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Diebstahl und Sittlichkeitsverbrcchen. In dem Vor­wort sagt Dr. Klotz:

„Die Aufgabe der Schrift ist keine negative; der Verfasser will vielmehr (und fUrb) für die Ehrlichen, die heute noch unter dem Banne des Hakenkreuzes stehen, jene Arbeit der Aufklärung verrichten, zu der die Führer der Hitlerbewegung nicht imstande und nicht willens sind. — Wenn hierbei Schmutz und wieder Schmutz aufgedeckt, wenn einer nach dem anderen der Männer, de­nen zur Stunde noch Millionen in Verblendung nachlausen und nacheifern, ins helle Rampenlicht gezerrt wird, wenn von der Heldengeste der Ret­ter Deutschlands nichts, aber auch gar nichts übrig bleibt als jämmerliche Trümmer niedrigsten Men­schentums, dann liegt das nicht am bösen Wil­len des Verfassers, wohl aber an ihnen, die seit Jahr und Tag ihr frevelhaftes Spiel treiben: Die­ses Bewußtsein allein, an dem irregeleiteten Test seines Volkes einen Dienst erfüllen zu müssen, ist es, das dem Verfasser die Pflicht auferlegt, diese Schanddokumente der Oeffentlichkeit zu übergeben und dafür mit seinem Namen einzustehen."

Das Merkwürdige ist, daß trotz schwerster Be­lastung eine ganze Reihe der öffentlich bloßgestell­ten Leute noch heute eine führende Stellung im Nationalsozialismus haben. Man kann nur sa­gen: Die Führerauslese bei der Nazipartei ist viel­fach unglaublich leichtsinnig und bedenklich. Durch solche Führer wird Deutschland nicht gerettet. Und eine Partei, die so viel Dreck am Stecken hat und so schwer belastete Leute in ihren Führerstellungen beläßt, kann sich nicht genug tun in Entrüstung und Skandalartikeln, wenn einmal in einer an­deren Partei ein räudiges Schaf sich findet; ein räudiges Schaf, das allerdings mit feiner Ent­larvung für diese andere Partei erledigt ist, wäh­rend der Nationalsozialismus solche räudige Schafe in Führerstellungen duldet.

Vor längerer Zeit wurde in der Presse bekannt, daß gegen den Hauptmann a. D. Ernst Röhm, Chef des Staebs der Hitlerschen Sturmabteilun­gen, ein staatsamvaltschaftliches Verfahren wegen fortgesetzten Vergehens gegen § 175 des Strafge­setzbuches (homosexuelle Unzucht) eingeleitet wurde. Dieses Verfahren scheint damals zu keinem Re­sultat geführt zu haben. Vor kurzem wurden aber Briefe dieses Hauptmanns Röhm in photographi­scher Wiedergabe veröffentlicht, in denen er mit geradezu zynischer Offenheit über seine anormale Veranlagung und sein widernatürliches Geschlechts­leben sich äußert. Diese anormale Veranlagung Röhms ist nicht erst seit kurzem bekannt, sondern wurde bereits im Jahre 1925 gerichtsnotorisch durch einen Prozeß in einer Diebstahlsaffäre.

In welcher anderen Partei würde ein solcher Mann in führender Stellung geduldet! Und Hit­ler duldet diesen Mann als Vorgesetzten seiner SA.-Leute, diesen Mann, der in einem seiner Briefe wörtlich erklärt, „daß man sich bei mir eben an diese verbrecherische Eigenheit in den national­sozialistischen Kreisen gewöhnen hat müssen". Füh­rer der nationalsozialistischen (Sturmabteilungen!

Wie sagt Adolf Hitler? „Wir sind die Partei der anständigen Leute!"

Röhm geht?

Nach Schluß der Redaktion geht noch folgende Nachricht ein:

Wie die „Landvolk-Nachrichten" erfahren, wird der vielgenannte „Stabschef" der nationalsozia­listischen SA., der Hauptmann a. D. Röhm, un­mittelbar nach den Preußenwahlen seines Postens enthoben werden. Hitler selbst hat seinen Stabs­chef halten wollen. Doch hat er den dringenden Vorstellungen einer inzwischen recht stark geworde­nen Opposition, die von dem pationalsozialisti- schen Reichstagsabgeordneten Graf Rev ent - Horn geführt wird, nachgeben und in Röhms Ent­fernung einwilligen müssen.

Bei der wegen Röhm zwischen Hitler und Graf Reventlow geführten Unterredung kam es zu einer stürmischen Szene, in deren Verlauf fich Hitler dahin äußerte, daß Reventlow und einige andere nationalsozialistische Reichs- und Land­lagsabgeordnete wegen ihrer permanenten oppo­sitionellen Haltung in wachsendem Maße partei­schädigend wirkten.

Was die Hiilerlaner gern verschweige».

In einer Kundgebung der Breslauer Zen­trumspartei sprach Reichsarbeitsminister Dr. Ste­gerwald über die bevorstehende Reichsprüsiden- wahl. Er führte u. a. aus:

Es ist blutiger politischer Dilettantismus, zu behaupten, daß die unbefriedigenden gegenwärtigen deutschen Verhältnisse lediglich auf ein falsches po­litisches System zurückzuführen seien. Ist es etwa eine Folge der verfehlten deutschen Politik, daß die Vereinigten Staaten von Amerika im letzten Jahr in ihrem Staatshaushalt ein größeres Defi­zit aufzuweisen hatten, als der ganze deutsche Staatshaushalt überhaupt beträgt? Ist es eine Folge der angeblich verfehlten deutschen Politik, daß Amerika heute acht Millionen Arbeitslose hat. daß England, Italien, die Tschechoslowakei, Polen usw. relativ eine gleichgroße Arbeitslosigkeit auf­zuweisen haben wie Deutschland? Ist es eine Folge des angeblich falschen politischen Systems der letz­ten dreizehn Jahre, daß es der Landwirtschaft in

Heute, am 10. April

Reichspräsidenken-

wahl

2. Mahlgang!

VoSksparoLe:

Hindenburg!

Amerika, auf dem Balkan in Ungarn, in Polen usw noch unvergleichlich schlechter geht als in Deutschland?

Valiouslsszialifiische finmpfeeweife.

Der Reichstagsabgeordnete Professor Dr. Schreiber hat unter Berufung auf Paragraph 11 des Pressegesetzes den Völkischen Beobachter um Aufnahme folgender Berichtigung ersucht:

„In der Sondernummer 22 des „Völkischen Beobach­ters" oom Februar 1932 ist mitgeteilt worden: „Am 24. April 1925 fand in der Volksgartenhalle der schwarzen Hochburg München-Gladbach die letzte Mas­senversammlung zur Werbung für den Präsidentschafts­kandidaten des Zentrums, Wilhelm Marx, statt Der Redner des Abends war der Zentrumsführer Dr. Schrei­ber". Anschließend ist ein Zitat dieses Redners mit folgendem Wortlaut gebracht: „Es wäre ja auch ein Treppenwitz der Weltgeschichte", so fuhr der Redner in diesem Zusammenhänge for, „wenn ausgerechnet meine guten, braven Bayern einen saupreußischen General zum Reichspräsidenten machen wollten."

Ferner ist im „Völkischen Beobachter vom 12. März 1932 Nr. 72 folgendes mitgeteilt: „Der Zen­trumsabgeordnete Prälat Dr. Schreiber hat soeben eine triefende Lobrede auf den Präsidentschaftskandidaten des Zentrums, Herrn von Hindenburg, gehalten, ob­gleich der Abgeordnete Dr. Schreiber 1925 Hindenburg als „saupreußischen General" beschimpft hatte!"

Die Behauptungen sind unrichtig. In Wahrheit habe ich 1. in Gladbach im Jahre 1925 überhaupt nicht gesprochen, 2. die mir zugeschriebenen Aeußerungen niemals abgegeben."

Dr. Georg Schreiber, Prof., M. d. R.

Der Völkische Beobachter hat diese Berichtigung in Nr. 91 vom 31. März gebracht.

Wir weisen aus diese Berichtigung besonders hin, weil auch in Fulda am Tage vor dem 1- Wahlgang ein Naziflugblatt verbreitet wurde „Die Kirche sagt zur Reichspräsidentenwahl", in dem obige Lüge enthalten war.

»Hitler hat jedes soldatische Gefühl verloren".

Ein Arleil Ludendorffs über Hitler. 1

In der nationalsozialistischen Presse war Mitte März ein „Befehl" Adolf Hitlers zu lesen, wonach die größeren Verbände seiner Lands­knechthaufen, genannt die S.-A., die Nummern der alten Regimenter übernehmen sollen. General Ludendorff fällt in seiner „Volkswarte" (Nr. 12 v. 27. März 32) über diesen skandalösen Mißbrauch der alten Armee zu parteipolitischen Bürgerkriegs­vorbereitungen folgendes scharfes Urteil:

,.W ir alten Soldaten verbitten uns jetzt die Verhöhnung, daß eine Parteiorganisation größ­tenteils noch unreifer Jugen d, die m ißleitek, allein als Rollkomman­do und als Sprechchor widerlicher Aussprüche Leistungen aufzuwei­sen hat und an eine blutrünstige Vergewaltigung und Entrechtung u n s ë res Volkes denkt, durch den Regie- rnngsral Hitler mit dem alten Heer in irgend­eine Beziehung gebracht wird und unsere Ide­ale durch Einfang vaterländischer Begeisterung für die eigenen gewalttätigen Parteiziele • . . Herr Regierungsrat Hitler, der einst selbst Frontsoldat war, beweist durch seinen „Befehl", daß er jedes soldatische Gefühl verloren hat. sonst wäre ihm die Ueberlieferung des alten Heeres etwas Heiliges . . ."

Wir haben diesem Sachvel-ständigenurteil des Generals Ludendorff nichts hinzuzufügen.

Die 3«geni steht hinter HmLsnbscg!

In Regensburg fand eine Massenkundgebung der katholischen Jugend statt, in der auch der D i ö- zesanbischof Dr. Michael Buchberger das Wort ergriff. Er. führte zur Wahlentscheidung des deutschen Volkes aus:

„Vor mir taucht das Bild eines Mannes auf, der das Ar- und Vorbild eines Deutschen ist, wie er sein soll, das Bild unseres Hindenburg. Ich erinnere mich noch recht gut an die furchtbar bange Stimmung beim Ausbruch des Krieges. Als die russischen Wogen sich heranwälzten, da rich­teten sich aller Blicke nach Osten. Da sandte der Kaiser den ungeheuren Massen einen Mann ent­gegen, der schon zur Disposition gestellt war. And dieser Mann stellte sich pflicht­getreu und wagemutig als Wall vor die Millionen und besiegte sie.

Meine liebe Jugend! Das ist uns und euch ein Vorbild für die Stim­mung und Gesinnung, die uns besee­len muß in großer Rot und Gefahr. In Rot und Gefahr leben wir auch Heuke.

Da heißt es, wie Hindenburg hinstehen und treu seine Pflicht erfüllen . . .

So leuchtete er in dieser bewegten stürmischen Zeit dem Volke immer als Vorbild einer Pflicht­treue, auf die wir alle stolz sein können.

Er hielt die Treue auch seinem Herrgott. Er be­kannte sich immer als ein christlicher Mann im Gegensatz zu anderen, die zu den Lhriskusfeinden abgeschwenkt sind und dem armen deutschen Volke zu allem übrigen Leid und Elend nun auch noch das größte Elend bringen wollen, die Gottlosigkeit. Ob das eine Gottlosigkeit in ausgesprochenen, ge­raden Worten ist oder eine verschleierte, eingeklei­det in das Wort: „Deutsche Gotteserkenntnis" das ist ganz gleichgültig.

Es handelt sich um weiter nichts, als um die Vernichtung des Christentums. Das war der Grund, warum ich es als heilige Pflicht betrautes habe, gegen diese Vernichtung warnend die Stimme zu erheben.

Der Redner schloß mit den Worten:

Hindenburg, indeinem Lager steht die deutsche Jugend, steht das Deut­sche Reich, steht vor allem auch die ka­tholische Jugend.

wir wollen von ihm lernen: die Treue zur Pflicht, zur Heimat und zu unserm Herrgott!"