Wochenkalender.
Zonntag, 3. April. Weißer Sonntag.
Ron tag, 4. April. M ariä Verkündigung. Isidor, Kirchenlehrer.
)ienstaz, 5. April. Vincenz Ferrerius, Bek.
Rittrood), 6. April. Vom Wochentage.
Zonnerstag, 7. April. Vom Wochentage.
Freitag, 8. April. Voin Wochentage.
Samstag, 9. April. Mariensamstag.
Weitzer Sonntag.
Epistel. 1. Johannes 5, 4—10.
kvangelium. Iohannes 20, 19—31. Der Osterfriede.
In jener Zeit, am Abend jenes ersten Wochentages, cks die Jünger aus Furcht vor den Juden bei oer- chlossenen Türen versammelt waren, kam Jesus, trat in hre Mitte und sprach zu ihnen: „Friede sei mit euch!" Rad) diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und eine Seite. Da freuten sich die Jünger, daß sie den Herrn sahen. Abermals sprach er zu ihnen: „Friede ei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende d) euch." Nach diesen Worten hauchte er sie an und prach zu ihnen: „Empfanget den Heiligen Geist. Deien ihr die Sünden nachlasset, denen sind sie nachgelas- en; denen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten." Ei- aer von den Zwölfen, Thomas, der den Namen „Zwil- üng" hat, war nicht dabei, als Jesus kam. Die anderen Jünger erzählten ihm nun: „Wir haben den Herrn gesehen." Er aber erwiderte ihnen: „Wenn ich an seinen Händen nicht das Mal der Nägel sehen und meinen Finger nicht in die Stelle der Nägel und meine Hand Hi lft in seine Seite legen kann, glaube ich nicht." Acht Tage darauf waren die Jünger wieder in dem Hause, und Thomas war bei ihnen.' Da kam Jesus bei verschlossenen Türen, trat in ihre Mitte und sprach: „Friede sei mit euch!" Dann sprach er zu Thomas: ,^eg deinen Finger hierher und sieh meine Hände; reich deine Hand und leg sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!" Da rief Thomas aus „Mein Herr und mein Gott!" Jesus erwiderte ihin: „Weil du mich siehst, Thomas, glaubst du; selig, die nicht sehen und doch glauben!" Noch viele andere Wunder hat Jesus vor den Augen seiner Jünger getan, die nicht in diesem Buche ausgezeichnet sind. Diese aber sind ausgezeichnet, damit ihr glaubt, daß Jesus ist Christus, der Sohn Gottes, und damit ihr im Glauben das Leben habt in [einem Namen.
âmderseSigkett.
der Nacht vor dem Weißen Sonn- tag lächelte eine Erstkommunikantin M wie im Traume vor sich hin. Die
Mutter erwachte darob und sprach: „Kind, was haft du zu lachen?" „O Mutter", erwiderte das Kind, „ich freue mich auf den Heiland!" —
Das ist Kinderseligkeit. Und wenn wir heute «am „Weißen Sonntag" an der Erstkommunionfeier teilnehmen und von so vielen Kinderaugen das große Glück ablesen, so dürften wir über das
geschmückte Kirchenportal die Worte schreiben: „Hier wohnt das Glück." —
Zeugen dieses Glückes sind wir alle. Nur wenige aber nehmen sich die Mühe, den Spuren dieses Glückes bis zur Quelle nachzugehen. Wenn wir aber als verständige Christen uns dieser Mühe unterziehen, werden wir die lehrreiche Entdeckung machen, daß dieses Glückes einzige Quelle nichts anderes ist als der Glaube.
Darüber hat unser Heiland am achten Tage nach- seiner Auferstehung seinen Aposteln einen Unterricht gegeben, der heute in allen Sprachen der Welt als Evangelium vorgelesen wird:
„Thomas, einer von den Zwölfen, war nicht dabei, als Jesus am Tage der Auferstehung den Jüngern erschien. Die anderen Jünger berichteten ihm: „Wir haben den Herrn gesehen." Er aber erwiderte ihnen: „Wenn ich nicht an seinen Händen das Mal der Nägel sehe und meinen Finger in-die Stelle der Nägel und meine Hand in seine Seite lege, glaube ich nicht."
Acht Tage darauf waren die Jünger wieder in dem Hause beisammen, und Thomas mit ihnen. Da kam Jesus bei verschlossenen Türen, trat in ihre Mitte und sprach: „Friede sei mit euch." Dann sagte er zu Thomas: „Lege deinen Finger hierher und sieh meine Hände Reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläu= big, sondern gläubig. Da rief Thomas aus: „Mein Herr und mein Gott!"
Jesus sprach zu ihm: „Weil du mich gesehen hast, Thomas, hast du geglaubt; selig sind, die nicht sehen und dennoch glauben."--
Es war doch von Thomas ein starkes Stück, den Aposteln nicht zu glauben, die einstimmig die Auferstehung und Erscheinung des Herrn ihm versicherten. Es war eine gute Portion Hochmut dabei. Er hält seine Kollegen im Apostelamte für überspannte Träumer, für leichtgläubige Phantasten. Mit eigenen Augen wollte er sehen, mit eigenen Händen tasten, mit eigenem Urteil verstehen.
Damit stoßen wir gleich auf einen Kapitalirrtum in Sachen des Glaubens. Könnte ich nur einmal meinen Herrgott sehen, nur einmal Zeuge eines Wunders sein — wie gerne wollte ich glauben, so denkt und redet mancher Moderne. O du heilige Einfalt! Der Glaube ist doch keine Frucht der Augen und keine Frucht des Begreifens, sondern eine Frucht des Gehorsams gegen den allwissenden, allmächtigen, aUgütigen, unbegreiflichen Gott und seine Offenbarung und seine Kirche als Mittlerin und Berkündigerin der Offenbarung. Sache des Verstandes ist es nur, die Fundamente des Glaubens auf ihre Zuverlässigkeit zu erproben, zu erforschen, ob und was unser Herrgott gesprochen hat. Der Rest ist Glauben und Erfüllen. Nie und nimmer können unsere Augen hinter den Schleier sehen, und der Verstand muß die
Wassen strecken. Daß ein gehöriges Quantum Demut zum Glauben gehört, das will ich nicht wegstreiten. Im Gegenteil: die Demut ist eine Mutter, der Hochmut aber das Grab ldes Glaubens. Da denke ich an jenen hochmütigen französischen Philosophen, der seinem brutalen Unglauben Ausdruck gegeben hat mit der wahnwißigen Erklärung: „Wenn ganz Paris behaupten würde, es sei einer von den Toten auferstanden, so würde ich eher glauben, daß ganz Paris verrückt geworden ist, als daß ein Toter auferstanden ist!!--
Selig, die nicht sehen und dennoch glauben! Zu dieser glücklichen Schar gehören wir alle. Vorab die Kinder. Die Leichtigkeit und der Schwung des Glaubens ist Das Privileg des Kindesalters. Jene Hemmnisse, die unsern Glauben so sehr lähmen, die Kritiksucht, der Zweifel, die Leidenschaft, die Sünde, die Gottentfremdung, ist bei den Kindern weggeräumt. Ihr Glaube ist wie ein Ahnen, wie ein Schauen. Glückliche Kindheit!
Was hindert uns aber, dieses Glück mit den Kindern zu teilen? Will denn nicht unser Heiland uns alle zu Kindern machen? Hören wir seine Mahnung, die uns allen erteilt ist: „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, werdet ihr ins Himmelreich nicht eingehen." Du kannst ruhig dein Alter, deine Größe, deine Körperkraft, deine Gewandtheit, deinen Verstand, deine Kenntnisse, deine Fertigkeiten, dein Amt, dein Einkommen, deine Stellung in der Gesellschaft beibehalten — und dennoch ein Kind werden. Ein Kind m der Demut. Wo der allwissende Gott gesprochen, da muß doch Kritik verstummen. Ein Glaube der Tat. Diesen großen Schritt müssen wir täglich, stündlich machen. Das kostet Ueberwindung. Das kostet manchen schweren Kampf. Nicht bloß an einen Himmel glauben, sondern auch so leben, daß uns der Himmel sicher ist. Nicht bloß an die Hölle glauben, sondern auch die Sünde meiden, die unfehlbar zur Hölle führt. Nicht bloß an den Papst als Stellvertreter Christi glauben, sondern auch seinen Weisungen und Richtlinien bis ins kleinste Tüpflein Folge leisten. Nur dieser Glaube macht glücklich. Ausdrücklich sagt es der Heiland: Selig, die Gottes Wort hören und es beobachten.
Ja, Kinderseligkeit durch den Glauben. Wie verklärt sind da deine sonst so schwere Pflichten. Im Lichte des Glaubens erkennst du in ihnen den Willen Gottes. Seligkeit selbst im Kreuz. Denn im Glauben erkennst du im Kreuz eine Partikel vom Kreuze Christi. So hören wir den Völkerapostel ausrufen: ich bin überglücklich in all meiner Trübsal. Da wirst du in deinem Leben sicher mehr glückliche Tage haben als selbst der Glückspilz von Goethe, der „keine vier Wochen eigentlichen Behagens" zu verzeichnen hatte. Selbst der Tod wird dann seine Schrecken verlieren. Im Lichte des Glaubens ist er nichts anderes als der letzte Schritt in die ewige Heimat. Der Talpfarrer.