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Als Lektor, Schriftsteller uni Provinzial hat P. Beda mit allen Mitteln die Studien in der sächsischen Ordensprovinz gesördert und befruchtet. Auf diese seine Bedeutung, die hier nur eben angedeutet werden konnte, kommen wir noch eigens zurück. Sein Wunsch, die heiligen Stätten zu besuchen, die der Heiland in seinem irdischen Leben geheiligt hat. ging in Erfüllung. Er kehrte im Oktober vorigen Jahres wieder nach Paderborn zurück, brachte aber den Todeskeim mit heim. Er fühlte, daß ihn der Herr über Leben und Tod ein-- lade zur letzten und größten Reife.
Aachen. Bischof Dr. Joseph Vogt in Aachen hat zum Regens des neuen Aachener Priesterseminars und zum Professor der Pastoraltheologie den bisherigen Pfarrer von Heilig Kreuz in Aachen, Dr. theol. Hubert Busch, berufen. Regens Dr. Busch, 1872 zu Würm bei Aachen geboren, wurde am 2. Juli 1896 im Dom zu Köln zum Priester geweiht Von 1896 bis 1903 war er in Neuß an St. Martin tätig. Viele Jahre hindurch war Dr. Busch später am Lehrerseminar in Tanten als Direktor tätig. Nach Auflösung des Xantener Seminars wirkte er als Pfarrer in Birgeln, Dekanat Wasserberg, dann wurde er Pfarrer an Heilig Kreuz in Aachen.
München. Die berüchtigte Wochenschrift des ehem. Feldmarsch-alls Ludendorff, „Volkswarte", hatte aus eb nem Vortrag: „Ohrenbeichte uni Priestertum" folgenden Satz berichtet: „Ohrenveichte und Priestertum sind menschliche Einrichtungen, um die durch den Höllenschwindel verängstigten Menschen zu beherrschen und auszuveuten." Das Münchener Schwurgericht sah in dieser Aeußerung eine Beschimpfung kirchlicher Einrichtungen und verurteilte den Verfasser des Berichtes und den Schriftleiter der Wochenschrift zu je 400 Rm. Geldstrafe.
Beifügung der Führerschaft katholischer Kinderarbeit. Vom 28. März bis 1. April 1932 veranstaltet die Kath. Reichsarbeitsgemeinschaft ,Ltnderwohl" ihre erste große Reichsschulungswoche in Düsseldorf. Sie richtet sich in besonderer Weise an alle geistlichen und weltlichen Mitarbeiter der katholischen in Düsseldorf zentralisierten Kinderarbeit. Aus dem Tagungsplan erwähnen wir die Referate von P. Dr. Breitenstein O. F. M-, Dr. Hansen, Frau Direktorin Helene Helming, Dr. Henn, Frl. Kiene, Theo Seidensaden, Schulrat Bergmann, P. Horstmann, S. I. u. a. Besondere Arbeits- und Singkreife, für die bedeutende Fachkräfte gewonnen sind, z. B. Dr. Sambeth, Dr. Gentges u. a. wollen das den besonderen Altersstufen angepaßte Bildungsgut erarbeiten. Anmeldungen werden umgehend an die Kath. Reichsarbeitsgemeinschaft „Kinderwohl", Düsseldorf, Reichsstraße 20, erbeten, wo auch Näheres zu erfahren ist. Von dort können auch Programme kostenlos bezogen werden.
Amerika. In den Vereinigten Staaten von Nordamerika hielt eine bekannte Führerin der deutschen kathol. Frauenwelt, Frau Dr. Schlüter-Hermkes, auf Einladung der Carl-Schurz-Foundation wohl mehr als hundert Vorträge in den bedeutendsten Städten des Ostens. Unter der großen Auswahl der Themen, die Frau Dr. Schlüter-Hermkes behandelte, waren besonders Vorträge über große europäische und christliche Frauengestalten begehrt, so Hildegard von Bingen, Therese von Avila und vor allem Elisabeth von Thüringen. Die Rednerin schilderte in vielen Versammlungen auch die deutsche Not, was eine Reihe von Sympathiekundgebungen für Deutschland und eine energische Ablehnung des Versailler Vertrages zur Folge hatte.
Amerika. Vor kurzem starb an seinem 85. Geburtstag der Jesuitenpater Florentin D i g m a n n in der St. Francis-Mission in Amerika. Er stammte aus H e i l i g en st a d t im Eichsfeld. Drei Jahre studierte er in Maria-Laach, das damals der Gesellschaft Jesu gehörte, Philosophie und flüchtete nach Ausbruch des Kulturkampfes 1872 nach Kalksburg bei Wien. Von dort kam er 1875 nach Liverpool (England), wo er 1878 zum Priester geweiht wurde. Zwei Jahre später schickten ihn seine Oberen nach den Vereinigten Staaten, wo er zunächst als Professor in Buffalo, dann in Prairie de Chien, Wis., tätig war. Am 5. Oktober 1886 kam er an seinen neuen Bestimmungsort, St. Francis, der neuen Mission für die Sioux-Indianer (Rosebud-Reser- vation) an. Hier wirkte er nun 45 Jahre seines Lebens ganz und nur für das leibliche und geistliche Wohl der Indianer, die in einem Umkreis von mehr als 100 Meilen zerstreut wohnten. Ein Schreckenstag für ihn und die Mission war der 20. Januar 1916, an dem eine furchtbare Feuersbrunst die in 30jühriger Arbeit gebaute und erweiterte Missionsstation in Asche legte.
Aber mit unverdrossenem Gottvertrauen wurde wieder aufgebaut, und heute faßt St. Francis bis zu 500 Kinder. Am 1. Oktober 1925 konnte Pater Digmann fein 60jähriges Ordensjubiläum feiern. Wenn auch vom Alter gebeugt, konnte er doch bis 5 Tage vor seinem Tode täglich das hl. Opfer feiern. Nach seinem Tode kamen die Indianer von weit und breit, weinten und sangen an der Leiche ihre Totenlieder. Nun ruht er auf dem Missionsfriedhof, inmitten von 1560 katholischen Indianern, die er zum größten Teil selbst hier beerdigt und mit denen er jetzt — so hoffen wir — Gott schaut von Angesicht zu Angesicht.
Chikago. Die katholischen Deutschen in Chikago halten sehr auf die Erhaltung ihres Volkstums; sie verfügen über ein reiches Organisationsleben, besonders der katholische Gesellenverein ist in vorbildlicher Weise für Glauben und Volkstum tätig. In vierundzwanzig katholischen Kirchen Chikagos ist jeden Sonntag deutscher Gottesdienst. Das in großem Format erscheinende Katholische Wochenblatt leistet der Zusammenfassung des deutschen katholischen Bevölkerungselements vorteilhafte Dienste.
Sapporo. Am 2. Februar brannte die höhere Mädchenschule zu Sapporo, die von Franziskanerinnen aus der Diözese Osnabrück geleitet wird, teilweise nieder. Die Schule zählte bisher 700 Schülerinnen. Der Sachschaden ist bedeutend und zum Teil durch Versicherung gedeckt.
Bangalore (Mysore, Indien). Zu den über 25 Karmeliterinnenklöstern in den Missionen ist jetzt eine Neugründung in Bangalore (Indien) hinzugetreten, die von Cholet (Frankreich) aus in Werk gesetzt wurde. Cholet ist als Pflanzschule für Karmeliterinnenklöster in den Missionen vor einigen Jahren durch päpstliches Breve bestimmt worden. Von allen beschaulichen Orden zeigt der Karmeliterinnenorden seit über 50 Jahren die weitaus größte Ausbreitungskraft in den Missionen.
Taihoku (Formosa). Kaiser Hirchito von Japan ließ anläßlich der Wiederkehr des Todestages feines Vaters den verschiedenen Wohltätigkeitsinstituten Japans beträchtliche Gaben zugehen. Bei der Verteilung wurde auch das katholische Kinderasyl zu Takao auf der Insel Formosa, das von Dominikanerinnen geleitet wird, mit 3000 Den bedacht. Der Kaiser war durch den Bericht seiner Tochter, der Prinzessin Fushimi, die auf der Insel längere Zeit zu Besuch weilte, auf die .katholische Karitaseinrichtung aufmerksam gemacht worden.
„Leo"-Voiksversicherungsbank A. G- Köln 1895.
Nachdem sich die Auswirkung des Krisenjahres 1931 in etwa übersehen läßt, kann bezüglich der Lebensversicherung festgestellt werden, daß diese die Krise des Jahres 1931 verhältnismäßig gut überstanden hat. Das gleiche ist bei der seit 1895 bestehenden Volksversiche- rungsbank „Leo" zu verzeichnen. Wenn auch der Neuzugang hinter dem der vorhergehenden Jahre zurückblieb, so kann man, unter Berücksichtigung der augenblicklichen wirtschaftlichen Lage, durchaus zufrieden sein. Der Sefamtbeffanb der „Leo" hat immerhin noch eine Steigerung erfahren, wenn auch in einzelnen Fällen durch die überaus ungünstige Lage der Wirtschaft bestehende Versicherungen aufgegeben werden mußten. Aus dem vorläufigen Geschäftsabschluß ergibt sich eine Gesamteinnahme von Nm. 5 400 000, der eine Gesamtausgabe von rund Nm. 2 500 000 gegsnübersteht. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das eine Mehreinnahme von Rm. 650 000 und eine Wenigerausgabe von rund Nm. 93 000 trotz der um 600 erhöhten Sterbefälle und der dadurch bedingten Mehrausgabe von rund Rm. 210 000. Wenn der erzielte Reingewinn ziffernmäßig auch noch nicht feststeht, dürfte doch der Nachweis erbracht fein, daß die schwere Wirtschaftskrise die Sicherheit und Stabilität der „Seo" nicht beeinträchtigt hat, und das derselben in weiten Kreisen des katholischen Volkes entge- gengebrachte Bertreuen in vollem Umfang gerechtfertigt ist.
Bezirksleitung der „Leo" Volks. Vers. Bank. Fulda, Josefstraße 15.
MutteLhKnde.
Wir hatten einen Aufsatz zu schreiben über Mutterhände. Der Lehrer gab keine weitere Anleitung dazu, als höchstens einen erklärenden Hinweis über die Tätigkeit unserer Mütter.
Den Aufsatz vom Toblerdirndl im Tobl las uns der Lehrer vor. Sie hatte geschrieben: „Mutterhände. Mit der einen Hand macht Mutter Butter. Mit der anderen hält sie die Bibel auf dem Schoß. Mit der anderen flickt sie Vaters Stalljoppe. Mit der anderen kocht sie. Mit der anderen flicht sie mir die Zöpfe, bevor ich zur Schuld gehe . .
„Mit der anderen mit der anderen," sagt der Lehrer lächelnd. Wir grinsen. „Toblerdirndl im Tobl, ei, deine Mutter wird ja wohl kein Tausend
füßler fein. So viel Hände! Wieviel denn eigens 1 lich?"
„Zwei", sagt das Toblerdirndl unbeirrt, für den Vater, sieben Kinder — auch für jedes zwei, macht b vierzehn Hände. Küche, Stall und Feld — wieder für jedes zwei, macht sechs. Zwei für die armen Leut, macht wieder zwei. Und zwei für den Herrgott, wenn sie beten tut — macht im ganzen ü ■ sechsundzwanzig Mutterhände".
Wir grinsen nicht mehr. Dem Lehrer ist das Lächeln vergangen.
„Toblerdirndl im Tobl", sagt er toternst, i „wenn das so ist, dann wird der liebe Gott auch I für deine Mutter einmal zwei Hände haben, zwei volle, gnadenreiche Segenshände."
Hoffentlich.
Aus einem Brief aus Spanien:
„Hoffentlich wählt Ähr alle Hindenburg, denn die Hitler-Wahl würde im Auslande jedenfalls großes Mißtrauen Hervorrufen, und die Kreditnot würde noch größer werden. Negative Politik treiben durch einfache Opposition ist viel leichter als die Sache besser machen."
Dietramszell, der Ort in dem Hindenburg gern im Sommer alljährlich einige Wochen verbringt, hat überwiegend am 13. März seine Stimmen für Hitler abgegeben!!!
30 bis 40 Nationalsozialisten die am Wahlsonntag (13. März) in einem nationalsozialistischen Verkehrslokal in Freiburg i. Br. ihr Abeirdessen einnahmen, erkrankten nach dem Genuß von Konserven, die vermutlich verdorben waren. 24 Erkrankte mußten in die medizinische Klinik eingeliefert werden.
Eine Prophezeiung, dir fast 7 Ohrfeigen gekostet hätte.
Ueber eine Prophezeiung von der Wahl wird jetzt, nachdem das Resultat bekannt ist, viel gesprochen und gelacht. Ein Tierarzt, der einer der leidenschaftlichsten Agitatoren für Hitler ist, sagte nach der Hindenburg- Versammlung zu einem Bauern in Neubrunn: „Wollen Sie nicht glauben, daß Hitler 18 Millionen Stimmen bekommt?" Der Bauer gab die Antwort: „Darf ich Ihnen später so viele Ohrfeigen herunterhauen, als es weniger Millionen find?" Der Tierarzt wollte nichts davon wissen. Es war auch gut fol Denn 7 Ohrfeigen auf einmal wäre doch zuviel gewesen auch für den fanatischsten Nationalsozialisten.
Bitoiet
Maria Koch-Doll, Me Kinder beten. Ein Andachtsbüchlein in Sütterlinschrift. Mit 12 Meßbildchen. 12 In Leinwand Rm. 0.70. 1932. Verlag Butzon u. Berk- ker, Kevelaer (Rhld). Das Büchlein bringt die täglichen Gebetchen, eine kindliche Meßandacht in liturgischer Form mit 12 Meßbildchen, kindertümliche Beicht« und Kommuniongebete und im Anhang kleine Gebet« zu den Heiligen. Schon bald werden die Kleinen mit dem schmucken Büchlein vertraut werden und es lieb* gewinnen.
Annette di Rocca: Die Missionärin der Gottesliebe. 4. Band. Nichts als Gott. — 208 Seiten. Die Schrift ist kräftig, anregend, erbauend und voll Trostgedanken für die Not unserer Zeit mit ihrer Abkehr von Kirche und Gott. Preis: Kart. Rm. 1,50; gebunden Nm. 2.— Verlag Kanisiuswerk Konstanz (Baden).
Sehet)
Der Druckfehlerteufel. Eine Zeitung berichtete über eine stattgefundene Feier und schrieb: „Das Fest wurde verherrlicht durch tierstimmigen Gesang der Liedertafel." Folgt Berichtigung: „Es soll in der vorigen Nummer natürlich heißen, daß das Fest durch den bierstimmigen Gesang der Liedertafel verherrlicht wurde." — Dritter Tag: „Selbstverständlich muß es in der gestrigen Nummer heißen: „Das Fest wurde verherrlicht durch den vierstimmigen Gesang der Liederteufel." — Am vierten Tage: „Wir bitten die geehrte Ludertafel, den gestrigen Druckfehler gütigst zu entschuldigen."
Stilblüten aus älteren deutschen Zeitungen. „Seine Kinder umstanden, das Sterbelager des Vaters, an den der Sensenmann während einer Jagd, zu der ihn der Landrat eingeladen hatte, herantrat." — „Gestern fand in Panama ein Erdbeben statt, wobei namentlich die Kathedrale und mehrere Personen getötet wurden." — „Weichensteller Schulze kam unter die Räder der Lokomotive und wurde auf der Stelle getötet. Uebrigens passierte ihm ein ähnlicher Fall bereits im vorigen Jahre."