter der Verfasser, leistete ihr Bestes und erntete reichen Bei­fall. Herzliche Grüße und Wünsche hatten auch gesandt der Ehrenpräses Kaplan K. Ruppel-Marburg und der ehemalige Kaplan Dr. Jos. Wahl-Fulda.

Beberstedt: Lehrer Martin Mähler ist nach Wach­stedt versetzt worden, wo er die erste Lehrerstelle über­nimmt.

Birkungen. Der ehemalige Handelsmann Joseph Staufenbiel konnte seinen 80. Geburtstag feiern. Vor vier Jahren konnte er mit seiner inzwischen verstorbe­nen Lebensgefährtin die goldene Hochzeit feiern.

Breitenworbis. Schwester Rosina konnte auf eine 25jährige verdienstvolle Wirksamkeit in unserer großen Gemeinde zurückblicken, nachdem sie vorher am Heiligen­städter Knabenkonvikt tätig war. Besondere Bande der Hochachtung und Liebe verbinden sie durch ihre Tätigkeit als Ortsschwester mit allen Kreisen der Einwohnerschaft. Die Ausschmückung unseres Gotteshauses liegt seit Jah­ren in ihren bewährten Händen.

Dingelstädt. Im Volksverein sprach der als erfolg­reicher Heimatschriftsteller über die Grenzen des Eichs- feldes bekanntgewordene Studienrat Dr. Nelz über die geschichtliche Vergangenheit de? Eichsfeldes, die Eigen­art der Landschaft und über die ausgeprägte Heimat­treue feiner Bewohner. Besonders ausführlich behan­delte der Redner die Notzeiten des eichsfeldischen Lan­des in früheren Jahrhunderten. Zum Schluß las Dr. Nelz aus feinen Werken. Lehrer Thys umrahmte mit Darbietungen des von ihm geleiteten Männergesangver­eines die dankbar aufgenommenen Ausführungen un­seres Landsmannes.

Faulungen. Der von hier gebürtige Rektor Georg Müller in Kerpen ist mit Wirkung vom 1. April zum Rektor der 26klaffigen katholischen Volksschule in der Al- bermannstraße zu Köln ernannt worden. Er wirkte lange Jahre an der höheren Schule zu Kerpen.

Großtöpfer. Nach 16X>jähriger Wirksamkeit schied Lehrer Lorenz aus unserer Gemeinde, um die Haupt- lehrerstclle in Kefferhausen ju übernehmen. In einer herzlichen Abschiedsfeier wurden seine Verdienste um Kirche und Schule von dem Ortsvorsteher und dem Pfarrherrn aus Geismar gewürdigt. Die besten Wünsche begleiten ihn.

Großlöpfer. Mit großem Bedauern sieht die katho­lische Gemeinde ihren langjährigen Lehrer Lorenz, der als Hauptlehrer nach Kefferhausen versetzt wurde, schei­den.

Heuthen. Unser alter Friedhof wurde durch verschie­dene Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins instand gesetzt. Im Herbst soll auch die Rasenfläche neu herge­richtet werden.

Hundeshagen. Pater Kurt Henkel, der am Samstag vor Ostern im Oblatenkloster zu Hünfeld die heilige Prie-

yerweiye erhalten yar, feierte yrer fern erstes yeulges Meßopfer.

Jützenbach. Nach 27jähriger Tätigkeit in unserm Orte ist Hauptlehrer Burchardt in den verdienten Ruhestand getreten. Er war ein vorbildlicher Jugenderzieher, dem man allezeit ein freundliches Gedenken bewahren wird.

Kalteneber. Lehrer Johannes Riethmüller konnte am 1. April auf eine H5jährige Wirksamkeit in unserer Gemeinde zurückblicken. Obwohl der Jubilar gebeten hatte, angesichts der schweren Zeit von jeder Feier ab­zusehen, bereitete ihm die dankbare Gemeinde eine schlichte Ehrung.

Küllstedt. Im St. Vincenzhause veranstalteten die Schwestern einen mehrwöchentlichen Näh- und Koch­kursus, an dem sich 39 Mädchen beteiligten. Eine Aus­stellung der geleisteten Arbeiten erbrachte den Beweis dafür, daß die Mädchen Beachtliches gelernt hatten.

Kreuzebra. Unsere Lehrerin, Fräulein Diegmann, konnte ihr silbernes Dienstjubiläum begehen. Ein feier­liches Hochamt leitete den Erinnerungstag ein, dem eine schlichte Schulfeier folgte, in der Schulrat Heddergott das verdienstvolle Wirken der bescheidenen Jugendbild­nerin würdigte. Auch der Herr Pfarrer, sowie der Vor­sitzende des Elternbeirates und der Ortsvorsteher hielten Anspachen, in denen Dankbarkeit und Anerkennung für das Geleistete ausgesprochen wurde.

Kalteneber. Lehrer Johannes Riethmüller konnte fein 25jähriges Ortsjubiläum feiern.

Leinefelde. Der Katholische Frauenbund hatte wie­der zu einem Bildungsabend geladen, der eine starke Beteiligung aufwies. Nach einleitenden Begrüßungs­worten der Vorsitzenden, Frau Wallbraun, hielt Dr. Beume einen aufschlußreichen Vortrag über die Tuber­kulose, der viel des Belehrenden bot. Der Geistliche Bei­rat Dechant Roth mahnte die Leinefelder Frauenwelt zu eifrigem Samariterdienst. Am kommenden Sonntag soll ein großer Frauentag der eichsfeldischen Frauen hier abgehalten werden.

Nordhausen. In der Versammlung der Zentrums­partei gab der Vorsitzende, Stadtobersekretär Zechelke­witz, einen ausführlichen Bericht über die politische Lage. In seinen Ausführungen konnte er auch die erfreuliche

Kakhol. Iungmänner Oberhessens heraus!

Zur katholischen Zugendkundgebung in Neustadl am nächsten Sonntag.

Katholische Jugend Oberhessens? Vor allem ihr, Mit­glieder der katholischen Iungmänner- und Gesellenver­eine, sowie der Ortsgruppen der Deutschen Jugendkrafl und der Windthorstbünde im Gau Oberhessenl Am nächsten Sonntag gilt es für euch alle, in der großen Kundgebung katholischer Jugend Oberhesfens in Neu­stadt ein mächtiges Treuebekenntnis zu den kultur- und staatserhaltenden Kräften unserer katholischen Weltanschauung ab- zulegen. Zeigt der breiten Oeffentlichkeil durch diese Kundgebung, daß wir jungen Katholiken nach wie vor gewillt sind, unsere ganzen Kräfte in den Dienst unserer hl. Kirche und unseres so schwer geprüften deutschen Va­terlandes zu stellen.

In einer Zeit des drohenden Zusammenbruchs aller religiösen und kulturellen Kräfte, in einer Zeit, in der eine volkszerstörende Bewegung der Gottlosen und ebenso eine Kampffront des kommunistischen und na­tionalsozialistischen Radikalismus und Fanatismus ge­gen das Reich unseres Königs Christus mächtig und gefahrdrohend anstürmt, wollen wir uns gegenseitig stärken und bekräftigen in unserer katholischen Weltan­schauung, die wir als die beste und zuverlässigste Stühe in der gegenwärtigen allgemeinen Not zu schätzen wissen.

Wir wollen zeigen, daß wir keineswegs daran den­ken, der leidenschaftlichen Losung eines politischen und kulturellen Radikalismus auch nur im geringsten Folge zu leisten. Wir wollen zeigen, daß es ein vergebliches Bemühen der Fanatiker und falschen Propheten sein wird, uns durch hohle Versprechungen und nichtssagende Schlagworte in unserer Treue zur katholischen Kirche und den staatserhaltenden Kräften unseres deutschen Volkes wankend zu machen. Dir wollen den von Goli berufenen Führern unseres katholischen Volkes zu erken­nen geben, daß wir auch in der heutigen schweren Not­zeit bereit sind, ihnen allein in kampf- und opferbereiter Treue zu folgen.

Wir hallen es gerade jetzt für unsere besondere Pflicht, gegenüber dem politischen und skaalszerstörenden Radikalismus, unserer echten und stets opferbereiten Vaterlandsliebe wieder einmal lebendigen Ausdruck zu verleihen.

Den gefährlichen und unverantwortlichen Zielen bol­schewistischer und nationaler Kreise, denen sich leider

Mmeuung machen, daß Die Mitgiiederzahl der ParteK Ortsgruppe um rund 200 Prozent gestiegen ist.

Nordhausen. 77 Kinder wurden in unserer katholi­schen Gemeinde zum ersten Male zum Tisch des Herrn geführt. Das feierliche Hochamt zelebrierte Dechant Hun- ftinger, das der Domchor unter der Leitung von Haupt­lehrer Strecker mit seinen Darbietungen verherrlichte. Der Dom war bis auf den letzten Platz besetzt.

Aus dem Dekanat Erfurt. Für die Zentrumswähler­schaft von Erfurt und Umgebung gestaltete sich der Mitt­woch der vergangenen Woche zu einem unvergeßlichen Erlebnis. Durften wir doch in den Mauern der Stadt Erfurt unseren verehrten Herrn Reichskanzler Dr. Brü­ning begrüßen, der hier in drei Sälen zu den Hinden- burgwählern sprach. Schon lange vor seiner Ankunft hatten sich auf dem Bahnhofsplatz große Menfchenmafsen angesammelt. Auch die Anfahrtsstraßen zum Reichs­hallentheater war mit vielen Schaulustigen umsäumt. Am Bahnhof wurde ihm durch die Mitglieder der Re­gierung und des Erfurter Hindenburgausfchuffes ein sehr herzlicher Empfang bereitet. Kurz vor 6 Uhr erschien der Reichskanzler in Begleitung Dr. Gerekes und des Regierungsrats Maus im Reichshallentheater, wo er minutenlang stürmisch begrüßt wurde. Nachdem sich der Vorsitzende des Arbeitsausschusses der Vereinigten Hindenburgausschüsse, Landrat Dr. Gereke, als Vertre­ter der Landgemeindeverbände und des Reichslandbun­des vor allem an die ehemaligen Düsterberg-Wähler gewandt hatte, ergriff der Kanzler selbst unter jubelndem Beifall das Wort. Nur wenige Gedanken feien wieder­gegeben, Gedanken, die auch nach der Wahl des Herrn Reichspräsidenten Bedeutung haben. Angesichts der Behauptung, daß die Reichsregierung neue Beamtenge­haltskürzungen vorhabe, sagte der Kanzler:Die Reichs­regierung hat kein Interesse an neuen Gehaltskürzun­gen oder an einem Abbau der sozialen Leistungen. Wir denken nicht daran, neue Wahnahmen in dem Sinne einer allgemeinen Deflationspolitik zu ergreifen, weil wir der Ansicht sind, daß die Kaufkraft der breiten Masse der Konsumenten schon zu sehr geschwächt worden ist Zur Lage der Landwirtschaft äußerte der Kanzler:'

heule schon ein so großer Teil der deutschen Jugend in glühender Begeisterung hinzugeben scheint, wollen wir als katholische Jugend einen Slaatsbegrifs und eine ge­lebte Vaterlandsliebe entgegensetzen, die mit unserer katholischen Weltanschauung und dem ganzen Verant­wortungsbewußtsein für unser deutsches Volk vereinbar sind.

Wir wollen bekennen, daß ein einiges, freies deutsches Vaterland, in dem Sitte und Gesetz des echten Christentums immerdar verbürgt ist, unser Ideal ist Wir wollen zeigen, daß wir bereit sind, ganz und willig diesem hohen Ziel zu dienen in leidenschaft­licher Ablehnung der Willkürherrschaft eines unfreien Partei st aales.

Katholische Iungmänner Oberhessens? Kommt darum in großen Scharen am nächsten Sonntag nach Neustadt? Zeigt der Oeffentlichkeit, daß sich Kirche und Vaterland auch in der heutigen schweren Notzeit unseres Volkes auf Euch verlassen können?

Für die Gefellenvereine: gcz. Overhamm, Kaplan.

Für die Jungmännervereine: gez. Brodmann, Kapl.

Für die D I k.: A h e r l, Kaplan.

Für die Windthorstbünde: Gruß, Junglehrer. ]

Programm.

Beginn des Treffens: 15 Uhr. Treffpunkt: Platz vor der kathol. Pfarrkirche in Neustadt.

1. Die Vereine und Ortsgruppen ziehen geschlossen in die Pfarrkirche zur Festpredigl von Hochw. Herrn Ka­plan Ruppel- Warburg. Eingangslied: Fest soll mein Taufbund immer stehen--. Schluhl.ed: Großer Gott wir loben Dich---.

2. Anschließend große geschlossene Kundg e^ bung im Saale vom Schloß. In dieser Kundgebung spricht u. a. Alex Emmerich-Warburg über:Die katho-, lische Jugend und der deutsche Gegenwarksskaak", und Dr. Sauer-Fulda über:wie entscheidet sich die katholische Jugend am 24. April.

Ende gegen 19 Uhr.

Weldungen zur Teilnahme sind umgehend zu richten an Kaplan Overhamm, Neustadt.