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Ausgabe B.

für die katholischen Gemeinden Kassels. ,

Erscheint leben Sonnlag und tostet monatlich Ausgabe A 40 ».-Pfennig 8 45 ».-Pfennig (SuReHgebübr extra) Redaktionsschluß Montag. Anzeigen-Preise: Eoloneizell» im Anzeigenteil 0,15 Goldmart. EoloneizeU» lw Reklameteil 0.60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Ged. 0.10 Goldmart. Porl» «xtr» Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens tm Besitz der Fuldaer Mette nbruderet io Fulda lein.

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t. ElWeth-Mt

Religiöses Wochenblatt

Wochenkalender.

Sonntag, 10. April. 2. Sonntag nach Ostern.

Montag, 11. April. Leo, Papst, Bek.

Dienstag, 12. April. Vom Wochentage.

Mittwoch, 13. April. Fest des hl. Joseph als des Schutz-

patrons der Kirche. Herinenegild, Mart.

Donnerstag, 14. April. Justinus, Mart. Tiburtius und

Donnerstag, 14. Gen., Mart.

Freitag, 15. April. Von der Oktav des Schutzfestes des

hl. Joseph.

Samstag, 16. April. Von der Oktav des Schutzfestes des hl. Joseph.

INB. Mit dem heutigen Sonntag (Gut-Hirt) schließt die österliche Zeit.

Zweiter Sonntag nach Ostern.

Epistel. 1. Petrus 2, 2125.

Evangelium. Johannes 10, 1116. Der gute Hirt.

In jener Zeit sprach Jesus zu den Pharisäern:Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben für seine Schafe. Der Mietling aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, verläßt die Schafe und flieht, wenn er den Wolf kommen sieht. Und der Wolf füllt die Schafe an und zersprengt sie. Der Mietling flieht, weil er eben ein Mietling ist und ihm an den Schafen nichts liegt. Ich bin der gute Hirt. Ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich, wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne. Und ich gebe mein Leben für meine Schafe. Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Schafstalle sind. Auch sie muß ich herbeiführen: sie werden auf meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirt sein."

Hirt und Wolf?

den Katakomben und Basiliken der Stadt Rom findet sich kein Bild so häufig als das Bild des guten hir- ten. Und gerade dieses Bild zeich- net heute unsere Mutter, die hl. katholische Kirche, mit liebender Hand vor die Au­gen unserer Seele. Darum wird der heutige Sonntag auch gerne derGutehirtsonntag" ge­nannt.

Die Kirche läßt den Heiland selbst in unsere Mitte treten, und dieser öffnet seinen göttlichen Mund und spricht jene unvergleichlichen, erhabe­nen, inhaltsschweren Worte:

Ich bin der gute Hirt. Der fein Leben für seine Schafe . . . raubt und zerstreut die Schafe."

Ja, das ist das Merkmal des

gute hirl gibt Der Wolf aber

guten Hirten:

geben, schenken, opfern. Ich bin, spricht er, der Weg, die Wahrheit und das Leben. Er ist nicht im Himmel geblieben bei seinem ewigen Vater. Herabgestiegen ist er in der Zeiten Fülle auf un­sere arme Erde und hat uns drei Jahre lang das Leben vorgelebt, das wir führen sollen. Sein Beispiel ist unser Weg geworden. Wer mir nach- solgt, ruft er aus, der wandelt nicht in der Fin­

sternis, sondern wird das Licht des Lebens ha­ben.

Er hat seinen Mund geöffnet und uns himm­lische Weisheit gelehrt. Die Bergpredigt, die See- predigt, die Parabeln sind Goldbarren der Wahr­heit, Edelsteine der Weisheit. Er redet wie einer, der Macht hat, bekannten die Zuhörer, und nicht wie die Schriftgelehrten und Pharisäer. Er ist unser Leben. Ohne ihn keine Verzeihung, keine Begnadigung, keine Seligkeit, kein Fimmel We­der Abraham, noch David, noch sonst ein Gerech­ter des alten Bundes konnte zum Himmel auf­steigen, schreibt der hl. Augustinus: denn es fehlte die Leiter. Da kam Christus, der Herr; und er­setzte die Leiter des Kreuzes an, und nun ist es allen möglich, zum Ort der Seligkeit aufzustei­gen. Ich bin gekommen, spricht Christus selber, damit die Menschen das Leben haben und es im Ueberfluß haben. (Joh 9, 10.) Bedenke aber wohl, mein Christ, mit welchen Opfern der Hei­land dieses Leben erworben hat. Nicht durch schöne Predigten allein, nicht durch Hingabe von Geld und Gut, sondern durch Leiden und Mar­tern, durch Blut und Tod. Er hat uns geliebt, beteuert der Apostel, und sich selbst für uns dem Vater hingegeben als Opfer und Gabe zu einem lieblichen Geruch. Prächtig ist dieser Gedanke in der Osterpräfation ausgesprochen, die von Ostern bis Christi Himmelfahrt gebetet oder gesungen wird:Es ist wahrhaft billig und gerecht, gezie­mend und heilsam, daß wir allzeit, besonders aber in dieser Osterzeit, dich o Herr, noch ehrenvoller zu preisen, da unser Osterlamm Christus ist ge­kreuzigt worden. Er ist ja das wahre Lamm, das weggenommen hat die Sünden der Welt. Er hat unseren Tod durch seinen Tod besiegt und durch seine Auferstehung uns das Leben erworben. Ja, der Heiland selbst ist der gute Hirt, dem die Kirche an Ostern zujubelt mit den Worten

Auferstanden ist der gute Hirl,

Der sein Leben hingab für seine Schafe

Und für unsere Sünden sterben wollte. Alleluja

Unser Osterlamm Christus ist geschlachtet. Alleluja.

Ja, Jesus ist der gute Hirt. Selbstlos hat er uns alles geschenkt. Troß seiner Weisheit konnte er größere Gaben nicht ausdenken als diejenigen, die er für uns ausgedacht hat. Troß seiner All­macht konnte er größere Geschenke uns nicht ge­ben als diejenigen, die er uns tatsächlich gegeben hat, versichert der hl. Kirchenlehrer Augustinus.

hirl oder Wolf? Haben wir ein unfehlbares Kennzeichen, um den Hirten vom Wolfe zu unter­scheiden? Gott sei Dank, ja. Der Hirt gibt sein Leben und sein alles für die Schafe. Was tui aber der Wolf? Er zerstreut und raubt die Schafe, um sich ihrer zu bemächtigen, um an ihrem Fleisch und Blut seine Gelüste zu stillen. Ein solcher

Wolf ist der Bolschewismus. Er hat in Rußland einen Klassenstaat aufgerichtet und so die Bürger zerstreut. Eine Million acht Hundert sechzig Tau. send Menschen aller Berufe, Geistliche, Bischöfe, Offiziere, Gebildete, Bauern, Arbeiter sind dem Blutdurst des Bolschewismus zum Opfer gefallen. Können Lenin und andere Revolutionäre, die sol­chen Massenmord auf dem Gewissen haben, gute Hirten sein? ! ! !--

Noch grausamer ist der Bolschewismus. Nicht bloß das irdische Leben bedroht, gefährdet und vernichtet er, sondern auch das ewige Leben. Will er ja mit satanischem Eifer den Menschen das höchste Gut aus dem Herzen reißen, durch das sie in diesem Leben glücklich werden und das andere, ewige, selige Leben gewinnen, den Glauben. Denn nurwer an mich glaubt, hat das ewige Leben", spricht der Herr. Umgekehrt aber zeichnet er das Schicksal des Gottesleugners mit den schrecklichen Worten:Wer nicht glaubt, der ist schon gerichtet; wer nicht glaubt, der wird verdammt werden." Der Bolschewismus hat jenen abscheulichen Bund der Gottlosen ausgebrütet, der schon über sieben Millionen zählt, der besonders die Jugend ansteckt, der seine Fühlhörner bis in deutsche Schu­len vorstreckt, der Niederlassungen in deutschen Städten besißt, der mit schamloser Dreistigkeit den leßten Funken von Religion aus den Herzen der Menschen reißen und sie dadurch für den Bolsche­wismus reif machen möchte.

hören wir nicht auf den Wolf. Verschließen wir ihm Tür und Tor, Haus und Herz. Der Wolf zerstreut, raubt, mordet. Der gute Hirt aber einigt, beglückt, belebt. In weitem Bogen wol­len wir dem Wolfe ausweichen. Nichts zu tun haben mit gottlosen Menschen, die sich ihrer Gott­losigkeit rühmen, die für die Religion nur Hohn und Spott übrig haben. Nichts zu tun haben mit Zeitungen und Schriften, bei denen der Unglaube den Pferdefuß vorstreckt. Nicht Parteien folgen, die den Radikalismus auf ihre Fahne geschrieben ha­ben. Das Gebet pflegen, besonders das Familien­gebet, diese stärkste Waffe gegen die Hölle und den Teufel. Dem Gottesdienst regelmäßig und aufmerksam beiwohnen, die Predigt hören, gute Zeitungen und Bücher lesen. Ganz besonders aber die Bruderliebe üben. Wo die Bruderliebe herrscht, wo man dem Unglücklichen eine hilfreiche Hand im Namen Gottes und der Religion entgegen­streckt, da hat der Bolschewismus verspielt. Denn Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm."

Der Talpfarrer.

Hrrtentreue.

Zum zweiten Sonntag nach Ostern.

Der Osterjubel klingt auch noch in den heutigen Sonntag hinein. Und es ist ein rechtes Osterbild,