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Seife 14 / Nummer 14

Fort muß ich, immer weiter fort. Drei Tage und drei Nächte bin ich gewandert, doch das Dorf konnte ich nicht finden. So irrte ich im stockfin­steren Walde umher. Stets ging etwas Unheim­liches, Unerforschliches neben mir- „Ich bin S)errl" raunte es mit Grabesstimme. „Ich bin es, dein Gebieter!" Stand ich still, hemmte auch es feinen Schritt; lief ich, wie von taufend Teufeln gejagt und gepeitscht, lief es noch viel schneller. Tapp, tapp, tapp, stets neben mir, hinter mir, vor mir! Tapp, tapp, tapp! . . . Ach, ich bin so müde, so unsagbar müde, und dennoch darf ich nicht ruhen, muß immer weiter und weiter." Und wiederum stieß er einen gellenden, markerschütternden Schrei aus.

Den umstehenden stockte vor namenlosem Ent­setzen der Atem. Wie festgebannt standen sie, un­fähig, ein Glied zu rühren. Doch als der gottes­fürchtige Wirt mit lauter, gefestigter Stimme das Vaterunser zu beten begann, wich der Bann von allen, und auch sie alle fingen laut und mit In­brunst zu beten an. Schließlich bemerkten sie, daß der Unglückliche eingeschlafen war.

Einer nach dem anderen schlich hinaus. Es war Mitternacht, als die Gäste nach Hause gingen. Der Wirt trat noch einmal an das Lager des in -tie­fem Schlummer liegenden Holzhändlers. Dann be­gab auch er sich zur Ruhe. Totenstille herrschte im Hause, nur der Wind stöhnte und wimmerte im Dachgestühl.

Da plötzlich gellt ein entsetzlicher, furchtbarer Schrei durch das Haus. Der Wirt schreckt aus dem Schlummer, fpingt aus dem Bett, kleidet sich not­dürftig an und eilt in das Zimmer, Mrin der Holzhändler während der verflossenen Stunden geschlafen hatte. Der Unglückliche war verschwun­den, nur sein Hut lag in einer Ecke des Gemaches.

*

Mutter und Kind bemerkten beim Erzählen und Zuhören nicht, daß die Tür in diesem Augen­blick langsam geöffnet wurde. Die Mutter er­zählte weiter:

Der Holzhändler blieb spurlos verschwunden. Die Bewohner jener Gegend aber behaupten heute noch, der Aermste irre während eines jeden Un­wetters in den stockfinsteren Wäldern umher; ge­nau wie Ahasver, der ewige Jude, sei auch er zur iewigen Ruhelosigkeit verdammt. „Mein liebes Kind, beten wir zu Gott, dem Herrn, er wolle dem Aermstsn den ewigen Frieden schenken; denn er hat gewiß hinreichend gesühnt!"

„Ja, ich habe gesühnt!" Mit diesen Worten wankt ein gebückter, alter Mann herein, breitet flehend die Arme aus, taumelt, fällt zu Boden Und bleibt reglos liegen. Leute aus der Nachbar­schaft, die die Entsetzensschreie von Mutter und Kind vernahmen, kamen herbeigelaufen, betteten den Greis auf ein weiches Lager und lauschten vergebens dem Schlag seines Herzen; denn er war tot.

Wolfram, das Kind, hatte in dem verstorbenen Greis den armen Alten wiedererkannt, dem es vor Stunde die Brötchen gegeben hatte. „Bete für ihn, mein liebes Kind!" sprach die Mutter wei­nend. „Er ist mein Vater, dein Groß­vater, der damalige Holzhändler, von dem ich dir vorhin erzählte. Gebe Gott ihm die ewige Ruhe!"

Der sieht es schon.

Er arbeitete an der Kreuzblume, die die Turm­spitze des Kölner Domes krönen sollte, der schlichte Steinmetz. Fremde Herren traten hinzu und beobachteten ihn, wie er mit der größten Sorgfalt

und Genauigkeit jeden Schnörkel herausarbeitete. Es schien den Besuchern, als wolle der Bildhauer seine ganze Seele in diesen Stein hineinlegen, mit solch einem Eifer, mit solch einer Wärme und Begeisterung gab er sich seiner Arbeit hin. Schließ­lich fragte einer der Herren: „Wie können Sie nur so genau sein? Das sieht doch niemand, wenn der Stein einmal oben auf dem Turme sitzt". Verwundert blickte der Bildhauer von seiner Ar­beit auf und sagte dann: „Ich tue es Halt für den lieben Gott, der sieht es schon!"

Aus: „Neues Leben", Werl.

Die Zunge des kath. Volkes.

„Die katholische Presse ist die Zunge des katho­lischen Volkes. Ml unser Leid und Freud, Haß und Liebe erstickt in der Brust, ungehört verklingen Jammer und Tränen, wenn wir sie nicht hinaus­rufen können in die Oeffentlichkeit, und verzweifelt müssen wir mit ansehen und erdulden Verleumdun­gen uud Schmähungen, Mißhandlungen und Ver­folgungen.

Die katholische Presse ist das Signalhorn der katholischen Völker, welche ohne sie nicht gesammelt, nicht vereinigt, nicht zu gemeinschaftlichem Vor­gehen gerufen werden können. Dhne mächtige Presse bleiben wir vereinzelt und werden vereinzelt ge­schlagen." P. Victor Kolb S. J.

Stej

Das zuverlässige Barometer. Der große Natur­forscher Isaak Newton kam bei einem Morgenspazierritt an einer Kuhherde vorbei. Der Kuhhirt riet ihm, nicht weit zu reiten, da es bald regnen würde. Newton blickte nach dem Himmel, sah keine einzige Wolke und glaubte, daß der Hirt närrisch sei. Aber nach einer halben Stunde bedeckte sich der Himmel ganz plötzlich mit Wolken, und es regnete in Strömen. Newton ritt schleunigst zurück und suchte den Hirten auf, um ihn zu fragen, aus welchen Vorzeichen er den Regen vor­ausgesagt habe. „Ach Herr," sagt der Hirt, „das ist gerade nichts Schweres. Immer wenn gutes Wetter plötzlich in schlechtes, umschlägt, reiben meine Kühe in einem fort ihre Rücken an den Bäumen." Newton war sehr erstaunt. Er sagte zu sich: „Lohnt es sich wirklich der Mühe, 25 Jahre den Himmel zu studieren, um das zuverlässige Barometer am Kuhschwanz zu finden?"

Ein Fachkenner. Die ehrgeizige Gattin eines Neu­reichen, der sich durch die Herstellung eines besonders wirksamen Rattengiftes ein großes Vermögen erworben hatte, gab eine Gesellschaft, bei welcher ihr Gatte kein Wort sprach. „Warum redest Du denn gar nichts?" flüsterte ihm die Dame des Hauses zu. „Reden?" ant­wortete er von oben herab. „Wozu? Unter Deinen Gästen ist ja nicht ein einziger, der etwas von Ratten­gift versteht."

Schlau. Bomm ruft am Bahnhof einen Gepräckträ- ger. „Was nehmen Sie für das Tragen von Gepäck­stücken?" — „Für das erste Stück 50 Pf., für jedes weitere 20 Pf." — „Schön," sagt Bomm, „das erste trage ich selbst, die andern Stücke nehmen Sie."

Grobian. ,^Jch höre. Sie ziehen eine Reife in Erwägung." „Ja. Reisen ist die beste Bildung." „So. Na, dann würde ich Ihnen eine Weltreise empfehlen!"

kennen Sie schon die neue Universal-Polier- Lreme? Ihren Namen „Perwachs" haben Sie sicherlich schon oft gehört — und Perwachs auch schon zur Pflege der Fußböden und Treppen benutzt. Unbekannt aber ist Ihnen vielleicht, daß Perwachs auch zum Polieren aller Möbel, Klaviere, Türen, Fensterrahmen, Ledersachen, Schuhe, Marmor, Stein, Bronze, Linkrusta, Kinderwagen usw. usw. einfach unübertrefflich ist. Perwachs können Sie für Alles verwenden, was schön glänzen soll. Erfahrene Hausfrauen stellen jeden Tag neue Anwendungsmöglichkeiten für die Universai-Polier-Creme Per wachs fest. Die Erfolge sind direkt überraschend. Immer wieder aber muß auf die richtige Anwendung: hauchdünn auftragen, sofort polieren, hingewiefen werden. Nur diese Anwendung verbürgt höchste Zufriedenheit, größte Ergiebigkeit und Sparsamkeit der idealen Polier-Creme Perwachs.

Marktberichte.

— Fulda, 30. März. Am heutigen Buttermarkt kostete das Pfund Landbutter durchschnittlich 1.20 bis 1.30 RM. Für Eier bezahlte man 6 Pfg. pro Stück.

= Fulda, 26. März. Zum heutigen Schweine­markt waren 208 Ferkel aufgefahren. Die Preise be­trugen 14, 18 und 22 Mark.

ND. Frankfurt, 29. März. (Eig. Drahtber.) Es wurden bezahlt für je einen Zentner Lebendgewicht: Rinder: Ochsen: vollst. ausgem. Höchst. Schlachtw., jün­gere 30—34, ältere 25—29, sonstige fleischige, jüngere 20—24. Bullen: jüngere vollst, höchst. Schlachtw. 25 bis 30, sonstige vollst, oder ausgem. 20—24. Kühe: jüngere vollfl. höchst. Schlachtw. 24—26, sonstige vollst oder ausgem. 20—23, fleischige 15—19. Färsen: vollst höchst. Schlachtw. 30—34, vollfleischige 25—29, fleischige 20—24. Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 43—46, mittl. Mast- und Saugkälber 36—41, geringe Kälber 32—35. Schafe: Mastlämmer und jüngere Mastbam­mel: Weidemast 30—35, mittl. Mastlämmer und ältere Masthammel und gutgenährte Schafe 25—29. Schweine: Vollfl. Schweine von 240—300 Psd. Lebendge:». 40—43 vollst. Schweine von 200—240 Pfd. Lebendgew. 40—43, vollst. Schweine von 160—200 Pfd. Lebendgew. 38—41 vollst. Schweine von 120—160 Pfd. Lebendgew. 36—40 Sauen 32—36. Auftrieb: Rinder 981, Ochsen 230, Bullen 60, Kühe 368, Färsen 275, Kälber 417, Schafe 42, Schweine 3745. Marktverlauf: Rinder ruhig, aus­verkauft, Schweine ruhig, geringer Ueberstand, Kälber und Schafe mittelmäßig.

Wilie Gaben

Kindheit-Jesu- und Schutzengel-Verein. Bebra 3 Heyerode 50, desgl. für ein Heidenkind Wilhelm Hubert 21, Allendorf (Krs. Kirchhain) 15, Kerzell 17.55. Bremer u bei Geisa 3.50, Schule Großauheim 40, Hausen (Eichs- seld 14.30, Nordhausen 47.50, Burgjoß 6.10, Dompiarrl.! Knabenschule 5.70, Dompfarrl. Mädchenschule 15, Ber-M gen-Enkheim 18.50, Buttlar 6, desgl. für ein Heidenkindi Johann 21, Großenlüder 15, Hundeshagen 51.50, desgl.p für Heidenkinder 51.05, Schwarzbach für ein Heidenkind! Kos“ Maria 21, Schule Großentaft 8.95, Schule Sois-si dorf-Treischfeld 5.80, Schule Mernes 20.05, Niedere orschel 27, Wilbich 60.

Biidtee

Wolff, Therese, Wit Jesus auf seinem Leidenswegs Kreuzwegbüchlein für Kinder. (Mit Bildern von Lud-<. wig Barth.) 24° (16 S), Freiburg im Breisgau 1931,1 Herder. 20 Pf., ab 12 Stück und mehr je 15 Pf. Diese j schlichte Kreuzwegandacht will dem Kinde behilflich sein, , mit Aufmerksamkeit und innerer Anteilnahme dem - göttlichen Heiland auf seinem Leidenswege zu folgen, n Durch Rotdruck hervorgehoberr heißt es bei jeder Sta-1 tion: „Ich sehe". „Ich bete". So wird das Kind an^ geleitet zu stiller, frommer Betrachtung des Leidens-- geheimnisses, um dann den inneren Gefühlen des Mit-- leidens, der Reue, Liebe, Dankbarkeit, heiliger Opfer- bereitschaft Ausdruck zu geben.

Wein großer Tag. Die Geschichte einer Knabenseele für die lieben Kommunionkinder erzählt von Vikar Otto c Th. Müller. 24 Seiten Text. 20 Pfg. Verlag „Ars e sacra" Josef Müller, München 13, Friedrichstr. 18. Der i kleine Guido hat seine Heilandsliebe an der Tabernakel- - lampe entzündet und durch den vertrauten Umgang mit i dem eucharistischen Heiland, zumal bei der hl. Kom-- munion, genährt. Aber er will, daß sie in anderen r Kinderherzen weiterlodere, darum zieht er vom Himmel I aus so viele seiner kleinen Freunde an sich, die sich an i seinem Beispiel für den Heiland begeistern und zu so- • lidem Tugendstreben ermutigen. Müllers Schriftchen. will seine Zahl vermehren; deshalb wendet es sich vor ■ allem an die lieben Erstkommunikanten.

Kreuzweg der Liebe. Von P. Emmanuel Heufelder, O. S. B., Abtei Schäftlarn. 12°, 32 S. in Kupfertief­druck. Mit den Bildern von Professor L. Feldmann. 40 Pf. Verlag „Ars sacra" Josef Müller, München 13. . Ein Kreuzweg der Liebe! Ja wirklich, dieser „Kreuz­weg" weist ganz neue Pfade für das Leben der Seele. Dieses kleine Büchlein, so unscheinbar und klein im Aeußeren, so tiefe beseligende Wahrheiten und Gedan­ken birgt es im Innern. Es möchte uns arme Men-

3o[ephs -Pfennig*

(Zur Heranbildung bedürftiger Priesteramtskandidaten).

Bei der Fuldaer Actieu druckerei gingen ein:

30.-

Flieden N. d. M.

Dirlos , 1

Pilgerzell Hl Jos. b. f. u. 1.

Großenbach D. hl. Jos. b. g. u w W. H.

N. d. M.

1-

Döllbach Malges

U.e?fil. St.

N. d. M.

1.

1.

2.

1

Burgjoß 5.—

Margretenhaun 3 E.d.hl.J.0.50

Kerzell N. d. M. 1-

Kâmmerzell 3.E. d. Hl.J. 2 —

Fulda N. d. M. 1-

Marback .. 1 —

Großenbach

2—, 2. —,1 —. 5—, 10.—

Großenbach In bes. Anl.

1-, 1.-. 1-, 1.-1“

Dietersbausen 3 Dksg. - - — N.d.M.

Großenlüder Ungenannt Thalau

5.

1.

1.

2.

1.

Wissels 3. E d. Hl. Jos.

Rasdorf H „ ., - «

Fulda - .... -. „ Koras Um würd Erstk.

Petersberg Kl.J. h i.e.A.

Kilvers Fastenalmosen u.

e gl. St. 5.

Horas N. d. $L 10.

M. N. Berlin J.E.d.hl.J 17.

Bebra N d. M. 150, 050^

1.

2.

2.

1

1.

Schröck I. e. bes Anl. 5.— Dietershausen N. d. M 0.50 Ungenannt „ IQ“ Fulda .. 3.-

Rothemann J e ick W. Anl. l.—

Ungenannt N d. M. 0.39 Fulda

Pitger-ell „ ~ .

Edelzell Z. E. d. hl. Jos.

Neubof N. d. M.

Fulda Z. E. d. hl. Jos.

Oberrode N.d.M.

Rodges „ ~ ,

Ait-roda 3. E. d. hl.Jos.

Fulda

N. d. M.

2 — 1 —

2 — 2-

3-

2 — 1- 1.50

0.85

Uttrichshausen N. d. M. Dasien

Johannesberg Hl.J.b.f.u.

Fulda N d. M.

Kerzell 3. E. d. hl. Jos.

Bad Orb N.d.M.

Mittelkalbach

Bronnzell .,

Kiliansberg

Fulda „

Flieden

Kämmerzell J.e.bes.Anl.

Ungenannt N.d.M.

2 — 2 —

2- 2.50 0.50 3 —

2 —

2 — 0.60 1.50 1 — 3 —

1 — 3 —

Böckels

Bad Orb 3. E. d. hl Jos.

„ „ desgl. i. des. Anl. 3.

Hünfeld E. M. 3.E.d.hl.J. 5.-

Bonn Kirchhasel Maberzell Fulda

N. d. M

10.

Motten I. E. d. hl. Jos.

Rothemann N.d.M

Wisielsrod I. e. schw. Anl. Eichenzell Um gute Pr, Seriell Hl. Jos. Hill. Fulda Kl. Jos. H. t- e. Anl.

N. d. M.

10.—

1.50

22.—

5.—

1.—

. 3.—

1 —

1 —

1 —

10 —

„ Um gute Br. l — Großenlüder Hl. Jos. 6. 0.50 Edelzell N. d. M 1.- Reulbach 3E.d.hl.J.n.d M. 2.— Momberg 3. E. d. hl.^os. 2.—

„ In e. Anl 10.-

3. Dksg. r " 3. E. d. hl Jos.

Bronnzell N. d. M. Almendorf Dirlos „

3.-

2.50

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0.50

Vom Lande .. U™

Oberbimbach I. E. d.hl.J. 0.50

Ungenannt N. d. M. L—

Niederrode „ 1 —■

Kassel Kr. Gelnh. „ 2.—

Welkers „ O.oO

Uttrichshausen 3-E.d.hl.J. 1.—

Sickels N. d. M. 1.-

Bei der Redaktion des Bo- nifatiusboten gingen ein: M eswarz(Rhön) 3.61.3. 1.— Bermbach (Rhön) Z. Hl.J. 4.—